Prof. Dr. David Matusiewicz

Prof. Dr. David Matusiewicz ist Co-Host beim BIG BANG KI FESTIVAL (Foto: DXM I Grafik: Dean Lindner)

Interview: Trends und Themen beim BIG BANG KI FESTIVAL

Warum KI branchenübergreifend gedacht werden muss

Die entscheidende KI-Frage lautet 2026 nicht mehr nur, was technisch möglich ist, sondern was Menschen, Organisationen und Branchen daraus machen. Beim BIG BANG KI FESTIVAL in Berlin diskutieren Akteure aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Medien über die nächsten Entwicklungsschritte. FOM Dekan Prof. Dr. David Matusiewicz ist Co-Host der Health Stage – und erklärt im Interview, welche Themen jetzt in den Fokus rücken.

Das BIG BANG KI FESTIVAL Festival versammelt sehr unterschiedliche Akteure. Was macht den branchenübergreifenden Austausch für die KI-Debatte so wertvoll?

Prof. Matusiewicz: KI betrifft längst nicht mehr nur die Tech-Branche. Sie verändert Wirtschaft, Arbeitswelt, Bildung, Gesundheitssysteme und gesellschaftliche Prozesse. Deshalb ist es besonders wertvoll, wenn unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen. Die Wirtschaft bringt Praxisnähe und Skalierungskompetenz ein, die Wissenschaft sorgt für methodische Tiefe, Politik setzt den regulatorischen Rahmen und Medien helfen bei gesellschaftlicher Einordnung. Erst im Zusammenspiel entsteht eine ausgewogene Debatte, die Innovation ermöglicht und gleichzeitig Verantwortung berücksichtigt.

 

Sie begleiten die Health Stage als Co-Host. Welche Themen rund um KI im Gesundheitswesen stehen dieses Jahr besonders im Fokus?

Prof. Matusiewicz: Im Mittelpunkt stehen aus meiner Sicht vor allem folgende Themen: Die Entlastung von Fachkräften durch Automatisierung administrativer Prozesse. Dann die Unterstützung medizinischer Entscheidungen, etwa durch KI in Diagnostik, Bildgebung oder personalisierten Therapien. Und natürlich Vertrauen und Regulierung, also die Frage, wie KI sicher, transparent und datenschutzkonform eingesetzt werden kann. Gerade im Gesundheitswesen ist Akzeptanz entscheidend, weil es immer um Menschen und sensible Daten geht.

 

Welche Entwicklungen zeigen aus Ihrer Sicht, dass KI im Gesundheitswesen den Schritt von der Idee in die alltägliche Praxis schafft?

Prof. Matusiewicz: Ein klares Zeichen ist, dass KI heute nicht mehr nur in Pilotprojekten getestet wird, sondern bereits in konkrete Abläufe integriert wird. Beispiele sind intelligente Terminsteuerung, automatisierte Dokumentation, Unterstützung bei radiologischen Befunden oder digitale Assistenzsysteme für Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte. Außerdem sehen wir, dass Kliniken, Krankenkassen und Health-Tech-Unternehmen zunehmend gemeinsam Lösungen entwickeln. Sobald messbarer Nutzen entsteht – etwa Zeitersparnis, bessere Prozesse oder schnellere Diagnosen – wird aus einer Vision echte Anwendung.

 

Ihr Ausblick: Welche KI-Themen werden das Festival 2026 über alle Stages hinweg besonders prägen?

Prof. Matusiewicz: Ich glaube, 2026 werden vor allem fünf Themen dominieren. Erstens: KI-Agenten, die eigenständig Aufgabenketten übernehmen. Zweitens: vertrauenswürdige KI mit Fokus auf Transparenz, Governance und Regulierung. Drittens: Produktivität durch KI im Mittelstand und in großen Organisationen. Viertens: branchenspezifische Anwendungen, besonders in Gesundheit, Industrie und Bildung. Und fünftens die Frage nach Kompetenzen: Welche Skills brauchen Menschen künftig, um erfolgreich mit KI zusammenzuarbeiten? Genau diese Verbindung aus Technologie und Mensch wird entscheidend sein.

 

Die Fragen stellte Sissy Niemann.

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Zur Person

Prof. Dr. David Matusiewicz ist Dekan für Gesundheit & Soziales an der FOM Hochschule, Wissenschaftlicher Co-Direktor des ifgs Instituts für Gesundheit & Soziales und gehört zu den Mitgründern des CIBE – Center for Innovation, Business Development & Entrepreneurship. Mit seiner DXM Group engagiert er sich als Business Angel in technologieorientierten Start-ups und wirkt zudem als Berater sowie Aufsichtsrat in mehreren Digitalunternehmen. Darüber hinaus ist er u. a. als Keynote Speaker, Herausgeber, Autor und LinkedIn TopVoice aktiv.

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