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Bayerisches Landesamt für Statistik:

„Auch beruflich ist jetzt Flexibilität gefragt“

Dass sie nicht nur gedanklich, sondern auch geografisch flexibel ist, hat sie schon häufig bewiesen. Jetzt zeigt die Nürnberger FOM Studentin Christina Zinnow, dass sie auch beruflich vielfältig einsetzbar ist.

09.06.2020 | Nürnberg

Seit dem Frühjahr arbeitet sie beim Bayerischen Landesamt für Statistik und ist eigentlich im Projekt Zensus 2021 tätig. Doch dann kam die Corona-Pandemie dazwischen: Auf Bitte der Staatsregierung hat das Bayerische Landesamt für Statistik bis zu 60 Personen zur Unterstützung der regionalen Gesundheits- und Landratsämter zur Corona-Prävention eingesetzt. Darunter auch Christina Zinnow, die seit acht Wochen vom Landesamt aus als Telefonistin für die Corona-Hotline eines nahegelegenen Landkreises arbeitet.

Neuer Schwung fürs Berufsleben

Nach vielen Jahren als Verkäuferin in der Biolebensmittel-Branche hatte die heute 35-Jährige ihr Leben 2015 komplett auf den Kopf gestellt. „Von Berlin aus bin ich damals nach Australien gegangen, um Land und Leute im Rahmen eines Work&Travel-Visums kennenzulernen. Dort habe ich zwei Jahre lang tolle Erfahrungen gesammelt und viele herzliche und immer gut gelaunte Menschen kennengelernt. Vor drei Jahren zog ich dann nach Nürnberg und arbeitete dort wieder in einen Bio-Laden.“ Weil dieser Job sie jedoch nach einiger Zeit nicht mehr ausgefüllte, überlegte Christina Zinnow, wie sie ihrem Berufsleben neuen Schwung geben könnte. Im März 2019 begann sie, berufsbegleitend Betriebswirtschaft & Wirtschaftspsychologie an der FOM Hochschule zu studieren. „Damit ich mein neues Wissen aus dem Studium auch nutzen kann, wollte ich Berufserfahrung in einem anderen Bereich sammeln und habe mich beim Bayerischen Landesamt für Statistik für den Zensus 2021 beworben“, erklärt sie.

Australien: Beobachtung von Kängurus im Nationalpark. (Foto: privat)

Der Zensus ist eine EU-weite Volks-, Gebäude- und Wohnungszählung, die alle zehn Jahre erfolgt. Ihrer eigentlichen Aufgabe, Daten über Wohneigentum in Deutschland zu sammeln und diese Daten mit den jeweiligen Melderegistern abzugleichen, kann sie aktuell noch nicht nachgehen. Christina Zinnow: „Schon zu Beginn meines neuen Jobs wurde ich gefragt, ob ich eine Zeitlang für die Corona-Hotline arbeiten kann, denn man hat schnell erkannt, dass die Menschen verunsichert waren und viele Fragen hatten. Also wurden kurzerhand Mitarbeitende der öffentlichen Hand, die keine systemrelevanten Aufgaben zu erledigen hatten, an Gesundheitsämter und deren Telefon-Hotlines ausgeliehen. Momentan ist ja bei allen Menschen im Land nicht nur privat, sondern auch beruflich viel Flexibilität gefragt.“

Christina Zinnow studiert Betriebswirtschaft & Wirtschaftspsychologie an der FOM in Nürnberg und arbeitet derzeit an der Corona-Hotline. (Foto: privat)

Zeit fürs Studium nutzen

Seit Anfang April beantwortet sie nun Bürgeranfragen rund um Corona und die damit verbundenen Beschränkungen des öffentlichen Lebens. „Es rufen beispielsweise Menschen an, die wissen wollen, ob sie eine Hochzeit feiern oder weiterhin mit ihrem Boot auf den See hinausfahren dürfen. Oder ob die Grabpflege auf dem Friedhof noch erlaubt ist“, beschreibt sie ihre aktuelle Tätigkeit und fügt hinzu: „Es gibt schon ein gutes Gefühl, den Menschen zu helfen, sich in dieser Zeit zurecht zu finden.“

Wann sie ihren Job beim Zensus 2021 richtig beginnen kann, steht noch nicht fest. „Wir vermuten, dass der gesamte Zensus verschoben wird, aber das ist noch nicht abschließend entschieden.“ Bis dahin nutzt sie die Zeit für ihr Studium: „Das berufsbegleitende Studium an der FOM zeichnet sich dadurch aus, dass akademisches Wissen in Verbindung mit Beispielen aus der Berufspraxis gelehrt wird. Als Studentin bringe ich zudem meine eigenen beruflichen Erfahrungen mit. Das erleichtert das Verständnis neuer Themen und Inhalte ungemein.“ Ob sie nach dem Studium im Staatsdienst arbeiten oder doch noch einmal in die Ferne reisen möchte, steht noch nicht fest. „Ich bleibe flexibel“, sagt sie schmunzelnd.