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Online-Umfrage

Fake News & Social Bots – Die neuen geheimen Verführer?

Als Informationslieferanten liegen Facebook, Twitter & Co. ganz klar vor Zeitung, Fernsehen und Radio. Das geht aus einer Online-Umfrage hervor, für die Forschende der FOM Hochschule über 2.500 zukünftige Fach- und Führungskräfte befragten. „Das Paradoxe daran: Wenn es um die Glaubwürdigkeit der Informationen geht, bilden die sozialen Medien das Schlusslicht“, so Prof. Dr. Marco Zimmer, der gemeinsam mit Prof. Dr. Silvia Boßow-Thies, Prof. Dr. Michael Ceyp und Prof. Dr. Marion Preuß an der Studie gearbeitet hat. „Vor allem bei Qualität und Vielseitigkeit der Infos sehen die Befragten Verbesserungspotenzial.“ Als wesentlich glaubwürdiger schätzen die Probanden klassische Medien ein: öffentlich-rechtliches Fernsehen und Radio sowie die klassischen Tageszeitungen.

Foto: Cn0ra/Thinkstock
Foto: Cn0ra/Thinkstock


„Erstaunlich ist, dass die Befragten eine relativ kritische Grundhaltung haben, wenn es um den Wahrheitsgehalt von Meldungen auf Social-Media-Plattformen geht“, sagt Prof. Dr. Silvia Boßow-Thies. „Fast 60 Prozent gehen von einem Fake-News-Anteil von mehr als 50 Prozent aus. In den Augen von 70 Prozent wird sich dieser Anteil bis zur Bundestagswahl sogar noch weiter erhöhen.“ Die Folge: Über 90 Prozent der Befragten fordern einen proaktiven Umgang mit Fake News und Accounts – zum Beispiel durch Löschen (50,2 Prozent) oder Markieren (43 Prozent) der entsprechenden Meldungen.

Ganz anders ist die Haltung zu Social Bots, also Computerprogrammen, die automatisch und selbstständig Antworten auf Einträge in sozialen Netzwerken posten. „Die Gefahr dieser Programme zur Imitation menschlicher Verhaltensweisen wird von der Mehrheit der Befragten nicht erkannt“, erklärt Prof. Dr. Michael Ceyp. „19 Prozent fragen sich nie, über 43 Prozent nur manchmal, ob eine Nachricht von einem Menschen oder einer Maschine stammt.“ Hauptindikatoren zur Beurteilung sind der Schreibstil, Informationen über den Account sowie die Anzahl der Likes und die Reaktionsgeschwindigkeit des Accounts. Plattformen zur Überprüfung von Social Bots – beispielsweise Botometer oder DeBot für Twitter – kennen lediglich 6,7 Prozent der Befragten.

Die kompletten Ergebnisse der nicht-repräsentativen Befragung „Fake News und Social Bots – Die neuen geheimen Verführer?“ stehen als PDF-Datei zur Verfügung. Durchgeführt wurde die Studie im März und April 2017 mit Unterstützung von Studierenden der FOM Hochschule in Hamburg. 2.588 angehende Fach- und Führungskräfte nahmen an der Umfrage teil.

Agilitätsbarometer 2017

Scrum, Swarming & Co. werden kaum genutzt

Angesichts der Digitalisierung stoßen traditionelle Ansätze betriebswirtschaftlichen Denkens und Handelns an ihre Grenzen. Agile Managementmethoden sollen Komplexität, Unsicherheit und Veränderungsdynamik besser auffangen. Ob das auch im Unternehmensalltag angekommen ist, haben Haufe und die Unternehmensberatung Promerit untersucht: Für ihren Agilitätsbarometer 2017 wurden 1.812 Mitarbeitende und über 1.000 Führungskräfte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt. Studienleiter war Prof. Dr. Heiko Weckmüller vom ipo Institut für Personal- & Organisationsforschung der FOM Hochschule.

Foto: armiblue/Thinkstock
Foto: armiblue/Thinkstock


„Wissen und Kenntnis über agile Methoden sind nach wie vor gering“, fasst der Wissenschaftler die Ergebnisse zusammen. „Das Tool Scrum, den Swarming-Ansatz und das Organisationskonzept Holokratie kennen beispielsweise ca. 80 Prozent der Mitarbeitenden nicht. Etwas besser sieht es bei Design Thinking (57 Prozent) und fluiden Strukturen (61 Prozent) aus.“ Analog dazu geben 90 Prozent der Mitarbeitenden und 70 Prozent der Führungskräfte an, nie agile Methoden zu benutzen. Trotzdem schätzen sie die Agilität des eigenen Unternehmens positiv ein, so Prof. Dr. Weckmüller: „In den Augen von 68 Prozent der befragten Führungskräfte ist ihre Firma mit Blick auf den Wettbewerb agiler oder überdurchschnittlich agil. Unter den Mitarbeitenden sehen das 54 Prozent so.“

Positiv fällt auch das Urteil derer aus, die agile Methoden persönlich nutzen oder in deren Unternehmen die entsprechenden Tools bereits zum Einsatz kommen: Fast 70 Prozent von ihnen geben an, dass sich Effizienz und Effektivität dadurch stark oder etwas verbessert haben, lediglich fünf Prozent nehmen eine Verschlechterung wahr. „Angesichts solcher Rückmeldungen wird die Zahl derer, die auf Scrum, Swarming & Co. setzen, in Zukunft steigen“, prognostiziert Prof. Dr. Weckmüller. Schon jetzt würden 64 Prozent der Führungskräfte den erstmaligen Einsatz oder die Ausweitung des Einsatzes agiler Methoden bei ihrem Arbeitgeber für sehr sinnvoll oder sinnvoll halten. „Die Gründe für eine solche Ausrichtung heißen Prozessoptimierung, Kostensenkung sowie Anpassung an die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden“, so der ipo-Wissenschaftler vom FOM Hochschulzentrum in Bonn.

