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6. Morbi-RSA Symposium in Essen

Ist der morbiditätsorientierte Risikostrukturausgleich bewährtes Präzisionsinstrument oder kränkelndes Modell?

Eigentlich soll der morbiditätsorientierte Risikostrukturausgleich – kurz: Morbi-RSA – den Finanzausgleich zwischen den gesetzlichen Krankenversicherungen regeln. Fakt ist: Die Kassen haben nach wie vor die Möglichkeit, ärztliche Diagnosen zu beeinflussen, um so höhere Zuwendungen aus dem Gesundheitsfonds zu erreichen. Das geht aus einem Gutachten des Berliner IGES Instituts hervor – und liefert jede Menge Zündstoff für das 6. Morbi-RSA Symposium, ausgerichtet von der EsFoMed GmbH, am 20. November 2017 in Essen.

Impression von einem der vergangenen Morbi-RSA Symposien in Essen
Impression von einem der vergangenen Morbi-RSA Symposien in Essen


Die Veranstaltung führt die wichtigsten Morbi-RSA-Fachleute Deutschlands zusammen. Darunter Prof. Dr. Jürgen Wasem (Universität Duisburg-Essen, Lehrstuhl für Medizinmanagement), Dr. Sylvia Demme (Bundesversicherungsamt, Leiterin RSA Referat), Prof. Dr. Klaus Jacobs (Wiss. Institut der AOK, Geschäftsführer), Franz Knieps (BKK Dachverband, Vorstand), Wolfgang Schnaase (RSA Allianz, Sprecher), Dr. Anja Schramm (AOK Bayern, Leiterin Versorgungsmanagement), und Ines Weinhold (WIG2 Institut, Leiterin Gesundheitsökonomie). Gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Symposiums wollen sie aktuelle Entwicklungen und Problemstellungen rund um Morbi-RSA diskutieren und auch Lösungswege aufzeigen.

„Unser Ziel ist es, sowohl neue Fragen aufzuwerfen als auch bestehende zu beantworten“, erklärt Prof. Dr. David Matusiewicz. „Um dabei auch wirklich alle Perspektiven zu berücksichtigen, bringen wir in einer abschließenden, vom Journalisten Dr. Robert Paquet moderierten Podiumsdiskussion alle Referentinnen und Referenten zusammen“, so der fachliche Leiter der Veranstaltung, Gründungsgesellschafter der EsFoMed GmbH und Direktor des ifgs Institut für Gesundheit & Soziales der FOM Hochschule. Im Zentrum der Gesprächsrunde stehen zwei Fragen: Ist der Morbi-RSA bewährtes Präzisionsinstrument oder eher kränkelndes Modell? Und wie viel Wettbewerb ist im System der gesetzlichen Krankenkassen überhaupt sinnvoll?

Das 6. Morbi-RSA Symposium findet von 10:00 bis ca. 16:30 Uhr im Atlantic Congress Hotel an der Messe Essen statt. Die Teilnahme kostet 499 Euro. Anmeldungen sind bis zum 22. Oktober 2017 möglich. Weitere Informationen unter www.esfomed.de/symposium.

Vom Wissen zum Handeln

Der Weg zum gesundheitsorientierten Verhalten

Regelmäßige Pausen, weniger Fastfood, mehr Bewegung. Die Grundzüge gesundheitsorientierten Verhaltens sind den meisten Mitarbeitenden bekannt. Doch wie entwickelt sich aus diesem Wissen eine entsprechende Haltung im (Arbeits)Alltag? Vor dieser Frage stehen viele Verantwortliche im betrieblichen Gesundheitsmanagement. Eine mögliche Antwort stellte Timo Senger Ende Juni im Hochschulzentrum Essen vor. Auf Einladung von FOM Dekan und ifgs-Direktor Prof. Dr. David Matusiewicz hielt der Geschäftsführer der GOBRAN Coaching GmbH einen 90-minütigen Vortrag in der Vorlesung des berufsbegleitenden Bachelor-Studiengangs Gesundheits- und Sozialmanagement.

