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Erfahrungen aus der Praxis

Einblicke in die Arbeit des Jugendamtes

Kinder stark machen, dafür sorgen, dass sie ihre Fähigkeiten und Talente entfalten können und gesund aufwachsen. Jugendliche dabei unterstützen, dass sie ihren Weg selbstständig gehen können und Familien begleiten und beraten, damit das Familienleben glückt – die Aufgaben des Allgemeinen Sozialen Dienstes sind sehr vielfältig. Studierende und Interessierte der FOM in Wesel erhielten im Modul „Einführung Soziale Arbeit“ praxisnahen Input vom Leiter des Fachdienstes Soziale Dienste der Stadt Dinslaken – Michael Ahls.

07.11.2019 | Wesel

Der erfahrene Sozialarbeiter gab den Weseler Studierenden einen Einblick in die verschiedenen Tätigkeiten des Jugendamtes, in dem er bereits seit 30 Jahren tätig ist. Insbesondere im Alltag des Allgemeinen Sozialen Dienstes gehe es innerhalb des Fachbereichs hauptsächlich um die Familienunterstützung – also um Erziehungsthemen, um die Kindeswohlgefährdung, um die Unterstützung der Eltern. „Es ist extrem wichtig, jede Familie als Einzelfall zu betrachten. Es muss individuell entschieden werden, welche Hilfe richtig und erforderlich ist“, so Ahls. Dabei immer das oberste Ziel des Jugendamtes: der Familienerhalt. Doch auch die Frage, wie eine Pflegefamilie ausgesucht werde, thematisierte er. Welche Voraussetzungen muss eine Pflegefamilie eigentlich erfüllen? Pflegeeltern würden auf ihre neue Rolle in Seminaren und Gesprächen vorbereitet – regelmäßige Treffen und der enge Kontakt zum Jugendamt seien Standard. Bei Pflegeeltern müsse die Wohnsituation stimmen, ebenso die finanzielle Situation, die psychische wie physische Stabilität. Das Führungszeugnis müsse ohne Einträge sein und die Pflegeeltern müssen in der Lage ein, ihr eigenes Handeln zu reflektieren und sowohl dem Kind als auch der Herkunftsfamilie mit Wertschätzung zu begegnen.

FOM Dozent Simon Bleckmann weiß solch praxisnahen Vorträge sehr zu schätzen: „Es ist ein großes Interesse der Studis der Sozialen Arbeit vorhanden. Sie stellen viele Fragen, teilen ihre eigenen Erfahrungen. Gerade diese Thematik ist ein sehr spannendes, aber auch anstrengendes Feld.“

Michael Ahls, Leiter des Fachdienstes Soziale Dienste der Stadt Dinslaken und FOM Dozent Simon Bleckmann des Studiengangs Soziale Arbeit (Foto: FOM)

Nächste Woche werden Vertreter von Spix, dem gemeinnützigen, eingetragenen Verein, im Rahmen der Vorlesung an der FOM in Wesel sprechen. Spix betreibt in den Kreisen Wesel und Kleve Einrichtungen der Gemeindepsychatrie, wie Wohnheime, Werkstätten und ambulante Dienste, die auch für FOM Studierende und Absolventen der Sozialen Arbeit als Einsatzmöglichkeiten in Frage kommen. Marcel Sassenberg, Geschäftsleiter der Weseler FOM: „Uns ist der Theorie-Praxis-Transfer enorm wichtig. Daher werden sich zukünftig auch weitere Einrichtungen, beispielsweise aus der Arbeit mit Behinderten, einbringen, um das breite Spektrum dieses Arbeitsfeldes aufzuzeigen."