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Wuppertaler FOM Student entwickelt patentierte Weltneuheit

Jonas Bohnen: „Meine Erfindung könnte den Werbekugelschreiber ablösen!“

Jonas Bohnen entwickelte ein kleines, ganz besonderes Teil. „Alle Menschen in meinem Umfeld waren so überzeugt von meiner Erfindung, sodass ich kurzer Hand ein Produkt-Video nach Amerika schickte“, so der FOM Student. Und tatsächlich wurde er zur Produktvorstellung in die USA eingeladen – von einem der größten US-amerikanischen PC- und Druckerhersteller. Im August 2019 präsentierte er dem Global Product Manager für Bildschirme und Tablets und dem weltweiten Chefentwickler des Unternehmens seine Idee von „ConnectedView“: einem magnetischen, patentierten Verbindungselement für Bildschirme. Das war der erste Schritt, bei dem sich der 23-Jährige dachte: „Das könnte wirklich etwas werden.“ Nachdem er das Meeting verließ, erhielt er 30 Minuten später einen Anruf: „Wir wollen mit Ihnen zusammenarbeiten“.

04.05.2020 | Wuppertal

„Eigentlich wollte ich irgendwann Papas IT-Firma übernehmen!“

Jonas Bohnen studiert im 6. Semester an der FOM in Wuppertal, absolviert seinen Bachelor in Business Administration (BBA). Nach dem Abitur arbeitete er zunächst im IT Unternehmen seines Vaters, „ich wollte ja schließlich irgendwann mal in seine Fußstapfen treten“, erklärt der Gründer. Zwischenzeitlich arbeitete er als Werkstudent in anderen Unternehmen, um weitere Erfahrungen zu sammeln und nicht betriebsblind zu werden. An diesem Punkt kam ihm auch die Idee, an der FOM zu studieren. „Ich wollte Geld verdienen und mich weiterbilden – da kam mir das Konzept des berufsbegleitenden Studiums der FOM natürlich sehr gelegen. Ich besuchte eine Probevorlesung und entschied mich schließlich für den BBA.“ Und es war die richtige Entscheidung: „Das Studium an der FOM ist optimal mit dem Job kombinierbar – meine damalige Chefin wollte ab dem Zeitpunkt nur noch FOM Studenten“, erinnert sich Bohnen. Und auch jetzt, trotz der Corona-Krise, laufe das Studium super weiter. Er habe seine Tagesstruktur aufrechterhalten – nur ins Wohnzimmer verlegt: „Statt im Hörsaal sitze ich eben zuhause. Ich nehme an Webinaren teil und alles ist echt gut organisiert und umstrukturiert.“

Und so entstand die Produktidee…

Der Einfall von „ConnectedView“ kam ihm, als er eine Messe besuchte, auf der Bildschirme ausgestellt wurden. „Ein Mann präsentierte zwei Bildschirme – sie standen perfekt nebeneinander, gleiche Höhe, alles genau ausgerichtet. Er drehte die Bildschirme hin und her und als sie wieder in der ursprünglichen Position stehen sollten, waren die justierten Vorbereitungen hin, es war ein Spalt in der Mitte und Höhenunterschiede entstanden. Und das wieder neu einzustellen, dauert!“ Und auch er selbst sei im Büro oft mit der Einstellung der Bildschirme zugange gewesen, die durch Reinigung oder Bewegungen immer wieder von der perfekten Position abwich. „Das Besondere ist, dass es wirklich für alle Bildschirme funktioniert! Immer mehr Menschen verwenden zwei Bildschirme, allerdings entstehen Fehlerpotentiale bei der Nutzung. Zum Beispiel Ablenkungen durch Bewegungen im Hintergrund, Fehlerhäufigkeit durch Höhenunterschiede und Nackenverspannung durch unnötige Belastungen.“ Und so entwickelte er dieses Verbindungselement. Derzeit ist es noch in der Prototypenphase, doch einige Aufträge sind ihm schon jetzt sicher. Bei dem US-amerikanischen PC-Hersteller gibt es 2020 neue Bildschirme – jetzt heißt es also erstmal auf die nächsten Schritte abzuwarten und in der Zwischenzeit das Produkt selbst zu vertreiben.

Was ihm dabei sicherlich zu Gute kommt: Der Sieg beim German Design Award. Er reichte sein Produktvideo ein und wurde im Februar 2020 gleich zwei Mal ausgezeichnet. „Ich erhielt die Nachricht am gleichen Tag, als ich aus Amerika wiederkam – das war wirklich sehr motivierend.“ Darüber hinaus erhielt er außerdem von der IHK das NRW Gründerstipendium. Auch hier setzte er sich in einem Pitch gegen die anderen Kandidaten durch. „Mein Partner und ich sind momentan auf der Suche nach weiteren Investoren – der offizielle Marktstart wird im Juni stattfinden.“ Sein Kollege Timo Schmitz studiert ebenfalls an der FOM – dort lernten sich die beiden auch kennen. Seit drei Monaten ist er für die Finanzen, die Webseite, das Corporate Design etc. verantwortlich.

FOM Student Jonas Bohnen beim German Design Award 2020 (Foto: Privat)

Produkt aus recyceltem Plastik

Eine Wuppertaler Firma habe bereits 1500 Stück seiner neuen Erfindung bestellt, erzählt Bohnen. „Wir haben in über 150 Ländern ein Patent auf unser Produkt und somit eine Monopolstellung. Darüber hinaus schonen wir bei der Produktion auch die Umwelt – denn „Connected View“ besteht aus recyceltem Plastik“, erklärt Bohnen. Die Inhalte aus dem Studium hätten dem 23-Jährigen enorm bei der Entwicklung und Gründung geholfen, sagt er. „Durch die Vorlesungen an der FOM hab ich das Verständnis für Finanzierung, für Investitionen und für Management erhalten. Aus jedem Kurs hilft mir etwas, oft auch Begrifflichkeiten. Außerdem denke ich in meinem Alltag oft an die Erfahrungen der Profs aus der Praxis zurück, von denen sie in den Vorlesungen berichteten.“ Weitere 2000 Stück seines neu erfundenen Produktes wurden bereits nach München verkauft, an einen der größten IT-Distributoren Europas, der die Erfindung aus Wuppertal als außergewöhnliches „Giveaway“ verwenden will: „Wir drucken das Logo der Firma auf das Produkt. Kugelschreiber waren gestern, jetzt muss mal was Neues her“, lacht Jonas Bohnen.

Zwei Bildschirme ohne "ConnectedView"
Zwei Bildschirme mit "ConnectedView"