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  • 2012
  • Februar
  • Weiblicher Führungsstil: Theorie und Praxis beim Stuttgarter Frauen-Forum der FOM Hochschule
29.02.2012

Aktuelles

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Mit der Frage „Führen Frauen anders?“ beschäftigten sich über 150 interessierte Frauen beim 4. Stuttgarter Frauen-Forum der FOM Hochschule. Moderatorin Brigitte Ott-Göbel, Unternehmensberaterin und FOM-Dozentin, und ihre Podiumsgäste Dr. Angelica Marte sowie Diplomingenieurin Kirsten Schönharting nahmen die Zuhörerinnen mit auf eine Reise durch theoretische Betrachtungen und praktische Erfahrungen aus der weiblichen Führungswelt.

Die absoluten Top-Positionen der Großkonzerne sind ausschließlich mit Männern besetzt. Und da Führung laut Definition „die Organisation eines Kommunikationsprozesses, an dessen Ende verbindliche Entscheidungen stehen“ ist, finden sich heutzutage entsprechend auf Führungsebene eher auf Männer zugeschnittene Kommunikationsstrukturen. Das ist ebenso eine Tatsache wie der „similar-to-me-Effekt“, nach dem auf der Führungsebene eingestellt wird. „Hier wird eindeutig nach Ähnlichkeit selektiert“, betonte Dr. Angelica Marte in ihrem Vortrag. So ist es auch kaum verwunderlich, dass laut aktuellen Studien nur 13 Prozent der Führungspositionen von Frauen besetzt sind.

Frauen führen anders als Männer, wenn man sie lässt – das steht für Dr. Marte außer Frage. So arbeiten Frauen aufgabenorientierter, während Männer eher visionär sind und strategische Ansätze liefern. Männer besitzen stärkere business-skills; Frauen ausgeprägtere people-skills und sie haben einen Panaromablick, während Männer zu einem Tunnelblick tendieren. „Keiner führt besser oder schlechter – Frau und Mann führen nur anders“, dieses Fazit resultiert laut Dr. Marte aus den Unterschieden. Entsprechend können Unternehmen von den verschiedenen Stärken profitieren und mit Mixed-Teams einen größeren Erfolg erzielen. Statistiken zeigen: Mixed-Teams sind erfolgreicher. Letztendlich ist sich Dr. Marte sicher: Die Zeit der Frauen in Top-Positionen wird kommen, wenn sie lösungsorientiert vorgehen, deswegen lautet ihr Appell an alle weiblichen Nachwuchskräfte: „Führen Sie anders – aber führen Sie!“

Der Weg, den so manche ambitionierte Karrierefrau noch vor sich hat, liegt bereits hinter der Diplomingenieurin Kirsten Schönharting, die jahrelang einen mittelständischen Zulieferer aus der Automobilbranche leitete. Auch sie kann die Unterschiede zwischen männlichem und weiblichem Führungsstil bestätigen, empfiehlt in erster Linie aber vorwiegend einen Führungsstil: Einen authentischen. „Wer wirklich gut führen kann, befähigt andere dazu, sich selbst zu führen“, lautet Schönhartings Überzeugung. Ebenso glaubt sie, dass der Fach- und Führungskräftemangel auch Frauen neue Chancen auf der Führungsebene schafft. „Dass Frauen vermehrt eingestellt werden, hat nichts mit Quote zu tun, sondern einen ökonomischen Hintergrund. Deutschland steht vor der Herausforderung, international wieder erfolgreicher zu werden“, sagt sie. Und dazu werden nun mal neue Fach- und Führungskräfte benötigt – sowohl männliche als auch weibliche.