KCQF

KompetenzCentrum für qualitative Forschung

Middle aged mature mentor training interns, corporate coach teaching staff, teacher explaining work process to new employees. Female business leader speaking at meeting, conference, briefing

KCQF

KompetenzCentrum für qualitative Forschung


Das KCQF KompetenzCentrum für qualitative Forschung bietet Lehrenden und Forschenden der FOM eine gemeinsame Plattform, auf der sie qualitativ-hermeneutische Forschungsansätze und -methoden für ihre Forschung und für ihre akademische Lehre weiterentwickeln, teilen und erproben können.

An allen FOM Hochschulzentren gibt es Lehrende, die sich mit qualitativen Forschungsmethoden auseinandersetzen, eigene qualitative Forschungsideen verfolgen und entsprechend umsetzen. Im KCQF werden die Forschungsansätze dieser Gruppe gebündelt und Synergien zwischen den qualitativ Forschenden systematisch hergestellt und für weitere Aktivitäten genutzt.

Wissenschaftsverständnis, Methodik und Transfer

Qualitative Forschung fundieren, vernetzen und weiterentwickeln

Bewährte qualitative Methoden und innovative Techniken werden gesammelt und mit den Mitgliedern des KCQF diskutiert und weiterbearbeitet. Es ist angedacht, digitale Schulungs-Materialien (z. B. als Videos) zu entwickeln, die der kontinuierlichen Weiterbildung der Mitglieder dienen. Das KompetenzCentrum beteiligt sich über die Dokumentation seiner Forschungstätig­keiten in Form von Projekten, Publikationen und Veranstaltungen am nationalen wie auch internationalen wissenschaftlichen Dialog. Diese Aktivitäten fördern den Transfer der Forschungs- und Entwicklungsergebnisse des KCQF in Wissenschaft und Wirtschaft. Nicht zuletzt wird darüber die Relevanz qualitativen Forschens und die Bedeutung qualitativ-wissenschaftlichen Arbeitens nachhaltig gestärkt. Die Vernetzung und der Austausch unter den qualitativ forschenden Kolleginnen und Kollegen begünstigt die Initiierung von Forschungsprojekten und fördert (gemeinsame) Publikationen. Ein systematischer Austausch unter den an der FOM qualitativ Forschenden und Lehrenden wird im Rahmen von virtuellen und realen Tagungen, Round Tables und Arbeitsgruppentreffen weiterentwickelt. Ferner soll die Zusammenarbeit mit anderen Hochschulen gefördert werden, wobei auch der interdisziplinäre Austausch vertieft werden soll. Darüber hinaus sind Tagungen mit qualitativ Forschenden anderer Hochschulen ein wichtiger Baustein.
 

In den letzten Jahrzehnten hat ein Wissenschaftsverständnis die dominierende Position eingenommen, das sehr stark mit einem nomothetischen Wirklichkeits- und Methodenverständnis verbunden ist. In dieser wissenschaftlichen Denkweise geht es darum, die Wirklichkeit (bzw. den als relevant betrachteten Gegenstand) mit messbaren Konzepten zu beschreiben und zu erklären.

Beginnend mit der Einführung des Paradigma-Begriffs im Sinne von Thomas Kuhn (1962) ist es wissenschaftstheoretischer Konsens geworden, dass es nicht nur ein Wissenschaftsverständnis geben kann, sondern dass verschiedene wissenschaftliche Grundauffassungen parallel miteinander koexistieren – und dass es nicht eine lineare Weiterentwicklung von einer früheren zu einer späteren wissenschaftlichen Auffassung gibt.

 

Neben dem nomologischen Wissenschafts-Mainstream gab und gibt es eine reichhaltige Welt an unterschiedlichen Wissenschaftsparadigmen. Ein besonders fruchtbares und vielfältiges Paradigma ist die Hermeneutik und die mit ihr verbundene qualitativ-methodische Herangehensweise. Wilhelm Dilthey, der Begründer der Hermeneutik, skizzierte in seinem klassischen Text „Ideen über eine beschreibende und zergliedernde Psychologie“ (1894) den wissenschaftstheoretischen Unterschied zwischen einer erklärenden – nomothetischen – und einer verstehenden wissenschaftlichen Herangehensweise.

Eingebürgert hat sich eine sehr starke Vereinfachung dieses fundamentalen wissenschaftstheoretischen Unterschieds, indem dies nur auf die methodische Ausrichtung und auf die Begriffe „qualitativ“ vs. „quantitativ“ eingeschränkt wird. Es geht aber um viel mehr als „nur“ um Forschungsmethoden; es geht um ein grundsätzlich anderes Wissenschaftsverständnis, um eine bestimmte Art des wissenschaftlichen Fragens, Denkens und Interpretierens.

Es gibt eine Vielzahl von Studien und viele wissenschaftlich Forschende, die sich diesem Wissenschaftsparadigma verpflichtet sehen und in diesem Kontext forschen und arbeiten. Das neue KCQF bringt diese Forschungsleistungen zusammen, erzeugt Synergieeffekte und bietet für diese Gruppe von Forschenden eine institutionelle „Heimat“. 
 

Kontakt

Prof. Dr. Rüdiger Hein
Wissenschaftliche Leitung
Prof. Dr. Gernot Schiefer
Wissenschaftliche Leitung