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Weseler FOM Studentin berichtet:

Studieren mit Ü 40 – ist das verrückt?

Familie, Kind, 20 Jahre im sicheren Job und dann nochmal ein Studium beginnen? Annette Henseler nahm all ihren Mut zusammen, um etwas in ihrem Leben zu verändern – und erfüllte sich damit ihren großen Traum. Die gelernte Krankenschwester hat ihren Beruf zwar immer geliebt, wollte aber raus aus dem Schichtsystem. Durch ein Studium an der FOM in Wesel realisierte sie diesen Schritt, hat heute abwechslungsreichere Aufgaben, mehr Verantwortung, geregelte Arbeitszeiten, und endlich mehr Zeit für Familie und Freunde. 

11.07.2019 | Wesel

„Das kann noch nicht alles gewesen sein!“

Annette Henseler stammt ursprünglich aus Mecklenburg-Vorpommern. Dort arbeitete die 46-Jährige 15 Jahre lang als Krankenschwester, davon zehn Jahre auch als Praxisanleiterin. 2007 zog sie der Liebe wegen nach NRW, arbeitete drei Jahre lang in einem Pflegeheim und im ambulanten Pflegedienst. „Ich liebe meinen Beruf! Aber nach so vielen Jahren wurde mir bewusst: Das kann noch nicht alles gewesen sein!“ Sie dachte über Fortbildungen nach, wurde schließlich durch FOM Werbung auf das berufsbegleitende Studium aufmerksam. Vor drei Jahren sprach sie dann beim Esel Rock mit dem Weseler Hochschulteam: „Ich erhielt Info-Material und es stand schnell fest, dass ein Studium im Gesundheitswesen für mich in Frage käme. Ich besuchte eine Infoveranstaltung und muss zugeben, dass ich noch sehr große Zweifel hatte“. Das Lernen sei schließlich schon einige Jahre her gewesen, so die 46-Jährige. Gerade auch Inhalte wie Mathe und Englisch bereiteten ihr Sorge. Aber Henseler dachte sich: „Wenn es nicht klappt, dann brech ich´s halt wieder ab!“ Also startete sie das Studium im Gesundheits- & Sozialmanagement, ist mittlerweile im 6. Semester.

Neue Sichtweisen

Als sie anfing zu studieren, war ihr Sohn 15: „Er war also aus dem Gröbsten raus und mein Mann unterstütze mich sehr in meiner Entscheidung. In den Prüfungsphasen übernimmt er den kompletten Haushalt“, so Henseler. Auch ihr Sohn hat mittlerweile sein Abitur bestanden. Zwischenzeitlich seien seine Noten nicht die besten gewesen, doch als Mama nochmal studierte und plötzlich super Zensuren mit nach Hause brachte, steckte sie ihn an. Er begann zu pauken und der Erfolg ließ nicht lang auf sich warten.

Im ambulanten Pflegedienst arbeitete die gelernte Krankenschwester immer im Schichtdienst und auch am Wochenende. So bewarb sie sich im Oktober letzten Jahres auf eine Stelle als Controllerin im ambulanten Pflegedienst – und bekam die Stelle. Heute hat sie geregelte Arbeitszeiten, von montags bis freitags, arbeitet Mitarbeiter ein, kümmert sich um Pflegedokumentationen, berät und betreut Angehörige. „Dieser Schritt war mir nur durch das Studium möglich!“ Die Studentin hat heute eine völlig neue Sichtweise und ein neues Verständnis für Sachverhalte. „Ich bin selbstbewusster geworden. Außerdem habe ich wieder das richtige Leben zurück, hab Zeit für Freunde und Familie an Wochenenden, für Hobbys wie Musik, gehe wieder öfter auf Konzerte und zu Musicals.“ Sie profitiere in ihrem Berufsalltag häufig von den Studieninhalten und auch dem Input, den sie in der Weiterbildung zur zertifizierten betrieblichen Gesundheitsmanagerin an der FOM erhielt. Die Gesprächsführung mit Kollegen verlaufe heute anders, sie könne besser argumentieren und sei einfach selbstsicherer. „Jetzt weiß ich: Ich kann es noch! Ich bin nicht zu alt hierfür.“

Pläne für die Zukunft

Besonders das Qualitätsmanagement und das Betriebliche Gesundheitsmanagement interessieren Annette Henseler sehr. Auch, weil sie mittlerweile drei Pflegedienste kennengelernt hat und weiß, woran es dort noch mangelt. Sie stellte sich oft die Frage: Ist das der richtige Weg? Wo führt mich das hin? Und mittlerweile weiß sie, dass es die absolut richtige Entscheidung war. Sie könnte sich sogar vorstellen, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen, beispielsweise mit einem Beratungsbüro für Patienten und Angehörige. Eine Variante wäre, weiterhin für eine halbe Stelle im Controlling zu bleiben, und eine halbe Stelle für die Selbstständigkeit, oder eine Dozententätigkeit zu besetzen. Einen Master, beispielsweise im Betrieblichen Gesundheitsmanagement, schließt sie ebenfalls nicht aus.

Annette Henseler studiert mit 46 Jahren Gesundheits- und Sozialmanagement an der FOM in Wesel (Foto: FOM)

Tipps von Annette Henseler:

  • Einfach den Schritt wagen, es lohnt sich definitiv!

  • Immer am Ball bleiben und regelmäßig Vorlesungen besuchen - das erleichtert das Lernen enorm.

  • Netzwerke aufbauen, denn: Kommilitonen unterstützen sich gegenseitig.
Acht Bachelor- und drei Masterstudiengänge werden an der FOM in Wesel angeboten – darunter „Business Administration“, „Management & Digitalisierung“, „Betriebswirtschaft & Wirtschaftspsychologie“, „Wirtschaftsinformatik“ oder „Gesundheits- und Sozialmanagement“ (Foto: FOM)