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Interview mit Günter Wältermann (AOK) zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement

Erfolgsfaktor in Zeiten des Fachkräftemangels

Ein betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) wird für Unternehmen immer wichtiger, um optimale Voraussetzungen für zufriedene, motivierte und leistungsbereite Arbeitnehmer zu schaffen. Zu den Grundlagen eines erfolgreichen BGM zählen ein betriebliches Eingliederungsmanagement, die konkrete Gesundheitsförderung von Mitarbeitenden und ein fundiertes Arbeitsschutzmanagement. Eine Möglichkeit, sich als Fachkraft für BGM zu qualifizieren, bietet das berufsbegleitende Masterstudium „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ an der FOM. Wir fragten Günter Wältermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg, welche Rolle ein gutes BGM zukünftig spielen wird und wie sich der Markt für Fachkräfte in diesem Bereich entwickelt.  

15.07.2019 | Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Köln, Neuss und Wuppertal

Warum ist aus Sicht der AOK ein Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) wichtig?

Günter Wältermann: Ein passgenaues betriebliches Gesundheitsmanagement erzielt nachhaltige Effekte: Die Beschäftigten kommen gerne zur Arbeit, sind motiviert und leistungsfähig. Ein gesundes Betriebsklima und eine positive Unternehmenskultur erhöhen die Leistungsbereitschaft, wirken sich günstig auf die Mitarbeiterfluktuation aus und steigern die Attraktivität des gesamten Unternehmens – sie bilden damit wichtige Erfolgsfaktoren im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte. Unternehmen, die sich für ein betriebliches Gesundheitsmanagement entscheiden, besitzen ein wirkungsvolles Instrument, um die aktuellen Herausforderungen zu meistern, Zukunftschancen zu erkennen und diese konsequent für sich zu nutzen.

Gibt es Zahlen/Daten/Fakten, die die Wirksamkeit von BGM-Maßnahmen belegen? Welche?

Günter Wältermann: Krankheitsbedingte Ausfallzeiten und damit einhergehende Kosten gehören zu den gängigsten Faktoren, um betriebliche Gesundheit in Zahlen zu erfassen. Messbare Kennzahlen sind die Krankenquote, aber auch Krankheitsleistungen, die Auskunft darüber geben, wie hoch die durchschnittlichen Aufwendungen des Unternehmens in Euro für Krankheit pro Beschäftigtem sind.

Die Wirksamkeit und der Nutzen eines betrieblichen Gesundheitsmanagements sind umfassend belegt: Ein intelligentes, gut gesteuertes BGM kann Fehlzeiten um durchschnittlich 25 Prozent senken und die konkrete Leistungsfähigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhöhen. Diese lässt sich durch den durchschnittlichen Leistungsanteil jedes Beschäftigten am Gesamtumsatz des Unternehmens objektiv ermitteln.

BGM AOK Rheinland Hamburg FOM Masterstudium
Günter Wältermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg, kennt die Vorteile von intelligentem BGM (Foto: AOK Rheinland/Hamburg)

Warum hat aus Sicht der AOK der Master in „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ (M. Sc.) eine Zukunft?

Günter Wältermann: Die Arbeitswelt und die Gesellschaft verändern sich rasant. Mit einer nachhaltigen Organisations- und Personalentwicklung schaffen Unternehmen exzellente Voraussetzungen, sich diesem Wandel zu stellen und ihn aktiv zu gestalten. Akademisch ausgebildete Fachkräfte mit einem Masterabschluss in „Betrieblichem Gesundheitsmanagement“ tragen entscheidend zur Professionalisierung und zum Aufbau gesundheitsförderlicher Strukturen im betrieblichen Umfeld bei.