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Führung und Teamentwicklung in Zeiten der Digitalisierung

Projektverbund zeigt neue Wege in der öffentlichen Verwaltung auf

Wie funktionieren Führung und Teamentwicklung im digitalisierten öffentlichen Dienst? Diese Frage steht im Zentrum des im Juli 2017 gestarteten und vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) im Rahmen der Initiative neue Qualität der Arbeit (INQA) geförderten Projektes FührDiV. Projektträgerin ist die Gesellschaft für soziale Unternehmensberatung mbH. Projektnehmer ist die wmp consult - Wilke Maack GmbH. Weitere Beteiligte sind ver.di, das bfw – Unternehmen für Bildung, der Deutsche Gewerkschaftsbund sowie die FOM Hochschule – vertreten durch das ifpm Institut für Public Management.

„Das Projekt will neue Wege finden, damit Personalführung auch in Zeiten der Digitalisierung gelingt“, fasst ifpm-Direktor Prof. Dr. Gottfried Richenhagen die Zielsetzung zusammen. „Schließlich stehen auch Deutschlands Verwaltungen vor der Herausforderung, dass Mitarbeitende von unterwegs oder zuhause tätig werden können und dafür sowohl neue Formen der Arbeitsorganisation als auch neue Kompetenzen benötigen.“ Um entsprechende Instrumente zu entwickeln und auch zu erproben, stehen die Projektpartner in engem Austausch mit Führungskräften, Beschäftigten und ihren Vertreter*innen sowie multidisziplinär mit Verantwortlichen für IT, Personal und Organisation.

Der FührDiV-Schwerpunkt des ifpm liegt auf der Überarbeitung und Anpassung bereits bestehender Handlungshilfen der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) aus den Bereichen Personalführung, Gesundheit, Wissen & Kompetenz sowie weiterer Instrumente aus der strategischen Personalplanung. „Dabei geht es u.a. um die sprachliche Weiterentwicklung in Bezug auf relevante Aspekte und rechtlichen Regelungen im öffentlichen Dienst“, nennt Prof. Dr. Richenhagen ein Beispiel. „Auch der exemplarische Einsatz der Instrumente in Verwaltungen wird Thema sein.“

Ergebnisse und Erfahrungen aus dem Projekt mit dem vollen Titel „Führung im digitalisierten öffentlichen Dienst – Social Labs & Tools für die demokratische Verwaltungskultur von heute“ werden auf einer Webseite veröffentlicht. Geplant sind darüber Veranstaltungen für Vertreter*innen der Verwaltungswelt.

Rückblick auf den Zukunftskongress 2017

Auf dem Weg zur agilen Verwaltung

Ende Juni 2017 fand der Zukunftskongress Staat & Verwaltung statt. 1.500 Entscheiderinnen und Entscheider kamen in Berlin zusammen, um über E-Government und Verwaltungsmodernisierung im Zeichen der Digitalisierung zu sprechen. Zu den Impulsgebern zählte auch Prof. Dr. Gottfried Richenhagen von der FOM Hochschule. Der Direktor des ifpm Institut für Public Management sprach über Agilität in der öffentlichen Verwaltung.

Prof. Dr. Gottfried Richenhagen von der FOM Hochschule in Wesel
Prof. Dr. Gottfried Richenhagen von der FOM Hochschule in Wesel

„Agilität ist so etwas wie der Leitbegriff eines neuen Paradigmas im betriebswirtschaftlichen Denken und Handeln“, lieferte er eine kurze Definition am Anfang seines Vortrags. „Traditionelle Ansätze, die auf Perfektion und detaillierte Planung setzen, stoßen angesichts der Digitalisierung an ihre Grenzen. Agile Managementmethoden sollen Komplexität, Unklarheit und Veränderungsdynamik besser auffangen – zum Beispiel durch Vernetzung, Offenheit und die Einbeziehung von Beteiligten“. Kernelemente seien Experimentierfreude und Bereitschaft zu Fehlern, kurze störungs- und weitgehend hierarchiefreie Entwicklung, frühzeitiges und regelmäßiges Feedback sowie das Idealbild der lernenden Organisation.

„Im Public Management stößt dieser Ansatz vermehrt auf Interesse, auch wenn die Anzahl der agilen Verwaltungen in Deutschland noch relativ gering ist“, so Prof. Dr. Richenhagen. Wie die Agilität im öffentlichen Dienst gesteigert werden kann, zeigte er anhand der beiden Faktoren „Strategische Steuerung und Ressourcenmanagement“ sowie „Strategisches Personalmanagement“. Sein Fazit: „Jede öffentliche Verwaltung muss einen eigenen Migrationspfad der Agilität entwickeln und dabei Flexibilität und zugleich Stabilität gewährleisten, wenn sich dieses neue Paradigma als Managementkonzept bewährt.“ Insbesondere sei zu fragen, über welche Kompetenzen die Mitarbeitenden verfügen müssen, um Agilität in der Verwaltung praktizieren zu können.

