Newsroom

Newsarchiv

Informieren Sie sich über Aktuelles in:

Timeline

adidas und DATEV als „Best Practise“

Zukunft der Arbeit: Beschäftigte werden freier in ihren Entscheidungen

Rund 140 Gäste kamen zum 1. Transferforum Arbeit und Personal der FOM Hochschule in Nürnberg
Rund 140 Gäste kamen zum 1. Transferforum Arbeit und Personal der FOM Hochschule in Nürnberg (Fotos: FOM)

Die Industriegesellschaft entwickelt sich im Zuge der Digitalisierung zu einer Wissensgesellschaft. Unternehmensstrukturen und Arbeitswelten ändern sich, Service-, Informations-und Kreativarbeiter rücken ins Zentrum der Wirtschaft. Und während die Gesellschaft noch über Work-Life-Balance diskutiert, verschwimmen die Grenzen zwischen Berufs-und Privatleben immer mehr. Was das für die Arbeit der Zukunft bedeutet und wie Unternehmen neue Strukturen schaffen können, war Thema beim 1. Transferforum Arbeit und Personal an der FOM Hochschule in Nürnberg mit rund 140 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Referentin Simone Lendzian, adidas Group
Referentin Simone Lendzian, adidas Group

Unter dem Motto „New Work“ beleuchteten Experten die Zukunft der Arbeit und zeigten aktuelle Trends wie „Arbeitswelt 4.0“ oder „Shared Leadership“ auf. Was beispielsweise hinter der Idee „activity based working“ steckt, erläuterte Simone Lendzian, Corporate Communication Manager der adidas Gruppe. Bei dem Sportartikelhersteller haben die Mitarbeitenden schon heute keinen festen Schreibtisch mehr, abhängig von ihren aktuellen Aufgaben haben sie vielmehr die Wahl, entweder an einen ruhigen Arbeitsplatz zu gehen oder sich in der „Team Area“ mit Kollegen gemeinsam auf ein Projekt zu fokussieren.

Referent Dr. Tobias Wagner, DATEV, und Moderatorin Prof. Dr. Petra Schmidt
Referent Dr. Tobias Wagner, DATEV, und Moderatorin Prof. Dr. Petra Schmidt

Dr. Tobias Wagner, Leiter Recruitment-Center DATEV, beantwortete die Frage, ob Agilität Führungskräfte letztlich überflüssig macht, mit einem klaren „Nein“. Allerdings, so mahnte er, müsse sich der Führungsstil auf vielen Ebenen ändern, Führungskräfte sollten sich ebenso den neuen Gegebenheiten anpassen wie die Beschäftigten. Im Ergebnis werde die Führungskraft damit mehr und mehr zum Coach.

FOM Dozentin Prof. Dr. Anja Liebrich verdeutlichte in ihrem Impulsvortrag, dass selbst festangestellte Beschäftigte in Unternehmen zunehmend selbstständig agierten. Mehr als je zuvor passten die Menschen Zeit und Ort ihrer Arbeit den eigenen Bedürfnissen an, so die Professorin. Einerseits entstünden so enorme Potentiale, die zu Motivation sowie persönlichem Wachstum beitragen, andererseits gelte es, Stress und Überlastung zu vermeiden.

Hochkarätige Referentinnen und Referenten beim Transferforum des iap Institut für Arbeit und Personal der FOM Hochschule
Hochkarätige Referentinnen und Referenten beim Transferforum des iap Institut für Arbeit und Personal der FOM Hochschule

Prof. Dr. Mandy Nuszbaum und Prof. Dr. Ilse Hartmann, beide ebenfalls FOM Dozentinnen, betrachteten das Thema „New Work“ aus der Perspektive der Mitarbeitenden. Bei der Frage, ob moderne Strukturen eher eine Bereicherung oder eine Überforderung von Beschäftigten seien, waren sie sich einig: „Beides ist möglich. Es kommt darauf an, wie man mit den neuen Strukturen umgeht. Wer flexibel ist, lebenslang lernt und am Ball bleibt, hat gute Chancen, mit der Entwicklung Schritt zu halten. Statische Persönlichkeiten dagegen tun sich schwer.“

