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Zwischen Immobilienmarkt und finanziellem Wohlbefinden

ifes Wissenschaftler präsentieren Forschungsergebnisse auf Veranstaltungen in Breslau

Die Gesellschaft für Klassifikation trifft sich 2017 in Breslau: Am 26. September lädt sie gemeinsam mit der polnischen Gesellschaft zum German-Polish Seminar on Data Analysis and Applications, einen Tag später startet die European Conference on Data Analysis. Auf beiden Veranstaltungen ist die FOM Hochschule durch Prof. Dr. Matthias Gehrke und Prof. Dr. Karsten Lübke vertreten. Die Wissenschaftler, die sich sowohl am ifes Institut für Empirie & Statistik als auch am isf Institut für Strategic Finance engagieren, sprechen über die Preisentwicklung am deutschen Immobilienmarkt, Methoden zur Berechnung des Value at Risk sowie über das subjektive finanzielle Wohlbefinden. Die Vorträge basieren zum Teil auf Masterarbeiten, deren Ergebnisse im Anschluss auch publiziert werden sollen.

Die Gesellschaft für Klassifikation trifft sich in Breslau.
Die Gesellschaft für Klassifikation trifft sich in Breslau.

Die Grundlage für den eingeladenen Vortrag „Evaluation of selected models for Value-at-Risk calculation“ beim German-Polish-Seminar hat Prof. Dr. Gehrke gemeinsam mit Prof. Dr. Karsten Lübke und der FOM Absolventin Vanessa Bormann geschaffen. Zusammen haben sie neuere und traditionelle Modelle zur VaR-Kalkulation miteinander verglichen – darunter CAViaR und HAR-QREG sowie RiscMetrics und GARCH (1,1). Als Untersuchungsprobe nutzten sie MDAX und CDAX für den deutschen Kapitalmarkt, Gold, Öl, Weizen und Mais für alternative Investments sowie den Kurs von Euro und US-Dollar für den Devisenmarkt.

Auf der „European Conference on Data Analysis“ geht Prof. Dr. Gehrke der Frage nach, ob sich Blasen in der Preisentwicklung am deutschen Immobilienmarkt befinden. Dazu hat er zusammen mit FOM Absolvent Thomas Mayer geforscht. „Wir haben analysiert, wie sich die Preise von Eigentumswohnungen zu Mietpreisen vergleichbarer Immobilien verhalten“, erläutert der ifes-Wissenschaftler. „Zum Einsatz kam dabei eine erweiterte Version des Dickey-Fuller-Tests mit dem gezeigt werden kann, ob Signifikanz für Preisblasen vorliegt.“

Das subjektive finanzielle Wohlbefinden steht im Zentrum des Vortrags von Prof. Dr. Lübke. Zusammen mit Prof. Dr. Thomas Christiaans und Julia Richenhagen hat er sich mit der Frage beschäftigt, welche Faktoren dieses Wohlbefinden beeinflussen. Zur Beantwortung haben sie moderne datenanalytische Verfahren verwendet. Die Datengrundlage wurde durch FOM Studierende im Rahmen der Weihnachtsumfrage unter Leitung von Prof. Dr. Oliver Gansser, stellv. Direktor des ifes, geschaffen.

Statistische Woche 2017

Prof. Dr. Gehrke und Prof. Dr. Lübke stellen neue Didaktik der Statistik-Vorlesungen vor

Beeinflussen verschiedene Benutzeroberflächen die Akzeptanz von R? Mit dieser Frage haben sich Prof. Dr. Matthias Gehrke und Prof. Dr. Karsten Lübke vom ifes Institut für Empirie & Statistik in einem Quasi-Experiment auseinandergesetzt. Ihre Ergebnisse präsentieren die beiden FOM Wissenschaftler Mitte September in Rostock. Dort findet in der Hansestadt die Statistische Woche statt – ausgerichtet von der Deutschen Statistischen Gesellschaft, dem Verband Deutscher Städtestatistiker und der Deutschen Gesellschaft für Demographie.

