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Münchner FOM Studierende bei wissenschaftlicher Tagung in Österreich

Master-Studentin übernimmt Koordination der Kompetenzgruppe „Early Career Public Health Researcher“

FOM Studentin Linda Föttinger
Linda Föttinger studiert "Public Health" an der FOM in München und ist als junge Forscherin aktiv (Foto: privat)

Die Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Public Health (ÖGPH) fand 2018 in Wien statt. Drei Münchner FOM Studierende reisten gemeinsam mit ihrem Dozenten Prof. Dr. med. Robert Dengler in die österreichische Hauptstadt, um dort ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse vorzustellen.

Im Rahmen einer Poster-Präsentation zeigte FOM Absolventin Martina Borner, was sie in ihrer Master-Arbeit im Studiengang Public Health herausgefunden hatte. Ihr Thema war die „Datenqualitätsanalyse mittels Quelldatenabgleich im Kontext eines onkologischen Spitzenzentrums“. Master-Studentin Andrea Lakasz, eingeschrieben im Studiengang Medizinmanagement, präsentierte Zwischenergebnisse des Projekts Arteria Danubia zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung in Donauanrainerstaaten. Das Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert, die Leitung hat Prof. Dr. habil. Manfred Cassens, Direktor des Instituts für Gesundheit und Soziales (ifgs) der FOM Hochschule.

Linda Föttinger, ebenfalls Master-Studentin Public Health am Münchner FOM Hochschulzentrum, stellte ihre Daten zum Thema „Korrelation von Inzidenz und Mortalität von Unfällen im Kindealter zum Einkommen der Eltern“ vor. In ihrem Beitrag legte sie dar, dass unter ausschließlicher Betrachtung des Einkommens – welches nur eine Determinante des sozialen Status‘ darstellt – kein Zusammenhang mit der Inzidenz und Mortalität von Unfällen im Kindesalter nachzuweisen ist. Darüber hinaus übernahm Linda Föttinger im Rahmen des Workshops „Early Career Public Health Researcher“ die Aufgabe, eine geeignete Kommunikationsplattform für die Zusammenarbeit der jungen Forscherinnen und Forscher zu finden und deren Aufbau zu begleiten. „Die Vernetzung und der Austausch untereinander ist mir enorm wichtig, da wir im Rahmen dieser Peer-Group zukünftig verschiedene Themen bearbeiten können. Ich freue mich jetzt schon auf die spannenden Diskussionen beim nächsten Treffen unserer Gruppe“, so die FOM Studentin.

Ihr betreuender Dozent Prof. Dr. med. Robert Dengler freut sich über das wissenschaftliche Engagement der Studierenden: „Zusätzlich zu einem berufsbegleitenden Studium noch herausragendes wissenschaftliches Interesse zu entwickeln und sich in der wenigen Freizeit aktiv an einem Kongress zu beteiligen, verdient hohe Wertschätzung und gibt auch dem Dozenten eine positive Rückkoppelung.“

Kostenlose Online-Trainings

Während des Studiums die Gesundheit fördern

Seit 2017 beteiligt sich die FOM Hochschule an StudiCare – einem von der Krankenkasse Barmer geförderten Projekt der Universität Ulm und der Friedrich-Alexander-Universität Nürnberg-Erlangen. Für die Studierenden bedeutet das: Sie können an vielen kostenfreien Online-Trainings zur Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden teilnehmen. 

Zur Auswahl stehen beispielsweise „Achtsamkeit“, „Verringerung von Prüfungsängsten“, „Steigerung der Resilienz“ und „Verringerung von Sorgen und Ängsten.“ Die Trainings sind wissenschaftlich fundiert sowie zeit- und ortsunabhängig nutzbar. Teilnehmende lernen Strategien für den Umgang mit psychischen oder psychosomatischen Symptomen kennen. Und sie lernen, diese Strategien gegebenenfalls in ihren (Studien-)Alltag zu integrieren.  Unterstützt werden sie dabei durch ein Team an Fachleuten, das die Gesundheits-Trainings begleitet. Weitere Informationen zu dem Angebot finden Sie unter www.studicare.com/trainings.

„Das Projekt läuft nun schon seit einer Weile – auch in Kooperation mit der FOM Hochschule – und ist eine gute Möglichkeit, dem Stress von Arbeit, Studium und der durch die Digitalisierung gefühlt immer schneller drehenden Welt etwas entgegenzusetzen“, so Prof. Dr. David Matusiewicz, Dekan für Gesundheit & Soziales und Direktor des Instituts für Gesundheit & Soziales (ifgs).

Die FOM Hochschule selbst führt einen jährlichen Gesundheitsreport berufstätig Studierender unter der Leitung der Institute ifgs und ifes (Institut für Empirie & Statistik) durch. 

Große Ehre für FOM Dekan

Prof. Dr. David Matusiewicz hielt Vortrag an Elite-Universität Yale/USA

Mit vielen positiven Eindrücken ist Prof. Dr. David Matusiewicz aus New Heaven nach Deutschland zurückgekehrt. An der Elite-Universität Yale präsentierte der Dekan für Gesundheit und Soziales der FOM Hochschule auf der zweiten „Biennial Conference of China Health Policy and Management Society“ Ergebnisse einer groß angelegten Studie zur Versorgungssituation von Patienten mit Psoriasis Arthritis, einer schwerwiegenden entzündlichen Erkrankung der Gelenke.

