Vergleich der Berufswertigkeit von beruflichen Weiterbildungsabschlüssen und hochschulischen Bildungsabschlüssen

Wissenschaftliche Leitung:
Westdeutscher Handwerkskammertag (Projektträger), Prof. Dr. Matthias Klumpp (FOM), Dr. Uwe Schaumann (FBH der Universität zu Köln)

Gefördert durch:
Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW

Zeitraum:
01.01.2007 – 28.02.2008

Ziele:
Zielsetzung des Vorhabens ist der Niveauvergleich exemplarisch ausgewählter beruflicher Fortbildungsabschlüsse mit Hochschulabschlüssen. Diese Studie orientiert sich an einem modernen Berufsbegriff, der eine ausgeprägte Fachlichkeit und eine hohe Identifikation der Berufstätigen mit ihren Aufgaben, Tätigkeiten und Verantwortungsbereichen umfasst (umfassende Beruflichkeit). In diesem Zusammenhang schlägt die Studie als neuen (und durch das Projekt "positiv" zu besetzenden) Begriff die Untersuchung einer "Berufswertigkeit" vor. Dies soll ausdrücken, dass mit diesem Begriff erstmals die Bewertungsperspektive der Berufswelt gewählt und offensiv berücksichtigt wird – und damit gezielt die berufspraxisbezogenen Anforderungen und Erwartungshaltungen der Unternehmen an die Mitarbeiter bzw. der betrieblichen Umwelt an Führungskräfte in Unternehmen und an eine umfassende Beruflichkeit unabhängig von formalen Vorqualifikationen und nicht der theoretische Vergleich definierter Kompetenzfelder im Zentrum der Untersuchung stehen sollen. Angelehnt ist der Begriff in dieser Hinsicht an die "Berufsfähigkeit" (employability) aus dem Bereich des Bologna-Prozesses, der eine gezielte Ausrichtung der (theoretischen akademischen) Qualifikation an den Anforderungen der Berufspraxis fordert. Zudem steht der Begriff der Berufswertigkeit für ein komparatives Moment der Betrachtung verschiedener Berufsqualifikationen und berufspraxisbezogener Einsatzfelder. Angelehnt ist der Begriff hierin an die Diskussion zur "Gleichwertigkeit" unterschiedlicher formaler Abschlussformen. Diese Diskussionen werden insofern mit berücksichtigt, als im Rahmen der Konkretisierung von „Berufswertigkeit“ ein Vergleichsmaßstab entwickelt werden soll, der durch den konkreten Abgleich der festgestellten Qualifikationen von Mitarbeitern mit unterschiedlichen formalen Abschlüssen mit den Anforderungen in der Berufspraxis eine berufsbezogene Gleichwertigkeit als vergleichbaren Wert der betreffenden Mitarbeiter für das Unternehmen feststellen kann. Dies orientiert sich also weitgehend unabhängig von formalen und persönlichen Qualifikationen am Wertbeitrag für das Unternehmen.

Methodik:
Im Rahmen der Studie wird auf der einen Seite ein Vergleich von inhaltlichen Schwerpunkten der Abschlüsse aus den beiden Bildungssystemen, auf der anderen Seite ein Vergleich der beruflichen Funktionen der Absolventen in der Wirtschaft untersucht.

Um dies wissenschaftlich fundiert zu realisieren, sind folgende Arbeitsschritte notwendig:

  1. Entwicklung eines einheitlichen Erfassungsinstrumentes zur Ermittlung von Erwartungen der Unternehmen in Bezug auf die Kompetenzen von Mitarbeitern unabhängig vom Ausbildungsweg (Anforderungsprofil) in ausgewählten Tätigkeitsbereichen / Berufsfeldern
  2. Inhaltliche Analyse der curricularen Bildungsvorgaben im beruflichen und akademischen Bereich für die definierten Berufsbilder und daraus Auswertung in Richtung einer Profildarstellung (qualitative Stärken-Schwächen-Abbildung)
  3. Analyse der tatsächlichen Einstellungs- und Beurteilungserfahrungen in der Berufspraxis der ausgewählten Tätigkeitsbereiche / Berufsfelder mit Hilfe von Einstellungs-/Positionsauswertungen und Interviews mit Personalexperten in ausgewählten Betrieben
  4. Gesamtauswertung zur Ermittlung der curricularen und tatsächlichen Kompetenzvermittlung beruflicher Aus- und Weiterbildung sowie hochschulischer Ausbildung

Ergebnisse:
Das Projekt ist abgeschlossen.

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