Wie effektiv geteilte Verantwortung – derzeit als „Shared Leadership“ in aller Munde – sein kann, verdeutlichte der Beitrag von David Glotzbach. Der FOM Student präsentierte zusammen mit seiner Gutachterin Prof. Dr. Petra Schmidt seine Bachelor-Arbeit. Zentrales Ergebnis: „Die Allianz-Versicherung hat gute Erfahrungen damit gemacht, ihre Beschäftigten mitentscheiden zu lassen und sie nach ihrer Meinung zu fragen. Auf diese Weise lastet nicht alles auf den Vorgesetzten, zudem erhalten sie wichtigen Input. Prozesse werden dadurch insgesamt effektiver.“

Gäste an der FOM Hochschule in Nürnberg
Gespräche im kleinen Kreis beim anschließenden Get-together

Im Anschluss an die Expertenbeiträge wurde noch rege in kleineren Gruppen diskutiert. Prof. Dr. Petra Schmidt, Initiatorin und Moderatorin des 1. iap-Forums: „Wir freuen uns besonders über das durchweg positive Feedback unserer Gäste. Unser Ziel war es, praxisorientierte Beispiele zu bringen, um den anwesenden Unternehmens- und Personalverantwortlichen neue Impulse für ihre zukünftigen Aufgaben mitzugeben. Dies scheint uns gelungen zu sein.“

Arbeitsfähigkeit 4.0

Wie die Balance zwischen Anforderungen und Leistungspotenzial erhalten werden kann

Der Work Ability Index (WAI) bietet eine gute Grundlage, um das Gleichgewicht zwischen den Anforderungen der Arbeit 4.0. und dem individuellen Leistungspotenzial von Beschäftigten zu erhalten und zu fördern. Davon sind Marianne Giesert, Tobias Reuter und Anja Liebrich vom Institut für Arbeitsfähigkeit überzeugt. Die Frage, wie das in der Praxis funktioniert, haben sie ins Zentrum eines von ihnen anlässlich der Jahrestagung des WAI-Netzwerkes herausgegebenen Buches gestellt. Der Titel: Arbeitsfähigkeit 4.0, erschienen im VSA Verlag. Einfließen werden die Antworten übrigens auch in die Forschungsaktivitäten der FOM Hochschule: Prof. Dr. Anja Liebrich ist sowohl geschäftsführende Gesellschafterin des Institut für Arbeitsfähigkeit als auch Wissenschaftlerin am iap Institut für Arbeit & Personal.

„Zielsetzung des Buches ist es, einen Beitrag zur Unterstützung und Förderung der Arbeitsfähigkeit im Fokus der Arbeit 4.0 zu leisten“, fasst die FOM Professorin zusammen. „Dabei werden unterschiedliche Facetten und Weiterentwicklungen rund um den Work Ability Index und das finnische Arbeitsfähigkeitskonzept vorgestellt sowie über praktische Erfahrungen mit diesen Instrumenten im organisationalen Kontext berichtet.“ Die Grundlagen dafür schafft das erste Kapitel: Darin geht es um Wege zu einem erfolgreichen Arbeitsfähigkeitsmanagements sowie die Messung von Arbeitsfähigkeit im Alltag. Der zweite Teil des Buches ist Instrumenten rund um den WAI gewidmet – darunter der Radar-Prozess, ABI-PlusTM und das Arbeitsfähigkeitscoaching. Im dritten Teil gewähren die Autorinnen und Autoren Einblicke in die Praxis, während sich der letzte Teil um das Thema Vernetzung, z.B. im Rahmen des WAI-Netzwerks, dreht.

Startschuss für das Forschungsvorhaben vLead

Wo liegen Chancen und Herausforderungen digitaler Führung?

Nach Feierabend E-Mails checken, den Projektbericht zu Hause beenden, im Zug den anschließenden Geschäftstermin vorbereiten: Dank Smartphones, Laptops & Co. kann jeder immer und überall online sein und seine Arbeit den eigenen Lebensentwürfen anpassen. Was bedeutet diese Entwicklung für Führungskräfte? Und wie können sie auch in dieser digitalisierten Welt sicherstellen, dass Projekt- und Teamarbeit ressourcenorientiert und effektiv ablaufen? Diese Fragen stehen im Zentrum des gerade gestarteten Forschungsvorhabens vLead.

