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Wartezimmer? Abschaffen!

Start-up-Unternehmerin diskutiert mit FOM Studierenden

Seit mehr als 15 Jahren arbeitet Dr. med. Shabnam Fahimi-Weber als HNO-Ärztin in Essen. Sie weiß: Je kürzer die Zeit, die Patient*innen im Wartezimmer verbringen, desto größer ist ihre Zufriedenheit. „Der Alltag in vielen Praxen sieht aktuell allerdings noch ganz anders aus“, so die Medizinerin. „Die durchschnittliche Wartezeit beträgt 6 Stunden und 48 Minuten pro Person und pro Jahr.“ Mit Studierenden des berufsbegleitenden Bachelor-Programms Gesundheits- und Sozialmanagement diskutierte sie mögliche Alternativen. Moderator des Gesprächs im Hörsaal: Prof. Dr. David Matusiewicz, Dekan für den Bereich Gesundheit und Soziales an der FOM Hochschule und Direktor des ifgs Institut für Gesundheit & Soziales.

Dr. med. Shabnam Fahimi-Weber
Dr. med. Shabnam Fahimi-Weber


„Natürlich wird es auch in Zukunft ältere Patient*innen geben, die mit ihrem Papier-Kalender in der Praxis stehen und Termine in zeitintensiven Gesprächen mit den Ärzthelfer*innen abstimmen“, betonte Shabnam Fahimi-Weber. „Für alle anderen hält die Digitalisierung einige schöne Möglichkeiten der Optimierung bereit, die Wartezimmer langfristig überflüssig machen.“

Eine davon hat sie mit ihrem eigenen Start-up-Unternehmen umgesetzt: eine spezielle Software. „Mit Hilfe des Programms erfolgt die Terminabstimmung vollautomatisch“, so die Ärztin. „Wer einen Termin haben möchte, kann via Smartphone direkt auf das Kalendermodul der jeweiligen Praxis zugreifen und wird darüber hinaus umgehend über eventuell anstehende Wartezeiten informiert. Die lässt sich dann individuell nutzen.“ Von den Studierenden gab es größtenteils positives Feedback zu dieser Idee. Gleichzeitig hatten sie – mit Blick auf die eigenen beruflichen Erfahrungen – den einen oder anderen Marketing-Tipp für die Start-up-Unternehmerin parat…

Zwischen Online-Campus und eHealth

Polnische Delegation zu Gast an der FOM München

Der Austausch zwischen der FOM Hochschule und der Kardinal-Stefan-Wyszyński-Universität bleibt rege: Nachdem Prof. Dr. habil. Manfred Cassens zuletzt im April 2017 zu Gast in Warschau war, besuchte eine fünfköpfige polnische Delegation Mitte September 2017 das Hochschulzentrum in München. Bei den Gesprächen ging es sowohl um den Online-Campus der FOM als auch um anstehende Veranstaltungen und Forschungsprojekte.

Die polnische Delegation um Dr. Marek Kuleza (4.v.l.) mit Vertreterinnen und Vertretern des FOM Hochschulzentrums in München: Thomas Schweigler (stellv. Geschäftsleitung, l.), Andrea Lakasz (ifgs Research Fellow, 4.v.r.) und Prof. Dr. habil. Manfred Cas
Die polnische Delegation um Dr. Marek Kuleza (4.v.l.) mit Vertreterinnen und Vertretern des FOM Hochschulzentrums in München: Thomas Schweigler (stellv. Geschäftsleitung, l.), Andrea Lakasz (ifgs Research Fellow, 4.v.r.) und Prof. Dr. habil. Manfred Cassens (3. v. r.).

„Die Reisegruppe um Dr. Marek Kuleza hat sich in erster Linie über unseren Online-Campus informiert. Zu diesem Zweck wurde vor dem Besuch in München auch ein Zwischenstopp an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt eingelegt, die ihren Studierenden einen ähnlichen Service bietet“, so Prof. Dr. habil. Cassens. Hintergrund: Die Kardinal-Stefan-Wyszyński-Universität hat im Sommer diesen Jahres vom polnischen Bildungsministerium den Zuschlag für die Entwicklung eines solchen elektronischen Managementsystems für öffentliche Bildungsträger erhalten.

