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Weihnachtsstudie 2017: FOM befragte über 56.000 Frauen und Männer

Freie Zeit ist wichtiger als Geld und Geschenke | Jeder Deutsche will für rund 465 Euro Präsente kaufen

Deutsche Rentner und Pensionäre sind besonders spendabel: Sie wollen in diesem Jahr durchschnittlich 545 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben. Das macht für alle Rentner somit rund 14 Milliarden Euro für Weihnachtsgeschenke. Damit liegen die Älteren deutlich über dem Bevölkerungsdurchschnitt. Denn über alle Altersklassen hinweg planen die Deutschen zum Fest rund 465 Euro für den Kauf von Schmuck, Spielzeug und anderen Präsenten ein.

Fragt man die Bürger allerdings, worüber sie sich zum Fest am meisten freuen würden, wenn sie sich ein Geschenk aussuchen dürften, antworten 58 Prozent: über frei gestaltbare Zeit. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie der FOM Hochschule, bei der rund 5.000 Studierende über 56.000 Face-to-face-Interviews durchführten.

Männer kaufen „auf den letzten Drücker“

Der große Run auf die Weihnachtsgeschenke beginnt mit dem Monat Dezember. Über 33 Prozent der Männer kaufen sogar erst in der letzten Woche vor dem Fest die Geschenke ein, fast zehn Prozent erst am Tag vor Heiligabend. Für Frauen beginnt die „Hauptkaufzeit“ dagegen bereits rund 3 Wochen früher.  

Wichtig für den Kaufentscheid sind für 60 Prozent der Befragten persönliche Empfehlungen von Freunden und Bekannten, schon 52 Prozent informieren sich im Internet über mögliche Produkte und immerhin 46 Prozent lassen sich im Fachgeschäft kundig beraten. Selbstverständlich waren Mehrfachnennungen möglich.  

Schon jeder Zweite kauft im Internet

Als wichtige Einkaufsmöglichkeit gaben 64% der Befragten die Einkaufszentren in der Stadt an, immerhin 58% bestellen Geschenke aber auch im Internet, über die Hälfte der Bürger kauft zudem auch in Fachgeschäften und Kaufhäusern. Zumindest 28% shoppen auf dem Weihnachtsmarkt, weit abgeschlagen liegt dagegen das Teleshopping: nur 3 Prozent der Befragten gaben an, dort beim Kauf von Weihnachtsgeschenken aktiv zu sein.

Was schenken die Deutschen?

Absoluter Spitzenreiter auf der Beliebtheitsskala sind Geschenkgutscheine, rund jeder zweite verschenkt zumindest ein Exemplar. Auf den weiteren Plätzen folgen Kosmetik (44%), Bücher (43%), Konzert- und Theaterkarten (43%) und Uhren, Schmuck (41%) bzw. Spielwaren (39%). Immerhin jeder Dritte verschenkt Bargeld zum Fest oder legt Elektrogeräte (inkl. Smartphones) bzw. symbolisch eine Reise unter den geschmückten Baum.

Qualität und bekannte Marken sind gefragt

Über die Hälfte der Befragten (53%) legt beim Kauf der Geschenke Wert auf die Güte der Produkte und vertraut auf bekannte Marken, Herkunft, Gütesiegel und beachtet beim Kauf das Thema Umweltschutz. Für rund 68% spielen Beratung, Service und Umtauschmöglichkeiten eine wichtige Rolle, rund 54% achten außerdem auch beim Kauf der Weihnachtsgeschenke auf Schnäppchen und Rabattaktionen. Eine festliche Weihnachtsatmosphäre mit adventlicher Dekoration und Musik spielt beim Einkauf immerhin noch bei 39 Prozent der Befragten eine wichtige Rolle.

Zur Studie

Die Weihnachtsstudie der FOM Hochschule wurde unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Oliver Gansser vom ifes-Institut für Empirie und Statistik der FOM durchgeführt. Rund 5.000 Studierende befragten in Face-to-face-Interviews mit standardisierten Fragebögen bundesweit über 56.000 Frauen und Männer im Alter ab 12 Jahren, quotiert nach Geschlecht und Alter.

Die komplette Studie finden Sie unter www.fom.de/weihnachtsbefragung2017 zum Download.

FOM Professoren zu Gast beim VHB

Lassen sich Praktiker-Datensätze in der Forschung verwenden?

