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FOM Studentin Anna-Franziska Fischer: Gesundheit vernetzt denken

Von der Rettungssanitäterin zur Gesundheitsmanagerin mit Schwerpunkt IT

Studieren an der FOM heißt: aus der Praxis lernen für die Praxis. Wie gut das funktioniert, zeigt Anna-Franziska Fischer. Die 29-jährige Gesundheitsmanagerin studiert im Master Business Consulting & Digital Management am Hochschulzentrum in Hannover. Dabei kann sie akademisch vertiefen, was sie im Büroalltag im Stabsbereich Digitale Vernetzung der AOK Niedersachsen erlebt.

09.07.2020 | Hannover

Die Rolle der IT hat sich verändert

Früher war die EDV ein eigener Bereich. Heute, pointiert formuliert, ist alles IT. Eine Folge der Vernetzung, so Fischer. „Schwerpunkt der Arbeit unseres Stabsbereichs ist es, die Leistungserbringer wie Ärzte in Praxen und Krankenhäusern mit der Krankenkasse zu vernetzen.“ Damit Rechnungen nicht mehr per Fax geschickt, Rezepte und Überweisungen nicht mehr auf Papier gedruckt werden müssen.

Auch das „Entlassmanagement“ will die AOK Niedersachsen durch Vernetzung der beteiligten Akteure verbessern. „Bislang kommen Patienten aus dem Krankenhaus, um dann Tage oder Wochen auf ihre Weiterbehandlung in der Reha-Klinik zu warten“, sagt Fischer. Künftig soll das Krankenhaus alle notwendigen Folgemaßnahmen einfach per Mausklick bei der Gesundheitskasse beantragen können: Reha, häusliche Pflege oder Heil- und Hilfsmittel. In Hannovers Vinzenzkrankenhaus ist dazu ein Pilotprojekt gestartet: „Der Patient soll noch im Krankenhaus erfahren, was ihn erwartet und welche Leistungen er genau erhält“, so Fischer.

Gesundheitspolitik ist hochkomplex

Sie weiß, dass es bis zum vernetzten Gesundheitssystem ein langer Weg ist. Über das Warum und Wieso lässt sich trefflich in den Seminaren diskutieren. Denn Gesundheitspolitik ist hochkomplex. „Zukünftig soll die elektronische Patientenakte vieles regeln, auf die schon alle warten“, erklärt sie. Bundesweit arbeiten dutzende Krankenkassen parallel an ähnlichen Projekten, was einen immensen Informationsaustausch untereinander erfordert, um den Entwicklungsstand abzugleichen und effektiv voranzutreiben. „Es gibt aber einen gewissen Austausch, der sich über die elf AOK-Verbände erstreckt“, sagt Fischer.

Im Studium erfährt sie, wie sich durch digitale Vernetzung nicht nur Prozesse beschleunigen lassen, sondern wie sich die Prozesse selbst grundlegend verändern. „Das ist ein Kern des Studiengangs, der für alle Bereiche von Unternehmen und Organisationen von Relevanz ist“, erklärt die Studentin. Mit neuen Prozessen verändere sich die Art und Weise, wie Arbeit organisiert wird.

Interessierte, die ein ausbildungs- oder berufsbegleitendes Studium an der FOM Hochschule in Hannover planen, können sich im Rahmen von Beratungsgesprächen auch in Online-Infoveranstaltungen über die verschiedenen Bachelor- und Master-Studiengänge informieren und persönliche Fragen klären. Weitere Infos unter www.fom.de/hannover. Anmeldungen zum Studienstart im Wintersemester 2020 sind noch möglich. 

FOM Studentin Anna-Franziska Fischer arbeitet als Gesundheitsmanagerin bei der AOK Niedersachsen (Foto: Privat)

Projekte agil und flexibel führen

„Früher war Projektmanagement auf längere Zyklen der Erneuerung ausgerichtet. Heute braucht es dafür Methoden wie zum Beispiel SCRUM, um Projekte agil und flexibel führen zu können“, sagt Fischer, die schon nach dem Abitur im Gesundheitsbereich tätig wurde. Nach dem Freiwilligen Sozialen Jahr in einem Krankenhaus wurde die geborene Göttingerin bei den Johannitern in Hannover zur Rettungssanitäterin ausgebildet. Sie hätte anschließend mit der Rettungsassistentin und einem Medizinstudium darauf aufbauen können, stattdessen entschied sie sich für den unkonventionellen Weg und studierte im Bachelor Gesundheitsmanagement. Dabei war sie parallel in der Verwaltung einer Belegklinik tätig, bevor sie 2018 bei der AOK landete. „Ich habe einige Umwege gemacht“, schmunzelt sie.

So arbeitete sie ein Vierteljahr auf einer Gästelodge in Namibia vor „Herzkino“-Kulisse, dann in der Agentur eines Freundes als Eventmanagerin. „Das war wirklich schön, aber ich wollte wieder zurück ins Gesundheitswesen, um etwas zu bewegen.“ Dabei hilft ihr heute der Austausch mit den Kommilitonen, die aus den Erfahrungen mit ihren Digitalprojekten berichten. „Hannovers Stadtwerke zum Beispiel haben ein Innovationszentrum für digitale Dienstleistungen gegründet. Da ist doch klar, dass ich schaue, ob sich Ähnliches auch in der AOK umsetzen ließe.“