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Auszeichnung für Lisa Vermölen

FOM Absolventin erhält Thesis Award der Bundesvereinigung Logistik

Welche Faktoren bestimmen, dass Vertreter*innen der Generation Y Logistikdienstleister als attraktive Arbeitgeber wahrnehmen? Diese Frage hat Lisa Vermölen ins Zentrum ihrer Abschlussarbeit im berufsbegleitenden Bachelor-Studiengang Business Administration gestellt. Auf der Suche nach einer Antwort hat die FOM Absolventin in einer standardisierten Online-Befragung über 400 Datensätze der Zielgruppe erhoben und ausgewertet. Von der Hochschule erhielt sie dafür die Note 1,3, von der Bundesvereinigung Logistik wurde sie mit dem Thesis Award 2017 ausgezeichnet. Um die Ergebnisse ihrer Arbeit auf dem 34. Deutschen Logistik-Kongress in Berlin vorstellen zu können, braucht Lisa Vermölen Unterstützung…

FOM Absolventin Lisa Vermölen
FOM Absolventin Lisa Vermölen

Unter http://www.bvl.de/thesisconf sind alle 54 Preisträger*innen nebst Titel ihrer Abschlussarbeiten genannt. Aber nur die fünf von ihnen, die bis zum 14. August die meisten Stimmen gesammelt haben, erhalten Gelegenheit, ihre Ergebnisse am 26. Oktober zu präsentieren. „Über diese Chance würde mich natürlich sehr freuen“, sagt Lisa Vermölen, die sich nach ihrem Bachelor-Abschluss für das Master-Programm Logistik & Supply Chain Management eingeschrieben hat. „Schließlich habe ich viel Zeit und Mühe in meine Thesis gesteckt.“ Also, liebe FOM Studierende und Absolvent*innen: Ab ins Internet, abstimmen und eine (ehemalige) Kommilitonen unterstützen.

Qualifikation in der Logistik

Rückblick auf den Workshop Logistikweiterbildung in Köln

Welche Kompetenzen brauchen Logistik-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um der fortschreitenden Digitalisierung gewachsen zu sein? Und was sind die besten Wege, um ihnen diese Kompetenzen zu vermitteln? Diese beiden Fragen standen im Zentrum des Workshops Logistikweiterbildung Ende Juni 2017 in Köln. Initiator der Veranstaltung: Prof. Dr. Matthias Klumpp, Direktor des ild Institut für Logistik- & Dienstleistungsmanagement an der FOM Hochschule.

Den ersten Vortrag hielt Thomas Lehr von Conoscope. Sein Thema: Qualifikationsanforderungen in Innovationsprozessen und bei Dienstleistungsunternehmen im Speziellen. Anschließend sprach Prof. Dr. Cordula Meier (Folkwang Universität der Künste) über „Design als Weltenbau“, während Thomas Neukirchen vom ild die Lernapp MARTINA vorstellte. Sie ist gedacht für eine mobile Logistikqualifikation und entsteht im Rahmen des Projektes CreateMedia in Mobility and Logistics – Innovative Weiterbildung der Logistik-Aus- und Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen, das aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert wird.

Thomas Lehr während seines Vortrags an der FOM in Köln
Thomas Lehr während seines Vortrags an der FOM in Köln

Per App zum Produkt

Wie Customer aided instore micrologistics in der Praxis funktionieren

Im Juni hat das Nordic Logistic Research Network zur jährlichen Konferenz ins schwedische Lund geladen. Gleich am ersten Tag war Thomas Neukirchen vom ild Institut für Logistik- & Dienstleistungsmanagement der FOM Hochschule mit einem Beitrag vertreten, den er gemeinsam mit ild-Direktor Prof. Dr. Matthias Klumpp verfasst hatte. Titel: „Customer aided instore micrologistics“.

