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4. #FOMPreneurs-Forum

Chancen und Herausforderungen für Gesundheits-Startups

Hamburg ist ein attraktiver Standort für Gründer im digitalen Gesundheitswesen. Welche Faktoren den Markteintritt innovativer Produkte in Deutschland dennoch verzögern können und welcher Mix an Expertise im Gründungsteam wichtig ist, diskutierten Innovationsexperten und Startup-Unternehmer bei der vierten #FOMPreneurs-Veranstaltung am Hamburger Hochschulzentrum.

„Es hat sich viel getan in Hamburg: Der Mittelstand kooperiert heute mehr mit der Wissenschaft, auch Vernetzung und Acceleration sind besser geworden, etwa mit dem HIP, dem Health Innovation Port.“ Das stellte Alois Krtil, Leiter der Innovations Kontakt Stelle (IKS) in Hamburg, zum Auftakt fest. Mit ihrem Gesundheitsmarkt, der Stärke in Forschung und Entwicklung, viel Kapital und einer guten Fördermittelausstattung biete die Hansestadt ohnehin gute Bedingungen für Digital-Health-Startups.

01.07.2019 | Hamburg

Warum Gründer in der deutschen Gesundheitsbranche einen langen Atem brauchen, das diskutierten Experten, die das FOMPreneurs-Team um Prof. Dr. Magdalène Lévy-Tödter, Prof. Dr. Jens Geissler und Alois Krtil, eingeladen hatte. Darunter war Henrik Mencke, Leiter des HIP Health Innovation Port in Hamburg-Fuhlsbüttel. Der HIP unterstützt mit seinem Beraterteam Gründer dabei, sich optimal auf die Anträge vorzubereiten und damit schneller an ihr Ziel zu gelangen: „In Deutschland kann es bis zu drei Jahre bis zur Zulassung eines neuen Medizinprodukts dauern. Im Ausland erzielen manche Startups innerhalb eines Jahres siebenstellige Umsätze.“ Zudem bietet der HIP den Jungunternehmern die Gelegenheit, sich eng miteinander sowie mit der etablierten Gesundheitsbranche zu vernetzen. Neben Hindernissen in Deutschland – wie zu wenigen Zertifizierungsstellen und langen Behördenwegen – kamen in der Runde positive Signale für eine zunehmende Öffnung zu mehr Digitalisierung zur Sprache, etwa das Beispiel einer Krankenkasse, die ihren Versicherten von Startups entwickelte Gesundheits-Apps zur Verfügung stellt.

In der zweiten „Fishbowl“-Diskussion stand die Mischung von Expertise im Gründungsteam im Mittelpunkt. Ärzte seien für Digital-Health-Startups wegen ihres Expertenwissens wichtig, aber auch, weil sie Türöffner in der Branche sein könnten, so Dr. Roland Opfer, Gründer von 360° Medical. Statt als Shareholder im Team könne man sie aber auch als Kooperationspartner einbinden. Diskutiert wurde zudem über die lohnende Investition in einen Gesellschaftervertrag sowie über das Modell des Founders Vesting, das einer neu gegründeten Gesellschaft ein Vorkaufsrecht an den Anteilen sichert, sollte einer aus dem Team aussteigen.

Viele der 35 Teilnehmenden nutzen später im „World-Café“ die Gelegenheit, mit Gründern wie Dominik Burziwoda (Perfood), Sirko Pelzl (apoQlar.com), Ali Babakhani (Kanon Health) und Dr. Roland Opfer zu sprechen, auch über eigene Gründungsideen. Initiatorin Prof. Magdalène Lévy-Tödter: „Es war uns ein wichtiges Anliegen, dass unsere Studentinnen und Studenten im Fachbereich Gesundheits- und Sozialwesen mehr über die Hamburger Gründerszene erfahren und auch merken, dass eine Gründung Risiken birgt, aber auch viel Spaß machen kann. Von daher fand ich die Veranstaltung sehr gelungen.“

Bereits zum vierten Mal organisierte FOM Professorin Dr. Magdalène Lévy-Tödter das #FOMPreneurs-Forum in Hamburg (Foto: FOM)
Bereits zum vierten Mal organisierte FOM Professorin Dr. Magdalène Lévy-Tödter das #FOMPreneurs-Forum in Hamburg (Foto: FOM)