Ende September 2017 hat die Kommission Personal des Verbandes der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft zu ihrem alljährlichen Herbstworkshop geladen. Die Veranstaltung bietet Professorinnen und Professoren sowie Doktorandinnen und Doktoranden aus dem Personalwesen die Möglichkeit, über ihre Forschungsaktivitäten zu berichten. Auch Prof. Dr. Heiko Weckmüller und Prof. Dr. Joachim Schwarz von der FOM Hochschule waren nach Paderborn gereist. Titel ihres Vortrages: „From Relevance to Rigor? Vorteile und Grenzen der komplementären Nutzung nicht-wissenschaftlicher Beschäftigtenbefragungen“.

„Der VHB ist DIE zentrale Organisation der Lehrenden für BWL an deutschen Hochschulen“, so Prof. Dr. Schwarz, „deshalb haben wir uns umso mehr über die Akzeptanz unseres Beitrags und die Einladung zum Vortrag gefreut“, so der Wissenschaftler des ifes Institut für Empirie & Statistik. Im Zentrum des Beitrages stand die Frage, inwieweit sich Praktiker-Datensätze für die wissenschaftliche Forschung verwenden lassen. „Häufig arbeitet die Forschung mit nicht-repräsentativen Datensätzen, um personalwirtschaftliche Modelle zu prüfen“, erläutert Prof. Dr. Weckmüller vom ipo Institut für Personal- & Organisationsforschung die Problematik. „In der Praxis hingegen gibt es Datensätze, die repräsentativ für alle Beschäftigten sind, aber nicht mit einer wissenschaftlichen Zielsetzung erhoben wurden und damit per se nicht für die Wissenschaft nutzbar sind. Das wollen wir ändern.“

Die beiden FOM Forschenden stellten beim VHB-Herbstworkshop einen Ansatz vor, wie sich derartige Datensätze für die Erforschung wissenschaftlicher Fragestellungen nutzen lassen. Dazu haben sie ein theoretisches Modell zur Erklärung von Kündigungsneigungen von Arbeitnehmenden herangezogen und dieses mit der Datenbasis des DGB-Index „Gute Arbeit“ verprobt. In ihrem Vortrag zeigten sie Probleme und Lösungsansätze zur Nutzung dieses Datensatzes für die Forschung auf.

Research Fellows im Porträt

„Wer 50.000 Euro in die Datenanalyse investiert, bekommt das Zwei- bis Dreifache raus“

Neuronale Netze, Metadaten- und Text-Mining sind die Forschungsschwerpunkte von FOM Research Fellow Dr. Stefan Ebener. Sein Vorteil: Auch als Leiter des europaweiten Verticals „Automotive & Manufacturing“ bei einem internationalen Technologieunternehmen befasst er sich intensiv mit diesen Themen. Über aktuelle Aufgaben und Projekte – sowohl im Job als auch beim ifid Institut für IT-Management & Digitalisierung – spricht er im Interview.

Dr. Stefan Ebener
Dr. Stefan Ebener

Wo liegt aktuell der Fokus Ihrer Arbeit am ifid?

Dr. Stefan Ebener: Momentan stehen zwei große Aufgaben an. Zum einen bin ich an der Vorbereitung der Data Science Conference an der FOM Hochschule in Düsseldorf beteiligt, bei der ich u.a. einen eigenen Vortrag halten werde. Die Veranstaltung ist übrigens gedacht als Fortführung des 1. Data Science Forums 2016 in Essen. Zum anderen erstelle ich aktuell gemeinsam mit Prof. Dr. Rüdiger Buchkremer, dem stellvertretenden ifid-Direktor, und weiteren Research Fellows einen Beitrag für die Multikonferenz Wirtschaftsinformatik. Mein Part dreht sich um die Frage, wie die Automobilbranche Data-Mining nutzen kann.

Ein Thema, das auch in Ihrem Job eine große Rolle spielt…

Dr. Stefan Ebener: Das ist richtig. Ich arbeite bei einem internationalen Technologieunternehmen und bin gerade dabei, ein europäisch ausgerichtetes Vertical mit dem Titel „Automotive & Manufacturing“ auf- und auszubauen. Vertical bedeutet, dass ich ganz unterschiedliche Bereiche einbinde – zum Beispiel Zulieferer, Zulieferer von Zulieferern, Werkstätten und Unternehmen, die Flottenleasing anbieten. Gemeinsam arbeiten wir an Innovationsthemen wie Messdatenmanagement und Connected Car.