Thomas Neukirchen während seines Vortrags
Thomas Neukirchen während seines Vortrags

Im Zentrum des Vortrags stand das Konzept für eine App, die Kundinnen und Kunden beim Einkauf im Laden unterstützt, indem sie sie entlang benötigter Produkte navigiert. „Wo steht beispielsweise der Tee? In welchem Regal finde ich Nudeln und Reis? Die App bietet Orientierung und entlastet gleichzeitig die Ladeneigentümer“, erklärte Thomas Neukirchen. „Sie müssen dann nicht mehr alle Artikel nach einem System anordnen, sondern können sie dort lagern, wo gerade Platz ist. Die Route zu den Produkten zeigt dann die App. Als Chaotic Storage existiert dieses Prinzip schon seit längerer Zeit, am Point of Sale ist die Herausforderung eine kundenfreundliche Gestaltung.“

Die Anwendung würde ein statisches Ordnungssystem ersetzen, ähnlich dem in manchen Lagersystemen schon etablierten Vorgehen. „Die Vorschläge der App für eine Route können sich zum Beispiel an Daten der Shoppinghistorie eines Kunden oder einer Kundin orientieren“, so Thomas Neukirchen. Es gäbe darüber hinaus Überlegungen, Kundinnen und Kunden in das Replenishment einzelner Produkte einzubinden. Die einzige Schwierigkeit in den Augen des ild-Experten: Was motiviert den Kunden oder die Kundin, sich an diesem Refill-System zu beteiligen? „Denkbar ist beispielsweise, auf einen Gamification-Ansatz zu bauen und das Ganze als Spiel aufzuziehen“, nannte er einen möglichen Weg, der auch den Kreis zum Projekt CreateMedia in Mobility and Logistics – Innovative Weiterbildung der Logistik-Aus- und Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen – kurz: MARTINA – schließt, an dem Thomas Neukirchen mitarbeitet. Dort entsteht eine Lernapp zu Themen wie Sicherheit und Compliance für Mitarbeiter*innen in der Logistik. „Um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass diese Form der Weiterbildung auch ankommt, haben wir das Ganze als Spiel aufgesetzt“, so Thomas Neukirchen. Gefördert wird das Projekt im Rahmen des NRW-Leitmarktwettbewerbs „Medien und Kreativwirtschaft“ vom Land Nordrhein-Westfalen unter Einsatz von Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) 2014-2020 „Investitionen in Wachstum und Beschäftigung“.

Die Konferenz fand an der Universität Lund statt.
Die Konferenz fand an der Universität Lund statt.

Research Fellows im Porträt

Von der Praxis in die Wissenschaft – und wieder zurück

Lebenslanges Lernen lohnt. Das stellt der Werdegang von Hella Abidi eindrucksvoll unter Beweis. Nach ihrer Ausbildung bei Dachser war sie in verschiedenen Bereichen des Logistik- Unternehmens tätig. Parallel zum Job hat sie sich permanent weitergebildet. Über ein Studium an der FOM Hochschule landete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am ild Institut für Logistik- & Dienstleistungsmanagement, begleitete mehrere Projekte und bereitete ihre Promotion vor. Jetzt arbeitet sie wieder bei Dachser und leitet dort ein internationales Forschungsprojekt zum Thema City Distribution. Details verrät sie im Interview…

Hella Abidi beim FOM Logistik-Forum (Foto: Tom Schulte)
Hella Abidi beim FOM Logistik-Forum (Foto: Tom Schulte)


Wie sah Ihr Weg an die FOM Hochschule bzw. das ild aus?

Hella Abidi: Es hat begonnen mit einem Zeitungsausschnitt. Darin wurde über den Start eines berufsbegleitenden Studiengangs an der FOM in Köln berichtet: Wirtschaftswissenschaften mit den Schwerpunkten Logistik und Supply Management. Bislang war dieses Programm Mitarbeitenden der Bayer AG vorbehalten – die Wurzeln des Hochschulstudienzentrums liegen ja in einer Kooperation mit dem Konzern – jetzt stand es aber allen offen und passte perfekt in meine Planung. Ich hatte bei der Dachser GmbH & Co. KG meine Ausbildung beendet, war bei dem Logistikunternehmen u.a. in den Bereichen Disposition, Vertrieb und Customer Service tätig und hatte parallel zum Job verschiedene Weiterbildungen absolviert – zum Beispiel einen Lehrgang zur Verkehrsfachwirtin an der IHK Köln. Mit einem Studium wollte ich meine Kompetenzen weiter ausbauen und mich für eine Abteilungsleitung qualifizieren.

