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Vollzeit- versus berufsbegleitendes Studium

Gibt es Unterschiede beim Lern- und Studienverhalten?

„Typische Studierende gibt es nicht mehr. Ganz im Gegenteil: Gerade in den Master-Programmen ist die Vielfalt der Biografien und Hintergründe erstaunlich – und offensichtlich das Ergebnis der politisch erwünschten ‚Öffnung der Hochschulen‘ für nicht-traditionelle Studierende.“ Zu diesem Ergebnis kommen Prof. Dr. Matthias Klumpp und Prof. Dr. Bianca Krol in ihrer „Studienformenübergreifenden Analyse des Lern- und Studienverhaltens“ – kurz: SALSA. Der Direktor des ild Institut für Logistik- & Dienstleistungsmanagement und die Direktorin des ifes Institut für Empirie & Statistik der FOM Hochschule haben die Unterschiede im Informations-, Studien- und Lernverhalten zwischen Studierenden im Vollzeit- und im berufsbegleitenden Studium untersucht. Grundlage war eine Befragung von 874 Bachelor- und Master-Studierenden im Alter zwischen 21 und 50 Jahren.

Eines der wichtigsten Ergebnisse: „Studierende in einem berufsbegleitenden Studiengang haben durchschnittlich zeitlich geringere Lernaufwände für die Durchführung des Erststudiums zu leisten“, sagt Prof. Dr. Krol. „Wir nehmen an, dass durch die berufliche Erfahrung eine Lernsynergie entsteht, welche die Studieninhalte in der berufsbegleitenden Form leichter oder schneller begreifbar machen, weil sie mit Praxiserfahrungen verknüpft werden können.“ Gestützt wird diese Annahme durch ein weiteres Ergebnis: Die notwendige Studienzeit im Erststudium sinkt, wenn Berufserfahrung durch eine begleitende Praxistätigkeit oder eine abgeschlossene Berufsausbildung vorliegt. „Auch der Faktor ‚gesteigerte Selbstständigkeit‘ dürfte hier eine Rolle spielen“, so die ifes-Direktorin.

Gleichzeitig gilt: „Je länger die berufliche Praxiszeit – insbesondere bei längeren Phasen der Berufstätigkeit vor einem Studium – andauert, desto höher sind die im Studium selbst zu erwartenden Lernaufwände“, erklärt Prof. Dr. Klumpp. „Studierende mit einer langen ‚lernfreien‘ Phase haben schlichtweg Schwierigkeiten, wieder in einen Lernrhythmus zu finden oder Lernkompetenzen zu erwerben.“

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass berufsbegleitend Studierende in Bezug auf Motivationslage, Selbstständigkeit und der Möglichkeit der Vernetzung von Studieninhalten mit Erfahrungsinhalten aus der Berufspraxis „anders“ als traditionelle Vollzeit-Studierende sind. „Diese ‚Andersartigkeit‘ sollte hochschuldidaktische und hochinstitutionelle Konsequenzen haben“, schlussfolgert Prof. Dr. Klumpp. „Noch ist das Lehrpersonal vieler Hochschulen beispielsweise beim Umgang mit dieser Diversität im Hörsaal auf sich allein gestellt. Das sollte sich in Zukunft ändern.“

Im Detail nachzulesen sind die Ergebnisse der SALSA-Untersuchung im gerade erschienenen Band „Studienformen und Lernverhalten. Einflussfaktoren – Konzepte - Konsequenzen“ von Prof. Dr. Klumpp. Erschienen im W. Bertelsmann Verlag unter Mitarbeit von Marisa Bach, Sascha Bioly, Thomas Keuschen, Bianca Krol, Dirk Krome, Tim Stender und Isabel Vahlhaus. Kostenpunkt: 34,90 Euro. Weitere Information sind auf der Internetseite des Verlags zu finden.

Diskussion in Dortmund

Was steckt hinter dem Trendthema Blockchain?

Der Bitcoin-Kurs steigt unaufhörlich. Eine Prognose sieht ihn gar bei 6.000 Dollar. Analog dazu wächst auch das Interesse an Blockchain, dem System hinter der digitalen Währung. Welches Potenzial diese Technologie zum Speichern von Daten und sicheren Management von Informationen hat, steht bei einem kostenlosen Blockchain-Breakfast am 12. September 2017 in Dortmund zur Diskussion. Titel: „Blockchain – Revolution oder doch nur Hype?“. Veranstalter: die Comline AG zusammen mit der FOM Hochschule.