Timo Senger zu Gast an der FOM Hochschule in Essen
Timo Senger zu Gast an der FOM Hochschule in Essen

„Wer bei seinen Mitarbeitenden ein starkes Gesundheits-Mindset etablieren möchte, sollte drei Schritte berücksichtigen: reduzieren, referenzieren und reflektieren“, erklärte Timo Senger den Studierenden. „Auf Leitsätze reduzierte Inhalte werden schneller verstanden. Mit einfachen Beispielen – also Referenzen – aus den eigenen Erfahrungen werden sowohl Problemstellungen als auch Lösungsbilder griffiger. Hinzu kommt die Selbstreflexion, die über passende Fragen erzeugt wird.“ Wie das in der Praxis aussehen kann, verdeutlichte er am Fall eines übergewichtigen Mitarbeiters mit Knieproblemen: Die Leitsätze könnten „Kein Sport ist Selbstmord“ oder „Du bist, was du isst“ lauten. Die Reflexion könnte sich um die Fragen drehen, was passiert, wenn das Verhalten nicht geändert wird, und wie es sich anfühlen würde, keine Treppe mehr gehen zu können.

Zur Ergänzung dieses Ansatzes hat Gobran Coaching eine Software zur Erstellung von Micro-Learnings entwickelt. Sie werden nach didaktischen Prinzipien erstellt und automatisch an Mitarbeitende verschickt. „Sie ermöglichen eine nachhaltige Gestaltung des Prozesses, der durch die drei Schritte angestoßen wurde, und stellen den Lerntransfer sicher“, so Timo Senger. Im Bereich betriebliches Gesundheitsmanagement seien mit dieser Kombination gute Ergebnisse erzielt worden. Das würde eine entsprechende wissenschaftliche Evaluation belegen, die demnächst im bei Springer erscheinenden Buch „E-Health“ vorgestellt würde.

Care Camp Köln

Zwischen eHealth, Ausfallmanagement und smarten Pflegetechnologien

Fachkräftemangel, Akademisierungsdebatte oder Digitalisierung: Im Pflegebereich ist einiges in Bewegung. Wie unterschiedlich Akteure aus Gesundheitswesen und sozialer Arbeit diese Entwicklungen wahrnehmen, wurde beim Care Camp Köln im Juni 2017 deutlich: Die knapp 80 Teilnehmenden nutzten die „Unkonferenz“, um Wissen zu teilen und neue Ideen zu diskutieren. Mittendrin in diesem Austausch: Prof. Dr. David Matusiewicz und Leonie am Orde. Der Direktor des ifgs Institut für Gesundheit & Soziales und die Studierende vertraten die FOM Hochschule, die die Veranstaltung als Sponsor unterstützte.

„Das Barcamp-Format hat mir sehr gut gefallen und Einblicke in ganz unterschiedliche Bereiche gewährt“, zog Prof. Dr. Matusiewicz im Anschluss an die beiden Tage Bilanz. „Ein Intensivpfleger aus dem Irak berichtete beispielsweise per Skype über seine Arbeit, ein Blinder schilderte seine Erfahrungen mit dem deutschen Gesundheitswesen. Darüber hinaus gab es Sessions zu Themen wie eHealth, Ausfallmanagement und smarten Pflegetechnologien.“ Auch Leonie am Orde zeigte sich nach der Veranstaltung begeistert. „Das Care Camp hat Personen aus vielen verschiedenen Bereichen zusammengebracht: Pflegende, Betroffene, Studierende … Das hat mir als Ergänzung zum Studium einige interessante Einsichten beschert.“

„Digitale Gesundheit 2017“

DIV-Report zum Digital-Gipfel erschienen

Gesundheit hieß ein Schwerpunkt des Digital-Gipfels Mitte Juni in Ludwigshafen. Passend zur Veranstaltung ist die Publikation „Deutschland intelligent vernetzt – Digitale Gesundheit 2017“ erschienen – unter maßgeblicher Beteiligung der Expertengruppe Intelligente Gesundheitsnetze mit ihrem Vorsitzenden Dr. med. Klaus Juffernbruch vom ifgs Institut für Gesundheit & Soziales der FOM Hochschule.

