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23.03.2016 | Nürnberg

Aktuelles

Karrierechancen in der modernen Arbeitswelt: 4. FOM Frauen-Forum in Nürnberg

Karrierechancen für Frauen in der modernen Arbeitswelt: Das war das Kernthema auf dem 4. FOM Frauen-Forum in Nürnberg. Wie lassen sich Familie und Beruf vereinbaren? Welche neuen Wege eröffnet die Digitalisierung? Wie wollen wir in Zukunft zusammenarbeiten? All diese Fragen beschäftigen erfahrene Managerinnen, Geschäftsfrauen und Berufseinsteigerinnen gleichermaßen. Die Veranstaltung der FOM Hochschule in Nürnberg bot Gelegenheit, sich auf Augenhöhe auszutauschen.

v. l.: Prof. Dr. Raimund Wildner, Petra Guttenberger, Prof. Dr. Ilse Hartmann, Claudia Specht, Prof. Dr. Anja Liebrich, Prof. Dr. Petra Schmid
v. l.: Prof. Dr. Raimund Wildner, Petra Guttenberger, Prof. Dr. Ilse Hartmann, Claudia Specht, Prof. Dr. Anja Liebrich, Prof. Dr. Petra Schmid

„Unternehmen sind heute nur noch dann wirtschaftlich erfolgreich und zukunftsfähig, wenn sie sich auf moderne Arbeitsprozesse einstellen“, sagte Petra Guttenberger, Mitglied des Landtags und stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Verfassung, Recht und Parlamentsfragen. „Man muss qualifizierte Mitarbeiterinnen in den Betrieben halten; nicht erdulden, wenn sie neben der Karriere auch eine Familie gründen wollen, sondern genau das aktiv unterstützen. Das erfordert zwar ein Umdenken in der Personalpolitik, wird letztlich aber grundlegend dafür sein, dass man künftig im globalen Wettbewerb bestehen kann.“

Die Landtagsabgeordnete der CSU brachte dabei als eine der Referentinnen auf dem 4. FOM Frauen-Forum auch die für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf so wichtige Digitalisierung ins Gespräch: „Die Digitalisierung verändert alles – die Arbeitszeit, den Arbeitsplatz, die Organisation, die Prozesse. Das bringt große Herausforderungen, aber auch viele neue Chancen mit sich.“ Nicht nur Mütter, sondern auch Väter könnten in Zukunft einen Großteil ihrer Arbeit von zu Hause aus erledigen. Misstrauen im Hinblick auf Vertrauensarbeitszeit sei nicht mehr zeitgemäß: „Qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden im ‚Homeoffice‘ genauso viel leisten wie im Büro. Vielleicht sogar noch etwas mehr.“

Für viele Frauen sei Arbeit unabhängig von dem Gehalt eine Bereicherung des Lebens, bestätigt auch Prof. Dr. Raimund Wildner, Geschäftsführer und Vizepräsident des GfK Vereins. In einer gemeinsamen Studie mit der Bertelsmann Stiftung habe man herausgefunden, dass fast 60 Prozent der befragten Frauen ihren Job auch nach einem großen Geldgewinn nicht aufgeben würden. Und wie stellen sich Frauen ihren Arbeitsplatz vor? „Am wichtigsten“, so Wildner, „ist für 70 Prozent der Frauen die Sicherheit des Arbeitsplatzes.“ Die Eigenständigkeit und die Selbstbestimmung stünden ebenso wie die individuelle Gestaltung der Arbeitszeiten außerdem auf der Wunschliste der Arbeitnehmerinnen.

Darüber wie Männer und Frauen künftig auf menschlicher Ebene zusammenarbeiten können und müssen, lieferte Claudia Specht den Teilnehmerinnen des Frauen-Forums interessanten Input. Die Vorsitzende von Erfolgsfaktor Frau e. V. beschäftigt sich parallel zu ihrer hauptberuflichen Tätigkeit bei der DATEV intensiv mit modernen Führungsstilen und Arbeitsprozessen. Teils erschreckende Zustände habe sie während ihres beruflichen Werdegangs in verschiedenen Unternehmen kennengelernt. „Frauen sind oft hoch qualifiziert, werden aber falsch eingesetzt“, sagt sie. „Und das liegt meist nicht daran, dass sie Kinder haben oder bekommen wollen.“

Claudia Specht sieht insbesondere in der stärkenorientierten Zusammenarbeit ein zukunftsfähiges Modell. „Prozesse sind heute komplexer denn je. Das kann ein Einzelner gar nicht stemmen.“ Kommunikation und Vertrauen seien die Schlüssel zum Erfolg. „Der Führungskraft kommt in Zukunft eher die Rolle der Moderatorin, des Coaches und der Wegbereiterin zu.“ Aufgabe der Chefetage werde es sein, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das Umfeld zu schaffen, das sie benötigen, um die Projekte zu verwirklichen. Der abschließende Rat der Expertin an die rund 35 Teilnehmerinnen: „Machen Sie sich sichtbar! Chefs trauen sich nicht mehr, das zu unterbinden.“

Organisiert wurde die Veranstaltung von drei Dozentinnen der FOM Hochschule in Nürnberg: Prof. Dr. Ilse Hartmann, die sich in ihrer Arbeit intensiv mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie auseinandersetzt, Prof. Dr. Petra Schmidt, Expertin für das Thema „Frauen und Führung“, sowie Prof. Dr. Anja Liebrich, deren Engagement dem Thema „Arbeitszeit 4.0“ gilt. Im Rahmen eines WorldCafés standen alle drei Ansprechpartnerinnen den Teilnehmerinnen des Frauen-Forums gemeinsam mit den Referentinnen und dem Referenten für Fragen und konstruktive Diskussionen zur Verfügung.