Die übrigen Gesprächsthemen hatten direkten Bezug zu den Aktivitäten des ifgs Institut für Gesundheit & Soziales, dessen Direktor Prof. Dr. habil. Cassens ist. So bestätigte Dr. Marek Kuleza u.a. die Teilnahme einer Delegation der Kardinal-Stefan-Wyszyński-Universität an der Konferenz eHealth & Society am 21. Februar 2018. Auch an der für das kommende Jahr geplanten internationalen Konferenz zum BMBF-geförderten Projekt Arteria Danubia werde man sich in Form eigener Beiträge beteiligen, so die Zusage des polnischen Wissenschaftlers.

Digitale Transformation im Gesundheitswesen

Top-Entscheiderinnen und Entscheider nehmen Stellung

„Die vernünftige, schnelle und zielgerichtete Digitalisierung ist die zentrale Anforderung an unser Gesundheitswesen in den kommenden Monaten und Jahren“, schreibt der Bundestagsabgeordnete Dirk Heidenblut im Vorwort zu Digitale Transformation im Gesundheitswesen. „Es gilt, Potenziale optimal und für alle Beteiligten zu erschließen, Risiken zu erkennen und auszuschließen sowie die Chancen, die sich hier auftun, nicht zu verspielen.“ So lautet auch die Zielsetzung der Herausgeber: Prof. Dr. David Matusiewicz (Direktor des ifgs Institut für Gesundheit & Soziales), Christian Gehne (FOM Alumnus) und Prof. Dr. Arno Elmer (wissenschaftlicher Leiter der Forschungsgruppe eHealth am KCG KompetenzCentrum für Management im Gesundheits- & Sozialwesen) haben für das Buch Top-Entscheiderinnen und Entscheider aus dem Gesundheitswesen um ihre Einschätzung gebeten. Herausgekommen sind 80 Beiträge, die auf jeweils drei Seiten die wichtigsten Entwicklungen und Impulse aus den jeweiligen Fachbereichen skizzieren.

Ein Beispiel: Gesundheitsunternehmer Heinz Lohmann schreibt über disruptive Entwicklungen in der Branche. Seine These: „Die Digitalisierung wird unsere Gesellschaft noch viel radikaler umkrempeln und auch die Medizin ‚vom Kopf auf die Füße stellen‘.“ Niemand könne mit Gewissheit sagen, dass die Arbeit, die heute von Ärztinnen und Ärzten verrichtet wird, ihnen in 10 Jahren auch noch vorbehalten sei. „Hat bisher die individuelle Erfahrung der jeweils behandelnden Ärztinnen und Ärzte die medizinische Leistung ausgemacht, wird künftig durch den Einsatz digitaler Technologien das kollektive Wissen nutzbar gemacht.“ Zudem könne Robotik – kombiniert mit intelligenter Software – die immer knapper werdenden Mitarbeitende in den Gesundheitsunternehmen entlasten und gleichzeitig die Qualität verbessern.

Weitere Autorinnen und Autoren, die zu Wort kommen sind Dr. Christoph Dockweiler (Universität Bielefeld), Franz-Helmut Gerhards (Mitglied der Geschäftsleitung der DAK-Gesundheit), Dr. Franz-Joseph Bartmann (Ärztekammer Schleswig-Holstein), Dr. Gertrud Demmler (Vorstand der SBK Siemens-Betriebskrankenkasse), Jörg Ansorg (Geschäftsführer des Berufsverbandes für Orthopädie und Unfallchirurgie), Dr. Katja Leikert (Bundestagsabgeordnete), Dr. Klaus Suwelack (Johnson & Johnson) und Thilo Zelt (Roland Berger). Die Themen ihrer Beiträge reichen von Datenschutz über Internetmedizin bis zur Patienten- und Arzneimittelversorgung.

Der Titel „Die Digitale Transformation im Gesundheitswesen“ ist als Paperback in der Medizinisch-Wissenschaftlichen Verlagsgesellschaft erschienen. Kostenpunkt: 49,95 Euro. Weitere Informationen sind unter www.mwv-berlin.de zu finden.

ifgs trifft DGSMP

Prof. Dr. Arnd Schaff zum stellv. Sprecher der Arbeitsgruppe „Betriebliche Gesundheitsförderung“ gewählt

Anfang September haben die Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie e.V. (DGEpi), die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie e.V. (DGMS) und die Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention e.V. (DGSMP) zur gemeinsamen Jahrestagung nach Lübeck geladen. Einer der Programmpunkte: Wahlen innerhalb der Gremien der DGSMP. In der Fachgruppe „Prävention und Gesundheitsförderung“ wurde beispielsweise Prof. Dr. Arnd Schaff zum stellvertretenden Sprecher der Arbeitsgruppe „Betriebliche Gesundheitsförderung“ gewählt.

