• FOM
  • 2020
  • April
  • Von der Hürde, einen Beitrag in den virtuellen Raum zu werfen

Studieren in der Corona-Krise

Von der Hürde, einen Beitrag in den virtuellen Raum zu werfen

Mit Krisen und Veränderungen kennt er sich aus: Nachdem Wolfgang Mahlke viele Jahre in der ABC-Abwehr der Bundeswehr tätig war, machte er einen Cut und sattelte um. Heute arbeitet er als Programmierer und studiert berufsbegleitend an der FOM Hochschule in München Wirtschaftsinformatik. Weil die Hochschule ihre Präsenzlehre wegen des Coronavirus kurzerhand auf virtuelle Lehre umstellen musste, berichtet der 39-jährige Münchner von Herausforderungen, vor denen er selbst als erfahrener Rationalist derzeit steht.

Sein beruflicher Weg ist zwar alles andere als geradlinig, dennoch ist Wolfgang Mahlke ein großer Fan von geregelten Tagesabläufen. Statt die Möglichkeiten seines voll ausgestatteten Homeoffice‘ in seiner Wohnung in Forstenried zu nutzen, fährt er auch in der Corona-Krise jeden Morgen wie gewohnt ins Büro eines großen Internetunternehmens, wo er als Programmierer arbeitet. „Wir sind dort derzeit nur vier Kollegen – normalerweise sind wir 30 –, doch das hochkonzentrierte Arbeiten macht trotzdem viel Spaß“, berichtet er. Für ihn bedeutet Gewohnheit eine Art Komfortzone und die tue gerade in Krisenzeiten gut.

08.04.2020 | München

In Gedanken hat er sich in seiner Vergangenheit schon oft mit ähnlichen Themen befasst, denn nach der Ausbildung zum Chemikant ging er zur Bundeswehr, wo sich für ihn eine neue Chance auftat: die Fachlaufbahn in der ABC-Abwehr (A steht für atomar, B für biologisch, C für Chemie). An Naturwissenschaften war der gebürtige Odenwälder schon immer interessiert und dieses Wissen konnte er im Laufe seiner achtjährigen Dienstzeit als ABC-Ausbilder weitergeben. „Ich bin froh, dass ich dort auch gelernt habe, mit unsichtbaren Feinden umzugehen, denn das verändert die Denkweise“, erklärt Wolfgang Mahlke. So stellt er sich aktuell die Frage, was die unmittelbare Gefahr für ihn in der Corona-Krise bedeute. Das sei nicht das Virus selbst, sondern die Tatsache, dass große Teile der Gesellschaft in Angst, Trauer und Panik verfallen. „Es ist wichtig, zurück zum rationalen Denken zu finden, damit man handlungsfähig bleibt. Denn wenn das Problem analysiert ist, gibt es auch immer Wege damit umzugehen“, meint der 39-Jährige.

Bewusste Entscheidung für ein Präsenzstudium

Für ihn stellt vor allem der Wechsel vom Präsenzstudium auf virtuelle Lehre eine neue Herausforderung dar. Bewusst hatte er sich für das Präsenzstudium an der FOM in München entschieden, „weil ich mich gerne mit anderen Menschen über Fachthemen austausche und den Disput brauche, denn ich lerne am besten über Diskussionen. Ein komplettes Fernstudium wäre nichts für mich“, sagt Wolfgang Mahlke. Doch statt wie üblich nach dem Büro direkt zur Vorlesung zu gehen und Mitstudierende zu treffen, muss er sich nun zuhause vor den Computer setzen.

Gutes Krisenmanagement seitens der Hochschule

„Dank eines guten Krisenmanagements seitens der Hochschule ist der Wechsel zur virtuellen Kommunikation schnell und grandios gelungen“, freut sich Student Mahlke und auch darüber, dass die FOM das laufende Semester nicht nach hinten verschiebt. Den Paradigmenwechsel in den Lehrveranstaltungen praktizieren seine Dozentinnen und Dozenten ganz unterschiedlich: die einen per Video-Podcasts, andere mit skriptbegleitenden Anleitungsvideos zum Online-Campus oder durch kooperativen Live-Unterricht über verschiedene Onlineplattformen. „Es ist schon witzig, die Vorlesungen mal ganz anders zu erleben“, sagt Mahlke, der auch Semestersprecher ist. Obwohl er beruflich seit Jahren in der Online-Programmierung tätig ist, müsse auch er sich erst an diese Art des Umgangs mit Medien gewöhnen. „Es ist schon eine Hürde, das Mikro aus dem Mute-Status zu heben und dann einen Beitrag in den virtuellen Raum zu werfen, wo man nur Stimmen aus dem Off hört und die dazugehörigen Personen nicht sieht. Aber der Mensch ist ja wandelbar“, fügt er an, was er derzeit auch an sich selbst feststellen könne.

Der Münchner FOM Student Wolfgang Mahlke studiert derzeit zu Hause (Foto: privat)

Anderen Blickwinkel durch das Studium

Seitdem der Wahl-Münchner das berufsbegleitende Studium begonnen hat, haben ihn schon viele Menschen aus seinem Umfeld positiv auf seine Weiterentwicklung angesprochen. „Ja, ich habe durch das Studium einen ganz anderen Blickwinkel bekommen. Mit 39 Jahren geht es mir nicht mehr darum, eine wahnsinnige Karriere hinzulegen, aber ich glaube, dass ich mein Wissen und Können noch entfalten und damit etwas in der Geschäftswelt bewegen kann“, resümiert Wolfgang Mahlke. Auch wenn er sich gerne mit abstrakten Vorgängen und Dingen beschäftigt, die schwer nachvollziehbar sind, so freut er sich dennoch riesig auf den Moment, wenn er wieder zurück in den Hörsaal kann und Dozenten und Kommilitonen persönlich treffen darf. Wie gewohnt.

Wer sich für das berufsbegleitende Studium an der FOM Hochschule in München interessiert, kann sich ab dem 14. April in Online-Infoveranstaltungen über Organisation und Inhalte der Studiengänge erkundigen.

Alle virtuellen Info-Termine zu den Bachelor- und Master-Studiengängen in den verschiedenen Hochschulbereichen der FOM in München finden Sie hier!