Prof. Dr. Roger Bons
Prof. Dr. Roger Bons

Für den fachlichen Input sorgt Prof. Dr. Roger Bons. Der Wissenschaftler des ild Institut für Logistik & Dienstleistungsmanagement beleuchtet das Thema vor dem Hintergrund des digitalen Wandels. „Eine Blockchain ist ein sequenzielles Archiv, in dem große Blöcke von Transaktionen gespeichert sind“, erklärt der Wissenschaftler. „Sie ist verteilt auf alle Stakeholder und kann von einer einzigen Partei oder Öffentlichkeit verwaltet werden – je nachdem, wer neue Knoten erstellen kann.“ Bitcoin sei nur eine Möglichkeit, diese Technologie zu nutzen. Weitere Einsatzgebiete seien “Smart Contracts”, die in der Logistik, der Versicherungsbranche und sogar der Musikindustrie neue Möglichkeiten bieten.

Das Blockchain-Breakfast findet von 8:00 bis 11:00 Uhr in den Räumlichkeiten der Comeline AG statt: Hauert 8, 44227 Dortmund. Die Anmeldung erfolgt via Internet.

Die Supply Chain nachhaltig gestalten

Prof. Dr. Hanke bei der Exchainge 2017

Am 26. und 27. September kommen in Frankfurt am Main internationale Logistikfachleute zusammen. Im Rahmen der Exchainge 2017 verknüpfen sie Trends mit den Kernfunktionen der Supply Chain. Dabei geht es um Themen wie die digitale Transformation, Open Innovation und Nachhaltigkeit. Zu diesem letzten Bereich nimmt auch ein FOM Wissenschaftler Stellung: Prof. Dr. Thomas Hanke, stellvertretender Direktor des ild Institut für Logistik- & Dienstleistungsmanagement, geht der Frage nach, wie Supply Chains Stabilität durch Flexibilität erhalten…

Prof. Dr. Thomas Hanke
Prof. Dr. Thomas Hanke

Den Vortrag unter dem Titel „Resilienz versus Effizienz“ hält er gemeinsam mit Prof. Dr. Michael Henke vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik. „Angesichts zunehmender Instabilität durch Terrorismus, kriegerische Konflikte, Klimawandel, Ressourcenverknappung und starke global-demographische Veränderungen sind Supply Chains internen wie externen Störungen und Risiken ausgesetzt“, so die beiden Experten. „Für eine nachhaltige Gestaltung kann der Supply Chainer mit seinem Know-how von vielen Seiten eingreifen und verbessern – und mit gezielten Eingriffen die Supply Chain wirtschaftlich, aber auch ökologisch und sozial zukunftssicherer gestalten.“

Der Vortrag findet am 26. September von 11:00 bis 12:30 Uhr statt. Weitere Informationen zu der Konferenz „Exchainge“ sind im Internet zu finden.

Startschuss für das Forschungsprojekt ADINA

Lager-, Kommissionierungs- und Umschlagprozesse ergonomisch gestalten

Waren entgegen nehmen, ins Lager bringen, einsortieren und später für den Weitertransport vorbereiten: Kommissionierungs- und Umschlagprozesse sind mit umfangreichen Bück- und Hebevorgängen verbunden – und damit alles andere als ergonomisch. Die Frage, wie diese Arbeit durch Automatisierung erleichtert und gleichzeitig attraktiver gestaltet werden kann, steht im Zentrum eines Forschungsprojektes, das im Juli 2017 an der FOM Hochschule gestartet ist. Der Name: ADINA oder Automatisierungstechnik und Ergonomieunterstützung für innovative Kommissionier- und Umschlagkonzepte der Logistik in Nordrhein-Westfalen.

Prof. Dr. Thomas Hanke (stellv. ild-Direktor), Stefanie Jäger (Koordination ild), Prof. Dr. Matthias Klumpp (ild-Direktor), Andreas Hoene (Zentrum für Logistik & Verkehr), Mandar Jawale (Zentrum für Logistik & Verkehr), Patrick Deutsch (Bohnen Logistik
Prof. Dr. Thomas Hanke (stellv. ild-Direktor), Stefanie Jäger (Koordination ild), Prof. Dr. Matthias Klumpp (ild-Direktor), Andreas Hoene (Zentrum für Logistik & Verkehr), Mandar Jawale (Zentrum für Logistik & Verkehr), Patrick Deutsch (Bohnen Logistik), Güldilek Köylüoglu (Zentrum für Logistik & Verkehr), Andreas Hecht (EJOT Holding), Joachim Kochsiek (Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik) und Julian Sanders (Bohnen Logistik). (v.l., Foto: Tim Stender)


