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Vorträge und Diskussion beim Duisburger Gesundheitsforum

„Finanzielle Anreize in der Pflege schaffen“

Die Pflege stand im Mittelpunkt des sechsten Gesundheitsforums an der FOM Hochschule in Duisburg. Rund 75 Auszubildende der Altenpflege, Mitarbeitende aus der Pflege, Führungskräfte und FOM Studierende kamen ins Hochschulzentrum im Duisburger Tec Center. Die Zukunft der Pflegeberufe wurde in vier Vorträgen von Experten aus Wissenschaft und Praxis beleuchtet und auch provokant hinterfragt.

12.03.2019 | Duisburg

„Pflegen kann jeder? – Eine gute Pflegepolitik anscheinend keiner“ war das Thema von Prof. Dr. Gerald Lux, Professor für Gesundheits- und Sozialmanagement an der FOM, der die Gesetzgebung als unzureichend kritisierte. „Der Mangel an Fachkräften nimmt zu, die Qualität der Pflege ist unzureichend“, so Prof. Lux. Statt einer aufrichtigen Diskussion über die Lage gebe es Statements aus der Politik, die nachhaltig negativ auf das Image des Berufs wirken. Wie etwa: Pflegen kann jeder? „Wer will denn schon einen Job machen, den jeder kann?“, betonte Lux. „Das es ein Fachberuf ist, der ein hohes Maß an Qualifikation erfordert, wird dabei völlig ausgeblendet.“

Lösungen? „Es ist an der Zeit, die Angehörigenpflege und häusliche Betreuungskräfte finanziell massiv aufzuwerten, um den Personalbedarf in stationären Einrichtungen zu senken“, so Lux. Es gebe 1.800 Euro Elterngeld, aber nur knapp 900 Euro für die Betreuung eines Schwerstpflegebedürftigen. Das sei Existenzminimum.

Weitere Themen beim Gesundheitsforum: Wie profitieren Kliniken von den neuen Rahmenbedingungen in der Pflege, wie lassen sich praktische und theoretische Ausbildung bestmöglich verbinden und welche Perspektiven gibt es für Fach- und Führungskräfte in der Pflege.

Provokante Aussagen von Prof. Dr. Gerald Lux beim Duisburger Gesundheitsforum (Foto: Tom Schulte/FOM)