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Die Essener FOM Studentin Lisa Wienstroer ist ein Bindeglied zwischen Hochschule und Studierenden

Warum Semestersprecher in Corona-Zeiten so wichtig sind

Im Arbeitsleben ist sie als Referentin für berufliche und betriebliche Bildung und Qualitätsmanagementbeauftragte beim Bildungswerk der Nordrhein-Westfälischen Wirtschaft e. V. in Düsseldorf im Einsatz, an der FOM Hochschule in Essen eignet sie sich als Studentin des Master-Studiengangs Human Resource Management Konzepte und Strategien des modernen Personalmanagements an. Zusätzlich ist Lisa Wienstroer eine von insgesamt über 1000 Semestersprecherinnen und Semestersprechern an der FOM. Damit wirkt sie für ihren Studienjahrgang am Hochschulzentrum Essen als Bindeglied zwischen Hochschule und Studierenden – und hat aktuell alle Hände voll zu tun. Welche Aufgaben mit dieser Funktion verbunden sind und warum sich der Arbeitsaufwand seit Beginn der Corona-Pandemie deutlich gesteigert hat, beschreibt die 24-Jährige im Interview.

30.04.2020 | Essen

Frau Wienstroer, seit wann sind Sie Semestersprecherin an der FOM?

Lisa Wienstroer: Seit Beginn meines Master-Studiums im Wintersemester 2018.

Welche Aufgaben und Verpflichtungen sind mit diesem Amt verbunden?

Lisa Wienstroer: Grundsätzlich stehe ich meinen Kommilitonen als Ansprechpartnerin bei Fragen oder Problemen sowie als Vermittlerin zwischen den Studierenden meines Jahrgangs und der Hochschule zur Verfügung. Glücklicherweise ist unser Jahrgang recht klein und wir sind eine tolle Gruppe, sodass es bisher keine nennenswerten Probleme gab. Zweimal im Jahr findet zudem ein Treffen der Essener Semestersprecher statt, bei dem wir uns austauschen und über die Ergebnisse von Studierendenbefragungen informiert werden. Auch wichtige Informationen, beispielsweise zu Studiengängen oder zu Änderungen von Prüfungsordnungen erfahren wir von der Leitung der Studienberatung unseres Hochschulzentrums, um diese Informationen dann in unsere Jahrgänge weiterzutragen. Bis Februar 2020 war diese Aufgabe nicht unbedingt mit großem Aufwand verbunden.

Was hat sich seit Beginn der Corona-Krise geändert?

Lisa Wienstroer: Der Arbeitsaufwand hat sich deutlich gesteigert! (Sie lacht.) Allein im April gab es zwei virtuelle Semestersprechertreffen via Webex, bei denen wir seitens der Gesamtstudienleitung sowie der Studienberatung über die neuen Studienbedingungen informiert wurden und von unserer Seite aus Feedback zur virtuellen Online-Lehre geben konnten. Auch die neuen Prüfungsformen waren ein wichtiges Thema. Ich habe viel über Formalia gelernt, lese Blackboard-Nachrichten und halte mich auch bei den Themen auf dem Laufenden, die meine Kommilitonen und mich zunächst einmal nicht zu betreffen scheinen. Zum Beispiel ist für uns in diesem Semester keine Open-Book-Klausur vorgesehen. Sollte es aber doch dazu kommen, weiß ich darüber Bescheid und kann Fragen meiner Kommilitonen beantworten.

Wie hat sich der Kontakt zu Lehrenden verändert? Persönliche Treffen sind ja nicht mehr möglich.

Lisa Wienstroer: Nein, im Hörsaal sehen wir uns leider nicht mehr. Für mich als Semestersprecherin hat sich der direkte Austausch mit den Lehrenden seit Corona dennoch deutlich erhöht. Ein Beispiel: In einem unserer Kurse ging es um ein Thema, mit dem keiner von uns Studierenden im Arbeitsleben schon einmal zu tun hatte. Der Dozent hielt zu Beginn der Corona-Krise mit uns eine Telefonkonferenz. Ich glaube, nach 30 Minuten hatten die meisten innerlich schon abgeschaltet, weil sie nicht mehr mitkamen. Also habe ich ihn nach Rücksprache mit dem Kurs gebeten, ob er die Vorlesung nicht als Videokonferenz anbieten könnte. Er hat die Anregung dankend angenommen und sich darauf eingelassen und jetzt läuft dieses Modul deutlich besser. Wir können den Dozenten sehen und bekommen gleichzeitig seine Unterlagen auf den Bildschirm – das erleichtert das Verständnis.

Lisa Wienstroer studiert "Human Resource Management" an der FOM Hochschule in Essen und ist als Semestersprecherin ein wichtiges Bindeglied zwischen Hochschule und Studierenden (Fotos: privat)

Gab es im Zuge der Pandemie weitere Themen, um die Sie sich gekümmert haben?

Lisa Wienstroer: Ja, ich habe mich um Termine gekümmert. (Sie lacht wieder.) Mit Professor Rüttgers bereiten wir uns aktuell im Rahmen des Exposé-Moduls auf unsere Master-Thesen vor. In diesem Zuge müssen wir jetzt statt drei Präsenz- drei Video-Präsentationen halten. Einige von uns sind aber aufgrund von CoVID-19 deutlich stärker als sonst im Job eingebunden und haben dadurch weniger Zeit fürs Studium. Von Seiten der Hochschule wurde die Abgabefrist unseres Exposés um vier Wochen nach hinten verschoben. Herr Rüttgers gab uns ebenfalls die Möglichkeit, die virtuellen Präsentationstermine zeitlich anzupassen. Ich habe mit ihm am Telefon neue Zeiten abgestimmt und dann im Kurs eine Terminabfrage gestartet. Damit sind wir jetzt alle zufrieden und haben weniger Stress.

Nach den Erfahrungen der vergangenen sechs Wochen: Würden Sie sich wieder als Semestersprecherin wählen lassen?

Lisa Wienstroer: Absolut! Ich finde diese Aufgabe wichtig und sie macht mir Spaß. Klar ist es im Moment ein bisschen viel, und ich fahre nach wie vor täglich für den Job von Bochum nach Düsseldorf ins Büro. Aber ich setze mir für die Aufgaben als Semestersprecherin klare Zeitfenster, in denen ich die Dinge kläre. Das klappt bislang ganz gut. Alles in allem ist es beim berufsbegleitenden Studium ja immer so, dass die intensiven Phasen variieren. Mal fordert der Job einen mehr, mal das Studium. Es kommt darauf an, dass man in allen Bereichen die geforderte Leistung bringt und es im Mittel stimmt und einen selbst glücklich macht. Und das tut es!

Ihre Entscheidung für das berufsbegleitende Master-Studium bereuen Sie also nicht?

Lisa Wienstroer: Nein! Es war definitiv eine Umstellung für mich, da ich das Bachelor-Studium in Vollzeit absolviert und danach erst einmal anderthalb Jahre in Vollzeit gearbeitet habe. Aber die FOM hält mir in vielen organisatorischen Dingen den Rücken frei. Zudem ist die Verzahnung von Theorie und Berufspraxis ein echter Gewinn. Selbst wenn es nicht zu meinen direkten Aufgaben gehört, finde ich vieles von dem, was ich an der FOM gelernt habe, im Beruf wieder. Das zeigt mir, dass es das Richtige war und ist.