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11. FOM Forum Logistik

Logistik zwischen Automatisierung & Digitalisierung

Vor welchen Herausforderungen steht die Logistikbranche? Diese Frage diskutieren Fachleute aus Wirtschaft und Wissenschaft beim 11. FOM Forum Logistik am 15. November 2017 in Duisburg. Schwerpunkt der kostenfreien Veranstaltung: die Veränderung der Arbeitswelt durch Automatisierung und Digitalisierung.

Volles Haus beim 10. FOM Forum Logistik in Duisburg
Volles Haus beim 10. FOM Forum Logistik in Duisburg (Foto: Tom Schulte)


In insgesamt drei Vorträgen kommen ganz unterschiedliche Aspekte dieser Entwicklung zur Sprache. Johannes Franke (duisport/ DIALOGistik) geht ein auf die Rolle der Kund*innen als Treiber der Digitalisierung und zeigt auf, welche Auswirkungen das auf Ausbildung und Berufsbilder hat. Den Faden der Qualifizierung greifen Prof. Dr. Matthias Klumpp und Stefanie Jäger (ild Institut für Logistik- & Dienstleistungsmanagement) auf: Sie stellen die Lernapp MARTINA vor, die eine mobilie Logistik-Weiterbildung ermöglicht. Last but not least kommt Julian Sanders (Bohnen Logistk GmbH & Co. KG) zu Wort. Er stellt Ansätze zur Automatisierung in der Branche vor.

Das 11. FOM Forum Logistik findet von 16:00 bis 18:00 Uhr im Studienzentrum der FOM Hochschule statt (Tec Center, Bismarckstr. 120, 47057 Duisburg). Anmeldungen nimmt die Zentrale Studienberatung gerne unter 0800 1 95 95 95 (gebührenfrei) oder studienberatung@fom.de entgegen.

Die Lernapp entsteht im Projekt CreateMedia in Mobility and Logistics – Innovative Weiterentwicklung der Logistik-Aus- und Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen (MARTINA). Das Projekt wird im Rahmen des NRW-Leitmarktwettbewerbs „Medien und Kreativwirtschaft“ vom Land Nordrhein-Westfalen unter Einsatz von Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) 2014-2020 „Investitionen in Wachstum und Beschäftigung“ gefördert.

MARTINA on Tour

Thomas Neukirchen stellte die Lernapp in Hamburg und Stuttgart vor

Die Lernapp MARTINA nimmt immer konkretere Züge an… Gedacht für den Einsatz in der mobilen Logistikqualifikation entsteht sie aktuell am ild Institut für Logistik- & Dienstleistungsmanagement an der FOM Hochschule – und zwar im Rahmen des Projektes „CreateMedia in Mobility and Logistics – Innovative Weiterbildung der Logistik-Aus- und Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen“, das aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert wird. Verschiedene Phasen der Entwicklung stellte Thomas Neukirchen auf internationalen Konferenzen vor: Im September sprach der wissenschaftliche Mitarbeiter des ild bei der Logistikmanagement 2017 in Stuttgart, wenige Wochen später auf der Hamburg International Conference of Logistics.

Thomas Neukirchen während seines Vortrages in Hamburg.
Thomas Neukirchen während seines Vortrages in Hamburg.


Schwerpunkt des ersten Vortrags war die Frage, wie Logistik-Mitarbeitende am besten auf neue technologische Anforderungen vorbereitet werden können. „Entwicklungen wie Barcoding, RFID oder das Internet der Dinge führen dazu, dass auch Blue-Collar Workers wie Fahrerinnen und Fahrer verstärkt weiterqualifiziert werden müssen“, so Thomas Neukirchen. „Das kann u.a. über ein sogenanntes ‚training on the job‘ erfolgen – zum Beispiel in Form von Lernspielen.“ Hier setze MARTINA an: Die App sei via Smartphone zugänglich und biete die Möglichkeit, unabhängig von Zeit und Ort Wissen zu Gefahrgut, Ladungssicherung und Kundenkommunikation zu erarbeiten.

