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Gründung mitten im Studium

Kreatives Konzept: Münchner FOM Studentin mit AWA-Hotel auf Erfolgskurs

Awareness, Women und Arts, kurz AWA: Auf diesen drei Werten basiert das Hotelkonzept von Anita Wandinger. Als eine der jüngsten Hotelgründerinnen der Republik eröffnete die Münchner FOM Studentin vor zwei Jahren ein 4-Sterne-Boutiquehotel mit 88 Zimmern in der bayerischen Landeshauptstadt. Und trotz Corona-Krise sucht sie bereits nach dem nächsten Objekt.

12.05.2021 | München

Manchmal entwickeln sich die Dinge überraschend. Anita Wandinger hatte gerade mit ihrem berufsbegleitenden Master-Studium Wirtschaftspsychologie an der FOM Hochschule begonnen, als sich eine Chance auftat, die sie nicht verstreichen lassen wollte: Ein Hotelgebäude im Herzen von München wurde frei, das noch dazu ihren Eltern gehörte. Das war 2017. „Statt erneut einen Fremden dort ein Hotel eröffnen zu lassen, mache ich es lieber selbst“, dachte sich die damals 27-Jährige, die bereits ein Hotelmanagement-Studium und diverse Stationen in bekannten Häusern wie im Ritz Carlton in Barcelona, im Königshof und im Bayerischen Hof absolviert hatte. Die Münchnerin entwickelte ein eigenes Unternehmenskonzept, pachtete das Gebäude, nahm einen Kredit in Höhe von 1,6 Millionen Euro bei der Bank auf, renovierte die 88 Zimmer des Hauses komplett und eröffnete ein Jahr später das AWA Hotel, das von ihren Gästen sehr gut angenommen wurde.

Hotelführung in der Corona-Krise

Doch nur zwei Jahre später rollte die Corona-Krise an. „Wir durften zwar geöffnet bleiben, es kamen aber nur noch wenige Geschäftsreisende und ein paar Handwerker. Zusperren war dennoch nie eine Option für mich“, sagt Anita Wandinger. Kreativ sein war nun angesagt, was in ihren Unternehmenswerten verankert und auch in abwechselnden Dauerausstellungen dreier Künstlerinnen eindrücklich in der Lobby zu sehen ist. Also nahm die Unternehmerin Quarantäne-Gäste in ihrem siebenstöckigen Haus auf. „Da bei uns Remote-Check-in, also digitales Einchecken per Handy ganz normal ist, war das überhaupt kein Problem. Das Essen wurde den Gästen aus Sicherheitsgründen vor die Zimmertür gestellt.“ Ebenso vermietete sie Zimmer als Lernorte für 20 Euro am Tag, sowohl an Mitstudierende von der FOM als auch an Berufstätige, die Abwechslung vom Homeoffice suchten. Über das städtische Wohnungsamt nahm sie zudem Wohnungssuchende im AWA auf. „Trotz staatlicher Hilfen musste ich bei der Bank zusätzliches Geld für die Krise aufnehmen, was mich die nächsten zehn Jahre sicher noch begleiten wird. Doch so kann ich wenigstens am Markt bleiben und meine Marke erhalten“, erklärt die Hotelinhaberin. Für sie selbst stelle sich die Situation etwas anders dar: „Ich arbeite ja eh umsonst für die Firma.“ 

Wochenarbeitszeit: 7 Tage plus Studium

Führt ihr Hotel souverän durch die Corona-Krise: Gründerin Anita Wandinger (Foto: privat)

Sieben Tage pro Woche ist die Jungunternehmerin im Einsatz. „Aber von den Stunden her ist das schon in Ordnung“, betont sie und lacht. Hinzu kommt das FOM Studium, das sie in diesem Sommer abschließen will. Dank Corona habe sie dafür nun etwas mehr Zeit. Aktuell arbeitet die Hotelchefin an ihrer Master-Arbeit und untersucht am Beispiel des Hotel Check-ins, wie sich Attraktivität im Berufsleben auswirkt. Die Vorteile des berufsbegleitenden Studiums nimmt sie jeden Tag in der Hotelarbeit wahr: Lehrinhalte und Praxis gehen Hand in Hand. So profitiert sie auch bei der Führung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von dem, was sie an der FOM lernt: „Früher habe ich oft aus dem Bauch heraus gehandelt, jetzt greife ich auf messbare Methoden zurück und gehe viel strategischer vor“, berichtet Anita Wandinger, die im Bereich des Dualen Studiums jetzt auch als Arbeitgeberin mit der FOM Hochschule zusammenarbeitet und Auszubildenden damit die Chance gibt, parallel zur Lehre ein Bachelor-Studium an der FOM zu absolvieren. 

Mutig und kreativ: FOM Studentin Anita hat das AWA-Hotel in München gegründet (Foto: privat)

Spende für jede Buchung

Zu ihren Unternehmenswerten zählen auch die Förderung von Frauen sowie Verantwortungsbewusstsein und Nachhaltigkeit. Statt klassischer Wegwerfartikel setzt Anita Wandinger in den Hotelbädern beispielsweise auf Zahnbürsten aus Bambus sowie auf Seifenspender. Lebensmittel bezieht sie von Bauern aus der Region. 20 Cent von jeder Buchung fließen zudem in soziale Projekte – darunter Münchner Kinderhilfsvereine und Krebsstiftungen ebenso wie ein Tierheim. Und obwohl sie ihre eigene Linie klar durchzieht, fragt die 30-Jährige auch heute noch hin und wieder ihre Eltern, die viele Jahre lang das nur wenige Straßen entfernte Hotel Condor am Hauptbahnhof betrieben haben, bevor sie es an ihren Bruder übergaben, um Rat. „Der Austausch mit ihnen tut mir gut, sie haben eigentlich immer eine Lösung parat“, so Anita Wandinger, deren Vater Anton heißt und dessen Initialen ebenso für AWA stehen.

Für die Zeit nach ihrem Studium hat die quirlige Münchnerin übrigens schon neue Pläne: „Ich bin aktiv auf der Suche nach einem weiteren Hotel. Schließlich heißt es ja, dass man erst mit drei Familienbetrieben eine gute Balance hat.“

Weiterführende Informationen zum berufsbegleitenden Studium an der FOM in München erhalten Studieninteressierte in regelmäßigen Online-Infoveranstaltungen:

Master-Studium: 25. Mai, 21. Juni und 26. Juli (Hochschulbereiche „Wirtschaft & Psychologie““, „Gesundheit & Soziales“), 26. Mai, 23. Juni und 28. Juli (Hochschulbereiche „Wirtschaft & Recht“, „IT Management“, „Ingenieurwesen“), 27. Mai, 22. Juni und 27. Juli (Hochschulbereich „Wirtschaft & Management“)

Bachelor-Studium: 17. Mai, 14. Juni und 19. Juli („Wirtschaft & Psychologie“, „Gesundheit & Soziales“), 18. Mai, 15. Juni und 20. Juli („Wirtschaft & Management“), 19. Mai, 16. Juni und 21. Juli („Wirtschaft & Recht“, „IT Management“, „Ingenieurwesen“)

Anmeldungen zu den kostenfreien und unverbindlichen Infoveranstaltungen sind unter www.fom.de/muenchen möglich. Für die Beantwortung individueller Fragen steht die Münchner FOM Studienberatung telefonisch unter 089 202452 0 oder per E-Mail zur Verfügung: studienberatung.muenchen@fom.de