Newsroom

Newsarchiv

Informieren Sie sich über Aktuelles in:

Timeline

15. Florence Rail Forum

Prof. Dr. Klumpp sprach über “Private Rail Financing”

Neue Möglichkeiten, die europäische Zug-Infrastruktur zu finanzieren, standen im Zentrum des 15. Florence Rail Forums Ende November 2017 in Italien. Unter den Referenten war auch Prof. Dr. Matthias Klumpp. Der Direktor des ild Institut für Logistik- & Dienstleistungsmanagement der FOM Hochschule sprach über „Private Rail Financing: New Thinking for New Challenges“.

Blick auf die Runde in Florenz
Blick auf die Runde in Florenz (Foto: Florence School of Regulation)


„Herausforderungen wie eingeschränkte Ressourcen und der Klimawandel verlangen nach einer verbesserten Infrastruktur für Transporte“, erklärte der Wissenschaftler. „Gleichzeitig schrecken immer mehr Akteure in Europa davor zurück, in größere Projekte zu investieren.“ Die Lösung in seinen Augen: eine Verbindung aus öffentlicher und privater Finanzierung, Besitz und Kontrolle.

Natürlich habe eine solche Herangehensweise Vor- und Nachteile. „Auf der einen Seite suchen private Kapitalgeber nach Investitionsmöglichkeiten, auf der anderen Seite sind die Risiken komplex.“ Prof. Dr. Klumpps Schlussfolgerung: Private Finanzierung sei zwar möglich, brauche aber eine strukturierte Führung durch öffentliche Konzepte und Regulierungen.

11. FOM Forum Logistik in Duisburg

Eine Branche zwischen demografischem Wandel und Digitalisierung

Prof. Dr. Thomas Hanke bei der Begrüßung
Prof. Dr. Thomas Hanke bei der Begrüßung (Foto: Julia Laatsch)

„Digitalisierung, demografischer Wandel und die zunehmende Komplexität in Wertschöpfungs- und Lieferketten – die Logistikbranche geht bewegten Zeiten entgegen.“ Prof. Dr. Matthias Klumpp und Prof. Dr. Thomas Hanke fanden bei der Eröffnung des 11. FOM Forum Logistik in Duisburg klare Worte – und stellten heraus, wie das ild Institut für Logistik- & Dienstleistungsmanagement beim Umgang mit diesen Herausforderungen unterstützten möchte. „Wir arbeiten an innovativen und nachhaltigen Konzepten zu Logistik und Dienstleistungen – und zwar an der Schnittstelle von wissenschaftlich fundierter Forschung und Betriebspraxis“, so das ild-Direktorium bei seiner gemeinsamen Begrüßung. Aktuelles Beispiel: das Projekt ADINA, bei dem – gefördert aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und des Landes NRW – Automatisierungstechnik und Ergonomieunterstützung für Kommissionier- und Umschlagekonzepte untersucht werden. Warum das gerade mit Blick auf den demografischen Wandel ein wichtiges Thema für die Logistikwirtschaft ist, zeigten die Vorträge der einzelnen Referentinnen und Referenten.

Johannes Franke
Johannes Franke (Foto: Julia Laatsch)

Den Anfang machte Johannes Franke von der Duisburger Hafen AG. Er zeigte am Beispiel von verschiedenen Projekten, welche Auswirkungen die Digitalisierung auf den Duisburger Hafen bzw. die Logistikbranche im Allgemeinen hat. Darüber hinaus ging er auf die neuen Anforderungen ein, denen sich Arbeitgeber stellen müssen – vom Fachkräftemangel über die verstärkte Nachfrage nach flexiblen Arbeitszeiten bis zur Veränderung der gesamten Arbeitswelt im Zuge der Digitalisierung. „Im Zuge der digitalen Transformation ändern sich Jobs, Prozesse und Geschäftsmodelle“, stellte er in seinem Vortrag heraus. „Technische Anforderungen an Mitarbeitende werden komplexer, wodurch auch der Qualifikationsbedarf steigt. Zudem sorgt die Automatisierung dafür, dass weniger Routinetätigkeiten anfallen und mehr Kapazitäten für andere Aufgaben bleiben.“

Julian Sanders
Julian Sanders (Foto: Julia Laatsch)

Die Automatisierung stand auch im Zentrum des Beitrages von Julian Sanders. Der Experte von Bohnen Logistik ist in ADINA eingebunden und erklärte, warum die Automatisierung sowohl Herausforderung als auch Chance für Logistikdienstleister ist. „Auf der einen Seite ermöglicht sie beispielsweise eine Erhöhung der Lagerbestandvielfalt sowie verkürzte Ladezeiten. Auf der anderen Seite bedeutet sie zumeist hohe Investitionskosten, vielfach individualisierte Lösungen mit großen Abhängigkeiten von nicht immer beeinflussbaren Rahmenbedingungen.“ Zusammenfassend gesagt sei die Automatisierung einer der entscheidenden Erfolgsfaktoren für innovative Logistiker, berge aber auch Risiken.

