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26.09.2016 | Wuppertal

Aktuelles

Arbeiten ohne soziale Absicherung – FOM Studierende auf Exkursion in die Geschichte der Industrialisierung

Der an der FOM Wuppertal neu eingerichtete Studiengang Gesundheits- und Sozialmanagement besuchte Mitte September im Rahmen einer Exkursion das Museum für Frühindustrialisierung/Wuppertal. „Zeitgeschichte muss fassbar und erlebbar gemacht werden“, so die Dozentin Dr. Kerstin Lepique aus Wuppertal. „Erst mit dem Verständnis für die historische Entwicklung kann die heutige Gesundheits- und Sozialpolitik nachvollziehbar werden“, so die Expertin.

„Die Kenntnisse über frühere Arbeitsbedingungen haben auch Auswirkungen auf das Management und die Ökonomie im heutigen Betrieb. Als zukünftige Führungskräfte müssen sich die Studierenden sozialkritischen Themen und einer Kultur des Umganges miteinander widmen. Wertschätzung, Empathie und Kommunikation entstehen im Einklang mit der Geschichte einer Gesellschaft. Erst dann kann die Leidenschaft für das Unternehmen wachsen“, so Dr. Lepique.

FOM Studierende auf Exkursion in die Geschichte der Industrialisierung
FOM Studierende auf Exkursion in die Geschichte der Industrialisierung

Unter der fachkundigen Führung von Marc Chudaska vom Historischen Zentrum Wuppertal erhielten die Studierenden Einblicke in die damaligen Lebenswelten Arbeit und Familie. Chudaska erklärte den Zusammenhang der industriellen Veränderungen und den Beginn der Sozialversicherungen an Beispielen aus der damaligen Arbeitswelt. So gab es im „Thale der Wupper“ eine hohe Kindersterblichkeit und eine große Anzahl von Invaliden. Kranken- und Rentenversicherungen waren noch nicht existent, Kinderarbeit war an der Tagesordnung.

Die Studierenden erlebten die Arbeit in der Textilindustrie hautnah, spürbar gemacht in einem Erlebnisraum mit der damaligen Lärmbelastung und den Schwingungen des Bodens. Aus der Froschperspektive wurde die gefährliche Kinderarbeit an den Webstühlen aufgezeigt. Die Baumwolle wurde damals aus Verarbeitungsgründen bei Raumtemperaturen um 40 Grad und einer hohen Luftfeuchtigkeit in den Fabrikhallen veredelt. Die Menschen arbeiteten mit nackten Füßen auf den rutschigen, feuchten Dielenböden. Unfälle waren an der Tagesordnung und „selbstverschuldet“, da es keine soziale Absicherung gab.  „Heute haben wir etwas für das Leben gelernt und wissen die Sozialgesetze viel besser zu schätzen“, so eine Teilnehmerin am Ende der Exkursion.