GfA trifft FOM

Call for Papers für den 64. GfA-Frühjahrskongress in Frankfurt gestartet

Der 64. Frühjahrskongress der Gesellschaft für Arbeitswissenschaft (GfA) findet an der FOM statt: Vom 21. bis 23. Februar 2018 kommen im Hochschulzentrum Frankfurt am Main sowohl Forschende als auch Praktikerinnen und Praktiker zusammen, um Themen wie neue Formen der Führung, Arbeit und Gesundheit, virtuelle Arbeitsstrukturen, Transferkompetenz oder Arbeit und Big Data zu diskutieren. Titel der Veranstaltung: „Arbeit(s).Wissen.Schaf(f)t Grundlagen für Management & Kompetenzentwicklung“. Wer sich mit einem eigenen Beitrag beteiligen möchte, hat ab sofort Gelegenheit, ein Abstract einzureichen: Der Call for Papers ist am 30. Juni gestartet und läuft bis zum 15. September 2017.

„Gemeinsam mit Vortragenden und Teilnehmenden möchten wir künftige Weichenstellungen von Arbeitswissenschaft, Management und Kompetenzentwicklung beleuchten“, erläutert Prof. Dr. habil. Yvonne Ferreira. „Deshalb wünschen wir uns Beiträge, die die interdisziplinäre Vielfalt des Themas widerspiegeln und gleichzeitig tiefgehende, durchaus kontroverse Diskussionen zulassen“, so die Leiterin des Programmkomitees und Wissenschaftlerin am iwp Institut für Wirtschaftspsychologie an der FOM Hochschule. Entsprechend breit aufgestellt sind die Leitthemen des Kongresses:

  • Teamstrukturen, Zusammenarbeit und neue Formen der Führung
  • Technology based Training, Blended Learning und selbstgesteuertes Lernen im Arbeitskontext
  • soziale und virtuelle Realität am Arbeitsplatz – neue Perspektiven durch virtuelle Arbeitsstrukturen und Entgrenzung der Arbeit
  • Arbeitswissenschaft – quo vadis (Selbstverständnis, politische und rechtliche Veränderungen im Kontext der Arbeitswissenschaft, Ethik und Wertevorstellung der Arbeit, Visionen, Perspektiven)
  • Arbeit und Gesundheit (Gesundheitsmanagement, Resilienz und Selbstkompetenz …)
  • Arbeit und Big Data – Auswertung, Erhebung, Chancen, Gefahren
  • Mensch-Maschine-Schnittstelle
  • individuelle und organisationale Zeitkompetenz
  • Transferkompetenz – von der Theorie zur Praxis
  • Spannungsfeld Arbeitswissenschaft und Management
  • interkulturelle Herausforderungen der Arbeit


Die einzureichenden deutsch- oder englischsprachigen Abstracts sollten diesen Leitthemen zuzuordnen sein und eine Länge von 2.200 Zeichen nicht überschreiten. Ein Programmkomitee entscheidet über die Annahme der Beiträge und informiert die Autorinnen und Autoren ab dem 31. Oktober 2017 über die Ergebnisse. Weitere Informationen zum Call for Papers und zum Kongress selbst sind unter www.gfa2018.de zu finden.

Verwaltung 4.0

Wie sieht der öffentliche Dienst der Zukunft aus?

Werden in wenigen Jahren Drohnen zur Abnahme von Hochbauten eingesetzt? Wird es eine automatische Überwachung der Einhaltung von Bewährungsauflagen geben? Werden Feuerwehrhelme und -brillen intelligent vernetzt? Im Rahmen der Personaltage Berlin stellte Prof. Dr. Gottfried Richenhagen verschiedene Szenarien einer Verwaltung 4.0 zur Diskussion. Gleichzeitig ging der Direktor des ifpm Institut für Public Management der FOM Hochschule der Frage nach, was diese Entwicklungen für die Kompetenzen und die Qualifizierung von Mitarbeitenden bedeuten.

Prof. Dr. Richenhagen bei den Personaltagen in Berlin (Foto: Kommunales Bildungswerk e.V.)
Prof. Dr. Richenhagen bei den Personaltagen in Berlin (Foto: Kommunales Bildungswerk e.V.)

„Zukünftig wichtige Kompetenzen sind u.a. Innovationsfreudigkeit, Konzeptionsstärke, Wissensorientierung sowie schöpferische, Kommunikations-, Problemlösungs- und analytische Fähigkeiten“, betonte er. „Für das Personalmanagement bedeutet das: Um trotz turbulenter Umfeldbedingungen – zum Beispiel mit Blick auf den demografischen Wandel oder neue Politikstrukturen – die passenden Mitarbeitenden für aktuelle und zukünftige Aufgaben zu haben, sind Strategieorientierung und Kompetenzmanagement gefragt.“

Ein entsprechender konzeptioneller Ansatz ziele darauf ab, Maßnahmen zum Erhalt, zur Erweiterung und Anpassung der Kompetenzen durchzuführen. „Dazu gehören zum Beispiel ein auf Basis eines Kompetenzmodells formuliertes Anforderungsprofil für jedes Stellenbündel sowie ein didaktisch-methodisches Modell, durch das bei der Umsetzung der Maßnahmen die Einbeziehung der bisher erworbenen Kompetenzen sichergestellt werden kann“, sagte Prof. Dr. Richenhagen. Last but not least sei eine Systematik gefragt, nach der die entsprechenden Maßnahmen realisiert, gesteuert und kontrolliert werden.

