Tayfun Koca: Die Willensstärke hat er von seinem Vater

Durch Fleiß weg vom Fließband

13.12.2019 | Hannover

Erst Azubi, dann Meister und technischer Betriebswirt, bald Bachelor of Business Administration: Tayfun Koca hat sich hochgearbeitet – bei VW und durch sein berufsbegleitendes Studium an der FOM in Hannover.

Karriere ohne Abitur

Als Tayfun 2009 nach der 10. Klasse von der Schule abgeht und einen Ausbildungsplatz sucht, träumt er von einem Job bei Volkswagen. „Ich habe mich bei VW Nutzfahrzeuge in Hannover-Stöcken beworben, aber nicht wirklich damit gerechnet, genommen zu werden“, gibt der 29-Jährige zu. Doch dann kommt die Zusage für den Platz als Fahrzeugbaumechaniker. „Da ging für mich mein Traum in Erfüllung, in einem globalen Unternehmen zu arbeiten.“

Bald erkennt Tayfun seine Karrieremöglichkeiten in dem riesigen Unternehmen, aber auch die Hindernisse. „Du musst etwas für deinen Aufstieg tun, auch über den Betrieb hinaus“, sagt er sich. So macht er seinen Meister und schließt eine Weiterbildung zum Techniker an.

Lust auf mehr

Doch Tayfun will mehr: Seit 2016 studiert er berufsbegleitend an der FOM in Hannover den Bachelor „Business Administration“. Die Herausforderung, Job und Studium zu kombinieren, belastet ihn nicht. Im Gegenteil: „Das Lernen macht Lust auf mehr“, sagt er und lacht. „Vielleicht hänge ich nach meiner Abschlussarbeit noch einen Master dran.“ Wie er auf die FOM kam? „Ich fand den Social Media-Auftritt von allen Hochschulen am besten.“

Tayfun bringt auch seinen jüngeren Bruder Tugay zur FOM, der als Azubi startete, dann seinen Meister ablegte und jetzt bei der FOM seinen Bachelor absolviert. Der 24-Jährige hat bei VW Nutzfahrzeuge Elektroniker für Automatisierungstechnik gelernt, ist an der FOM für denselben Studiengang wie sein Bruder eingeschrieben. „Wir sehen uns aber weniger als man denkt“, so Tayfun. „Der Konzern ist groß, und ins Studium ist Tugay anderthalb Jahre nach mir gestartet.“

Tayfun Koca studiert Business Administration an der FOM in Hannover (Foto: Privat)

Weg vom Fließband

Im Betrieb steht Tayfun schon lange nicht mehr am Band. „Ich bin heute betrieblicher Prozessbegleiter und betreue die Mitarbeiter im Karosseriebau“, erklärt er. Bald möchte er das nächste Stückchen auf der Karriereleiter hinaufsteigen: „Ich möchte mehr Verantwortung übernehmen."

Die Beharrlichkeit und den Willen zum Weiterkommen haben die beiden Brüder von ihrem Vater geerbt, der wie Hunderttausende in den 1960-er und 1970er-Jahren aus der Türkei nach Deutschland kam, CNC-Fräser lernte und seit langem bei Volkswagen Nutzfahrzeuge in der Lackiererei arbeitet. „Unser Vater“, sagt Tayfun, „hat bei null angefangen und sich hochgearbeitet. Darin ist er uns ein großes Vorbild.“