Tenor der Gruppe: „Deutschland braucht eine Digitalisierungsstrategie für das Gesundheitswesen mit mittelfristigen Zielen für die patientenzentrierte Versorgung, für die sektorübergreifende Zusammenarbeit und die Positionierung Deutschlands als Champion.“ Im DIV-Report liefert sie eine Einschätzung zum Status der Digitalisierung im Gesundheitsbereich, zeigt Herausforderungen und Hemmnisse auf und benennt klare Handlungserfordernisse. Ein besonderer Fokus wird dabei auf Themen wie Patientensouveränität, smarte Gesundheitsanwendungen sowie innovative Infrastruktur- und Enabler-Technologien gelegt.

„Mit Blick auf die Gesamtsituation haben wir ganz klare Handlungsempfehlungen an den Gesetzgeber formuliert“, sagt Klaus Juffernbruch. „Dazu zählt die zügige Umsetzung der Vorgaben des E-Health-Gesetzes, die Implementierung einer elektronischen Patientenakte sowie die Aufhebung des Fernbehandlungsverbotes.“ Der komplette Report steht als PDF-Datei zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Care goes Science

Warum es zur Akademisierung der Pflege keine Alternative gibt

Im Wintersemester 2017 fällt an der FOM Hochschule der Startschuss für zwei neue berufsbegleitende Bachelor-Studiengänge: Angewandte Pflegewissenschaft auf der einen, Pflegemanagement auf der anderen Seite. Im Interview erklären Prof. Dr. David Matusiewicz, Dekan für Gesundheit und Soziales und Direktor des ifgs Institut für Gesundheit & Soziales, und Prof. Dr. Gerald Lux, Dekanatsbeauftragter und Mitglieder der ifgs-Forschungsgruppe „Pflegewissenschaft und Pflegemanagement“, warum die Zeit reif ist für eine Akademisierung der Pflege in Deutschland.

Prof. Dr. David Matusiewicz (l.) und Prof. Dr. Gerald Lux
Prof. Dr. David Matusiewicz (l.) und Prof. Dr. Gerald Lux


Muss man heutzutage studieren, um im Bereich Pflege arbeiten zu können?

Prof. Dr. Gerald Lux: Es gibt unterschiedliche Argumente, die für ein Studium in der Pflege sprechen. Zum einen ist es so, dass der Pflegeberuf – parallel zu den Entwicklungen in vielen anderen Branchen – in den vergangenen Jahrzehnten deutlich komplexer geworden ist: Anforderungen sind gestiegen, Prozesse haben sich verändert. Beispielsweise gibt es immer mehr Abstimmungsbedarfe mit anderen Berufsgruppen...

Zum anderen hinkt Deutschland im Vergleich mit dem europäischen und internationalen Ausland weit hinterher. Es gibt einige Länder, in denen der Pflegeberuf klassischerweise über ein duales Studium zugänglich ist. In Spanien zum Beispiel gibt es eine Akademisierungsquote von 100 Prozent bei den Pflegekräften, während wir europäisches Schlusslicht sind, was die Akademisierung der Pflege betrifft.

Prof. Dr. David Matusiewicz: An der PACE University in New York, mit der die FOM Hochschule kooperiert, kann man sogar den Doktortitel in der Pflege machen. Und diese Promovenden werden von den umliegenden Krankenhäusern bereits während ihres Studiums abgeworben. Es besteht also praxisseitig eine große Nachfrage…

Prof. Dr. Gerald Lux: Darüber hinaus gibt es noch ein drittes Argument, das für ein Pflegestudium spricht: Der Pflegeberuf konkurriert mit anderen Berufen um Nachwuchskräfte. Schon jetzt gibt es

zu wenige qualifizierte Schulabgänger*innen, die sich für den Pflegeberuf interessieren. Dieser Effekt wird dadurch verstärkt, dass man in nahezu allen Ausbildungsberufen – selbst im Einzelhandel – parallel studieren kann. Wenn die Pflege diesen Akademisierungstrend verschläft, wird es in Zukunft noch schwieriger, Jugendliche für diesen Bereich zu begeistern.

Nochmal zurück zu Punkt 1: Inwiefern ist der Pflegeberuf komplexer geworden?