Ökonomisches Statement

Prof. Dr. Weckmüller bezieht Stellung zur Begrenzung von Vergütungen im Management

Prof. Dr. Heiko Weckmüller
Prof. Dr. Heiko Weckmüller

In den 90er Jahren lag das Durchschnittseinkommen von DAX-Vorständen bei etwas mehr als 500.000 Euro. Inzwischen beträgt es ca. 2,5 Millionen Euro. „Die Annahme, dass sich die Arbeitszeit, die Humankapitalausstattung oder die Fähigkeiten der Vorstände in den vergangenen 20 Jahren in einem ähnlichen Ausmaß vervielfacht haben, ist wenig plausibel“, so Prof. Dr. Heiko Weckmüller. In der aktuellen Ausgabe des ökonomischen Statements begibt sich der FOM-Wissenschaftler des ipo Institut für Personal- & Organisationsforschung deshalb auf Spurensuche: Wie können solch extrem hohe Einkommen unter Marktbedingungen entstehen?

Zur Erklärung zieht Prof. Dr. Weckmüller zum Beispiel das Superstar-Modell von Sherwin Rosen heran. Zudem beleuchtet er aktuelle Forderungen nach Verboten oder gesetzlichen Obergrenzen. Seine Schlussfolgerung: „Das Niveau der gegenwärtigen Diskussion zur Vergütung im Management wird der Bedeutung der Thematik nicht gerecht. Ausgangspunkt eines rationalen Diskurses könnte die auf der Kantischen Ethik aufbauende Gerechtigkeitstheorie von John Rawls sein“.

Nachzulesen sind die Ausführungen im Ökonomischen Statement der FOM. Dort beziehen Professoren der Hochschule regelmäßig Stellung zu wirtschaftspolitischen Fragen.

Umfrage unter 540 angehenden Fach- & Führungskräften

Digitalisierung der Arbeit mit positiven Folgen für Mitarbeiterbindung

Was passiert, wenn die Digitalisierung im Arbeitsalltag ankommt? Diese Frage stand im Zentrum des Forschungsprojektes DIGITRANS unter Leitung von Prof. Dr. Christian Rüttgers. Ein zentrales Ergebnis: „Mit einer höheren Nutzungsintensität mobiler Endgeräte geht eine größere wahrgenommene Flexibilität der Beschäftigten einher“, so der stellvertretende Direktor des ipo Institut für Personal- & Organisationsforschung. „Über diesen Kanal ergeben sich im Endeffekt höhere Ausprägungen von Mitarbeiterbindung, Arbeitszufriedenheit und Work-Life-Balance.“

Band 1 der ipo Schriftenreihe

Mit Unterstützung der GFOS mbH hat Prof. Dr. Rüttgers rund 540 angehende Fach- und Führungskräfte aus unterschiedlichen Branchen, Unternehmensbereichen und Regionen zu ihren Erfahrungen mit der digitalen Transformation befragt. Dabei ging es zum Beispiel um mobiles Arbeiten: Befragte mit einer starken arbeitsbezogenen Nutzung mobiler Endgeräte zeigen eine höhere Ausprägung der wahrgenommenen Arbeitsflexibilität als Befragte, die im beruflichen Kontext eher selten zu Notebook, Smartphone & Co. greifen. Ein ähnlicher Effekt fand sich für die Telearbeit aus dem Home-Office. „Besteht zudem die Möglichkeit, Einzelzeiträume der Arbeit etwa für eine projektbezogene Abrechnung digital zu erfassen, steigt die Flexibilität weiter“, ergänzt Prof. Dr. Rüttgers. Interessante Randnotiz: Von der Frage der Dokumentationspflicht über die Gesamtarbeitszeit – also Vertrauensarbeitszeit versus Arbeitszeitkonto – geht laut Studie kein Effekt auf die untersuchten Einstellungen der Mitarbeitenden aus.

Ein weiterer Schwerpunkt der Befragung war die digitale Personaleinsatzplanung. „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, deren Arbeitstage und -zeiten rechnergestützt geplant werden, weisen signifikant höhere Werte sowohl bei der emotionalen Bindung an ihr Unternehmen als auch bei ihrer Arbeitszufriedenheit auf“, fasst Prof. Dr. Rüttgers die Ergebnisse zusammen. „Die Verwendung einer Software, die ohne Ansehen der Person nach objektiven und nachvollziehbaren Kriterien die Arbeitseinsätze verteilt, führt offenbar dazu, dass die Beschäftigten die Personaleinsatzplanung als gerechter empfinden.“ Ein derartiger Effekt zeige sich sowohl mit Blick auf die Transparenz des Verfahrens (prozeduale Gerechtigkeit) als auch die Wahrnehmung des Verfahrensergebnisses unter den Kolleginnen und Kollegen (distributive Gerechtigkeit). So werde die Qualität der Planung als besser empfunden als bei individuellen bzw. persönlichen Abstimmungen.

Trotz dieser positiven Auswirkungen warnt der FOM Wissenschaftler vor Nebenwirkungen der Digitalisierung. „Die Befragten, die mobile Endgeräte sehr intensiv nutzen, berichten auch von technologiebetriebenem Arbeitsdruck, einem Gefühl ständiger Erreichbarkeit und Zusatzarbeit außerhalb des Büros“, erklärt Prof. Dr. Rüttgers. „Die Entgrenzung von Arbeit und Freizeit hat also durchaus auch ihre Schattenseiten.“

Die kompletten Ergebnisse der empirischen Analyse stehen auf der Internetseite des ipo Institut für Personal- & Organisationsforschung zum Download bereit.