Prof. Dr. Matthias Klumpp
Prof. Dr. Matthias Klumpp (Foto: Julia Laatsch)

Zum Abschluss des FOM Forum Logistik nahm Stefanie Jäger vom ild die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit auf eine Reise in den Arbeitsalltag von Logistik-Mitarbeitenden. Sie stellte die Lernapp MARTINA vor, die eine mobile Qualifizierung zu Themen wie Ladungssicherung, Gefahrgut und erste Hilfe ermöglicht. Die App entsteht im Rahmen des Projektes CreateMedia in Mobility and Logistics – Innovative Weiterentwicklung der Logistik-Aus- und Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen – gefördert im Rahmen des NRW-Leitmarktwettbewerbs „Medien und Kreativwirtschaft“ vom Land NRW unter Einsatz von Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) 2014-2020 „Investitionen in Wachstum und Beschäftigung“. Prof. Dr. Matthias Klumpp erläuterte durch die MARTINA APP die Verbindung zum ADINA-Projekt und gab einen Ausblick auf die weiteren Entwicklungen des Projektes.

11. FOM Forum Logistik

Logistik zwischen Automatisierung & Digitalisierung

Vor welchen Herausforderungen steht die Logistikbranche? Diese Frage diskutieren Fachleute aus Wirtschaft und Wissenschaft beim 11. FOM Forum Logistik am 15. November 2017 in Duisburg. Schwerpunkt der kostenfreien Veranstaltung: die Veränderung der Arbeitswelt durch Automatisierung und Digitalisierung.

Volles Haus beim 10. FOM Forum Logistik in Duisburg
Volles Haus beim 10. FOM Forum Logistik in Duisburg (Foto: Tom Schulte)


In insgesamt drei Vorträgen kommen ganz unterschiedliche Aspekte dieser Entwicklung zur Sprache. Johannes Franke (duisport/ DIALOGistik) geht ein auf die Rolle der Kund*innen als Treiber der Digitalisierung und zeigt auf, welche Auswirkungen das auf Ausbildung und Berufsbilder hat. Den Faden der Qualifizierung greifen Prof. Dr. Matthias Klumpp und Stefanie Jäger (ild Institut für Logistik- & Dienstleistungsmanagement) auf: Sie stellen die Lernapp MARTINA vor, die eine mobilie Logistik-Weiterbildung ermöglicht. Last but not least kommt Julian Sanders (Bohnen Logistk GmbH & Co. KG) zu Wort. Er stellt Ansätze zur Automatisierung in der Branche vor.

Das 11. FOM Forum Logistik findet von 16:00 bis 18:00 Uhr im Studienzentrum der FOM Hochschule statt (Tec Center, Bismarckstr. 120, 47057 Duisburg). Anmeldungen nimmt die Zentrale Studienberatung gerne unter 0800 1 95 95 95 (gebührenfrei) oder studienberatung@fom.de entgegen.

Die Lernapp entsteht im Projekt CreateMedia in Mobility and Logistics – Innovative Weiterentwicklung der Logistik-Aus- und Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen (MARTINA). Das Projekt wird im Rahmen des NRW-Leitmarktwettbewerbs „Medien und Kreativwirtschaft“ vom Land Nordrhein-Westfalen unter Einsatz von Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) 2014-2020 „Investitionen in Wachstum und Beschäftigung“ gefördert.

