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FOM Studierende befragten über 300 Menschen in Nürnberg

Weihnachten im Corona-Jahr: Gesundheit und gemeinsame Zeit wichtiger als Geschenke

Auf den ersten Blick klingt es widersprüchlich, es beschreibt aber die besondere Gefühlslage im Corona-Jahr 2020: Einerseits stehen an Weihnachten die Gesundheit und gemeinsame Zeit für die Menschen in Nürnberg an erster Stelle. Andererseits sind sie zum diesjährigen Fest aber auch ganz besonders spendabel: Im Mittel geben sie 501 Euro für Geschenke aus, einen Euro mehr als der Bundesdurchschnitt (500 Euro). Wirklich sicher fühlt sich die Mehrheit (rund 62 %) beim Weihnachtseinkauf trotz Hygiene-Auflagen allerdings nicht – obwohl viele dem Fachgeschäft und dem Warenhaus als Kaufmöglichkeit für Weihnachtsgeschenke weiterhin den Vorzug vor dem Internet geben. Das sind die zentralen Ergebnisse einer Umfrage der FOM Hochschule für Oekonomie & Management, bei der Studierende 324 Nürnbergerinnen und Nürnberger zwischen 12 und 99 Jahren interviewt hatten.

17.11.2020 | Nürnberg

Insgesamt 94 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen die Gesundheit der Familie wichtiger sei als teure Geschenke. Auch auf gemeinsame Zeit mit Freunden und Familie legt die große Mehrheit der Menschen in der Frankenmetropole (91 %) dieses Jahr mehr Wert als auf großzügige Weihnachtspräsente. Nur 27 Prozent von ihnen wollen zum Schutze der Gesundheit auf Familienbesuche an den Feiertagen verzichten.

Zeit verschenken

Auch das Schenkverhalten ist 2020 ein besonderes: Vier von fünf Befragten (84 %) planen, Zeit miteinander zu verschenken, allen voran die Generation der 12- bis 23-Jährigen (91 %). Gleichwohl wollen die Nürnbergerinnen und Nürnberger zum Fest mit 501 Euro ähnlich viel für Geschenke ausgeben wie der Bundesdurchschnitt. „Eine Erklärung für die diesjährige Schenkfreude ist sicher, dass die Menschen mit teureren Geschenken ihre Wertschätzung gegenüber den Beschenkten zeigen möchten, weil persönliche Kontakte in den Wochen und Monaten zuvor reduziert werden mussten“, so der wissenschaftliche Studienleiter Prof. Dr. Oliver Gansser.

Weniger Gutscheine für Reisen

Foto: AdobeStock_305412748

Bei den materiellen Geschenken stehen Gutscheine für mehr als jeden Zweiten (57 %) zwar weiterhin hoch im Kurs, gleichzeitig gaben deutlich mehr als die Hälfte der Nürnberger Befragten (55 %) an, aufgrund der ungewissen Aussichten weniger Gutscheine für Reisen als gewöhnlich zu verschenken. Grundsätzlich ist die Geschenke-Hitliste im Vergleich zu den Vorjahren relativ konstant: Besonders beliebt in Nürnberg sind nach wie vor Bücher bzw. Schreibwaren (51 %), Kosmetik und Körperpflegeprodukte (49 %), Tickets für kulturelle Veranstaltungen (44 %) sowie Spielwaren (39 %). Weit abgeschlagen hingegen finden sich eher traditionelle Konsumgüter wie Heimtextilien (14 %) und Lederwaren (8 %).

Weihnachtsumfrage 2020
Gemeinsame Zeit mit Freunden und Familie – darauf legen die Menschen in Nürnberg zum diesjährigen Weihnachtsfest ganz besonders viel Wert (Foto: Konstantin Yuganov / stock.adobe.com)

Fachgeschäft und Warenhaus vor Internet

Trotz Corona-Pandemie bleibt das Kaufverhalten in Nürnberg beständig: Für die Mehrheit der Befragten sind Fachgeschäfte (56 %) und Warenhäuser (55 %) die wichtigsten Einkaufsmöglichkeiten – noch vor dem Internet (54 %). Dennoch: Nur 38 Prozent fühlen sich beim Geschenke-Kauf in den Geschäften sicher. Immerhin 32 Prozent bestellen in diesem Jahr ihre Geschenke deshalb häufiger als sonst im Internet, um Menschenansammlungen zu vermeiden. Weitere Gründe für vermehrtes Online-Shopping im Vergleich zur Vorkrisenzeit sind die größere Auswahl (32 %), die einfache Handhabung (30 %) und die schnelle Lieferung (27 %). Die Unterstützung des stationären Einzelhandels ist den Bürgerinnen und Bürgern in Nürnberg einigermaßen wichtig: 39 Prozent der Befragten haben vor, deshalb Geschenke in der Umgebung zu kaufen, in der Gruppe der 75- bis 99-Jährigen sind dies sogar 60 Prozent.

Zur Studie

Unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Oliver Gansser vom ifes Institut für Empirie & Statistik der FOM Hochschule befragten im Herbst 2020 rund 4.200 Studierende bundesweit mehr als 46.000 Menschen in persönlichen Interviews (telefonisch und Face-to-Face), quotiert nach Geschlecht und Alter. 

Die komplette Umfrage zum Download finden Sie unter fom.de/weihnachtsbefragung2020.