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„Der Arbeitsmarkt verändert sich und ich möchte dafür gewappnet sein“

FOM Studium ermöglicht jungem Nürnberger den Wechsel von der Bankbranche in die IT-Beratung

Sich weiterzubilden, um nicht auf der Stelle stehenzubleiben, war ihm immer wichtig. Gavin Bird, 25 Jahre jung und in Nürnberg groß geworden, hat mit dieser Einstellung schon viel erreicht. Aktuell bereitet er sich an der FOM Hochschule auf seine Bachelor-Arbeit im Studiengang „Wirtschaftsinformatik“ vor – das meiste davon möchte er geschafft haben, wenn er im Januar die Branche wechselt und seine neue Stelle antritt.

06.10.2020 | Nürnberg

Von Nelspruit nach Nürnberg

Dabei verlief sein bisheriges Leben alles andere als „normal“. In Südafrika geboren, zog Gavin als 5-Jähriger mit seinem Bruder und seinen Eltern von Nelspruit nach Nürnberg. „Zur Jahrtausendwende war die Lage in Südafrika politisch alles andere als stabil. Meine Eltern wollten uns mehr Sicherheit bieten und da meine Mutter Deutsche ist, hatten wir immer einen Bezug zu ihrer Heimat. Mein Vater arbeitet als Ingenieur und da Ingenieure damals in Deutschland händeringend gesucht wurden, kamen wir hierher.“

Bildungs- und Arbeitsmoral vom Vater übernommen

Statt Englisch wurde in der Familie Bird fortan Deutsch gesprochen – „mein Vater konnte unsere Sprache als Einziger nicht und bat uns, zu Hause nur Deutsch zu reden, damit er es schnell lernt“ – und Gavin besuchte die Grund- und später die Realschule. „Besonders leicht fiel mir das Lernen damals nicht, die Realschule war der sichere Weg“, sagt er heute. Nach dem Abschluss der zehnten Klasse machte er eine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Raiffeisenbank Altdorf-Feucht. „Zahlen waren für mich immer etwas Handfestes, Greifbares.“ Er beendete die Ausbildung mit Erfolg, wurde als Berater für das Privatkundengeschäft übernommen und entschied sich, parallel zum Vollzeitjob weiter zu lernen. „Klar hätte ich mich auf meinen ‘Lorbeeren‘ ausruhen und erstmal ein paar Jahre nur arbeiten können“, sagt er, „aber die Bildungs- und Arbeitsmoral habe ich von meinem Vater vermittelt bekommen. Und die besagt: Entwickle Dich weiter und lerne dazu!“

Bewundert die Kraft der Natur: Alle zwei bis drei Jahre besucht Gavin seine südafrikanische Heimat. (Foto: privat)
Der Nürnberger FOM Student Gavin Bird wechselt schon vor Beendigung des berufsbegleitenden Studiums von der Banken- in die IT-Branche. (Foto: privat)

Wirtschaftswissen mit IT-Know-how verbinden

An der IHK absolvierte Gavin eine Weiterbildung zum Wirtschaftsfachwirt, „studieren ohne Abi konnte ich direkt nach der Ausbildung ja nicht“, um sich anschließend an der Nürnberger FOM einzuschreiben. „Mit ein paar Kursteilnehmern der IHK hatte ich damals eine Infoveranstaltung der FOM besucht und war direkt begeistert, auch, weil mir Inhalte der IHK-Weiterbildung auf das Studium angerechnet werden konnten. Schlussendlich war ich dann aber der Einzige, der sich für Wirtschaftsinformatik entschied. Ich hatte auch privat schon immer großes Interesse an IT-Themen und für mich war das die ideale Möglichkeit, Wirtschaftswissen mit IT-Know-how zu verbinden.“

Bachelor-Thesis über Robo-Advisory

Während er in den ersten Studiensemestern an der FOM noch in Vollzeit arbeitete, schraubte der 25-Jährige seine wöchentliche Arbeitszeit in diesem Jahr auf 32,5 Stunden hinunter, „damit ich genug Zeit und Energie für die Bachelor-Arbeit habe.“ Das Thema, das er sich vorgenommen hat: Robo-Advisory. „Ich möchte die aktuelle Marktsituation analysieren und Algorithmus-basierte Geldanlageempfehlungen untersuchen. Fin-Techs strömen damit gerade auf den Markt, das ist einer der Bereiche, die sich enorm weiterentwickeln.“ Im kommenden Jahr wird sich Gavin dann auch beruflich neu orientieren. „Ich fange als Consultant und Trainer in einem IT-Beratungsunternehmen an und freue mich schon sehr auf meine neuen Aufgaben. Aktuell bin ich Vermögenskundenberater – was die Beratungsschiene angeht, fühle ich mich nach meiner Zeit bei der Bank also gut gerüstet. Der ganze Bereich rund um SAP wird die echte Herausforderung sein.“ Warum er den sicheren Hafen verlässt? „Der Arbeitsmarkt verändert sich und ich möchte meinen Horizont erweitern, um dafür gewappnet zu sein.“

Eins nach dem anderen

Auf die Frage, ob er direkt im Anschluss an den Bachelor auch einen berufsbegleitenden Master anstrebt, lacht er: „Erstmal möchte ich in der neuen Firma Fuß fassen, mich gründlich einarbeiten und Kunden in ganz Deutschland beraten. Auch Auslandseinsätze fände ich absolut spannend. Aber ich mache es wie immer: eins nach dem anderen – das ist meine Mentalität. Und so schaffe ich die Dinge, die ich mir vornehme.“