Gefördert wird das Projekt aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und des Landes NRW. Als Partner eingebunden sind neben dem ild Institut für Logistik- & Dienstleistungsmanagement der FOM Hochschule: Fiege Logistik, das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik, Bohnen Logistik, das Zentrum für Logistik & Verkehr der Universität Duisburg-Essen sowie die EJOT Holding. „Gemeinsam wollen wir Automatisierungs- und Ergonomieunterstützungslösungen für Umschlagprozesse pilotieren und anpassen“, umschreibt ADINA-Leiter Prof. Dr. Thomas Hanke die Zielsetzung des Projektes. „Dazu gehört in einem ersten Schritt eine Bestandsaufnahme, anschließend entwickeln wir neue Anwendungstechniken und Instrumente.“ Denkbar seien beispielsweise ein automatisierter Niveauausgleich und Palettenwendegeräte bei der Kommissionierung sowie der Einsatz von stationären und mobilen Hebehilfen.

Hintergrund des Projektes: der drohende Fachkräftemangel. „In NRW sind aktuell 284.000 Beschäftigte in Lager-, Kommissionier- und Umschlageprozessen eingebunden“, so Prof. Dr. Hanke. „Dank demografischem Wandel steigt ihr Durchschnittsalter, so dass sowohl mit körperlichen Einschränkungen als auch mit einer Personallücke zu rechnen ist. Im Rahmen von ADINA wollen wir dazu beitragen, dass die aktuell Beschäftigten ihren Job länger ausüben können und gleichzeitig Nachwuchskräfte motiviert werden, in diesen Bereich einzusteigen.“

Arbeitswelt 4.0

Logistikerinnen und Logistiker der Zukunft setzen auf lebenslanges Lernen

Was hält die Arbeitswelt der Zukunft für Logistikerinnen und Logistiker bereit? Diese Frage stand im Zentrum einer Gemeinschaftsveranstaltung des DIALOGistik Duisburg e.V., der YoungLogs der Niederrheinischen IHK sowie der Logistikinitiative Niederrhein am 20. Juni in Duisburg. Die FOM Hochschule – genauer: das ild Institut für Logistik- & Dienstleistungsmanagement – hat das Ganze als Kooperationspartner unterstützt.

v.l.: Prof. Dr. T. Hanke (FOM), G. Köyluoglu (ZLV), Dr. A. Kortenjann (IHK), D. Müller (Haniel), Prof. Dr. G. Bosch (UDE), C. Riedl (Amazon), C. Bieker (Zühlke & Bieker); Quelle: Ullrich Sorbe
v.l.: Prof. Dr. T. Hanke (FOM), G. Köyluoglu (ZLV), Dr. A. Kortenjann (IHK), D. Müller (Haniel), Prof. Dr. G. Bosch (UDE), C. Riedl (Amazon), C. Bieker (Zühlke & Bieker); Quelle: Ullrich Sorbe


Unter dem Titel „Arbeitswelt Logistik 4.0“ wurden zunächst einige Vorträge gehalten. Die Themen: „Digitalisierung in der Logistik – Trends und Innovationen“ (Carsten Bieker, Vorstandsmitglied des DIALOGistik Duisburg e.V.), „Best Practice: Digitalisierung bei Haniel“ (Dirk Müller, CIO Franz Haniel & Cie. GmbH) und „Forschungsstand: Arbeit 4.0 gestalten“ (Prof. Dr. Gerhard Bosch, Senior Professor am Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen). Zum Abschluss fand mit allen Referenten eine Podiumsdiskussion statt – moderiert von Prof. Dr. Thomas Hanke.

Der stellvertretende ild-Direktor gab zunächst eine kleine Einführung in den Themenkomplex. „Ob fahrerlose Gabelstapler, intelligente Container, Drohnen- Auslieferung oder robotergestützte Kommissionierung: Die Digitalisierung wird den Bereich der Logistik revolutionieren“, stellte Prof. Dr. Hanke heraus – und fragte die Diskussionsteilnehmer, wie Fach- und Führungskräfte diese Herausforderungen meistern wollen und können. Eine Antwort kam von Christan Riedel. Der Senior Operations Manager bei der Amazon Fulfillment Germany GmbH betonte, dass die Logistiker*innen der Zukunft eine selbstverständliche lebenslange Weiterbildung ausmache. Die emotionale Mitnahme der Mitarbeitenden, aber auch die Bereitschaft der Arbeitgeber, in das Zukunftswissen ihrer Belegschaft zu investieren, seien unerlässlich für den Erfolg bei der Umsetzung der Digitalisierung.