Wer sich im Detail mit dem Vortrag „Qualifizierung, Kompetenzentwicklung, demografieorientierte Personalarbeit – Personalentwicklung des öffentlichen Dienstes im Wandel“ befassen möchte, findet die Folien auf der Internetseite des ifpm.

Volles Haus bei den Personaltagen in Berlin (Foto: Kommunales Bildungswerk e.V.)
Volles Haus bei den Personaltagen in Berlin (Foto: Kommunales Bildungswerk e.V.)

FOM Master-Forschungsforum 2017

Der Weg zur richtigen Forschungsfrage

Fragen Sie sich und andere. Kombinieren Sie Kernbegriffe. Gehen Sie in die Tiefe, nicht in die Breite. So lauteten einige der Tipps, die Prof. Dr. Gottfried Richenhagen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des FOM Master-Forschungsforums 2017 ans Herz legte. Der Direktor des ifpm Institut für Public Management zeigte in seinem Vortrag den Weg zur richtigen Forschungsfrage für die Abschlussarbeit auf. Für Lacher sorgte er mit seinen Leitfragen zum Ärgern Ihres Betreuers. „Stellen Sie ganz viele Sub-Forschungsfragen oder greifen Sie eine Frage auf, die in der Literatur bereits zum x-ten Mal behandelt wurde“, empfahl er. „Sprechen Sie von Modellen, ohne welche zu verwenden, oder nehmen Sie am Ende gar keinen Bezug mehr zu Ihrer ursprünglichen Frage.“

Prof. Dr. Richenhagens praxisorientierter Beitrag passte perfekt ins Konzept der Veranstaltung, die rund 370 FOM Studierenden ins Düsseldorfer Hochschulzentrum lockte. „Wir sehen das Master-Forschungsforum, das in diesem Jahr übrigens zum insgesamt 6. Mal stattgefunden hat, als Orientierungshilfe“, betonte Prof. Dr. Thomas Heupel. „Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten in Form von Vorträgen, Workshops und Sprechstunden Input und Impulse für eine erfolgreiche wissenschaftliche Abschlussarbeit – von der Themenfindung über die wissenschaftliche Erarbeitung bis zur Verschriftlichung“, so der FOM Prorektor Forschung.

Großes Interesse am Vortrag von Prof. Dr. Charles Hampden-Turner (Foto: Tom Schulte)
Großes Interesse am Vortrag von Prof. Dr. Charles Hampden-Turner (Foto: Tom Schulte)


Ein besonderes Highlight der diesjährigen Veranstaltung war der Vortrag von Prof. Dr. Charles Hampden-Turner. Der Management-Philosoph und Erfinder der Dilemma-Theorie setzte sich mit der Frage auseinander, wie Unternehmen Wert (Value) systematisch und fundamental besser verstehen können. Wer sich intensiver mit seinen Thesen befassen wollte, hatte im anschließenden CSR-Track Gelegenheit dazu: Dort vertiefte der Wissenschaftler seine Ausführungen im Gespräch mit Prof. Dr. Linda O’Riordan und Prof. Dr. Piotr Zmuda vom KCC KompetenzCentrum für Corporate Social Responsibility der FOM Hochschule.

In weiteren, parallel laufenden Tracks ging es um Accounting & Reporting, Marketing & Communication, Risk Management & Finance, Human Resource Management, Technologie- & Innovationsmanagement, Sales Management, Wirtschaftspsychologie, Wirtschaftsrecht und IT-Management. Der Aufbau war dabei immer ähnlich: Auf einen Überblick zum aktuellen Forschungsstand des jeweiligen Fachbereichs folgten Impulsvorträge zu einzelnen Schwerpunkten sowie eine Abschlussdiskussion. Zudem wurden einzelne Master-Arbeiten als Best-Practice-Beispiele vorgestellt.

Im Anschluss an die beiden arbeitsreichen Tage in Düsseldorf zog Prof. Dr. Heupel eine positive Bilanz. „Ich bin mir sicher, dass wir viele Studierende auf ihrem Weg zur Abschlussarbeit ein gutes Stück weitergebracht haben“, freute sich der Prorektor, „und ich bin sehr gespannt, welche Forschungsfragen in den kommenden Monaten an der FOM Hochschule aufgegriffen und beantwortet werden.“