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  • Aachener FOM Student & Soldat Fabian Böttcher: Wissenschaftliche Veröffentlichung in königlicher Akademie

Aachener FOM Student & Soldat Fabian Böttcher

Wissenschaftliche Veröffentlichung in königlicher Akademie

Für die meisten seiner Kommilitonen ist der Wehrdienst heute sehr abstrakt, doch für den 32-jährigen Fabian Böttcher war er nach seinem Abitur Pflicht – für viele heute unvorstellbar. Aber da der Thüringer ohnehin schon immer großes geschichtliches Interesse hatte, auch in die Militärgeschichte, und sein Großvater schon zu Gründungszeiten bei der Bundeswehr tätig war, hatten die familiäre Prägung und das eigene Interesse Einfluss auf Fabians berufliche Laufbahn. Sein kürzlich größter Erfolg: Eine seiner wissenschaftlichen Hausarbeiten der FOM wurde in der „Royal Swedish Academy of War Sciences“ veröffentlicht.

06.04.2021 | Aachen

In 66 Seiten fasste Fabian Böttcher wissenschaftlich zusammen, wie sich die NATO aufstellen müsste, um auch im Jahre 2030 noch relevant zu sein. „Ich führte sechs Experteninterviews mit einem amerikanischen und drei deutschen Generälen sowie einem schwedischen Doktor durch. Als ich ihnen die fertige Arbeit vorlegte, sagte der Schwede: ‚Das müssen Sie veröffentlichen! Allein, damit ich Sie zitieren kann‘“, schmunzelt Böttcher, der im 4. Semester berufsbegleitend „Business Administration“ an der FOM in Aachen studiert. Und so reichte der Semestersprecher einen Teil seiner Arbeit bei der „Royal Swedish Academy of War Sciences“ ein – mit Erfolg! „Es war ein ziemlich langer Prozess auf großer Distanz und verbunden mit sprachlichen Barrieren“, so Böttcher. 

Arbeitsalltag ohne Smartphone – für viele undenkbar

Seit der gebürtige Thüringer 2009 als Soldat auf Zeit startete, war er in den verschiedensten Funktionen tätig. Er war im Inland als Ausbilder in der Allgemeinen Grundausbildung und in Stäben der Luftwaffe eingesetzt und arbeitet nun im NATO-Hauptquartier in Brunssum in den Niederlanden als Assistent im Bereich Information Knowledge Management. „Meine Zeit als Ausbilder war sehr prägend. Diese Erfahrungen kann ich auch heute ein wenig für meine Funktion als Semestersprecher nutzen.“ Und die sei aufgrund der aktuellen Lage etwas intensiver als unter normalen Umständen. „Meine Kommilitonen haben mehr Fragen als sonst, es gibt einiges zu klären.“ Doch auch persönlich werden Fabian häufig Fragen zu seinem doch eher „exotischen“ Job gestellt: „Was genau machst du dort? Dein ganzer Alltag findet auf Englisch statt? Und ihr dürft gar keine eigenen digitalen Geräte während der Arbeit nutzen?“ Fabians Antwort: „Es geht grob gesagt um Prozessoptimierung und den Lebenszyklus von Dokumenten“ – und private Handys, Smartphones oder iPads seien tatsächlich untersagt, „aber das ist ziemlich heilsam. Die Zeit wird effektiv ausgeschöpft und nicht durch ständiges Smartphone-Scrollen verplempert“, weiß der berufsbegleitende Student, für den ein gutes Zeitmanagement das A und O ist.

Aachener FOM Student und Soldat Fabian Böttcher (Foto: Privat)

Zukunftsplanung eines Soldaten auf Zeit

Sein derzeitiges Bachelor-Studium ist für den 32-Jährigen ein Grundstein. „Ich bin ein Soldat auf Zeit, daher bereite ich mich derzeit auf mein „Zivilleben“ vor.“ Er könnte sich vorstellen, zukünftig in der Verwaltung zu arbeiten – sowohl im Öffentlichen Dienst für die Bundesrepublik als auch in der Privatwirtschaft. Außerdem möchte er sich auch gerne noch mit einem Master-Studium spezialisieren: „‘Digitale Transformation‘ wäre sicherlich etwas für mich, das hängt auch eng mit dem zusammen, was ich derzeit tue.“ Schon jetzt helfen die Studieninhalte im Alltag des Soldats: „Ich merke, dass viele Themen aus den Vorlesungen eine große Bedeutung für meinen Arbeitsalltag haben. Insbesondere auch was die Dokumentenprüfung anbelangt.“ Denn im Modul „Wissenschaftliches Arbeiten“ würde genau für solche Tätigkeiten das Auge geschärft. Und dass er das drauf hat, hat er bereits in seiner veröffentlichten Hausarbeit mit dem Titel „NATO in 2030, how could a credible Alliance look in terms of membership enlargement, burden sharing and defence planning?“ bewiesen, die mit einer 1,0 bewertet wurde. Auch Prof. Dr. Roger Bons, wissenschaftlicher Gesamt-Studienleiter des FOM Hochschulzentrums in Aachen und Direktor des Instituts für IT-Management & Digitalisierung (IFID) bestätigt Fabian Böttcher seinen Erfolg: „Diese Arbeit und ihre Veröffentlichung sind ein schönes Beispiel für die methodische Qualität unserer Lehre, die Praxisrelevanz der Module und vor allem die Fähigkeiten unserer Studierenden.“