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29.11.2016 | Hamburg

Aktuelles

FOM Frauen-Forum 2016: Warum verdienen Frauen weniger als Männer?

Welche Rolle spielen beim sogenannten Gender Pay Gap individuelle Entscheidungen und „typisch weibliches“ Verhalten im Beruf? Geht es um strukturelle Ungleichbehandlung durch Chefs und Unternehmen – oder um individuelle Diskriminierung? Das Thema des 4. Hamburger FOM Frauen-Forums erwies sich als heißes Eisen, das lebhaft diskutiert wurde. Gekommen waren 74 Studentinnen und Frauen jeden Alters aus verschiedenen Branchen.

Es wurde intensiv diskutiert beim 4. FOM Frauen-Forum in Hamburg (Foto: FOM)
Es wurde intensiv diskutiert beim 4. FOM Frauen-Forum in Hamburg (Foto: FOM)

Prof. Dr. Matthias Ross, Bachelor Studienleiter der FOM Hamburg, hielt den Impulsvortrag. Der Volkswirt schlüsselte die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern auf und zeigte, dass sich ein Großteil davon durch Teilzeitarbeit, Unternehmensgröße, Branchen und Berufe mit tendenziell schlechterer Bezahlung erklären lässt. Weitere Faktoren seien, dass Frauen häufig weniger Erwerbserfahrung durch Kindererziehung vorweisen. Dennoch bleibe ein nicht erklärter Rest, der laut Prof. Ross ein Indikator für individuelle Diskriminierung sein könne. Damit die Lohnlücke geschlossen werde, müssten bessere Voraussetzungen wie eine bedarfsorientierte Kinderbetreuung geschaffen und Fehlanreize wie die Herdprämie und das Ehegattensplitting abgeschafft werden, so der Volkswirt. Nötig sei aber auch ein geändertes Rollenverhalten.

An diese Fragen schloss die Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Ingrid Eumann, stellv. Kanzlerin der FOM, an. Die Diskussionsteilnehmenden berichteten von ihren persönlichen Erfahrungen in Bezug auf weibliche Karrieren und von dem, was sich ändern müsse. Mehr Reflexion über den Wert der eigenen Leistung, mehr Selbstbewusstsein und die weitere Etablierung von Mentoring, lauteten einige der Lösungsansätze.

Anschließend erarbeiteten die Teilnehmenden in vier parallel laufenden Workshops Themen. FOM Dozentin Christiane Brandes-Visbeck arbeitete an der Vision des „Digital Leader“. Karriere-Coach Katrin Klemm konzentrierte sich auf das „Spiel mit dem Status“ und gab Ratschläge für ein durchsetzungsstärkeres Auftreten. Beate Röcker von CSR.Consulting Services.Röcker, gab Tipps zum selbstbewussten Auftreten im Berufskontext. Prof. Dr. Ingrid Eumann hielt Informationen und für Frauen bereit, die an einer Hochschulkarriere an der FOM interessiert sind. Prof. Dr. Claudia Schulte-Meßtorff und Prof. Dr. Silvia Boßow-Thies berichteten in diesem Rahmen von ihren Wegen zur Hochschulprofessur.

Abschließend tauschten sich die Teilnehmerinnen in der „Netzwerk-Lounge“ weiter aus und knüpften Kontakte. Sehr zufrieden mit der Teilnehmerzahl, die die aus dem Vorjahr deutlich überschritt, sowie mit dem Verlauf der Veranstaltung war die Geschäftsleiterin der FOM Hamburg Dr. Sabine Quirrenbach: „Wir haben in diesem Jahr mit unserem Schwerpunktthema einen Nerv getroffen.“

Wie in den Vorjahren war das Frauennetzwerk Nord der Deutschen Telekom Mitveranstalter des FOM Frauen-Forums. Eine erfreuliche und produktive Zusammenarbeit, wie Dr. Sabine Quirrenbach und Dr. Gundula Garbe vom Frauennetzwerk Nord betonten. Im kommenden Jahr soll die erfolgreiche Veranstaltung erneut stattfinden.