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6. FOM Frauen-Forum in Augsburg

„Stereotypen und Geschlechterbilder müssen abgebaut werden“

Laut einer Studie im Auftrag der EU-Kommission (2018) ist der Anteil der männlichen Mitarbeitenden im Digitalsektor dreimal so hoch wie der der weiblichen. Als Hauptursache sehen die Forscher hartnäckige unbewusste Vorurteile über die Geschlechterrollen und den Einsatz von Technik. Beim 6. Augsburger FOM Frauen-Forum, zu dem die private Hochschule gemeinsam mit der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH eingeladen hatte, drehte sich alles rund um das Thema „Chancen berufstätiger Frauen in IT-Berufen“.

Nach der Begrüßung durch Eva Weber, 2. Bürgermeisterin und Aufsichtsratsvorsitzende der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH, sowie Lisa Schnürer, stellvertretende Geschäftsleitung (komm.) des FOM Hochschulzentrums Augsburg, wurde es konkret. Prof. Dr. Silke Heiss, FOM Dozentin für Wirtschaftspsychologie umriss die Entwicklung des digitalen Zeitalters mit einem speziellen Fokus auf die Arbeitswelt und konstatierte: „Körperliche Arbeit, beispielsweise in Fabriken, wird eher durch Robotisierung ersetzt werden als geistige Arbeit.“ Man könne davon ausgehen, so Heiss, dass Mitarbeitende im Zuge der Digitalisierung in vielen Aufgabenbereichen vermehrt Koordinations- und Kontrollfunktionen übernehmen werden. Auch Berufsbilder, in denen Kreativität, konzeptionelles Denkvermögen und Empathiefähigkeit von hoher Bedeutung sind, würden weniger von der Digitalisierung beeinflusst, so die Expertin.

11.07.2019 | Augsburg

Andrea Pfundmeier, Mitgründerin und CEO der Secomba GmbH, erläuterte, wie die von ihrem Unternehmen entwickelte Software Daten wirksam verschlüsselt, bevor diese in Clouds gespeichert werden. Bei der Suche nach digitalen Lösungen sei Diversität im Team unglaublich wichtig, betonte die Gründerin und verwies auf die Chancen für Frauen.

Für die anschließende Podiumsdiskussion – moderiert durch Kerstin Zoch – konnten als weitere Gäste Dr. Bärbel Götz, Geschäftsführerin BMK professional electronics GmbH, und Christina Klett, Geschäftsführerin Sedlmeyr Spezialtüren GmbH, gewonnen werden. „In von Männern dominierten Arbeitsbereichen fallen Frauen schneller auf. Das gilt ebenso für Erfolge wie für Misserfolge. Mein Rat an Frauen: Folgen Sie Ihrer eigenen Passion mit Geduld und Hartnäckigkeit, dann stellt sich der Erfolg ein – auch in einer Männerdomäne“, so Dr. Bärbel Götz. Auch Andrea Pfundmeier machte noch einmal deutlich: „Vor allem im IT-Bereich werden Frauen oft unterschätzt. Deshalb ist es wichtig, dass Frauen sich gegenseitig unterstützen.“ Dem schloss sich auch Prof. Dr. Silke Heiss an: „Mathematisch-technisches Wissen wird Frauen oft nicht zugetraut. Deshalb dürfen wir in den Anstrengungen nicht nachlassen, Stereotype und Geschlechterbilder weiter abzubauen. Hierzu kann jede und jeder seinen Beitrag leisten, ob als Eltern, Kollege/-in oder Führungskraft.“