Prof. Dr. Gerald Lux: Forschung und Wissenschaft spielen heutzutage eine viel bedeutendere Rolle in der Pflege, als das noch vor Jahrzehnten der Fall war. Das pflegespezifische Handeln ist mehr und mehr evidenzbasiert, und der Pflegeberuf weist immer mehr spezifische Tätigkeiten und Kompetenzen auf, die in der komplexen Gesundheitsversorgung notwendig sind. Um zum Beispiel Erkenntnisse einschlägiger Pflegestudien auf die Praxis zu übertragen, müssen entsprechende Projekte in der Pflegepraxis aufgesetzt, begleitet und evaluiert werden. Da sind natürlich Pflegekräfte gefordert, die wissenschaftliche Kompetenzen mitbringen, die die aktuelle Studienlage kennen und auch fähig sind, die entsprechenden Erkenntnisse zu bewerten und andere Mitarbeiter und Auszubildende zu beraten bzw. anzuleiten.

Prof. Dr. David Matusiewicz: Hinzu kommt, dass sich auch das Umfeld der Pflege verändert hat. In Deutschland gibt es inzwischen 80 verschiedene Ärztegruppen. Davon sind nur noch zwei – der Internist und der Allgemeinmediziner – nicht auf ein bestimmtes Gebiet spezialisiert. Das hat natürlich Folgen für den Pflegeberuf. Zum einen braucht es Menschen, die selbst sehr speziell in der Pflege unterwegs sind, das entsprechende (akademische) Know-how mitbringen und sich auch – beispielweise über Studien – ständig auf dem Laufenden halten. Evicence-based nursing sozusagen. Zum anderen muss es Leute geben, die Patient*innen durch dieses System der verschiedenen Ärzt*innen führen und das Case Management übernehmen.

Trotz dieser Entwicklungen haben Sie gesagt, dass Deutschland in Sachen Akademisierung hinterher hinkt. Warum ist das so?

Prof. Dr. Gerald Lux: Die Pflege in Deutschland ist relativ schlecht organisiert. Noch gibt es keinen allgemeinen Berufsverband, der die Interessen der Pflegekräfte offiziell vertritt, sondern es gibt verschiedene Verbände der verschiedenen Berufsgruppen in der Pflege, die teilweise unterschiedliche Ziele verfolgen und wo die Mitgliedschaft freiwillig ist. Dadurch konnte in der Vergangenheit kein ausreichender Druck auf den Gesetzgeber ausgeübt werden, so dass das Thema Pflege einfach aus dem Fokus geraten ist. Doch auch hier tut sich was: In Rheinland-Pfalz gibt es bereits eine Pflegekammer mit einer verpflichtenden Mitgliedschaft für Pflegekräfte, und in Schleswig-Holstein und Niedersachen laufen die Vorbereitungen zu Errichtung einer solchen Pflegekammer. Sie übernehmen zum Beispiels vertretend für alle Pflegefachkräfte in dem jeweiligen Bundesland die Lobbyarbeit, setzen Qualitätsstandards, führen ein Berufsregister usw.

Was müsste sich sonst noch ändern, damit die Akademisierung auch in Deutschland voranschreitet?

Prof. Dr. Gerald Lux: Die Qualität und Quantität der pflegerischen Versorgung muss relevant werden für die Vergütung der Krankenhäuser. Aktuell spielt sie dabei kaum eine Rolle – es ist irrelevant, ob Patient*innen während eines Aufenthaltes eine gute oder nur ausreichende pflegerische Versorgung erhalten haben. Das führt natürlich dazu, dass in der Pflege gespart wird, um zum Beispiel die ausbleibenden Investitionszuschüsse der Bundesländer zu kompensieren. Entsprechend schlecht sind teilweise die Arbeitsbedingungen, und entsprechend unattraktiv ist der Beruf für qualifizierte Nachwuchskräfte. Das heißt: Die Finanzierungsbasis für Krankenhäuser muss reformiert werden.

Für stationäre Pflegeeinrichtungen sieht es nicht besser aus: Es existieren zwar Personalschlüssel und Vorgaben zur Fachkraftquote, aber viele Einrichtungen weisen unbesetzte Stellen auf, die nicht besetzt werden können. Dazu kommt ein Pflege-TÜV zur Bewertung der Versorgungsqualität in Pflegeeinrichtungen, der überhaupt nicht funktioniert und derzeit überarbeitet wird.

