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Arbeitstätigkeiten & -formen in komplexen Umgebungen

iwp-Mitglieder gestalten die Zeitschrift für Arbeitswissenschaft

Die Gesellschaft für Arbeitswissenschaft (GfA) e.V. hat die neueste Ausgabe ihrer Zeitschrift für Arbeitswissenschaft veröffentlicht. Das Thema lautet Arbeitstätigkeiten und -formen in komplexen Umgebungen. Das Besondere aus FOM-Sicht: Die Redaktion des Heftes lag in den Händen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des iwp Institut für Wirtschaftspsychologie. „Die Artikel zeigen eine kleine Auswahl der verschiedenen Aspekte der Wirtschaftspsychologie, die am iwp empirisch untersucht werden“, erklärt Prof. Dr. habil. Yvonne Ferreira, die die Rolle der Herausgeberin übernommen hat. „Die Vielseitigkeit dieser Forschung aufzuzeigen war auch eines unserer Ziele mit diesem Themenheft.“

Der erste Beitrag stammt aus der Feder von Prof. Dr. Ekkehard Stephan und Guido Kiell. Die beiden Wissenschaftler beleuchten Entscheidungsprozesse professioneller Investoren auf Finanzmärkten. Ihre Zielsetzung: den Gebrauch von Urteilsheuristiken abzuschätzen, die von grundlegender Bedeutung in der wirtschaftspsychologischen Forschung sind. Der darauf folgende Artikel trägt den Titel „Zurich Modell Revisited – Validation of the Model of Different Forms of Work Satisfaction“. Die Autoren: Prof. Dr. habil. Yvonne Ferreira sowie das iwp-Direktoren-Duo Prof. Dr. habil. Sandra Sülzenbrück und Prof. Dr. habil. Sebastian Sauer. Gemeinsam beschreiben sie eine Weiterentwicklung des ursprünglichen Zurich Modells der Arbeitszufriedenheit von Agnes Bruggemann.

Das Thema Arbeitszufriedenheit steht auch im Zentrum des Beitrags von Prof. Dr. Christoph Berg. Der Sprecher des FOM Hochschulbereichs Wirtschaft & Psychologie hat die Zusammenhänge zwischen beruflicher Identität, Commitment und Arbeitszufriedenheit empirisch untersucht. Um Erfolgsfaktoren im Ideenmanagement dreht sich der letzte Artikel des Heftes: Prof. Dr. Hans-Dieter Schat stellt die Ergebnisse verschiedener empirischer Erhebungen vor und diskutiert auf dieser Basis, ob Ideenmanagement den Erfahrungen und dem Wissen aller Beschäftigen dient oder eher für die Erstellung von Dienstleistungen und Produkten genutzt wird.

Studie zu Future Time Perspective

Wissenschaftler veröffentlichen Ergebnisse in „Psychology and Aging“

Welche Komponenten bestimmen, wie wir die Zeit wahrnehmen, die uns im Leben noch bleibt? Mit dieser Frage haben sich Dr. Margund Rohr (Universität Leipzig), Prof. Dr. Dennis T. John (FOM Hochschule), Prof. Dr. Helene H. Fung (Chinese University of Hong Kong) und Prof. Dr. Frieder R. Lang (Friedrich-Alexander-Universität Nürnberg-Erlangen) befasst. Die vier Forschenden haben Datensätze mit mehr als 2.000 Personen aus Deutschland, Kanada, den USA und China ausgewertet und auf Basis ihrer Ergebnisse ein „Three-Component Model of Future Time Perspective“ entwickelt. Der gleichnamige Artikel wird in der Dezember-Ausgabe von Psychology and Aging veröffentlicht – einem high-impact Journal der American Psychological Association.

Prof. Dr. Dennis T. John lehrt an der FOM Hochschule in Augsburg und engagiert sich am iwp Institut für Wirtschaftspsychologie.
Prof. Dr. Dennis T. John lehrt an der FOM Hochschule in Augsburg und engagiert sich am iwp Institut für Wirtschaftspsychologie.


„Die drei Komponenten unseres Modells heißen Extension, Opportunity und Constraint“, erläutert Prof. Dr. John. „Hinter dem ersten Begriff verbirgt sich die subjektive Einschätzung der verbleibenden Zeit im Vergleich zur kompletten Lebensspanne. Bei der Komponente ‚Opportunity‘ geht es um die Frage, was in dieser verbleibenden Zeit noch möglich ist, während bei ‚Constraint‘ mögliche Zwänge oder Barrieren in der Zukunft im Fokus stehen.“

