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Forschung international

Prof. Dr. Braun auf Konferenzen in Sardinien und Slowenien vertreten

Erfolg für FOM Professor Dr. Dirk Braun: Der Wissenschaftler des isf Institute for Strategic Finance ist im Juni auf zwei Konferenzen vertreten. Zunächst auf der Summer Conference der IABE International Academy of Business and Economics im sardinischen Alghero, anschließend auf der 30. Bled eConference in Slowenien.

Prof. Dr. Dirk Braun
Prof. Dr. Dirk Braun

In Alghero präsentiert er einen Beitrag, der unter dem Titel „Payment-Consumption Order in Pay What You Want-Pricing: Theory and Evidence from Two Field Experiments“ zur Veröffentlichung im International Journal of Business Strategy angenommen wurde. Co-Autor ist Prof. Dr. Marcus Kunter von der Europäischen Fachhochschule. „Gemeinsam haben wir uns den Preismechanismus ‚Pay what you want‘ angesehen. Dabei liegt die Kontrolle über die Festlegung des Preises für ein Produkt oder eine Dienstleistung in den Händen der Käufer*innen: Sie zahlen vor oder nach dem Verbrauch eine Summe, die ihnen angemessen erscheint“, erläutert Prof. Dr. Braun. Die beiden Wissenschaftler sind davon ausgegangen, dass Zahlungen, die nach dem Verbrauch getätigt werden, höher ausfallen als die Vorher-Zahlungen. „Das liegt in erster Linie daran, dass bei der Nachher-Zahlung das Argument, man könne den Wert des Produktes oder der Dienstleistung nicht richtig einschätzen, entfällt. Deshalb empfinden die Käufer*innen ein höheres psychosoziales Risiko, nicht genug gezahlt zu haben.“ Getestet wurde diese Annahme in zwei Feldexperimenten – in einem Solarium und in einem Museum.

Der Beitrag für die Konferenz in Bled steht unter dem Titel „Sucess Factors for Effective Customer Interaction in Digital Sales – a Case from the Digital Investment Service Industry“. Er ist in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Roger Bons vom ifid Institut für IT-Management & Digitalisierung und Prof. Dr. Rüdiger Nitzsch von der RWTH Aachen entstanden. Thema: die Digitalisierung der Finanzbranche. „Wir stellen einen Ansatz zur Weiterentwicklung bestehender Beratungs- und Dienstleistungen im Privatkundengeschäft von Banken und Vermögensverwaltern vor“, geht Prof. Dr. Braun ins Detail. Digitalisierung und Kundenbindung würden sich dabei nicht ausschließen. Ganz im Gegenteil: „Hybride Angebote weisen erhebliche Potenziale auf. Zum Beispiel, wenn bereits im Vorfeld einer persönlichen Beratung sowohl die aufsichtsrechtlichen und regulatorischen Anforderungen als auch die Datenbasis in einer digitalen Umgebung festgehalten werden, und sich Berater und Kunde im Gespräch vollkommen auf das Wesentliche konzentrieren können.“

Von Big Data bis Digitalisierung

Neues FOM-Institut nimmt Anwendungsfelder der Wirtschaftsinformatik ins Visier

Startschuss für das ifid Institut für IT-Management & Digitalisierung: Im Rahmen der FOM-Dozententage 2017 in Essen nahm das Direktoren-Team – bestehend aus Prof. Dr. Uwe Kern und seinem Stellvertreter Prof. Dr. Rüdiger Buchkremer – die Gründungsurkunden entgegen. Gemeinsam wollen sie mit wissenschaftlichen Kolleginnen und Kollegen in den drei großen Anwendungsfeldern der Wirtschaftsinformatik arbeiten: Big Data, Digitalisierung und digitales Lernen.

Prof. Dr. Thomas Heupel, Prof. Dr. Rüdiger Buchkremer, Prof. Dr. Uwe Kern und Prof. Dr. Burghard Hermeier (v.l., Foto: Tom Schulte)
Prof. Dr. Thomas Heupel, Prof. Dr. Rüdiger Buchkremer, Prof. Dr. Uwe Kern und Prof. Dr. Burghard Hermeier (v.l., Foto: Tom Schulte)


„Konkret umfassen unsere Aufgaben Forschung und Entwicklung, Wissenstransfer und Innovationsförderung an der Schnittstelle von Wissenschaft und Praxis“, erläutert Prof. Dr. Kern. Auch der Transfer von Forschungserkenntnissen in die Lehre werde eine große Rolle spielen. „Um diese Aufgaben zu erfüllen, wollen wir FOM-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in regionalen Forschungsgruppen zusammenbringen“, so der ifid-Direktor. Ein erstes (europäisches) Projekt läuft bereits: Im Rahmen von eComma entstehen Jobprofile und Qualifizierungsangebote für E-Commerce und digitales Marketing, die sowohl dem Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) als auch dem branchenspezifischen e-Competence Framework entsprechen.