Prof. Dr. Matthias Gehrke und Prof. Dr. Karsten Lübke
Prof. Dr. Matthias Gehrke und Prof. Dr. Karsten Lübke


„Im Zentrum unseres Quasi-Experiments standen die beiden Benutzeroberflächen mosaic und Rcmdr“, erläutert Prof. Dr. Gehrke. „Rcmdr ist eine menügesteuerte grafische Benutzeroberfläche für R, während mosaic ein von Hochschuldidaktikerinnen und -didaktikern entwickelter Ansatz für die statistische Lehre mit R ist, der Simulation und Randomisierung zum konzeptionellen Verständnis statistischer Inferenz nutzt.“ Zum Einsatz kamen beide Oberflächen bei Lehrveranstaltungen für berufsbegleitende Studierende der FOM. In allen Master-Programmen der Hochschule ist die Nutzung von R nämlich verpflichtend für sämtliche statistischen Lehrveranstaltungen, und dank eines Wechsels im Studienverlauf konnte die entsprechende Veranstaltung zweifach in einem Semester angeboten werden – einmal mit Rcmdr und einmal mit mosaic.

FOM Forschender auf Tokio-Reise

Prof. Dr. Karsten Lübke war als Referent auf wissenschaftlichen Veranstaltungen in Japan vertreten

Prof. Dr. Karsten Lübke, Lehrender der FOM in Dortmund und Wissenschaftler am ifes Institut für Empirie & Statistik, war als Referent auf zwei internationalen Tagungen in Japan vertreten. Auf beiden Veranstaltungen stellte er Arbeiten vor, die er gemeinsam mit anderen Forschenden der Hochschule durchgeführt hat.

Lag auf Prof. Dr. Lübkes Weg zu den Veranstaltungen: der buddhistische Tempel Sengakuji.
Lag auf Prof. Dr. Lübkes Weg zu den Veranstaltungen: der buddhistische Tempel Sengakuji.


Erste Station war die Conference of the Internationel Federation of Classification Societies in Tokio. Hier sprach Prof. Dr. Lübke über „Benchmarking classification of stock performance by corporate performance measures – insights from different modelling techniques“. An diesem Thema arbeitet er gemeinsam mit Prof. Dr. Roland Wolf vom isf Institute for Strategic Finance & Prof. Dr. habil. Sebastian Sauer vom iwp Institut für Wirtschaftspsychologie. Im Zentrum des Vortrages stand die Generalisierbarkeit von (statistischen) Ergebnissen bzw. ihre Übertragbarkeit auf andere Märkte oder Zeiten. „Ein Punkt, der in der Praxis von großer Bedeutung ist“, wie Prof. Dr. Lübke betonte, „und den wir auf Basis von Performance-Kennzahlen börsennotierter Unternehmen aus Deutschland, Polen und Japan im Zeitraum 2010 bis 2015 beleuchtet haben.“

Die zweite Veranstaltung fand ebenfalls in Tokio statt. Der Name: “6th Japanese and German Symposium on Classification”. Als einer von insgesamt acht deutschen Teilnehmenden präsentierte der FOM Wissenschaftler dort ein Projekt, an dem er mit Prof. Dr. Oliver Gansser arbeitet, dem stellvertretenden Direktor des ifes. Unter dem Titel „Components, Cluster and Correspondence (?): A data driven approach to consumer behaviour segmentation“ ging Prof. Dr. Lübke ein auf die Ergebnisse und die statistische Methodik der Datenanalyse zur Sommerumfrage der FOM Hochschule.

Zurück in Deutschland fällt der ifes-Experte ein positives Urteil zu seiner Tokio-Reise. „Der Besuch der beiden Tagungen war ein voller Erfolg“, so Prof. Dr. Lübke. „Hochkarätige Forscher, internationale Sichtbarkeit, intensiver Austausch – und die FOM mittendrin.“

Vollzeit- versus berufsbegleitendes Studium

Gibt es Unterschiede beim Lern- und Studienverhalten?

„Typische Studierende gibt es nicht mehr. Ganz im Gegenteil: Gerade in den Master-Programmen ist die Vielfalt der Biografien und Hintergründe erstaunlich – und offensichtlich das Ergebnis der politisch erwünschten ‚Öffnung der Hochschulen‘ für nicht-traditionelle Studierende.“ Zu diesem Ergebnis kommen Prof. Dr. Matthias Klumpp und Prof. Dr. Bianca Krol in ihrer „Studienformenübergreifenden Analyse des Lern- und Studienverhaltens“ – kurz: SALSA. Der Direktor des ild Institut für Logistik- & Dienstleistungsmanagement und die Direktorin des ifes Institut für Empirie & Statistik der FOM Hochschule haben die Unterschiede im Informations-, Studien- und Lernverhalten zwischen Studierenden im Vollzeit- und im berufsbegleitenden Studium untersucht. Grundlage war eine Befragung von 874 Bachelor- und Master-Studierenden im Alter zwischen 21 und 50 Jahren.