MARTINA on Tour

Thomas Neukirchen stellte die Lernapp in Hamburg und Stuttgart vor

Die Lernapp MARTINA nimmt immer konkretere Züge an… Gedacht für den Einsatz in der mobilen Logistikqualifikation entsteht sie aktuell am ild Institut für Logistik- & Dienstleistungsmanagement an der FOM Hochschule – und zwar im Rahmen des Projektes „CreateMedia in Mobility and Logistics – Innovative Weiterbildung der Logistik-Aus- und Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen“, das aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert wird. Verschiedene Phasen der Entwicklung stellte Thomas Neukirchen auf internationalen Konferenzen vor: Im September sprach der wissenschaftliche Mitarbeiter des ild bei der Logistikmanagement 2017 in Stuttgart, wenige Wochen später auf der Hamburg International Conference of Logistics.

Thomas Neukirchen während seines Vortrages in Hamburg.
Thomas Neukirchen während seines Vortrages in Hamburg.


Schwerpunkt des ersten Vortrags war die Frage, wie Logistik-Mitarbeitende am besten auf neue technologische Anforderungen vorbereitet werden können. „Entwicklungen wie Barcoding, RFID oder das Internet der Dinge führen dazu, dass auch Blue-Collar Workers wie Fahrerinnen und Fahrer verstärkt weiterqualifiziert werden müssen“, so Thomas Neukirchen. „Das kann u.a. über ein sogenanntes ‚training on the job‘ erfolgen – zum Beispiel in Form von Lernspielen.“ Hier setze MARTINA an: Die App sei via Smartphone zugänglich und biete die Möglichkeit, unabhängig von Zeit und Ort Wissen zu Gefahrgut, Ladungssicherung und Kundenkommunikation zu erarbeiten.

Wie es zu dieser Auswahl gekommen ist, erläuterte der wissenschaftliche Mitarbeiter im Rahmen seines zweiten Vortrages. Unter dem Titel „Topical Map for Continuing Education“ gewährte er Einblicke in die Analyse aktueller Themen in Logistik und Supply Chain Management, die via Analytic Hierarchy Process (AHP) in der Anfangsphase des Projektes gelaufen war.

Wer selbst einen Eindruck von MARTINA gewinnen möchte, hat übrigens die Möglichkeit, sich bei Google Play eine Testversion herunterzuladen…

Künstliche Intelligenz in der Logistik

Eine Matrix hilft bei der Einschätzung von Mitarbeitenden-Reaktionen

Früher galt im Logistikbereich: Erst wird eine neue Technologie eingeführt, dann folgt die entsprechende Qualifizierung der Mitarbeitenden. Diese Reihenfolge muss in Zukunft umgedreht werden, ist Prof. Dr. Matthias Klumpp überzeugt. Einer der Gründe: „Automatisierung spielt in der Logistik eine immer größere Rolle und bringt eine verstärkte Interaktion zwischen Menschen und künstlicher Intelligenz mit sich“, so der Direktor des ild Institut für Logistik- & Dienstleistungsmanagement der FOM Hochschule. „Das wiederum bedeutet, dass auf Seiten der Mitarbeitenden neue und andere Kompetenzen gefragt sind. Diese Kompetenzen erst nach der Einführung zu trainieren, würde die Implementation unnötig in die Länge ziehen und zusätzliche Kosten verursachen.“

Bild: Stephan Glagla


Ein wichtiger Punkt bei der Vorbereitung entsprechender Personalentwicklungsmaßnahmen ist in den Augen des FOM Wissenschaftlers die Frage, welche Befürchtungen auf Seiten der Mitarbeitenden bestehen. „Während automatisierte Kommissioniersysteme in der Regel auf wenig Widerstand treffen, sieht das bei Platooning-Systemen oder selbstfahrenden Trucks ganz anders aus“, erklärt Prof. Dr. Klumpp. „Das muss bei der Gestaltung von Qualifizierungen natürlich berücksichtigt werden.“ Um die Haltung der Mitarbeitenden evaluieren zu können, hat der ild-Direktor eine Matrix entwickelt. „Sie basiert auf vier Ebenen von Akzeptanz, Widerstand und Einfluss und ermöglicht Vertreterinnen und Vertretern der Logistikbranche, eventuelle Hürden bei der Arbeit mit künstlicher Intelligenz bereits im Vorfeld zu identifizieren und Weiterbildungsmaßnahmen entsprechend vorzubereiten.“

Wie diese Matrix im Detail aussieht, ist in Prof. Dr. Klumpps Artikel „Automation and artificial intelligence in business logistics systems: human reactions and collaboration requirements“ nachzulesen. Er ist in der aktuellen Ausgabe des „International Journal of Logistics Research and Applications“ erschienen und steht online zur Verfügung.