Gruppenbild mit Prof. Dr. David Matusiewicz (vorn 3.v.l.)

Matusiewicz sprach vor rund 200 Gesundheits- und Public Health-Experten an der Yale School of Public Health. „Es war eine große Ehre für mich, bei der Konferenz an einer derart traditionellen Universität teilnehmen zu können“, so der Dekan nach seiner Rückkehr in Deutschland. Informationen zur Studie unter: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/ddg.13464_g

Fachtagung zu Digitalisierung im Gesundheitswesen

Deutschland dümpelt hinterher

Warum kommt der digitale Hype nicht im Gesundheitswesen an? Um diese provokante Frage ging es beim dritten Symposium „eHealth & Society“ an der FOM Hochschule in München. Zahlreiche Experten beleuchteten das so wichtige gesellschaftliche Thema aus verschiedenen Blickwinkeln. Dass Digitalisierung für ganz unterschiedliche Akteure des Gesundheitswesens relevant ist, zeigte die große Zahl von über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Ärzteschaft, der Pflege, der Informatik und von Krankenkassen.

Symposium eHealth & Society an der FOM in München
Über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten und informierten sich an der FOM über die Digitalisierung im Gesundheitswesen (Fotos: Christian Vogel/FOM)

Mit dem Titel „Der digitalisierte Mensch im Potenzialfeld von Klinik und Praxis“ legten die FOM Hochschule, der Medizinische Dienst der Krankenkassen in Bayern, das Städtische Klinikum München und die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt als Ausrichter der Veranstaltung bewusst den Finger in eine Wunde. Denn während die Digitalisierung im Gesundheitswesen anderer europäischer Länder bereits deutlich vorangeschritten ist, dümpelt Deutschland diesbezüglich eher vor sich hin – und den Nachbarstaaten hinterher.

Prof. Dr. habil. Manfred Cassens, Direktor des ifgs Institut für Gesundheit & Soziales der FOM Hochschule
Prof. Dr. habil. Manfred Cassens, Direktor des ifgs Institut für Gesundheit & Soziales der FOM Hochschule

Es ist bei weitem nicht nur die elektronische Gesundheitskarte, die für Unbehagen unter den Experten sorgt. „Eine Vielzahl von Beiträgen in Fachzeitschriften weist auf die zahlreichen Probleme hin, die wir im Rahmen unseres Symposiums gebündelt aufzeigen wollten“, so Prof. Dr. habil. Manfred Cassens, Direktor des ifgs Institut für Gesundheit & Soziales der FOM Hochschule. Spitzenvertreter von vier großen Krankenkassen waren ebenso vertreten wie Verantwortliche der Kassenärztlichen Vereinigung, der Pflegenden in Bayern sowie großer Kliniken.

Dr. Axel Fischer, Städtisches Klinikum München, an der FOM Hochschule
Dr. Axel Fischer, Städtisches Klinikum München, spricht beim Symposium "eHealth & Society"

„Wir sehen ein großes Problem in den Insellösungen, die jedes Klinikum für sich entwickelt und deren Ergebnisse nicht im gesamten Gesundheitssystem ankommen“, erläuterte etwa Dr. Axel Fischer vom Städtischen Klinikum München. Das Dilemma dieser Insellösungen sei, dass sie meist nur für sich allein funktionierten. Hier werde die Politik zeitnah handeln müssen, um das Versorgungsniveau für allen Kliniken sicherzustellen, mahnte der Experte.

Dass die Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen regelrecht ausgebremst wird, ist – so lautet das zentrale Ergebnis der Tagung – fünf Kernbereichen zuzuschreiben. Zum einen sorgt die fehlende Finanzierung der Infrastruktur dafür, dass nur inselhafte Einzellösungen auf Projektniveau zustande kommen. Zweitens wurde als Problem identifiziert, dass durch die Einführung einer einheitlichen elektronischen Gesundheitskarte Insellösungen einzelner Kliniken verhindert werden sollten. Drittens ist davon auszugehen, dass eine reine Online-Behandlung in Deutschland auch zukünftig nicht gewünscht ist – weder von Patienten noch von Ärzten. Viertens sollten soziale Faktoren beachtet werden, insbesondere die sehr unterschiedliche regionale Verfügbarkeit von IT-Infrastrukturen und ebenso die Nutzungsgepflogenheiten, die bezogen auf die soziale Schicht sehr unterschiedlich ausfallen. Und abschließend gilt es zu bedenken, dass aktuell diverse Datensilos verschiedener Stakeholder existieren und nicht „einfach so“ zusammengeführt werden können.

Fest steht schon jetzt: Digitalisierung im Gesundheitswesen wird als Thema spannend bleiben. Das nächste Symposium „eHealth & Society“ an der FOM Hochschule in München ist für Februar 2019 geplant.