• FOM
  • 2020
  • Februar
  • Wie Sonja Stolper-Götz ins Finanzwesen aufstieg

Darf’s ein bisschen mehr sein?

Wie Sonja Stolper-Götz ins Finanzwesen aufstieg

Gelernt hat sie Fleischereifachverkäuferin, seit Oktober 2019 ist sie Leiterin der Finanzbuchhaltung eines großen Unternehmens: Sonja Stolper-Götz (48) hat sich hochgearbeitet, zwei Studiengänge an der FOM Hochschule erfolgreich absolviert – und sich dabei nie von Rollenklischees beeindrucken lassen.

17.02.2020 | Hannover

Erfolgreicher Abschluss

„Ich hab’s geschafft! Bestanden!“, freut sich Sonja Stolper-Götz. Schon im Dezember 2019 hat sie die Abschlussprüfung für ihr Master-Studium absolviert, aber eine gewisse Aufregung ist ihr noch immer anzumerken. Dabei hat sie nie daran gezweifelt, dass sie ihr Finance- & Accounting-Studium am hannoverschen Hochschulzentrum der FOM mit Erfolg absolvieren würde: „Analytisches Denken liegt mir. Das Studium hat mich dafür sensibilisiert“, so Stolper-Götz. Die 48-Jährige ist zu zielstrebig, als dass sie sich von einer Abschlussarbeit und einer mündlichen Prüfung beeindrucken lassen würde. „Ich habe schon ganz andere Sachen geschafft“, sagt sie und lacht. Stolper-Götz hat sich von unten hochgearbeitet. Wohl weniger, weil sie nach oben wollte. Sondern weil sie die Dinge dort, wo sie war, nicht ändern konnte: „Ich habe eben meine eigenen Vorstellungen.“

Arbeit im Akkord

Angefangen hatte ihr beruflicher Werdegang im Wendejahr 1989 mit der Ausbildung zur Fleischereifachverkäuferin. Nach dem Abschluss ging die heute 48-Jährige aus gesundheitlichen Gründen nicht an die Theke, sondern zu einem Hörgerätehersteller in die Produktion. Dort fing sie als Ungelernte wieder ganz unten an. „Wir haben im Akkord Formstücke für Hörhilfen gefertigt“, erzählt sie.

Richtig ausgelastet war sie mit dem Job nicht. Und so sah sich Sonja Stolper-Götz die Abläufe in der Produktion an, erkannte Verbesserungsmöglichkeiten und engagierte sich bei der Umstellung von Hand- auf Automatikfertigung. Belohnt wurde sie dafür nicht: „Ich habe mich mit meinem Mann um unser Kind gekümmert, war voll berufstätig und machte an der IHK seit 2011 eine berufsbegleitende Weiterbildung zur Wirtschaftsfachwirtin. Aber für voll genommen hat man mich nicht“, sagt Stolper-Götz, die sich dennoch nie entmutigen ließ.

Zahlen faszinieren sie

Fest stand: Sie wollte unbedingt ins Rechnungswesen. „Das sind ja nicht nur Zahlen. Man erfährt so unglaublich viel: ob Dinge im Unternehmen gut oder schlecht laufen und warum das so ist.“ Konsequenterweise stand Stolper-Götz dem Personalleiter alle paar Wochen auf den Füßen. „Am Schluss war er so genervt, dass ich noch vor Abschluss meines Fachwirts die Abteilung wechseln konnte“, sagt sie und lacht. Von der Fakturierung wechselte sie in die Kreditorenbuchhaltung und wurde dort Teamleiterin. 2013 startete sie an der FOM in Hannover dann das berufsbegleitende Bachelor-Studium in Business Administration. Doch da ihr damaliger Arbeitgeber ihr keine Perspektive bot, bewarb sie sich anderweitig und erhielt eine Stelle als stellvertretende Leiterin der Finanzbuchhaltung.

Sonja Stolper Götz: Von der Fleischereifachverkäuferin zur Leiterin der Finanzbuchhaltung (Foto: Privat)

Endlich wertgeschätzt

2017 startete sie schließlich ihren Master – und arbeitet mittlerweile als Leiterin der Finanzbuchhaltung des Finanzdienstleisters GWH Holding, eine Tochter des Zentralregulierers SGH Service. Besonders kommen ihr hier die Studieninhalte aus der Finanzanalyse und Statistik zu Gute. Letzteres unterstützt sie im operativen Controlling. „Ich habe meinen Blick für Zahlen geschärft. Das hilft mir, Ausreißer in Datenreihen zu erkennen. Was ist Norm, was Abweichung? Und wo muss ich eingreifen?“, erklärt sie. „In meinem jetzigen Unternehmen bin ich genau richtig – hier werden die Chancen der Digitalisierung gesehen und genutzt. Was ich in meinen bisherigen Jobs und an der FOM an Fachwissen und Methodik gelernt habe, kommt mir sehr zu Gute und wird richtig wertgeschätzt.“