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26.07.2017 | Stuttgart

Stuttgarter Gespräche: Bankmarketing im Zeitalter der Digitalisierung

Wie Banken im digitalen Zeitalter innovativ bleiben

Der klassische Bankbesuch, ein persönlicher Berater und die Kontoeröffnung – während früher die Bankfiliale vor Ort im Mittelpunkt stand, erledigen viele ihre Bankgeschäfte heute über das Internet. Welche Erwartungen Kunden im Zeitalter der Digitalisierung an ihre Bank haben und wie Bankmarketing unter diesen veränderten Bedingungen aussehen kann, war Thema bei den Stuttgarter Gesprächen an der FOM Hochschule.

Stuttgarter Gespräche Juli 2017 Banking FOM
V.l.n.r.: Dr. Harald Mertz, Prof. Dr. Marcel Seidel, Gesamt-Geschäftsleiterin der FOM Stuttgart Melanie Tondera, Janne Lena Gruber und Dr. Georg Bouché (Foto: FOM / Wilhelm Mierendorf)

„Durch die Digitalisierung des Privatkundengeschäfts der Banken muss der Vertrieb neu ausgerichtet werden“, erklärt Janne Lena Gruber, Online-Individualkundenberaterin im Digitalen Vertrieb der Kreissparkasse Ludwigsburg, „denn Banken sind mit neuen Wettbewerbern konfrontiert, die keine stationären Filialen haben und bequeme Online-Zahlungssysteme anbieten.“ Doch welche Ansprüche haben Kunden an ihre Bank und wie können Banken und Sparkassen darauf reagieren? Die Ergebnisse einer Befragung zeigen: Nach wie vor legen Kunden Wert auf einen persönlichen Ansprechpartner, aber auch schnelle Reaktions- und Bearbeitungszeiten sind entscheidend. Insgesamt zeigt sich, dass bei einfachen Finanzdienstleistungen der Online-Abschluss bevorzugt wird. Dr. Georg Bouché, FOM Dozent für Internationales Management und Vertriebsleiter bei PROLINE Systems GmbH, rät Banken, den neuen Wettbewerbern nicht aktionistisch nachzueifern, jedoch offen für neue Wege zu sein: „Banken sollten rechtzeitig und intelligent in moderne Technologien – Fintechs - investieren und Kooperationen eingehen, attraktive Banking-Apps anbieten sowie einen Beraterchat und Videoberatung nutzen.“

Dass sich das Wettbewerbsumfeld der Banken und das Kundenverhalten verändert, stellt auch Prof. Dr. Marcel Seidel, FOM Dozent für Bankmarketing und langjähriger Strategieberater von Banken, fest: Die Kundenfrequenz in den Filialen sinkt, Online-Angebote werden unkritisch gesehen und moderne Technologien wie beispielsweise Fintechs stellen zukünftig bedeutende Kooperationspartner in der Bankenbranche dar. „Crowdfunding kann eine Lösung sein, um den Transformationsprozess in der Bankenbranche zu unterstützen und die Kunden künftig einzubinden“, sagt der Experte der FOM. Im Crowdfunding sieht er eine Chance für Banken, eine andere Art der Kreditvergabe anzubieten: „Es kann der Versuch für Banken sein, ein zusätzliches Geschäftsmodell anzubieten, das dem Schwung der Zeit entspricht.“

Abschließend beleuchtete Dr. Harald Mertz, Seniorberater Baden-Württembergischer Genossenschaftsverband, welche Rolle Kunst im Bankmarketing spielt und stellte die Kunstförderung am Beispiel verschiedener Genossenschaftsbanken vor. In seinem Vortrag präsentierte er die Ergebnisse einer qualitativen Studie: „Unternehmerisches Kunstengagement wirkt nach innen und außen und geht bei der Mehrzahl der befragten Unternehmen über rein kommerzielle Interessen hinaus. Vielmehr sehen sie in ihrem Engagement einen Beitrag zur Erhaltung von Kunst als Kulturgut in Deutschland“, erklärt der Experte. Zentrale Herausforderung sei es, Kunstförderung künftig noch stärker als Managementaufgabe und Führungsthema zu begreifen.