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  • Von der Luft- und Raumfahrttechnik in den Vertrieb: Michael Kadziela absolvierte zwei berufsbegleitende Master-Studiengänge

Quereinstieg: Von der Luft- und Raumfahrttechnik in den Vertrieb

Michael Kadziela absolvierte zwei berufsbegleitende Master-Studiengänge

Michael Kadziela ist ein Allrounder. Lange Zeit war das Boxen eine seiner großen Leidenschaften. Dort konnte er seine körperliche Kraft messen: „Ich war tatsächlich mal richtig gut“, so der FOM Absolvent. Aber: Als Chef könne er morgens nicht mit einem blauen Auge ins Büro kommen. Denn der 37-Jährige, der einst als Ingenieur für Luft- und Raumfahrttechnik arbeitete, ist mittlerweile Geschäftsführer eines weltweiten Marktführers, der den Maßstab für das Messen von Kräften und Momenten definiert. Bei Michael Kadziela geht es beruflich und privat also um „Potenziale und deren Ausschöpfung. Um Grenzen und deren Überwindung. Wer vorne sein will, muss seine Grenzen immer wieder überschreiten. Nur so sind Potenziale steigenden Anforderungen gewachsen und können in Leistung umgesetzt werden.“ So steht es auf der Webseite seines Unternehmens. Und genauso steht es wohl auch auf der Tagesordnung des Mannes, der neben Beruf und Familie zwei Master-Studiengänge erfolgreich absolvierte.

11.02.2021 | Hannover

Fachfremd: Warum Quereinsteiger so wichtig sind

Kadziela ist Quereinsteiger: Der Ingenieur für Luft- und Raumfahrttechnik arbeitete einige Jahre am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Braunschweig in der Entwicklung. Manche seiner Ideen finden sich heute in den kohlefaserverstärkten Rumpfpartien des Airbus A350 wieder. „Aber mir fehlte der Kontakt zu Menschen“, sagt der heute 37-Jährige. So wechselte Kadziela von der Forschung in den Vertrieb – ein analytischer Kopf, der sich bald als nicht ganz glücklich über die Einstellung mancher Kollegen herausstellte. „Ich war Neuling im Vertrieb und wollte etwas lernen und bekam nur Plattitüden zu hören: Vertrieb heißt Kunden besuchen, am Kunden orientiert denken.“

Lean Management und Six Sigma

Er wollte wissen, wie Vertrieb wirklich funktioniert, startete schließlich seinen berufsbegleitenden Master in „Sales Management“ an der FOM in Hannover. Und dort kam er auf seine Kosten. Bei Wirtschaftsinformatiker Dr. Jochen Pischel erfuhr er, dass Vertrieb viel mehr ist als das notwendige Übel, um Produkte auf den Markt zu bringen, dass er nicht das „Schmuddelkind des Marketings“ ist, als das er lange betrachtet wurde – sondern eine wissenschaftlich relevante, eigenständige Disziplin.

Prägend für Kadziela waren auch die Vorlesungen von Dr. Bernd Vogt, der bei Dr. Oetker einst die Tiefkühlpizza einführte – heute eines der wichtigsten Produkte des Unternehmens. „Er hat mich mit Charme und Leichtigkeit für das Thema Internationalisierung sensibilisiert.“

Seine Masterarbeit schrieb er bei der FOM über „Vertriebsoptimierung anhand von Lean Management und Six Sigma“, was für ihn sehr wegweisend war. „Ich wurde von meinem damaligen Unternehmen betraut, den Vertrieb im gesamten DACH-Raum neu zu strukturieren, um Effektivität und Effizienz zu steigern“, sagt Kadziela, der nun Gelegenheit hatte, seine Theorien erfolgreich in die Praxis umzusetzen. 2017 ging es die Karriereleiter eine weitere Stufe hinauf. „Ich wurde Vertriebsleiter in der Struktur, die ich selbst maßgeblich verantwortet habe. Das hat mich stolz gemacht“, sagt Kadziela freimütig, der im nächsten Schritt den applikationsorientierten Vertrieb einführte. „Kundenorientierung heißt in dieser Branche zu verstehen, wie der Kunde, die Mess- und Analyseinstrumente genau einsetzen will.“ So strukturierte er den Vertrieb um, bildete Teams, die nicht mehr fokussiert auf die eigenen Produkte waren, sondern sich auf die Anwendungsbereiche der Kunden spezialisierten.

Quereinsteiger Michael Kadziela absolvierte zwei berufsbegleitende Master-Studiengänge (Foto: Privat)

Zeit für Veränderung

Und heute? Heute ist er Geschäftsführer der GTM Testing and Metrology GmbH in Bickenbach bei Darmstadt – denn es war Zeit für Veränderung. Er sattelte auf seinen Master in „Sales Management“ an der FOM noch einen „Master of Business Administration“ (MBA) drauf – studierte dazu berufsbegleitend und parallel an der Frankfurt School of Finance and Management und ihrer Partner-Hochschule, der CEIBS in Shanghai. „Als dann das Angebot von GTM kam, konnte ich nicht nein sagen“, sagt er mit einem Lächeln.

Von der „Dreifachbelastung“ aus Studium, Familie und Beruf ist er also gerade noch mit einem blauen Auge davongekommen: „Neben viel Fachlichem habe ich an der FOM eben auch gelernt, mich gut zu organisieren, von daher war das alles realisierbar für mich“, sagt Kadziela. „Diese Disziplin hilft mir bis heute.“