Hinter dem Projekt, das die EU im Rahmen des Programms Erasmus+ mit ca. 300.000 Euro fördert, stehen – neben der FOM – die Wroclaw University of Economics als Antragssteller, die Association pour la Promotion Sociale (Bordeaux), das Centro Italiano per l’Apprendimento Permanente (Rom), die Gazi Universitesi (Ankara) sowie die Münchner eurpoma GmbH & Co. KG. „Jeder Partner leitet ein Arbeitspaket entsprechend seiner Kompetenzen“, sagt Dr. Michael Negri, der das Projekt gemeinsam mit Prof. Dr. Uwe Kern auf ifid-Seite steuert. „Einer unserer Schwerpunkte ist beispielsweise die Erstellung der relevanten Curricula: Welche Berufsbilder gibt es? Welche Kompetenzen sind damit verbunden? Und wie kann man sich diese Kompetenzen aneignen?“

Ein weiteres Asset des neugegründeten Instituts: die Kooperation mit Software-Hersteller SAS. „Das Unternehmen arbeitet seit fünf Jahren erfolgreich mit der FOM zusammen und ermöglicht ihren Studierenden, seine Business Intelligence Software für Forschungszwecke zu nutzen“, erklärt Prof. Dr. Buchkremer. „Auf dieser Basis sind bereits mehr als 100 studentische Projekte umgesetzt worden und einige wissenschaftliche Publikationen entstanden. Diese Zusammenarbeit werden wir mit dem Start des ifid natürlich intensivieren.“

Einflussfaktoren der Krankenhauswahl

Prof. Dr. Matusiewicz stellte Projektergebnisse bei den Gesundheitsforen Leipzig vor

Via Text Mining lassen sich Faktoren identifizieren, nach denen Patientinnen und Patienten ein Krankenhaus auswählen. Zu dieser Erkenntnis sind die FOM-Wissenschaftler Prof. Dr. Rüdiger Buchkremer und Prof. Dr. Sascha Koch im Rahmen eines Forschungsprojektes gelangt. Was das für die Praxis bedeutet und welche Vorteile Krankenhäuser daraus ziehen können, stellte Prof. Dr. David Matusiewicz am 7. März in Leipzig zur Diskussion. Der Direktor des ifgs Institut für Gesundheit & Soziales nahm als Referent an den Gesundheitsforen Leipzig teil.

Prof. Dr. David Matusiewicz
Prof. Dr. David Matusiewicz

Am Anfang seines Vortrages stand ein Praxisexkurs: Prof. Dr. Matusiewicz zeigte am Beispiel des Klinikums Essen-Mitte, wie Krankenhäuser Big Data nutzen können. U.a. lassen sich Zugangswege stationär aufgenommener Patientinnen und Patienten feststellen. 45 Prozent von ihnen werden durch Ärztinnen und Ärzte eingewiesen, 30 Prozent weisen sich selbst ein, bei 15 Prozent handelt es sich um Notfälle und 10 Prozent werden verlegt. „Den größten Einfluss auf die Krankenhauswahl haben also nach wie vor niedergelassene Medizinerinnen und Mediziner, es lässt sich aber auch eine deutliche Entwicklung hin zur mündigen Patientin bzw. zum mündigen Patienten feststellen“, betonte der ifgs-Direktor. „38 Prozent aller Deutschen nutzen verstärkt das Internet, um sich zum Thema Gesundheit zu informieren – zum Beispiel in sozialen Netzwerken oder Selbsthilfeforen. Auch Bewertungsplattformen und Online-Terminbuchen werden zunehmend herangezogen.“ Für die Krankenhäuser bedeute das: Im Internet geäußerte Meinungen spielen eine immer bedeutender werdende Rolle für ihre Attraktivität und haben damit maßgeblichen Einfluss auf Patientenströme.

Allerdings – und an dieser Stelle schlug Prof. Dr. Matusiewicz den Bogen zu den Ergebnissen des FOM-Forschungsprojektes – bewerten Patientinnen und Patienten weniger die medizinische Qualität als Aspekte wie die Freundlichkeit des Personals. „Gesundung ist generell keine Voraussetzung für eine positive Bewertung. Auch die Art der Behandlung und deren Effektivität werden selten bewertet. Stattdessen geht es häufig um das Verhalten von Ärztinnen und Ärzten und vom Pflegepersonal: Die Patientinnen und Patienten wollen wahrgenommen und respektiert werden“, erklärte der FOM-Wissenschaftler.

Aus diesen Erkenntnissen leitete er einige Maßnahmen für Gesundheitsakteure ab. „Anhand der Online-Bewertungen lassen sich zum Beispiel die eigene Reputation überprüfen, Schwachstellen identifizieren und Vergleiche mit den Wettbewerbern anstellen“, so Prof. Dr. Matusiewicz. Darüber hinaus seien sie eine wertvolle Ergänzung der – eventuell existierenden – papiergebundenen Zufriedenheitsanalysen, die Krankenhäuser selbst durchführen. „Allerdings stehen viele Einrichtungen erst am Anfang solcher Entwicklungen. Deshalb sind spezialisierte Hochschulen und Forschungseinrichtungen als Impulsgeber und Helfer gefragt.“ Die FOM beispielsweise plane, das Projekt von Prof. Dr. Buchkremer und Prof. Dr. Koch auszuweiten. Zielsetzung sei es, Gesundheitseinrichtungen zielgerichtet beim Umgang mit Big Data unterstützen.