Essener sehen Stärken und Schwächen in der Stadt

FOM Studie: „Befragung Zentrum Borbeck“

Ausreichend Ärzte, Banken und Friseursalons, außerdem eine sehr gute Anbindung und ausreichend bezahlbare Parkplätze – bei einer großangelegten Bürgerbefragung der FOM Hochschule in Borbecks Zentrum stechen diese Punkte besonders hervor. Schwächer bewertet werden dagegen beispielsweise die Aufenthaltsqualität, das gastronomische Angebot sowie die Kultur- und Freizeitmöglichkeiten. Das sind nur einige Ergebnisse der Umfrage, die gemeinsam von sechs Essener Kooperationspartnern durchgeführt wurde und bei der über 1000 Menschen online und per Papierfragebögen teilgenommen haben.

12.11.2020 | Essen und Essen

Professor Dr. Christian Rüttgers von der FOM Hochschule in Essen, der die Bürgerbefragung zusammen mit zwei Studentinnen der FOM begleitet und ausgewertet hat, fasst einige Ergebnisse zusammen: „Besonders positiv ist, dass die Borbecker Innenstadt gut frequentiert ist. Im Mittel kommen die Befragten zweimal pro Woche in das Zentrum. Über das gesamte Jahr nutzen 84 Prozent der Befragten das Zentrum zum Einkaufen oder den Marktbesuch und 73 Prozent, um Dienstleistungen zum Beispiel durch Ärzte oder Banken in Anspruch zu nehmen." Zum Verweilen und Zeitverbringen lädt Borbeck dagegen weniger ein, geht es nach der Meinung der Befragten.

„Die Ergebnisse sind für uns besonders wichtig, da es sich um die Einschätzung der Borbeckerinnen und Borbecker handelt“, sagt Svenja Krämer, Citymanagerin bei der EMG – Essen Marketing GmbH. „Wir haben klare Ansatzpunkte identifiziert, an denen wir jetzt mit allen Beteiligten arbeiten werden, um Borbeck wieder attraktiver zu machen."

Für Walter Frosch, Moderator des Masterplan Borbeck, liegt noch ein langer Weg vor allen Beteiligten: „Die Datenbasis ist der erste wichtige Schritt. Jetzt geht es vor allem darum, die richtigen Schlüsse zu ziehen und Weichen zu stellen, um Borbeck Stück für Stück aufzuwerten. Ziel muss sein, dass die Borbeckerinnen und Borbecker wieder stolz auf ihr Zentrum sind und nicht nur gerne zum Einkaufen kommen, sondern hier auch Essen gehen und Zeit verbringen."

Hier wollen die Initiatoren der Bürgerbefragung ansetzen. Mehr Aufenthaltsqualität, ein attraktiver Branchenmix, ein vielseitiges Gastronomie- und Freizeitangebot sowie mehr Sauberkeit stehen ganz oben auf der To-Do-Liste. Wie diese hohen Ziele umgesetzt werden können, soll in verschiedenen Arbeitsgruppen entwickelt werden. Gemeinsam mit der StadtAgentur sollen im kommenden Jahr außerdem kreative Workshops explizit auch mit Jugendlichen und Senioren zu greifbaren Ergebnissen führen.

Prof. Dr. Christian Rüttgers hat die Bürgerbefragung zusammen mit zwei FOM Studentinnen begleitet und ausgewertet (Foto: FOM)
Das Schloss Borbeck in Essen (Foto: AdobeStock/mitifoto)

Für die Studie wurden über 1000 Menschen befragt. Ende 2019 fanden als Vorstudie zunächst mündliche Interviews mit verschiedenen Akteursgruppen statt. Bis Anfang Mai dieses Jahres konnten Interessierte die standardisierte Hauptbefragung wahlweise online oder auf Papier ausfüllen. Die Studie wurde von der FOM Hochschule (Projektleitung Prof. Dr. Christian Rüttgers) in Kooperation mit der EMG – Essen Marketing GmbH, der IHK zu Essen, der StadtAgentur Essen, dem Masterplan Borbeck sowie dem CeBo-Initiativkreis Centrum Borbeck e.V. durchgeführt.