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  • 4. Data Science Forum in Düsseldorf: „Fotografiertes Essen schmeckt besser!“

4. Data Science Forum in Düsseldorf

„Fotografiertes Essen schmeckt besser!“

Eine Push Nachricht erscheint auf dem Display: „Hey, hast du Lust auf mich?“ In dieser geplanten App namens „Rendezfood“ gehen die „heißen Partner“ in eine etwas andere Richtung: Statt Frauen und Männer werden hier Currywurst, Burger, Pommes & Co. auf Basis von Künstlicher Intelligenz (KI), Chatbots und Gamifications aus der Umgebung angezeigt. Diese Marketingplattform für die sogenannte Human-Food Interaction war nur eins von vielen spannenden Themen beim 4. Data Science Forum der FOM Hochschule in Düsseldorf.

19.02.2020 | Düsseldorf

Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft beschäftigten sich diese Woche mit komplexen Fragen rund um die rasante Entwicklung von Data Science. Was bedeutet der stattfindende Wandel für unsere Arbeitswelt? Wie und zu welchen Zwecken soll KI zukünftig noch genutzt werden? Und wie kann die Arbeit in virtuellen Teams optimiert werden? FOM Professor Dr. Jörg Muschiol eröffnete die Vortragsreihe mit einer lebenswichtigen Thematik: Dem Essen! In Analogie zu beliebten Dating-Apps forscht und arbeitet er derzeit an einer Plattform zur „digitalen Nahrungsaufnahme“. Über 130 Gäste, darunter Studierende, Unternehmer und Interessierte, besuchten die öffentlichen Vorträge an der Toulouser Allee.

Plattformen und Big Data

Die Research Fellows Michel Erhardt und Manuel Di Stefano demonstrierten, wie eine Data Science-Installation am Institut für IT Management und Digitalisierung (ifid) aussieht und wie damit Kundenbewertungen analysiert werden können. ifid-Direktor Prof. Dr. Rüdiger Buchkremer erläuterte ergänzend, wie sich KI und Big Data entwickeln. Er schlägt vier Säulen vor, um die unüberschaubare Flut von Tools zu strukturieren.

Starke und Schwache KI und die Ethik

Prof. Dr. Buchkremer erläuterte, was es mit der "schwachen" und "starken" KI auf sich hat. Angeblich soll der Übergang von der schwachen zur starken KI um das Jahr 2050 stattfinden. „Mit dieser Theorie kann ich mich gar nicht anfreunden. Manche Menschen denken, dass sie ab 2050 beispielsweise in ihrem Job nicht mehr gebraucht würden. Doch statt Angst zu haben, sollten sich die Menschen auf KI freuen", so der FOM Dozent. Thematisch passend war unter anderem auch das Landeskriminalamt im Publikum vertreten. Buchkremer: „Durch künstliche Intelligenz können wir zum Beispiel berechnen, mit welcher Wahrscheinlichkeit, wo eingebrochen wird. Die KI bringt so viele Vorteile mit sich, es ist extrem wichtig, die Menschen darüber aufzuklären.“ Wie auch immer die KI sich entwickele, ethische Aspekte sollten zügig umgesetzt werden und nicht erst 2050.

Quantencomputer und Graphendatenbanken

Prof. Dr. Markus Ebner illustrierte, welche Vorteile Quantencomputer bei der Verschlüsselung haben können und Markus Thissen, ebenfalls Research Fellow am ifid, zeigte in einem spannenden Vortrag die vielen Vorteile der Nutzung von Graphendatenbanken auf. Den Abschluss machte Professor Lübke, der lebhaft demonstrierte, wie wichtig die Betrachtung von Kausalität bei der Durchführung von Datenanalysen ist. Geschäftsleiter Daisuke Motoki: „Es war wieder mal eine spannende Veranstaltung, bei der eifrig über Ethik, Glaubwürdigkeit, Tools und die Praxis von KI diskutiert wurde.“

Prof. Dr. Jörg Muschiol: „Das Fotografieren von Essen ist eine Form der Selbstsdarstellung und ein Indikator für Gruppenmitgliedschaften und soziale Milieus.“ (Foto: Sasin Paraksa)
In acht Vorträgen beschäftigten sich Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft mit der Entwicklung von KI (Foto: FOM)