Im 5. und 6. Semester hatte ich Vorlesungen bei Prof. Dr. Matthias Klumpp, dem Direktor des ild. Ich habe ihn direkt auf das Thema Doktortitel angesprochen und gefragt, wie sich eine Promotion am besten realisieren lässt. In der Folge hat er mich zu von ihm organisierten wissenschaftlichen Abenden eingeladen, wo ich spannende Einblicke in das wissenschaftliche Arbeiten gewonnen und viel gelernt habe. Dann stand am ild der Start des Forschungsprojektes Wissenschaftliche Weiterbildung in der Logistik an. Inhalte und Zielsetzung haben mich sehr angesprochen. Schließlich bilde ich mich seit Abschluss meiner Ausbildung permanent berufsbegleitend im Bereich Logistik weiter. Ich kam also als wissenschaftliche Mitarbeiterin an Bord und habe parallel meine Promotion vorbereitet – wenn auch zu einem anderen Thema…

Hat die Arbeit am ild Ihnen auf dem Weg zur Promotion geholfen?

Hella Abidi: Auf jeden Fall. Ich komme ja ursprünglich aus dem operativen Bereich und konnte durch die Arbeit am ild erstmals auch meine wissenschaftlichen Kompetenzen weiterentwickeln: Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit Projektpartnern aus unterschiedlichen Institutionen? Was ist beim Verfassen wissenschaftlicher Beiträge zu beachten? Und wie fühlt es sich an, Vorträge auf Konferenzen zu halten oder in der Lehre tätig zu sein?

Was ist das Thema Ihrer Promotion?

Hella Abidi: Es geht um Performance Management in der humanitäre Logistik. Ich habe untersucht, wie sich Supply Chain Strategie in die Arbeit von Hilfsorganisationen integrieren lässt. Dabei bestand vor allem eine Schwierigkeit: Erkenntnisse aus der Privatwirtschaft lassen sich nicht 1:1 auf humanitäre Projekte übertragen. Wenn es gilt, Katastrophengebiete in der ersten Reaktionsphase mit Medikamenten, Lebensmitteln oder Kleidung zu versorgen, steht nicht die Kosteneffizienz im Vordergrund. Es geht vielmehr darum, möglichst viele Menschen schnell zu erreichen, um ihre Situation zu verbessern.

Ich habe u.a. ein einheitliches Performance Measurement System entwickelt, das es ermöglicht, die Supply Chains von Hilfsorganisationen zu vergleichen. Pro Krisenregion sind manchmal über 600 Organisationen vor Ort. Das kann – wie im Fall von Haiti – dazu führen, dass der Hafen verstopft ist und sich die Verteilung von Hilfsgütern verzögert. Mit Hilfe eines Performance Measurement Systems ist es möglich, die Kernkompetenzen verschiedener Organisationen sichtbar zu machen und ihre Arbeit entsprechend ihrer jeweiligen Strategie zu koordinieren. Das verbessert die Situation im Krisengebiet und sorgt gleichzeitig dafür, dass Spendengelder effizient eingesetzt werden.

Bei Ärzte ohne Grenzen in Belgien ist dieses Instrument bereits im Einsatz. Die Promotion selbst ist allerdings noch nicht abgeschlossen. Ich befinde mich in den letzten Zügen: Die Kapitel sind geschrieben, und bin aktuell dabei, die Kommentare von meinem Doktorvater einzuarbeiten.

Ist humanitäre Logistik ein Thema, das Sie auch im Arbeitsalltag beschäftigt?

Hella Abidi: Aktuell nicht. Nach meiner Zeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin am ild bin ich wieder zu Dachser gewechselt, genauer: in die Forschungs- und Entwicklungsabteilung des Unternehmens. Dort leite ich seit 2016 ein Projekt, das sehr viele Bezugspunkte zu dem letzten Projekt hat, das ich an der FOM betreut habe: Bei E-Route ging es um den Einsatz von Elektrofahrzeugen auf der Last Mile – also auf dem Weg eines Produktes vom Lager des Großhändlers bzw. Logistikdienstleisters zum Point of Sale bzw. zum Kunden. Bei Dachser bin ich dabei, innovative und nachhaltige Geschäftsmodelle für die City-Distribution zu entwickeln. Da haben mir die E-Route-Einblicke natürlich sehr geholfen – zum Beispiel mit Blick auf die Vor- und Nachteile des Einsatzes von Elektrofahrzeugen.

