Indische IT-Experten studieren in Essen

Intensive Kooperation der FOM mit Hochschule in Bangalore – Bildungsinitiative soll Unternehmen Fachkräfte liefern

Die FOM Hochschule startet eine Bildungsinitiative gegen den IT-Fachkräftemangel in Deutschland: 47 junge Inderinnen und Inder haben jetzt ihr Master-Studium an der FOM in Essen begonnen. Erstmals studieren damit indische Bachelor-Absolventen der Studiengänge Ingenieurswissenschaften und IT im Master-Studiengang „Big Data und Business Analytics“ an der größten privaten Hochschule Deutschlands.

08.11.2019 | Essen

„Die zwölf Frauen und 35 Männer kommen von der Don Bosco School of Management in Bangalore, mit der die FOM eine intensive Kooperation eingegangen ist“, erklärt Dr. Harald Beschorner, Kanzler der Hochschule. Das zweijährige Master-Studium findet jeweils zur Hälfte in Bangalore und Essen statt. So können die jungen Inderinnen und Inder zusätzlich zur Erlangung der fachlichen Kompetenzen auch erste Kontakte zur deutschen Kultur und dem deutschen Arbeitsmarkt knüpfen.

„Unser Ansatz ist es, den jungen Akademikern aus Indien die Tür nach Deutschland zu öffnen. Als Hochschule der Wirtschaft wollen wir natürlich auch die Unternehmen hier in Deutschland bei der Suche nach spezialisierten Fachkräften unterstützen“, erläutert Klaus Dieter Braun, Gründer der FOM Hochschule und Vorsitzender des Stiftungsrats. „Mit einem Master-Studium in „Big Data und Business Analytics“ können die Nachwuchs-IT-Experten aus Indien ihre Kenntnisse gezielt in den Kompetenzfeldern ausbauen, die aktuell von Unternehmen gesucht werden“, ergänzt Prof. Dr. Burghard Hermeier, Rektor der FOM. Dabei gehe es vor allem darum, große Zahlenmengen „richtig“ zu lesen und zu interpretieren und für wirtschaftliche Entscheidungen und Abläufe aufzuarbeiten.

Rektor und Kanzler der FOM begrüßten die indischen Master-Studierenden jetzt gemeinsam mit Prof. Dr. Clemens Jäger im FOM Hochschulzentrum an der Herkulesstraße in Essen. Auch in den Begrüßungsworten ging es um die Bedeutung der Verknüpfung von praktischem und theoretischem Wissen und den Anwendungsbezug der Inhalte des Studiums zur beruflichen Praxis.  Für die Zukunft ist geplant, dass weitere IT-Fachkräfte aus Bangalore zum Studium nach Essen kommen. Die Zusammenarbeit mit der indischen Hochschule ist eng, schon jetzt haben Gespräche zur Entwicklung weiterer Studiengänge begonnen. Die Gäste aus Südasien wohnen während ihrer Zeit in Essen in angemieteten, möblierten Wohnungen fußläufig zur FOM Hochschule.

Warum Inder nach Deutschland kommen und ob sie hier längerfristig bleiben, hängt nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung stark von ihren beruflichen Ambitionen ab: Mehr als 85 Prozent der Hochqualifizierten erwarten, dass sich ihre berufliche Position und ihre Karrierechancen in Deutschland besser entwickeln als in Indien. Des Weiteren bezeichneten acht von zehn Befragten ihren Aufenthalt in Deutschland als ein Sprungbrett für ihre zukünftige Karriere, so die Bertelsmann-Studie.

Deutschland wird als Studienort für die Inder zunehmend interessant, zumal hierzulande gut ausgebildete IT-Spezialisten in den Unternehmen sehr begehrt sind. Das hat sich auch in Indien herumgesprochen. Parallel dazu sind zunehmende Einreisehemmnisse bei der Visa-Vergabe in den USA und Großbritannien für indische Staatsbürger ein Problem, weshalb immer mehr Inder zum Studium nach Europa kommen.

Erst vergangene Woche hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf einer mehrtägigen Indienreise zusammen mit zahlreichen deutschen Wirtschaftsexperten um weitere Fachkräfte aus Indien für den deutschen Arbeitsmarkt geworben. Die Kooperation mit dem indischen Bangalore und die damit verbundene Bildungsinitiative der FOM ist dazu ein weiterer wichtiger Schritt.

47 junge Inderinnen und Inder haben jetzt ihr Master-Studium an der FOM in Essen begonnen (Fotos: Tom Schulte/FOM)
Die zwölf Frauen und 35 Männer kommen von der Don Bosco School of Management in Bangalore (Foto: FOM/Tom Schulte)
Rektor und Kanzler der FOM begrüßten die indischen Master-Studierenden jetzt gemeinsam mit Prof. Dr. Clemens Jäger im FOM Hochschulzentrum an der Herkulesstraße in Essen (Foto: FOM/Tom Schulte)