Eines der wichtigsten Ergebnisse: „Studierende in einem berufsbegleitenden Studiengang haben durchschnittlich zeitlich geringere Lernaufwände für die Durchführung des Erststudiums zu leisten“, sagt Prof. Dr. Krol. „Wir nehmen an, dass durch die berufliche Erfahrung eine Lernsynergie entsteht, welche die Studieninhalte in der berufsbegleitenden Form leichter oder schneller begreifbar machen, weil sie mit Praxiserfahrungen verknüpft werden können.“ Gestützt wird diese Annahme durch ein weiteres Ergebnis: Die notwendige Studienzeit im Erststudium sinkt, wenn Berufserfahrung durch eine begleitende Praxistätigkeit oder eine abgeschlossene Berufsausbildung vorliegt. „Auch der Faktor ‚gesteigerte Selbstständigkeit‘ dürfte hier eine Rolle spielen“, so die ifes-Direktorin.

Gleichzeitig gilt: „Je länger die berufliche Praxiszeit – insbesondere bei längeren Phasen der Berufstätigkeit vor einem Studium – andauert, desto höher sind die im Studium selbst zu erwartenden Lernaufwände“, erklärt Prof. Dr. Klumpp. „Studierende mit einer langen ‚lernfreien‘ Phase haben schlichtweg Schwierigkeiten, wieder in einen Lernrhythmus zu finden oder Lernkompetenzen zu erwerben.“

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass berufsbegleitend Studierende in Bezug auf Motivationslage, Selbstständigkeit und der Möglichkeit der Vernetzung von Studieninhalten mit Erfahrungsinhalten aus der Berufspraxis „anders“ als traditionelle Vollzeit-Studierende sind. „Diese ‚Andersartigkeit‘ sollte hochschuldidaktische und hochinstitutionelle Konsequenzen haben“, schlussfolgert Prof. Dr. Klumpp. „Noch ist das Lehrpersonal vieler Hochschulen beispielsweise beim Umgang mit dieser Diversität im Hörsaal auf sich allein gestellt. Das sollte sich in Zukunft ändern.“

Im Detail nachzulesen sind die Ergebnisse der SALSA-Untersuchung im gerade erschienenen Band „Studienformen und Lernverhalten. Einflussfaktoren – Konzepte - Konsequenzen“ von Prof. Dr. Klumpp. Erschienen im W. Bertelsmann Verlag unter Mitarbeit von Marisa Bach, Sascha Bioly, Thomas Keuschen, Bianca Krol, Dirk Krome, Tim Stender und Isabel Vahlhaus. Kostenpunkt: 34,90 Euro. Weitere Information sind auf der Internetseite des Verlags zu finden.

Forschungsworkshop in München

FOM Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammenbringen

Premiere an der FOM in München: Zum ersten Mal fand im Studienzentrum in der Arnulfstraße ein Forschungsworkshop für bayerische Lehrende der Hochschule statt. Organisator war der regionale Forschungskoordinator und stellvertretende Direktor des ifes Institut für Empirie & Statistik, Prof. Dr. Oliver Gansser. Er betonte: „Das Ganze war eine Art Auftaktveranstaltung, bei der sich potenzielle und real Forschende persönlich kennenlernen und gleichzeitig über ihre Aktivitäten und Interessen sprechen konnten.“

Die Basis für diesen Austausch bildeten drei Impulsvorträge, die als Diskussionsgrundlage dienten. Prof. Dr. habil. Manfred Cassens, Direktor des ifgs Institut für Gesundheit & Soziales, stellte beispielsweise die Drittmittelförderung an der FOM vor, während Prof. Dr. Ulf Pillkahn über qualitative Forschung an der FOM sprach. Im Zentrum des Vortrags von Prof. Dr. Joachim Berlak schließlich stand die Frage, wie Ingenieurinnen und Ingenieure forschen.

Bei der Zielgruppe kam dieses Format sehr gut an. „Insgesamt waren 10 Lehrende meiner Einladung gefolgt und zeigten sich sehr interessiert an dem forschungsbezogenen Austausch“, so Prof. Dr. Gansser. „Ob und welche Aktivitäten daraus entstehen, werden wir in den kommenden Wochen und Monaten sehen…“