Ein Beispiel: Über Sensoren gewinnen wir Daten über den Verschleiß von Reifen, Scheibenwischern oder Getrieben. Solche Informationen sind für den Aftermarket natürlich von großem Interesse. Hersteller können auf ihrer Basis beispielsweise Produkte anpassen bzw. anders ausstatten und sich gegebenenfalls kostspielige Rückrufaktionen ersparen. Im Grunde gilt: Wer 50.000 Euro in die Datenanalyse investiert, bekommt das Zwei- bis Dreifache zurück.

Kein Wunder also, dass das sich immer mehr Unternehmen damit befassen.

Dr. Stefan Ebener: Das ist ein Riesenthema, und gerade die Autokonzerne stehen hier unter Druck. Denn: Wer die Daten besitzt, hat die Macht. Pro Tag werden 5 bis 50 Terrabyte Daten produziert. Die müssen erstmal gespeichert und dann analysiert werden. Bosch will deshalb beispielsweise 2.000 Software-Entwicklerinnen und Entwickler einstellen.

Stand das Thema Automotive auch im Zentrum Ihrer Master-Thesis?

Dr. Stefan Ebener: Nein. Es ging aber um Artverwandtes. In meiner Abschlussarbeit beispielsweise habe ich mich mit der Frage beschäftigt, wie technologieaffine Start-ups via Data- und Text-Mining identifiziert werden können. Die Forschung dazu habe ich zusammen mit dem SAS-Institut durchgeführt. Damals war ich noch als Research Fellow am ifes Institut für Empirie & Statistik tätig, bevor ich dann mit der Neugründung des Institut zum ifid gewechselt bin. Betreut wurde die Arbeit übrigens von Prof. Dr. Buchkremer, der auch mein Doktorvater war. Gemeinsam haben wir mehrere Artikel zu dem Themenkomplex veröffentlicht – zum Beispiel in der FOM-Edition Markt- und Absatzprognosen.

Dort haben Sie Einblicke in die Ergebnisse Ihrer Dissertation gegeben…

Dr. Stefan Ebener: Genau. Der Titel meiner Doktorarbeit lautet „The application of Business Analytics techniques to analyze unstructured text from various sources to complement state-of-the-art opinion leader identification and management in the European public procurement law”. Mithilfe neuronaler Netze habe ich 500 öffentliche Ausschreibungen untersucht. Zielsetzung: Muster und Auffälligkeiten zu identifizieren sowie herauszufinden, wie Hersteller den Prozess der Ausschreibungserstellung beeinflussen können.

Die Idee dazu ist in einer Phase entstanden, während der ich beruflich mit Ausschreibungen zu tun hatte. Ich war überrascht, dass in vielen Dokumenten wiederholt ähnliche oder gar gleiche Anforderungen zu lesen waren und es immer die gleichen fünf bis sechs IT-Unternehmen waren, die entsprechende Verfahren für sich entscheiden konnten. Unter Kollegen haben wir das den IBM-Faktor genannt. Im Zuge meiner Arbeit habe ich dann u.a. neun Strategien entwickelt, mit denen man bestimmte Unternehmen ausschließen konnte. Wer beispielsweise deutschen Support verlangt, kann davon ausgehen, dass kein Start-up den Zuschlag erhält.

Sie haben berufsbegleitend an der UCAM – FOM Doctoral School of Business promoviert – on top zu Job, Familie und Freunden. Gibt es so etwas wie ein Erfolgsrezept?

Dr. Stefan Ebener: Im ersten Jahr habe ich nur abends und am Wochenende an meiner Dissertation gearbeitet. Am Ende dieser zwölf Monate hatte ich zwar viel gelesen, aber nur 20 Seiten zu Papier gebracht, weil doch immer mal wieder was dazwischen gekommen ist. Danach habe ich mein System radikal umgestellt und jeden Morgen von 6:00 bis 8:30 Uhr an meinem Thema gearbeitet. Das hat für mich wunderbar funktioniert. Ein Vorteil war die Kontinuität: Was ich gestern entwickelt hatte, war heute direkt wieder präsent. Darüber hinaus war der Fortschritt, den man sehen kann, sehr motivierend. Das hat sich dann auch positiv auf die Note ausgewirkt: Ich habe summa cum laude abgeschlossen.

Aus welchem Grund haben Sie promoviert?

Dr. Stefan Ebener: Für mich selbst war eine Promotion zunächst überhaupt kein Thema. Prof. Dr. Buchkremer ist nach meiner Master-Arbeit auf mich zugekommen und hat gefragt, ob ich nicht weiter in diesem Bereich forschen möchte. Da habe ich mir das erste Mal Gedanken darüber gemacht. Nach und nach ist dieses Pflänzchen dann gewachsen und schließlich habe ich ein Exposé eingereicht.

