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FOM Studierende befragten über 500 Menschen in Wesel

Weihnachten im Corona-Jahr: Gesundheit und gemeinsame Zeit wichtiger als Geschenke

Für die Weseler Bürgerinnen und Bürger sind teure Weihnachtsgeschenke in diesem Jahr zweitrangig – in Zeiten von Corona stehen Gesundheit und gemeinsame Zeit bei ihnen an erster Stelle. So geben sie im Mittel 441 Euro für Geschenke aus, das sind fast 60 Euro weniger als der Bundesdurchschnitt. Zudem fühlt sich die Mehrheit (rund 69 %) beim Weihnachtseinkauf trotz Hygiene-Auflagen nicht unbedingt sicher – für viele sind Menschenansammlungen sogar ein Grund, jetzt häufiger als vor der Krise im Internet zu bestellen. Das sind die zentralen Ergebnisse einer Umfrage der FOM Hochschule für Oekonomie & Management, bei der Studierende 538 Weselerinnen und Weseler zwischen 12 und 99 Jahren interviewt hatten.

13.11.2020 | Wesel

Insgesamt 94 Prozent der Befragten in Wesel gaben an, dass ihnen die Gesundheit der Familie wichtiger sei als teure Geschenke. Auch auf gemeinsame Zeit mit Freunden und Familie legen die meisten Menschen (91 %) in der Hansestadt am Rhein dieses Jahr mehr Wert als darauf, ihnen großzügige Weihnachtspräsente zu machen. Nur 22 Prozent der Befragten wollen zum Schutze der Gesundheit auf Familienbesuche an den Feiertagen verzichten.

Zeit verschenken - weniger Gutscheine für Reisen

Auch das Schenkverhalten ist 2020 ein besonderes: Nahezu drei von vier Weseler Befragten (73 %) planen, Zeit miteinander zu verschenken, allen voran die Generation der 24- bis 39-Jährigen (75 %). Bei den materiellen Geschenken stehen Gutscheine für gut jeden Zweiten (52 %) zwar weiterhin hoch im Kurs, gleichzeitig gaben aber deutlich mehr als die Hälfte der Befragten (63 %) an, aufgrund der ungewissen Aussichten weniger Gutscheine für Reisen als gewöhnlich zu verschenken. Grundsätzlich ist die Geschenke-Hitliste im Vergleich zu den Vorjahren relativ konstant: Besonders beliebt in Wesel sind nach wie vor Kosmetik und Körperpflegeprodukte (47 %), Uhren und Schmuck (45 %), Spielwaren (41 %), Bekleidung sowie Bücher und Schreibwaren (je 37 %). Weit abgeschlagen hingegen finden sich eher traditionelle Konsumgüter wie Porzellan (15 %) und Lederwaren (13 %).

Internet auf gleicher Stufe wie Einkaufszentrum

Die Corona-Pandemie zeigt auch Auswirkungen auf das Kaufverhalten in Wesel: In diesem Jahr gaben die Bürgerinnen und Bürger an, ihre Präsente gleichermaßen im Internet und im Einkaufszentrum in der Stadt (jeweils 61 %) zu besorgen. Mögliche Erklärung: Nur knapp jeder Dritte (31 %) fühlt sich beim Geschenke-Kauf in den Geschäften sicher. Ebenso viele bestellen in diesem Jahr ihre Geschenke deshalb häufiger als sonst im Internet, um Menschenansammlungen zu vermeiden. Weitere Gründe für vermehrtes Online-Shopping im Vergleich zur Vorkrisenzeit sind die größere Auswahl (33 %), die einfache Handhabung (27 %) und die schnelle Lieferung (26 %). Die Unterstützung des stationären Einzelhandels ist den Weselerinnen und Weselern nur bedingt wichtig: Lediglich 33 Prozent der Befragten haben vor, deshalb Geschenke in der Umgebung zu kaufen, bei den 12- bis 23-Jährigen sind es sogar nur 21 Prozent.

Gemeinsame Zeit mit Freunden und Familie – darauf legen die Menschen in Wesel zum diesjährigen Weihnachtsfest ganz besonders viel Wert (Foto: Konstantin Yuganov / stock.adobe.com)

Zur Studie

Unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Oliver Gansser vom ifes Institut für Empirie & Statistik der FOM Hochschule befragten im Herbst 2020 rund 4.200 Studierende bundesweit mehr als 46.000 Menschen in persönlichen Interviews (telefonisch und Face-to-Face), quotiert nach Geschlecht und Alter.

Die komplette Umfrage zum Download finden Sie unter fom.de/weihnachtsbefragung2020.