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16.08.2017 | Düsseldorf und Essen

„Netzwerken ist das A und O“

FOM Dozent und E.ON-Manager Florian Jörgens (31) im Interview

Florian Jörgens als Dozent an der FOM in Düsseldorf

Florian Jörgens begann seinen Einstieg in die Informatik 2002 mit einer Ausbildung zum informationstechnischem Assistenten. Nach einer zweiten Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration arbeitete er vier Jahre bei der T-Systems International GmbH in der Anwendungs- und Systembetreuung. Parallel dazu machte der jetzt 31-Jährige seinen Abschluss im Bachelor-Studiengang Wirtschaftsinformatik an der FOM Hochschule in Düsseldorf. Nach einem Wechsel in die IT-Beratung von PricewaterhouseCoopers und dem Abschluss des Master of Science in IT-Management an der FOM in Düsseldorf arbeitet Florian Jörgens seit einem Jahr bei E.ON in Essen als Manager und ist dort verantwortlich für die Informationssicherheit des gesamten deutschen Vertriebs. Sein Wissen bringt er außerdem seit mehr als zwei Jahren als Dozent am FOM Hochschulzentrum Düsseldorf im Bachelor-Studiengang Business Administration ein. 

Im Interview beschreibt Jörgens, wie ihm das berufsbegleitende Studium weitergeholfen hat, wie er jetzt als Dozent mit „seinen“ Studierenden umgeht und was junge Leute auf ihrem Karriereweg unbedingt nutzen sollten.    

1. Warum war für Sie die Kombination Beruf/FOM-Studium der ideale Weg?

Ich habe durch die rein schulische Ausbildung als informationstechnischer Assistent (ITA) recht schnell gemerkt, dass der Einstieg in das Berufsleben ohne praktische Erfahrung viele Hürden mit sich bringt. Theoretisches Wissen ohne praktische Anwendung ist für die meisten Unternehmen unattraktiv. Insofern war für mich klar, dass ich zwar mein fachliches Wissen erweitern, aber dies auch unmittelbar in der Praxis umsetzen möchte. Ein regelmäßiges Einkommen neben dem Studium war im Vergleich zu einem Vollzeitstudium natürlich auch nicht verkehrt.

2. Hat sich während des Studiums schon abgezeichnet, in welche Richtung die berufliche Reise geht?

Meine erste Tätigkeit in der Informatik als Anwendungs- und Systembetreuer hat mich nicht komplett ausgefüllt. Mir fehlten der wirtschaftliche Aspekt und die direkte Arbeit mit Menschen. Somit traf ich den Entschluss Wirtschaftsinformatik zu studieren. Im Nachhinein die richtige Entscheidung. Durch Kommilitonen wurde ich auf den Bereich des IT-Consulting aufmerksam und stieg dann parallel zu Beginn meines Master-Studiums bei PricewaterhouseCoopers als Berater ein. Nach knapp vier Jahren und der Möglichkeit über 50 verschiedene Mandanten aus unterschiedlichen Branchen beraten zu dürfen, kam ich zu dem Entschluss mein Wissen einzusetzen, um zentral am Unternehmen E.ON mitzuarbeiten.

3. Wie sehr haben Ihnen die Studieninhalte in Ihrem beruflichen Alltag weitergeholfen? 

Es gab im Bachelor- sowie im Master-Studium natürlich auch immer wieder Vorlesungen, die thematisch für mich komplett neu waren. Insgesamt ermöglichte mir das Studium an der FOM aber, alle Wege offen zu halten, weil die einzelnen Module sehr breit gefächert sind. Durch die spezifisch wählbaren Vertiefungsmöglichkeiten konnte sich jeder das raussuchen, was er für seinen Beruf gebrauchen konnte. Die Dozenten legten dabei auch immer darauf Wert, konkrete Beispiele aus der Praxis zu erläutern, die vielleicht nicht immer der reinen Lehre entsprechen, aber dafür so tatsächlich umsetzbar sind.

 

4. Sie arbeiten inzwischen als Manager für Informationssicherheit bei E.ON in Essen und sagen selbst, „eine Stelle, die ich ohne Studium nie erreicht hätte“. Warum?

Ein abgeschlossenes Studium ist kein Garant für eine gute Position im Unternehmen. Genauso wenig ist es eine Voraussetzung. Es hängt von sehr vielen individuellen Punkten ab, wie die eigene Karriere verläuft. Allerdings habe ich durch Gespräche mit diversen Entscheidern aus Unternehmen festgestellt, dass es bestimmte Türen auf der Karriereleiter gibt, die ohne ein Studium im Vorfeld bereits verschlossen bleiben können. Die Anforderungen an junge Bewerber werden von Jahr zu Jahr höher. Mit einem Studium und zusätzlicher Berufserfahrung hat man eine solide Grundlage und die ersten Steine für den eigenen Karriereweg gelegt.

5. Wie hat die Studienzeit an der FOM nicht nur Ihre berufliche, sondern auch Ihre persönliche Entwicklung beflügelt?

Neben den fachlichen Inhalten fordert einen vor allem die zeitliche Komponente. Ich habe von ganz alleine gelernt, mich selbst zu organisieren und Themen zu priorisieren. Natürlich auch auf bestimmte Dinge zu verzichten. Nach und nach habe ich mir eine neue Herangehensweise bei der Problemlösung angeeignet. Dies hilft natürlich auch ungemein im privaten Umfeld.

6. Nach Ihrem Studium an der FOM sind Sie nahtlos als Dozent bei der FOM eingestiegen, lehren nun schon seit zwei Jahren. Haben Sie als EX-FOM-Student eine bessere Sicht darauf, wie Vorlesungen und Veranstaltungen gestaltet werden müssen?

Definitiv. Durch den direkten Übergang vom Studenten zum Dozenten, weiß ich, dass es nicht nur für die Lehrenden anstrengend ist nach einem Zehn-Stunden-Tag noch eine Vorlesung zu halten, sondern auch wie es sich als Student anfühlt nach Feierabend konzentriert zu bleiben. In einer so heterogenen Gruppe von Studenten gibt es immer unterschiedliche fachliche Interessen. Insofern ist es mir wichtig, neben der Vermittlung von fachlichen Inhalten meinen Vorlesungsstil spannend, aber auch unterhaltsam zu halten. Der Spaß darf hierbei nicht auf der Strecke bleiben. Grundsätzlich möchte ich kein Wissen vermitteln, was die Studenten in der Theorie wiedergeben, sondern in der Praxis am nächsten Morgen anwenden können. Unabhängig vom fachlichen Background.

7. In jungen Jahren sich schon zu Fach- und Führungskräften entwickeln: Dieses Ziel schwebt vielen jungen Frauen und Männern vor. Was raten Sie jungen Leuten auf ihrem Karriereweg?

Netzwerken ist das A und O. Ich rate jedem Studenten, Kontakte zu knüpfen: im Studium, im Beruf, auf Messen, in der Freizeit. Man sieht sich tatsächlich immer zwei Mal im Leben und wenn man jemanden kennt, der jemanden kennt, ist dies im Berufsleben ein großer Pluspunkt. Und gerade an der FOM, wo die Studenten und Dozenten in den unterschiedlichsten Unternehmen agieren, sollte man diese Möglichkeit nutzen. So ist ein damaliger Kommilitone von mir im Unternehmen eines Dozenten als Mitarbeiter eingestiegen. Auch habe ich schon ehemalige Kollegen aus meiner Ausbildung als Studenten in meinen Vorlesungen wiederentdeckt.