Zahlt sich der Doktortitel beruflich aus?

Dr. Stefan Ebener: Ich arbeite im Kundenbereich – da hat der Titel in der Tat eine große Wirkung. Man hat automatisch eine Kompetenzvermutung auf seiner Seite. Darüber hinaus werde ich deutlich öfter auch zu bezahlten Vorträgen eingeladen. Das hat natürlich was.

Können Sie sich vorstellen, ganz in die Forschung zu wechseln?

Dr. Stefan Ebener: Momentan noch nicht, aber der Gedanken, ausschließlich forschend tätig zu sein, hat durchaus seinen Reiz. Vielleicht in ein paar Jahren…

ifes-Roundtable

Wissenschaftlicher Austausch an der FOM Essen

14 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des ifes Institut für Empirie & Statistik kamen Ende September 2017 zu einem Roundtable an der FOM Hochschule in Essen zusammen. Zielsetzung des Treffens: persönliches Kennenlernen und Austausch über aktuelle Forschungsfelder.

Prof. Dr. Karsten Lübke, Prof. Dr. Christina Wilke und Prof. Dr. Bianca Krol (v.l.)
Prof. Dr. Karsten Lübke, Prof. Dr. Christina Wilke und Prof. Dr. Bianca Krol (v.l., Foto: Tim Stender)


Prof. Dr. Christina Wilke von der FOM Hochschule in Bremen startete mit einem Vortrag zu „Morbidität im Alter – Kompressions- versus Medikalisierungsthese“. Es folgte Research Fellow Laura-Jane Freund, die über „Critical Appraisal of Decision Making under Conscious and Unconscious Unawareness“ und „Exploring Metacognitive Aspects of Awareness of own Unawareness“ sprach. Anschließend wurden mögliche Anknüpfungspunkte zu den Aktivitäten anderer ifes-Forschender diskutiert.

Beim zweiten Teil der Veranstaltung standen die Lehr- und Forschungsunterstützung durch das ifes sowie Ansprüche an wissenschaftliche Arbeiten im Fokus. Die Anwesenden beleuchteten verschiedene Unterstützungsthemen sowie mögliche Ansätze für eine Qualitätssicherung.

ifes-Direktorin Prof. Dr. Bianca Krol zog im Anschluss an das Treffen eine positive Bilanz. „Das Format Roundtable bietet den perfekten Rahmen für die bundesweit wachsende ifes-Gemeinde“, so die Wissenschaftlerin. „Wir lernen die Forschungsarbeiten der Kolleginnen und Kollegen kennen, liefern und erhalten neue Impulse für unsere eigenen Aktivitäten. Gleichzeitig schätzen wir alle den regelmäßigen persönlichen Austausch als Ergänzung zu E-Mail und Telefon.“

Laura-Jane Freund, Research Fellow am ifes
Laura-Jane Freund, Research Fellow am ifes (Foto: Tim Stender)

Design Thinking trifft Foresight

Prof. Dr. Pillkahn mit Workshop auf dem d.confestival vertreten

Kreativköpfe aus verschiedenen Disziplinen zusammenbringen, um über den Einfluss von Design Thinking auf Management, Lernprozesse und Ausbildung zu diskutieren – so lautete die Zielsetzung des d.confestivals vom 14. bis 16. September 2017 in Potsdam. Auf der Referentenliste stand auch ein Vertreter der FOM Hochschule: Prof. Dr. Ulf Pillkahn vom ifes Institut für Empirie & Statistik gestaltet gemeinsam mit Caroline Rudzinski (Volkswagen) und Bettina Maisch (Siemens Corporate Technology) einen Workshop zum Thema „Future Driven Exploration“.

Impression vom d.confestival 2017 (Foto: Kay Herschelmann)
Impression vom d.confestival 2017 (Foto: Kay Herschelmann)


„Wir haben etwas Neues ausprobiert, und die Methoden ‚Foresight‘ und ‚Design Thinking‘ zusammengebracht“, erläutert Prof. Dr. Pillkahn. „Dieses Experiment kam sehr gut an: Der Workshop war eigentlich für 20 Personen geplant, letztlich teilgenommen haben etwa 50.“ Der Unterschied zwischen den beiden Ansätzen: Bei Foresight werden auf strukturierte und systematische Weise alternative Zukunftsszenarien definiert, während Design Thinking im Hier und Jetzt Anwender und neue Produkt auf kreative Weise zusammenbringen will.