Prof. Dr. Arnd Schaff

In dieser Funktion vertritt der Wissenschaftler des ifgs Institut für Gesundheit & Soziales der FOM Hochschule das Thema betriebliche Gesundheitsförderung sowohl innerhalb als auch außerhalb der Fachgesellschaft. Darüber hinaus koordiniert er wissenschaftliche Projekte in dem Bereich, bereitet Veröffentlichungen vor und organisiert Veranstaltungen. „In unserer ersten gemeinsamen Sitzung hat die Arbeitsgruppe bereits Themen für die Agenda identifiziert“, so Prof. Dr. Schaff, „darunter die Qualitätssicherung gesundheitsförderlicher Initiativen, Auswirkungen und Wirksamkeit des Präventionsgesetzes, BGM-Marketing sowie die Koordination verschiedener Akteure im betrieblichen Gesundheitsbereich.“

Durch die aktive Mitgestaltung der Arbeitsgruppenarbeit sieht der ifgs-Wissenschaftler die Chance, die Arbeit des Instituts – insbesondere der Forschungsgruppe Betriebliches Gesundheitsmanagement – auf eine neue, breitere Plattform zu heben. „Zudem lassen sich die Möglichkeiten der Vernetzung innerhalb der DGSMP noch besser als zuvor nutzen“, erklärt er. „Schließlich ist sie eine renommierte Fachgesellschaft mit dem Ziel, Gesunderhaltung und die Entstehung von Krankheiten besser zu verstehen und letztlich dabei zu helfen, die enormen Auswirkungen der Kosten von Krankheit in den Versorgungssystemen zu senken.“

Research Fellows im Porträt

„Dass ich in der Medizin lande, hätte ich zu Studienzeiten nie gedacht“

50 Jahre alt, Chefsekretärin am Münchner Klinikum Großhadern, verheiratet, eine studierende Tochter: Auf den ersten Blick lässt nichts darauf schließen, dass Andrea Lakasz parallel zu Job und Familie als Research Fellow am ifgs Institut für Gesundheit & Soziales der FOM Hochschule aktiv ist. Wie es dazu kam und welche Schwerpunkte sie bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit setzt, verrät die gebürtige Ungarin im Interview.

Research Fellow am ifgs der FOM Hochschule: Andrea Lakasz
Andrea Lakasz

Wie kam der Kontakt zum ifgs zustande?

Andrea Lakasz: Ich habe an der FOM Hochschule in München berufsbegleitend den Bachelor-Studiengang Gesundheits- und Sozialmanagement absolviert. In den Vorlesungen habe ich Prof. Dr. habil. Manfred Cassens kennengelernt, einen der beiden Direktoren des ifgs. Nach meinem Abschluss sind wir in Kontakt geblieben und haben uns über mögliche Forschungsthemen unterhalten. Als gebürtige Ungarin habe ich Einblicke in ein anderes als das deutsche Gesundheitssystem – daraus ist die Idee entstanden, etwas mit Schwerpunkt Ungarn zu machen. Prof. Dr. Cassens ist dann auf eine entsprechende Ausschreibung beim BMBF Bundesministerium für Bildung und Forschung gestoßen, und im April 2017 ist schließlich der Startschuss für das Projekt Arteria Danubia gefallen.

Bei dem Projekt geht es – verkürzt ausgedrückt – um die Implementierung von Modellgesundheitsregionen im Bereich Ober- und Unterlauf der Donau. Wo liegen dabei Ihre Aufgaben als Research Fellow?

Andrea Lakasz: Ich kümmere mich in erster Linie um die Kontakte und den Netzwerkaufbau. Einer unserer Projektpartner ist beispielsweise die Eötvös Loránd University in Budapest. Ich stehe in engem, auch persönlichen Austausch mit unseren Ansprechpersonen dort und werde auch an dem ersten Arteria-Danubia-Workshop teilnehmen, der im Oktober 2017 ansteht.

