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Neue Chancen für die Gesundheit

Experten diskutieren an der FOM über bessere Versorgung im Münchner Raum

München ist eine Boomregion, auch in punkto Ärztedichte und Digitalisierung im Gesundheitswesen. Doch bei vielen Menschen kommt dieser Luxus und Fortschritt nicht an. Warum? Und wie kann eHealth das Problem überwinden? Um diese Fragen drehte sich das vierte Symposium „eHealth & Society“ an der FOM Hochschule in München. Mehr als 180 Teilnehmende aus Ärzteschaft, Pflege, Informatik und Krankenkassen reflektierten und diskutierten neue Lösungsansätze.

06.03.2019 | München

In Kooperation mit der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, der Barmer, der München Klinik, dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung Bayern (MDK) und der Klinik Höhenried hatte das Institut für Gesundheit & Soziales der FOM Hochschule (ifgs) zu diesem Symposium eingeladen. Bewusst ging es an diesem Tag um ein lokales Thema, das sich mit der Gesundheit sozial benachteiligter Bevölkerungsschichten auseinandersetzt.

„Als Fachhochschule haben wir einen sehr starken regionalen Bezug, was den Fokus der Tagung auf München erklärt“, so Prof. Dr. habil. Manfred Cassens, Direktor des ifgs. Die Erarbeitung anwendungsbezogener Lösungen für große wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen lobte auch Prof. Dr. Thomas Heupel, Pro-Rektor Forschung der FOM, der gemeinsam mit dem Dekan für Gesundheit und Soziales, Prof. Dr. David Matusiewicz, aus der Essener Zentrale nach München gekommen war. „Wir sind gerade auf der Schwelle von analog zu digital und von kurativer zu präventiver Medizin“, betonte der Dekan. Momentan würden wir uns – gemessen an der Zugspitze – jedoch gerade erst auf Höhenmeter 50 befinden.

Barrierefreiheit als Verpflichtung

Auch wenn in der Ärzteschaft teils große Bedenken und Berührungsängste hinsichtlich Digitalisierung und deren Folgen für das Verhältnis von Arzt und Patient herrschen, wie Dr. Christoph Emminger, Vorsitzender des Ärztlichen Kreis- und Bezirksverbandes berichtete, so waren die meisten Teilnehmer von den überwiegenden Chancen überzeugt. Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbandes VdK, zwölffache Paralympics-Gewinnerin im Langlauf und Biathlon und von Geburt an blind, sprach sich für mehr Mut zu Pflegerobotern aus. Sie betonte jedoch, dass man in jedem Digitalisierungsprozess die Bedürfnisse und Sorgen der Betroffenen berücksichtigen müsse. „Das kann nur mit Transparenz, Einbeziehen und Beteiligen der Menschen funktionieren, denn sie müssen wissen, was mit ihren Daten passiert.“

Für Barrierefreiheit und Aufklärungskampagnen mit passender Ansprache, die auch sozial benachteiligte Menschen erreicht, sprach sich auch Dr. Thomas Lampert vom Berliner Robert-Koch-Institut in seinem Vortrag „Wie können sozial Benachteiligte effektiv in den digitalsierten Gesundheitsprozess einbezogen werden?“ aus. Bei zwei Speed-Pitches stellten Jungunternehmer ihre Healthcare-Start-ups vor, die Lösungen zur Entlastung von Pflegekräften und der Dokumentationsarbeit von Ärzten bieten.

Nach Meinung der anwesenden Experten sind wir auf dem besten Weg in eine Zukunft, die so aussehen könnte: Der Patient kommt mit der Geburt auf die Welt und wird durch Prävention von Lebensbeginn an kaum noch krank werden.

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Prof. Dr. Thomas Heupel, Prorektor Forschung der FOM Hochschule (Fotos: FOM/Christian Vogel)
Prof. Dr. David Matusiewicz, Dekan für den Hochschulbereich "Gesundheit & Soziales" an der FOM
Prof. Dr. habil. Manfred Cassens, Direktor des Instituts für Gesundheit & Soziales (ifgs) der FOM
Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbandes VdK