In Kontakt bleiben – auch wenn die Mitarbeitenden an verschiedenen Orten sitzen. (Foto: AndreyPopov/Thinkstock)
In Kontakt bleiben – auch wenn die Mitarbeitenden an verschiedenen Orten sitzen. (Foto: AndreyPopov/Thinkstock)


Die Suche nach Antworten liegt in den Händen eines interdisziplinären Forschungsverbundes, der mit verschiedenen Praxis-, Umsetzungs- und Transferpartnern zusammenarbeitet. Er besteht aus der Universität Trier (Abteilung für Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie), der Universität Duisburg-Essen (IAQ Institut Arbeit und Qualifikation) und der FOM Hochschule (iap Institut für Arbeit & Personal). Ihr gemeinsames Ziel: die Entwicklung einer Toolbox, die Führungskräfte dabei unterstützt, Anforderungen digitaler Arbeit zu identifizieren, Team- und Innovationsprozesse zu steuern sowie Mitarbeitende zu motivieren und bei der Entwicklung ihrer Kompetenzen zu begleiten.

„Unser Hauptaugenmerk ist dabei auf kleine und mittelständische Unternehmen gerichtet“, erklärt iap-Direktorin Prof. Dr. Ulrike Hellert. „Zwar sind computervermittelte Zusammenarbeit und Führung kein neues Phänomen, aber eine erfolgreiche digitale Projekt- und Teamarbeit stellt neue und besondere Herausforderungen dar.“ Auch die Forschung zu diesem Bereich stecke noch in den Kinderschuhen: Eine Analyse von mehr als 400 Studien zu globalen, verteilten, virtuellen Teams habe gezeigt, dass gerade die Auswirkungen neuer digitaler Technologien und ihre Wechselwirkung mit Teamprozessen und Führungsverhalten bislang kaum untersucht wurden.

Das Verbundprojekt Modelle ressourcenorientierter und effektiver Führung digitaler Projekt- und Teamarbeit (vLead) wird im Rahmen des Förderprogramms „Zukunft der Arbeit“ als Teil des Dachprogramms „Innovationen für die Produktion, Dienstleistung und Arbeit von morgen“ aus dem Bundeshaushalt, Einzelplan 30, Kapitel 3004, Titel 68324, Haushaltsjahr 2017, sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union (ESF), Förderperiode 2014-2020 finanziert (Förderkennzeichen: 02L15A082). Projektträger ist das Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

GfA trifft FOM

Call for Papers für den 64. GfA-Frühjahrskongress in Frankfurt gestartet

Der 64. Frühjahrskongress der Gesellschaft für Arbeitswissenschaft (GfA) findet an der FOM statt: Vom 21. bis 23. Februar 2018 kommen im Hochschulzentrum Frankfurt am Main sowohl Forschende als auch Praktikerinnen und Praktiker zusammen, um Themen wie neue Formen der Führung, Arbeit und Gesundheit, virtuelle Arbeitsstrukturen, Transferkompetenz oder Arbeit und Big Data zu diskutieren. Titel der Veranstaltung: „Arbeit(s).Wissen.Schaf(f)t Grundlagen für Management & Kompetenzentwicklung“. Wer sich mit einem eigenen Beitrag beteiligen möchte, hat ab sofort Gelegenheit, ein Abstract einzureichen: Der Call for Papers ist am 30. Juni gestartet und läuft bis zum 15. September 2017.

„Gemeinsam mit Vortragenden und Teilnehmenden möchten wir künftige Weichenstellungen von Arbeitswissenschaft, Management und Kompetenzentwicklung beleuchten“, erläutert Prof. Dr. habil. Yvonne Ferreira. „Deshalb wünschen wir uns Beiträge, die die interdisziplinäre Vielfalt des Themas widerspiegeln und gleichzeitig tiefgehende, durchaus kontroverse Diskussionen zulassen“, so die Leiterin des Programmkomitees und Wissenschaftlerin am iwp Institut für Wirtschaftspsychologie an der FOM Hochschule. Entsprechend breit aufgestellt sind die Leitthemen des Kongresses:

