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FOM Studentin Celine Wagner: Steuermanagerin in der Modebranche

Mit der Kombination aus Studium und Ausbildung gelingt ihr der Aufstieg

07.05.2020 | Hannover

Celine Wagner weiß, was sie will. Noch bevor die FOM in Hannover das ausbildungsintegrierte Bachelor-Studium „Steuerrecht“ offiziell anbietet, organisiert die damals 18-Jährige kurzerhand alles selbst. Denn Celine steckt in einer Zwickmühle: Sie will nach dem Abitur möglichst schnell in diesem Bereich arbeiten. Dafür müsste sie ohne Studium zehn Jahre Berufserfahrung aufweisen, mit Studium aber sind es nur drei. Dann hat sie das Ziel erreicht, das sie mit Feuereifer verfolgt: Steuerberaterin.

Die Kombination aus Studium und Berufsschule macht´s

So sucht sich Celine einen Ausbildungsplatz in einer Kanzlei ihrer Heimatstadt Salzgitter. Zugleich startet sie an der FOM das berufsbegleitende Bachelor-Studium „Steuerrecht“. Die Woche über ist sie an ihrem Ausbildungsplatz oder in der Berufsschule, freitagabends und samstags besucht sie die Seminare an der FOM. „Das war im Nachhinein eine ganz schöne Herausforderung, die ich aber damals gar nicht richtig wahrgenommen habe“, sagt sie rückblickend. Für Freunde und Freizeit ist mit einem Mal einfach weniger Zeit vorhanden. Und während andere nach dem Abi um die halbe Welt reisen, sitzt sie im Zug zwischen Salzgitter und Hannover und büffelt. „Ich war auf dieses eine Ziel fokussiert. Alles andere war einfach nicht so wichtig“, weiß sie heute.

Was sie in der Berufsschule lernt, wird teilweise später noch einmal an der FOM vermittelt. So erfährt sie im direkten Vergleich, warum sich das Studium lohnt. „Der Stoff wird deutlich konzentrierter, zügiger und mehr in die Tiefe gehend vermittelt. Das ist beeindruckend“, stellt Celine immer wieder fest.

Karriere ohne Steuerberaterprüfung

Schon in der Schule weiß sie, wo sie hin will. Sie absolviert das Betriebspraktikum in der 10. Klasse in einer Steuerkanzlei. Nach der 11. Klasse jobbt sie dort in den Sommerferien. „Ich habe dabei nicht so viel gelernt. Aber ich habe ein Gefühl für das bekommen, was einen später erwartet: die Mandanten und ihre Befindlichkeiten, die Aufgaben und die Atmosphäre, die ganz anders ist als zum Beispiel in der Modebranche.“

Und der Vergleich kommt nicht von ungefähr. Denn 2019, noch während der Studienzeit, wechselt Celine von der Kanzlei in ein Modeunternehmen als Steuermanagerin. Die Seminare bei der FOM über Konzern- und internationales Steuerrecht haben sie auf den Geschmack gebracht.

FOM Studentin Celine Wagner (Foto: Privat)

Steuermanagerin statt Steuerberaterin

Den Wechsel in ein großes Unternehmen bereut sie nicht. „Die Aufgaben sind so vielfältig“, sagt Celine. Statt Steuererklärungen für Arbeitnehmer, Selbstständige und kleine Betriebe vorzubereiten, berechnen sie und ihre Team-Kollegen nun Monat für Monat die Steuerlast des Unternehmens, das rund 1.200 Mitarbeitende beschäftigt, einen Umsatz im mittleren dreistelligen Millionen-Bereich macht und in 19 Ländern Europas Kleidung der Marken Cecil und Street One vertreibt. Wagner gibt Abteilungen und Mitarbeitenden Auskunft in Steuerfragen. Und die Steuerberater, die die eigentliche Steuererklärung erledigen, darf sie anleiten. „Und das ganz ohne Steuerberaterprüfung“, sagt sie und lacht.

Corona hat auch sie getroffen: Ihre Bachelor-Abschlussprüfung an der FOM wurde bereits Anfang April als virensichere Videokonferenz abgehalten. „Das ist schon ein komisches Gefühl gewesen, dazu kam die Aufregung vor der Prüfung“, gesteht Celine. „Aber als ich gemerkt habe, dass es läuft, ist es eigentlich ganz angenehm gewesen.“ Und wer weiß, was die Zukunft bringt? Vielleicht entscheidet sich Celine ja doch eines Tages noch für die Steuerberaterprüfung, die sie zusammen mit dem FOM Master-Studiengang „Taxation“ absolvieren könnte.