Wie es zu dieser Auswahl gekommen ist, erläuterte der wissenschaftliche Mitarbeiter im Rahmen seines zweiten Vortrages. Unter dem Titel „Topical Map for Continuing Education“ gewährte er Einblicke in die Analyse aktueller Themen in Logistik und Supply Chain Management, die via Analytic Hierarchy Process (AHP) in der Anfangsphase des Projektes gelaufen war.

Wer selbst einen Eindruck von MARTINA gewinnen möchte, hat übrigens die Möglichkeit, sich bei Google Play eine Testversion herunterzuladen…

Künstliche Intelligenz in der Logistik

Eine Matrix hilft bei der Einschätzung von Mitarbeitenden-Reaktionen

Früher galt im Logistikbereich: Erst wird eine neue Technologie eingeführt, dann folgt die entsprechende Qualifizierung der Mitarbeitenden. Diese Reihenfolge muss in Zukunft umgedreht werden, ist Prof. Dr. Matthias Klumpp überzeugt. Einer der Gründe: „Automatisierung spielt in der Logistik eine immer größere Rolle und bringt eine verstärkte Interaktion zwischen Menschen und künstlicher Intelligenz mit sich“, so der Direktor des ild Institut für Logistik- & Dienstleistungsmanagement der FOM Hochschule. „Das wiederum bedeutet, dass auf Seiten der Mitarbeitenden neue und andere Kompetenzen gefragt sind. Diese Kompetenzen erst nach der Einführung zu trainieren, würde die Implementation unnötig in die Länge ziehen und zusätzliche Kosten verursachen.“

Bild: Stephan Glagla


Ein wichtiger Punkt bei der Vorbereitung entsprechender Personalentwicklungsmaßnahmen ist in den Augen des FOM Wissenschaftlers die Frage, welche Befürchtungen auf Seiten der Mitarbeitenden bestehen. „Während automatisierte Kommissioniersysteme in der Regel auf wenig Widerstand treffen, sieht das bei Platooning-Systemen oder selbstfahrenden Trucks ganz anders aus“, erklärt Prof. Dr. Klumpp. „Das muss bei der Gestaltung von Qualifizierungen natürlich berücksichtigt werden.“ Um die Haltung der Mitarbeitenden evaluieren zu können, hat der ild-Direktor eine Matrix entwickelt. „Sie basiert auf vier Ebenen von Akzeptanz, Widerstand und Einfluss und ermöglicht Vertreterinnen und Vertretern der Logistikbranche, eventuelle Hürden bei der Arbeit mit künstlicher Intelligenz bereits im Vorfeld zu identifizieren und Weiterbildungsmaßnahmen entsprechend vorzubereiten.“

Wie diese Matrix im Detail aussieht, ist in Prof. Dr. Klumpps Artikel „Automation and artificial intelligence in business logistics systems: human reactions and collaboration requirements“ nachzulesen. Er ist in der aktuellen Ausgabe des „International Journal of Logistics Research and Applications“ erschienen und steht online zur Verfügung.

Vollzeit- versus berufsbegleitendes Studium

Gibt es Unterschiede beim Lern- und Studienverhalten?

„Typische Studierende gibt es nicht mehr. Ganz im Gegenteil: Gerade in den Master-Programmen ist die Vielfalt der Biografien und Hintergründe erstaunlich – und offensichtlich das Ergebnis der politisch erwünschten ‚Öffnung der Hochschulen‘ für nicht-traditionelle Studierende.“ Zu diesem Ergebnis kommen Prof. Dr. Matthias Klumpp und Prof. Dr. Bianca Krol in ihrer „Studienformenübergreifenden Analyse des Lern- und Studienverhaltens“ – kurz: SALSA. Der Direktor des ild Institut für Logistik- & Dienstleistungsmanagement und die Direktorin des ifes Institut für Empirie & Statistik der FOM Hochschule haben die Unterschiede im Informations-, Studien- und Lernverhalten zwischen Studierenden im Vollzeit- und im berufsbegleitenden Studium untersucht. Grundlage war eine Befragung von 874 Bachelor- und Master-Studierenden im Alter zwischen 21 und 50 Jahren.