  • Teamstrukturen, Zusammenarbeit und neue Formen der Führung
  • Technology based Training, Blended Learning und selbstgesteuertes Lernen im Arbeitskontext
  • soziale und virtuelle Realität am Arbeitsplatz – neue Perspektiven durch virtuelle Arbeitsstrukturen und Entgrenzung der Arbeit
  • Arbeitswissenschaft – quo vadis (Selbstverständnis, politische und rechtliche Veränderungen im Kontext der Arbeitswissenschaft, Ethik und Wertevorstellung der Arbeit, Visionen, Perspektiven)
  • Arbeit und Gesundheit (Gesundheitsmanagement, Resilienz und Selbstkompetenz …)
  • Arbeit und Big Data – Auswertung, Erhebung, Chancen, Gefahren
  • Mensch-Maschine-Schnittstelle
  • individuelle und organisationale Zeitkompetenz
  • Transferkompetenz – von der Theorie zur Praxis
  • Spannungsfeld Arbeitswissenschaft und Management
  • interkulturelle Herausforderungen der Arbeit


Die einzureichenden deutsch- oder englischsprachigen Abstracts sollten diesen Leitthemen zuzuordnen sein und eine Länge von 2.200 Zeichen nicht überschreiten. Ein Programmkomitee entscheidet über die Annahme der Beiträge und informiert die Autorinnen und Autoren ab dem 31. Oktober 2017 über die Ergebnisse. Weitere Informationen zum Call for Papers und zum Kongress selbst sind unter www.gfa2018.de zu finden.

Aktuelles

Die Jahreskonferenz des WAI-Netzwerk dreht sich um Arbeitsfähigkeit 4.0

Welche Folgen haben Digitalisierung, demografischer Wandel und Globalisierung für die Arbeitswelt? Und wie kann der Work Ability Index (WAI) zur Balance zwischen Arbeitsanforderungen und individuellem Leistungspotenzial beitragen? Diese Fragen stehen im Zentrum der Jahreskonferenz des WAI-Netzwerks am 7. und 8. März an der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Berlin. Auch FOM-Professorin Dr. Anja Liebrich ist vor Ort und informiert in einem Vortrag über den Status quo und die Arbeit des WAI-Netzwerkes. Darüber hinaus gestaltet sie gemeinsamen mit dem Arbeitsmediziner Dr. Jürgen Tempel einen Workshop zu Erfahrungen der Implementierung des Arbeitsfähigkeitskonzeptes. Die Wissenschaftlerin ist kooptierte Professorin des iap Institut für Arbeit & Personal sowie geschäftsführende Gesellschafterin der IAF Institut für Arbeitsfähigkeit GmbH, die diese Tagung inhaltlich und organisatorisch ausrichtet.

Prof. Dr. Anja Liebrich
Prof. Dr. Anja Liebrich

In ihrem Vortrag wirft Prof. Dr. Liebrich zunächst einen Blick auf die Entstehung des Netzwerkes: „Das WAI-Netzwerk wurde 2003 im Auftrag der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin mit dem Ziel gegründet, den Einsatz des Work Ability Index in der betrieblichen Praxis zu fördern und zu unterstützen“, erklärt die Wirtschaftspsychologin. Aktuell umfasse das Netzwerk knapp 700 Personen, die sich auf Konferenzen zum Erfahrungsaustausch treffen. Auf der elektronischen Plattform dieser Community – erreichbar unter www.arbeitsfaehig.com – finden sich wissenschaftliche Artikel und Beiträge rund um die Instrumentenfamilie des WAI. „Zurzeit steckt das Netzwerk in einer Phase der Neujustierung und Profilschärfung“, so Prof. Dr. Liebrich. „Diskutiert werden u.a. die Ausgestaltung von Kooperationen sowie mögliche Unterstützungs- und Serviceleistungen.“

Der Workshop, den sie gemeinsam mit Dr. Jürgen Tempel gestaltet, steht – in Anlehnung an den diesjährigen Schwerpunkt der Konferenz – unter dem Titel „Arbeitsfähigkeit 4.0: Was läuft schief beim Hausbau?“. „Wir nehmen u.a. die Implementierung des Arbeitsfähigkeitskonzepts als Organisationsentwicklungsprozess ins Visier“, erläutert Prof. Dr. Liebrich, „und wollen darüber hinaus ein Forum zum Erfahrungsaustausch unter den Konferenzteilnehmenden bieten.“

Weitere Informationen zu der Veranstaltung sind dem Flyer zu entnehmen.