Unternehmen können diese Erkenntnisse u.a. dabei helfen, Herausforderungen des demografischen Wandels in Angriff zu nehmen, so der Wissenschaftler. „Abhängig von der Frage, wie viel Zeit bleibt mir in meinem Berufsleben, verschieben sich meist die Motive der Beschäftigten: Während Mitarbeitende am Anfang ihres Berufslebens Karriere, Wachstum und Weiterentwicklung anstreben, setzen Ältere in der Regel auf andere Werte und Ziele. Ihnen ist beispielsweise wichtig, dass das Betriebsklima stimmt oder dass sie ihr Know-how an die nachrückende Generation weitergeben können.“ Diese Motive sollten sowohl bei der Führungsarbeit als auch bei der Personalentwicklung berücksichtigt werden. Es sei beispielsweise unfair, Ältere bei Weiterbildungsmaßnahmen zu übergehen. „Die in der Unternehmenspraxis oft anzutreffende Einschätzung, ältere Mitarbeitende seien unmotivierter als ihre jüngeren Kolleginnen und Kollegen, ist definitiv falsch“, betont Prof. Dr. John. „Was sich unterscheidet, sind ihre Ziele und Motive.“

Bei seiner weiteren Forschungsarbeit will Prof. Dr. John das Thema im (Berufs-)Alltag näher beleuchten. Er setzt sich u.a. mit der Frage auseinander, welche Auswirkungen die Future Time Perspective sowohl auf die Strukturierung des beruflichen Alltags als auch auf das individuelle Zeitmanagement hat.

FOM Forschender auf Tokio-Reise

Prof. Dr. Karsten Lübke war als Referent auf wissenschaftlichen Veranstaltungen in Japan vertreten

Prof. Dr. Karsten Lübke, Lehrender der FOM in Dortmund und Wissenschaftler am ifes Institut für Empirie & Statistik, war als Referent auf zwei internationalen Tagungen in Japan vertreten. Auf beiden Veranstaltungen stellte er Arbeiten vor, die er gemeinsam mit anderen Forschenden der Hochschule durchgeführt hat.

Lag auf Prof. Dr. Lübkes Weg zu den Veranstaltungen: der buddhistische Tempel Sengakuji.
Lag auf Prof. Dr. Lübkes Weg zu den Veranstaltungen: der buddhistische Tempel Sengakuji.


Erste Station war die Conference of the Internationel Federation of Classification Societies in Tokio. Hier sprach Prof. Dr. Lübke über „Benchmarking classification of stock performance by corporate performance measures – insights from different modelling techniques“. An diesem Thema arbeitet er gemeinsam mit Prof. Dr. Roland Wolf vom isf Institute for Strategic Finance & Prof. Dr. habil. Sebastian Sauer vom iwp Institut für Wirtschaftspsychologie. Im Zentrum des Vortrages stand die Generalisierbarkeit von (statistischen) Ergebnissen bzw. ihre Übertragbarkeit auf andere Märkte oder Zeiten. „Ein Punkt, der in der Praxis von großer Bedeutung ist“, wie Prof. Dr. Lübke betonte, „und den wir auf Basis von Performance-Kennzahlen börsennotierter Unternehmen aus Deutschland, Polen und Japan im Zeitraum 2010 bis 2015 beleuchtet haben.“

Die zweite Veranstaltung fand ebenfalls in Tokio statt. Der Name: “6th Japanese and German Symposium on Classification”. Als einer von insgesamt acht deutschen Teilnehmenden präsentierte der FOM Wissenschaftler dort ein Projekt, an dem er mit Prof. Dr. Oliver Gansser arbeitet, dem stellvertretenden Direktor des ifes. Unter dem Titel „Components, Cluster and Correspondence (?): A data driven approach to consumer behaviour segmentation“ ging Prof. Dr. Lübke ein auf die Ergebnisse und die statistische Methodik der Datenanalyse zur Sommerumfrage der FOM Hochschule.

Zurück in Deutschland fällt der ifes-Experte ein positives Urteil zu seiner Tokio-Reise. „Der Besuch der beiden Tagungen war ein voller Erfolg“, so Prof. Dr. Lübke. „Hochkarätige Forscher, internationale Sichtbarkeit, intensiver Austausch – und die FOM mittendrin.“

Entscheidungsfindung von Investorinnen und Investoren

FOM Absolvent stellt Studienergebnisse bei der Tagung der Fachgruppe Arbeits-, Organisations- & Wirtschaftspsychologie vor

Schöner Erfolg für Lars Speckemeier: Der Bachelor-Absolvent der FOM Hochschule präsentiert die Ergebnisse seiner Thesis im September 2017 in Dresden – und zwar im Rahmen der 10. Tagung der Fachgruppe Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie. „Die Akzeptanz der Paper ist bei dieser Veranstaltung durchaus selektiv“, hebt Prof. Dr. Ekkehard Stephan hervor, „was für die Qualität des eingereichten Beitrages spricht.“ Der FOM Wissenschaftler des iwp Institut für Wirtschaftspsychologie hat die Abschlussarbeit als Erstgutachter betreut. Zweitgutachter war Prof. Dr. Frank P. Schulte, wissenschaftlicher Leiter des KCD KompetenzCentrum für Didaktik in der Hochschullehre für Berufstätige.