Hatten Sie selbst auch noch Kontakte zur Eötvös?

Andrea Lakasz: Zwar habe ich an der Universität studiert, aber im Bereich Philologie. Dass ich mal in der Medizin lande, hätte ich zu Studienzeiten nie gedacht…

Wie kam es denn dazu?

Andrea Lakasz: Das war ehrlich gesagt Zufall. Nach meinem Studienabschluss als Diplom-Dolmetscherin war ich lange im Bereich internationale Beziehungen bei einem Regierungsamt in Budapest tätig. Mein Mann arbeitete bereits damals an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 2000 bin ich nach Deutschland umgezogen und konnte über meinen Mann beruflich Fuß am Klinikum der LMU München fassen. Dort arbeite ich jetzt seit 2003, wirkte in mehreren neuen Bereichen mit, habe mich mit Personal, Controlling und Qualitätsmanagement befasst. Deshalb auch das berufsbegleitende Studium an der FOM Hochschule. Gerade im Gesundheitswesen bewegt sich so viel, dass lebenslanges Lernen einfach Pflicht ist. Sonst wird es schwierig, mit den Entwicklungen Schritt zu halten.

Verlaufen die Veränderungen im ungarischen Gesundheitssystem ähnlich rasant?

Andrea Lakasz: Ungarns Gesundheitswesen hat sich nach der Wende in eine vollkommen andere Richtung entwickelt. Aktuell ist es ein out-of- pocket-System mit einem Mischmasch von Ansätzen, die absolut unübersehbar sind. Die Gesundheit der Bevölkerung steht dabei allerdings nicht im Vordergrund. Das macht sich vor allem auf dem Land bemerkbar, wo die ärztliche Versorgung nicht überall gewährleistet ist. Eine Freundin von mir arbeitet in der Region Győr als Ärztin und ist glücklich, wenn sie pro Tag nur 85 Patientinnen und Patienten hat. In der Regel sind es aber um die 130. Mit Arteria Danubia könnte man dort viel bewegen. Deshalb bietet sich Győr auch als Pilotregion an.

Wie könnte das in der Praxis aussehen?

Andrea Lakasz: Im Mittelpunkt des Projektes steht die Frage, ob sich das Konzept der sogenannten Gesundheitsregionen auf Ungarn und Bulgarien übertragen lässt – mit der Zielsetzung, gegebenenfalls offene Forschungsfragen zu identifizieren und auf längere Sicht die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung zu verbessern. Konkret heißt das, dass wir in ausgewählten Regionen diskutieren, ob Netzwerke lokaler Gesundheitsakteure geschaffen und dadurch neue Projekte angestoßen werden können. Dadurch soll langfristig u.a. gewährleistet werden, dass die Bewohnerinnen und Bewohner der jeweiligen Region kompetente Anlaufstellen für Gesundheitsfragen haben. Wie das in der Praxis funktioniert, zeigt das Beispiel der Gesundheitsregion Bamberg.

Gibt es – neben Arteria Danubia – weitere Projekte, die Sie als Research Fellow begleiten?

Andreas Lakasz: Mit Prof. Dr. Thomas Breisach habe ich eine Umfrage in der Klinik für Strahlentherapie der LMU München durchgeführt. Dabei ging es um die Zufriedenheit von Patientinnen und Patienten– und zwar mit Blick auf den Empfangsbereich. Bei vergangenen Umfragen im Rahmen des QM hat die Klinik hier schlecht abgeschnitten. Das lag u.a. daran, dass das Gebäude von der Architektur her sehr nachteilig empfunden wird und die Patientinnen und Patienten gleichzeitig sehr angeschlagen sind. Damit wahrscheinlich verbundene negative Emotionen entluden sich nicht selten bei den Kolleginnen am Empfang.

Im Rahmen des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses wurden daher verschiedene Maßnahmen ergriffen, um den Patientinnen und Patienten ein angenehmeres Umfeld zu bieten. Der Prozess setzte bei baulichen Veränderungen an und reicht mittlerweile bis zur Einstellung von neuem Personal. Ob durch das eingeleitete KVP-Paket die avisierten Verbesserungen eingetreten sind, haben wir im Rahmen der Befragung 2016 überprüft. Zu den Ergebnissen bereiten wir aktuell eine Publikation vor.