Eine zweite Problematik, die behoben werden muss, sind die Vergütungsstruktur und die Definition von Aufgabenbereichen von Pflegekräften unterschiedlicher Qualifikationsniveaus. Wer studiert hat sollte entsprechend seiner Qualifikation andere Aufgaben wahrnehmen und müsste dann natürlich auch anders bezahlt werden als die klassische Pflegekraft mit Ausbildung. Im Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes beispielsweise gibt es seit Anfang 2017 eine neue Vergütungsgruppe, die für akademisierte Pflegekräfte herangezogen werden kann. Das ist definitiv ein erster Schritt in die richtige Richtung…

Wo – neben Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen – können akademisierte Pflegekräfte noch zum Einsatz kommen?

Prof. Dr. David Matusiewicz: Bei Krankenkassen zum Beispiel. Zum einen, weil sie die ganzen Tipps und Tricks aus der ambulanten und stationäre Pflege kennen. Für die Kostenträger ist dieses Insiderwissen sehr wertvoll. Zum Beispiel, um Fallprüfung zu machen: Passen diese Medikamente zu der Abrechnung? Gefragt sind die akademisierten Pflegekräfte aber auch in der Beratung von Angehörigen. Leute, die einen Pflegebackground haben, wissen natürlich viel besser, was Sinn macht, was den Betroffenen zusteht – zum Beispiel mit Blick auf Hilfsmittel. In Krankenkassen sind traditionell Sozialfachangestellte beschäftigt, die sich zwar mit Paragraphen auskennen, aber noch nie eine Klinik von innen gesehen haben. Die können dann auch nicht so gut beraten wie jemand, der das alles aus erster Hand kennt.

Grundsätzlich lassen sich zwei Aufgabenbereiche unterscheiden, für die ein Pflegestudium qualifiziert – und das spiegelt das neue Studienprogramm der FOM sehr gut wider. Auf der einen Seite gibt es Menschen, die weiter am Patienten arbeiten, aber neue Aufgaben wahrnehmen wollen – zum Beispiel in den Bereichen Pflege-, Case- und Qualitätsmanagement. Für sie ist der Bachelor-Studiengang Angewandte Pflegewissenschaft gedacht. Auf der anderen Seite gibt es Pflegekräfte, die weg vom Bett, hin zu einer Verwaltungs- oder Management-Tätigkeit wollen. An sie richtet sich der Bachelor-Studiengang Pflegemanagement.

Nimmt die FOM Hochschule mit diesen Programmen eine Vorreiterrolle ein? Oder entwickeln sich Pflegestudiengänge langsam zum Standard?

Prof. Dr. David Matusiewicz: Eine saubere Statistik gibt es dazu nicht. Einige Hochschulen bieten Pflegemanagement- und Pflegepädagogik-Studiengänge an. Operativ ausgerichtete Studiengänge wie unser Bachelor-Programm Angewandte Pflegewissenschaft sind noch in der Minderheit. Zusätzlich gibt es an die 200 Gesundheitsstudiengänge in Deutschland, die teilweise Pflegeanteile haben.

Prof. Dr. Gerald Lux: Ein Aspekt, der die FOM Studiengänge sicherlich auszeichnet, ist ihre Praxisnähe. Beide lassen sich parallel zu Ausbildung oder Berufstätigkeit absolvieren, und das Curriculum ist stark mit praktischen Pflegeaufgaben verknüpft. Zudem können sich Studierende während ihres Studiums entscheiden, welche Schwerpunkte sie setzen wollen: Möchte ich primär mit Kindern oder älteren Menschen arbeiten? Will ich eher in der somatischen Pflege oder lieber in der Psychiatrie arbeiten?

Ist mit Blick auf die wachsende Bedeutung der Pflegewissenschaft, über die wir gesprochen haben, auch ein Master-Studiengang geplant?

Prof. Dr. David Matusiewicz: Aktuell noch nicht. Bislang verfügen nur wenige Pflegekräfte über einen Bachelor-Abschluss, so dass es keine Zielgruppe für ein Master-Angebot gibt. Darüber hinaus steckt die Pflegewissenschaft in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Nur wenige Einrichtungen beschäftigen sich mit der Thematik. Die Zeit für einen Master-Studiengang ist erst dann gekommen, wenn die Akademisierung der Pflege in Deutschland weiter fortgeschritten ist.