FOM Absolvent Lars Speckemeier
FOM Absolvent Lars Speckemeier

In Dresden stellt Lars Speckemeier die Ergebnisse einer Studie vor, die er im Rahmen seiner Bachelor-Thesis durchgeführt und für die er über 400 chinesische Studierende schriftlich befragt hat. Im Zentrum stand dabei die Frage, welchen Einfluss eine übersteigerte subjektive Sicherheit über die Richtigkeit eigener Urteile („overconfidence") und sogenannte Ankereffekte („numerical anchoring“) auf die Entscheidungsfindung von Investorinnen und Investoren aus einer kollektivistischen Kultur haben. Eines der Ergebnisse: „Gruppen scheinen deutlich risikobereiter zu sein, wenn es um Investitionen geht, als Individuen“, so Lars Speckemeier. „Auch Hinweise auf übersteigerte subjektive Urteilssicherheit und Ankereffekte bei Aktienkursprognosen konnte ich unter den Studierenden ausmachen – allerdings ohne signifikante Unterschiede zwischen Individuen und Gruppen.“

Sein Vortrag steht unter dem Titel „Group investment in China: A study of anchoring and overconfidence in collectivist culture“. Angesetzt ist er für den 14. September um 17:20 Uhr.

GfA trifft FOM

Call for Papers für den 64. GfA-Frühjahrskongress in Frankfurt gestartet

Der 64. Frühjahrskongress der Gesellschaft für Arbeitswissenschaft (GfA) findet an der FOM statt: Vom 21. bis 23. Februar 2018 kommen im Hochschulzentrum Frankfurt am Main sowohl Forschende als auch Praktikerinnen und Praktiker zusammen, um Themen wie neue Formen der Führung, Arbeit und Gesundheit, virtuelle Arbeitsstrukturen, Transferkompetenz oder Arbeit und Big Data zu diskutieren. Titel der Veranstaltung: „Arbeit(s).Wissen.Schaf(f)t Grundlagen für Management & Kompetenzentwicklung“. Wer sich mit einem eigenen Beitrag beteiligen möchte, hat ab sofort Gelegenheit, ein Abstract einzureichen: Der Call for Papers ist am 30. Juni gestartet und läuft bis zum 15. September 2017.

„Gemeinsam mit Vortragenden und Teilnehmenden möchten wir künftige Weichenstellungen von Arbeitswissenschaft, Management und Kompetenzentwicklung beleuchten“, erläutert Prof. Dr. habil. Yvonne Ferreira. „Deshalb wünschen wir uns Beiträge, die die interdisziplinäre Vielfalt des Themas widerspiegeln und gleichzeitig tiefgehende, durchaus kontroverse Diskussionen zulassen“, so die Leiterin des Programmkomitees und Wissenschaftlerin am iwp Institut für Wirtschaftspsychologie an der FOM Hochschule. Entsprechend breit aufgestellt sind die Leitthemen des Kongresses:

  • Teamstrukturen, Zusammenarbeit und neue Formen der Führung
  • Technology based Training, Blended Learning und selbstgesteuertes Lernen im Arbeitskontext
  • soziale und virtuelle Realität am Arbeitsplatz – neue Perspektiven durch virtuelle Arbeitsstrukturen und Entgrenzung der Arbeit
  • Arbeitswissenschaft – quo vadis (Selbstverständnis, politische und rechtliche Veränderungen im Kontext der Arbeitswissenschaft, Ethik und Wertevorstellung der Arbeit, Visionen, Perspektiven)
  • Arbeit und Gesundheit (Gesundheitsmanagement, Resilienz und Selbstkompetenz …)
  • Arbeit und Big Data – Auswertung, Erhebung, Chancen, Gefahren
  • Mensch-Maschine-Schnittstelle
  • individuelle und organisationale Zeitkompetenz
  • Transferkompetenz – von der Theorie zur Praxis
  • Spannungsfeld Arbeitswissenschaft und Management
  • interkulturelle Herausforderungen der Arbeit


Die einzureichenden deutsch- oder englischsprachigen Abstracts sollten diesen Leitthemen zuzuordnen sein und eine Länge von 2.200 Zeichen nicht überschreiten. Ein Programmkomitee entscheidet über die Annahme der Beiträge und informiert die Autorinnen und Autoren ab dem 31. Oktober 2017 über die Ergebnisse. Weitere Informationen zum Call for Papers und zum Kongress selbst sind unter www.gfa2018.de zu finden.