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Elisa Jabaly: Quereinstieg von der Biologie in die Wirtschaft

Bildung für die eigene Herausforderung und Unabhängigkeit

Elisa Jabaly ist als ältestes Geschwisterkind in einer sechsköpfigen Familie groß geworden. Ihre Eltern stammen aus Syrien, kamen vor 30 Jahren nach Deutschland. „Im 21. Jahrhundert ist es immer noch so, dass Mädchen aus verschiedensten Kulturen sehr früh verheiratet werden, in meinem Alter schon drei, vier Kinder haben. Mein Plan sah schon immer anders aus: Für mich war immer klar, dass ich studieren und etwas Großes erreichen möchte, etwas bewegen werde“, so die FOM Studentin. Ihre Eltern stärkten sie von klein auf: „Elisa, du bist ein starkes Mädchen! Setze dir Ziele im Leben und erreiche sie!“ Das ließ die Bonnerin sich nicht zweimal sagen. Nach dem Wechsel von der Realschule auf das Gymnasium, einem Bachelor-Studium in Biologie und Jobs in der Flüchtlingshilfe, weiß die 24-Jährige heute, was sie will: So steckt Elisa gerade mitten im Master-Studium in „Wirtschaft & Management“ an der FOM Hochschule in Bonn und arbeitet als Assistenz der Geschäftsführung in einem mittelständischen Unternehmen. „Ich will mich einfach konstant weiterbilden und meine Ziele erreichen. Ich genieße es zu studieren und es macht mich einfach glücklich!“ Wohl auch einer der Gründe, weshalb die 24-Jährige schon jetzt weiß, welchen Master sie als nächstes anstrebt.

24.06.2021 | Bonn

Als Elisa Jabaly damals von der Realschule auf das Gymnasium wechselte, hatte sie es nicht immer leicht. „Ich musste mir oft anhören: Ist das Abitur überhaupt was für dich? Von der Realschule aufs Gymnasium? Der Sprung ist viel zu groß, das packst du bestimmt nicht!“ Doch Elisa trotzte diesen Aussagen, bestand ihr Abitur und startete gleich darauf ihr Studium in Biologie. „Ich hatte den Traum, Kinderärztin zu werden. Ich wollte zunächst schauen, ob das Naturwissenschaftliche mir liegt.“ Während des Studiums engagierte sich die Studentin für die Opfer der Flüchtlingskrise. „Da Arabisch meine Muttersprache ist, begleitete ich die Flüchtlinge zu Arztbesuchen, zu Chemos, zu Implantationen wegen Kriegsverletzungen. Hier merkte ich, dass die Realität anders aussah. Ich konnte mir plötzlich nicht mehr vorstellen, Ärztin zu werden“, denkt Elisa heute zurück.

Nächste Station: Quereinstieg

Also startete sie in eine ganz neue Richtung, die sie auf dem Arbeitsmarkt interessant macht: Sie studierte in Vollzeit Marketing und absolvierte innerhalb des ersten Semesters ein Praktikum. „Nach drei Wochen wollte mich die Firma nicht mehr gehen lassen, sondern als Assistenz der Geschäftsführung einstellen“, schmunzelt Elisa, die schon als Prakitkantin einiges im Unternehmen bewirkte. Also stand sie erneut vor einer Entscheidung: „Soll ich mein Studium abbrechen, um mir so eine Möglichkeit nicht entgehen zu lassen?“ Tatsächlich. Sie blieb im Unternehmen – unter einer Bedingung: Weiterhin die Möglichkeit zu haben, sich weiterzubilden und Job und Studium zu kombinieren. So wurde sie mit gerade mal 22 Jahren und ohne spezifischen Vorkenntnisse  zur Assistenz der Geschäftsführung. Sie war im Glauben, sie müsse nun nochmal bei Null anfangen, suchte sich einen passenden berufsbegleitenden Bachelor-Studiengang heraus. „Beim Tag der offnene Tür der FOM erfuhr ich dann, dass mir mein Biologie-Studium angerechnet werden konnte. Statt noch einmal dreieinhalb Jahre einen neuen Bachelor zu machen, konnte ich ‚quereinsteigen‘ und direkt mit meinem Master starten. Das war natürlich eine super Nachricht“, erzählt Elisa. So studiert sie nun neben dem Beruf „Wirtschaft & Management“ im Master. „Die Inhalte sind extrem spannend und hilfreich. Ich kann sie direkt anwenden – bei der Prozessoptimierung, bei der Mitarbeitendenunterstützung, einfach im Arbeitsalltag. Ich lerne hier für das ‚wirkliche‘ Berufsleben!“

FOM Studentin Elisa Jabaly steckt mittem im Master und plant bereits ihren nächsten Master-Studiengang an der FOM in Bonn (Foto: Privat)

„Ich liebe es zu lernen!“

„Ich klinge zwar gerade ein bisschen wie eine Überstreberin, aber mein Wissen zu erweitern ist mir einfach unglaublich wichtig. Auch persönlich – man kann sich doch auch privat viel besser unterhalten, wenn man mehr weiß.“ Heute weiß die 24-Jährige, dass die Medizin sie nicht glücklich gemacht hätte. Ihr Tipp für alle Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger: „Ausprobieren! Habt keine Angst - auch wenn Vorkenntnisse fehlen, ihr packt das! Wir müssen einfach versuchen, alles mitzunehmen und nicht so viel zu planen.“ Sie selbst hatte ihr Leben eingentlich schon bis 60 durchgeplant. Jetzt steht sie doch ganz woanders und das sei auch gut so. Ihr aktueller Job sei perfekt für sie, „es ist das, was ich beherrsche und in dem ich sehr gut sein werde, irgendwann auch in einer höheren Position.“ Und wer weiß: „Vielleicht promoviere ich später auch noch – Dr. Elisa Jabaly klingt schon nicht schlecht“, lacht die 24-Jährige. Doch zunächst steht erstmal ein weiterer Master in „Wirtschaftspsychologie“ an der FOM an – Respekt!