Eines der wichtigsten Ergebnisse: „Studierende in einem berufsbegleitenden Studiengang haben durchschnittlich zeitlich geringere Lernaufwände für die Durchführung des Erststudiums zu leisten“, sagt Prof. Dr. Krol. „Wir nehmen an, dass durch die berufliche Erfahrung eine Lernsynergie entsteht, welche die Studieninhalte in der berufsbegleitenden Form leichter oder schneller begreifbar machen, weil sie mit Praxiserfahrungen verknüpft werden können.“ Gestützt wird diese Annahme durch ein weiteres Ergebnis: Die notwendige Studienzeit im Erststudium sinkt, wenn Berufserfahrung durch eine begleitende Praxistätigkeit oder eine abgeschlossene Berufsausbildung vorliegt. „Auch der Faktor ‚gesteigerte Selbstständigkeit‘ dürfte hier eine Rolle spielen“, so die ifes-Direktorin.

Gleichzeitig gilt: „Je länger die berufliche Praxiszeit – insbesondere bei längeren Phasen der Berufstätigkeit vor einem Studium – andauert, desto höher sind die im Studium selbst zu erwartenden Lernaufwände“, erklärt Prof. Dr. Klumpp. „Studierende mit einer langen ‚lernfreien‘ Phase haben schlichtweg Schwierigkeiten, wieder in einen Lernrhythmus zu finden oder Lernkompetenzen zu erwerben.“

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass berufsbegleitend Studierende in Bezug auf Motivationslage, Selbstständigkeit und der Möglichkeit der Vernetzung von Studieninhalten mit Erfahrungsinhalten aus der Berufspraxis „anders“ als traditionelle Vollzeit-Studierende sind. „Diese ‚Andersartigkeit‘ sollte hochschuldidaktische und hochinstitutionelle Konsequenzen haben“, schlussfolgert Prof. Dr. Klumpp. „Noch ist das Lehrpersonal vieler Hochschulen beispielsweise beim Umgang mit dieser Diversität im Hörsaal auf sich allein gestellt. Das sollte sich in Zukunft ändern.“

Im Detail nachzulesen sind die Ergebnisse der SALSA-Untersuchung im gerade erschienenen Band „Studienformen und Lernverhalten. Einflussfaktoren – Konzepte - Konsequenzen“ von Prof. Dr. Klumpp. Erschienen im W. Bertelsmann Verlag unter Mitarbeit von Marisa Bach, Sascha Bioly, Thomas Keuschen, Bianca Krol, Dirk Krome, Tim Stender und Isabel Vahlhaus. Kostenpunkt: 34,90 Euro. Weitere Information sind auf der Internetseite des Verlags zu finden.

Diskussion in Dortmund

Was steckt hinter dem Trendthema Blockchain?

Der Bitcoin-Kurs steigt unaufhörlich. Eine Prognose sieht ihn gar bei 6.000 Dollar. Analog dazu wächst auch das Interesse an Blockchain, dem System hinter der digitalen Währung. Welches Potenzial diese Technologie zum Speichern von Daten und sicheren Management von Informationen hat, steht bei einem kostenlosen Blockchain-Breakfast am 12. September 2017 in Dortmund zur Diskussion. Titel: „Blockchain – Revolution oder doch nur Hype?“. Veranstalter: die Comline AG zusammen mit der FOM Hochschule.

Prof. Dr. Roger Bons
Prof. Dr. Roger Bons

Für den fachlichen Input sorgt Prof. Dr. Roger Bons. Der Wissenschaftler des ild Institut für Logistik & Dienstleistungsmanagement beleuchtet das Thema vor dem Hintergrund des digitalen Wandels. „Eine Blockchain ist ein sequenzielles Archiv, in dem große Blöcke von Transaktionen gespeichert sind“, erklärt der Wissenschaftler. „Sie ist verteilt auf alle Stakeholder und kann von einer einzigen Partei oder Öffentlichkeit verwaltet werden – je nachdem, wer neue Knoten erstellen kann.“ Bitcoin sei nur eine Möglichkeit, diese Technologie zu nutzen. Weitere Einsatzgebiete seien “Smart Contracts”, die in der Logistik, der Versicherungsbranche und sogar der Musikindustrie neue Möglichkeiten bieten.

Das Blockchain-Breakfast findet von 8:00 bis 11:00 Uhr in den Räumlichkeiten der Comeline AG statt: Hauert 8, 44227 Dortmund. Die Anmeldung erfolgt via Internet.