Liegt der Fokus des Dachser-Projektes auf Elektrofahrzeugen?

Hella Abidi: Elektrofahrzeuge sind nur ein möglicher Aspekt. Unser Ziel ist es, eine Toolbox zu entwickeln, die verschiedene Szenarien ermöglicht – und zwar in Abhängigkeit zu den Besonderheiten der jeweiligen Stadt. Amsterdam beispielsweise besteht zu 30 Prozent aus Wasser, deshalb überlegen wir, die Grachten zu nutzen. In Paris haben wir gute Erfahrungen mit Elektrofahrzeugen gemacht. Die haben sich in Stuttgart dagegen nicht bewährt, weil die vielen Hügel die Reichweite der Fahrzeuge einschränken.

Aktuell sind wir also dabei, verschiedene Modelle zu testen, zu evaluieren und anzupassen. Unser Hauptaugenmerk liegt dabei nicht nur auf der Kostenminimierung. Ziel ist auch, den Ausstoß von Schadstoffen wie CO2, NOx oder HCsO2 zu reduzieren sowie die Fahrer*innen zu entlasten – zum Beispiel mit Blick auf Staus oder Parkmöglichkeiten. Angesetzt ist das Projekt bis März 2019.

Sind Sie zusätzlich in die Forschungsaktivitäten des ild eingebunden?

Hella Abidi: Nur eingeschränkt, da ich mich momentan in erster Linie auf meine Promotion konzentriere. Beispielsweise habe ich das 10. FOM Forum Logistik moderiert, wo u.a. Ergebnisse des laufenden Projektes MARTINA vorgestellt wurden. Unter dem Titel „CreateMedia in Mobility & Logistics – Innovative Weiterentwicklung der Logistik-Aus- und Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen“ entsteht dort eine Lernapp zu Themen wie Sicherheit und Compliance für Mitarbeiter*innen in der Logistik. Den Prototyp kann man sich u.a. beim 2. Essener Wissenschaftssommer anschauen.

Austausch zwischen Wissenschaft & Praxis

Workshop Logistikweiterbildung am 23. Juni in Köln

Das ild Institut für Logistik- & Dienstleistungsmanagement der FOM Hochschule lädt am 23. Juni 2017 zu einem Innovations- und Expertenworkshop nach Köln. Thema der kostenfreien Veranstaltung: Logistikweiterbildung. „Angesichts der fortschreitenden Digitalisierung müssen sich Mitarbeitende aus Speditionen, Transportunternehmen, Industrie und Handel neue Kompetenzen aneignen“, erläutert ild-Direktor Prof. Dr. Matthias Klumpp den Hintergrund. „Wir wollen gemeinsam mit Praktiker*innen diskutieren, welche Qualifikationsanforderungen bestehen und wie das entsprechende Know-how am besten zu vermitteln ist.“

LKW (Foto: Stephan Glagla)
Foto: Stephan Glagla

Begrüßt werden die Workshop-Teilnehmer*innen von Prof. Dr. Klumpp und seinem Stellvertreter, Prof. Dr. Thomas Hanke. Es folgen vier Fachvorträge: Thomas Lehr (Conoscope) spricht über Qualifikationsanforderungen in Innovationsprozessen und stellt Fallbeispiele aus Dienstleistungsunternehmen vor. Christian Witte (RKI) liefert einen Praxisbericht aus der Stahllogistik und gewährt Einblicke in die Digitalisierung im Schwerlastverkehr. Prof. Dr. Cordula Meier (Folkwang Universität der Künste) hält einen Vortrag über „Design als Weltenbau“, während Thomas Neukirchen (ild) die Lernapp MARTINA vorstellt. Sie ist gedacht für eine mobile Logistikqualifikation und entsteht im Rahmen des Projektes „CreateMedia in Mobility and Logistics – Innovative Weiterbildung der Logistik-Aus- und Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen“, das aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert wird.

Die Veranstaltung findet von 13:30 bis 16:00 Uhr im Hochschulzentrum der FOM in Köln (Agrippinawerft 4. 50678 Köln) statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldungen nimmt Stefanie Jäger gerne unter stefanie.jaeger@fom-ild.de entgegen.