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05.12.2017

Schriften zur Technischen Kommunikation

tekom veröffentlicht Band zur intelligenten Information

Welche Herausforderungen stellen sich im Umfeld von Industrie 4.0 für die Technische Dokumentation? Diese Fragen haben Expertinnen und Experten aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet und dabei Themen wie Metadaten und Augmented Reality aufgegriffen. Nachzulesen sind ihre Beiträge im Band Intelligente Information der Publikationsreihe „Schriften zur Technischen Dokumentation“ der tekom Gesellschaft für Technische Kommunikation. Einer der Autoren ist Prof. Dr.-Ing. Michael Schaffner. Der FOM Wissenschaftler des KCT KompetenzCentrum für Technologie- & Innovationsmanagement befasst sich mit Industrie 4.0 als Motor für intelligente Information.

U.a. liefert er eine Definition des Begriffs. Von intelligenter Information spreche man dann, wenn verhaltenssteuernde Systeme – Menschen oder auch Industrie 4.0 Komponenten – in ihrem Entscheidungshandeln durch kognitiv-strukturierte Informationen unterstützt werden. „Dies setzt voraus, dass Daten mithilfe von Metadaten strukturiert sind und interpretiert werden können“, so Prof. Dr.-Ing. Schaffner. „Zudem muss der Handlungskontext durch ein semantisches Modell virtuell repräsentiert werden.“ Technisch werde dabei häufig mit dem Datenmodell RDF gearbeitet. Mit seiner Hilfe könnten logische Aussagen über beliebige Dinge so formuliert werden, dass sie maschinenlesbar werden.

Für Redakteur*innen oder Knowledge-Manager*innen in der Technischen Kommunikation 4.0 bedeute das: Sie müssen komplexe logische Beziehungen von Komponenten durchdringen, modellieren und entlang der Produktlebenszeit kontinuierlich pflegen. Dabei gelte es, sich mit Blick auf situationelles, konzeptionelles, prozedurales und strategisches Wissen verschiedenen Leitfragen zu stellen: Über welche Sensorwerte, Statusmeldungen oder Assistenzdaten können Situationen beispielsweise eindeutig identifiziert werden? Wie lassen sich Beziehungen zu allen relevanten Ressourcen identifizieren? Wie können Informationen aus dritten Quellen strukturiert und automatisiert übernommen werden? Und wie lassen sich bislang unbekannte logische Beziehungen zwischen Gegenständen erkennen, die semantisch modelliert werden?

„Technische Redakteure – oder besser: ‚Semantik-Modellierer‘ und ‚Informationsmanager‘ – werden zu strategischen Partnern der Industrie 4.0“ lautet Prof. Dr.-Ing. Schaffners Schlussfolgerung. „Ihr Berufsbild wird sich nachhaltig ändern, ihre Arbeit ontologischer.“ Analog dazu würden sich auch neue Anforderungen an die Führung Technischer Redakteure ergeben. „Gefragt ist partizipative Führung, die Möglichkeiten schafft, dass Mitarbeitende IoT-Anwendungen kennenlernen, anfassen und ausprobieren können“, betont der KCT-Wissenschaftler. „Dadurch wird Industrie 4.0 sowohl zum Motor für ‚intelligente Information‘ als auch zum Inkubator für die disruptive Neugestaltung und strategische Positionierung der Technischen Kommunikation im Unternehmenskontext.“