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Startschuss für das Forschungsvorhaben vLead

Wo liegen Chancen und Herausforderungen digitaler Führung?

Nach Feierabend E-Mails checken, den Projektbericht zu Hause beenden, im Zug den anschließenden Geschäftstermin vorbereiten: Dank Smartphones, Laptops & Co. kann jeder immer und überall online sein und seine Arbeit den eigenen Lebensentwürfen anpassen. Was bedeutet diese Entwicklung für Führungskräfte? Und wie können sie auch in dieser digitalisierten Welt sicherstellen, dass Projekt- und Teamarbeit ressourcenorientiert und effektiv ablaufen? Diese Fragen stehen im Zentrum des gerade gestarteten Forschungsvorhabens vLead.

In Kontakt bleiben – auch wenn die Mitarbeitenden an verschiedenen Orten sitzen. (Foto: AndreyPopov/Thinkstock)
In Kontakt bleiben – auch wenn die Mitarbeitenden an verschiedenen Orten sitzen. (Foto: AndreyPopov/Thinkstock)


Die Suche nach Antworten liegt in den Händen eines interdisziplinären Forschungsverbundes, der mit verschiedenen Praxis-, Umsetzungs- und Transferpartnern zusammenarbeitet. Er besteht aus der Universität Trier (Abteilung für Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie), der Universität Duisburg-Essen (IAQ Institut Arbeit und Qualifikation) und der FOM Hochschule (iap Institut für Arbeit & Personal). Ihr gemeinsames Ziel: die Entwicklung einer Toolbox, die Führungskräfte dabei unterstützt, Anforderungen digitaler Arbeit zu identifizieren, Team- und Innovationsprozesse zu steuern sowie Mitarbeitende zu motivieren und bei der Entwicklung ihrer Kompetenzen zu begleiten.

„Unser Hauptaugenmerk ist dabei auf kleine und mittelständische Unternehmen gerichtet“, erklärt iap-Direktorin Prof. Dr. Ulrike Hellert. „Zwar sind computervermittelte Zusammenarbeit und Führung kein neues Phänomen, aber eine erfolgreiche digitale Projekt- und Teamarbeit stellt neue und besondere Herausforderungen dar.“ Auch die Forschung zu diesem Bereich stecke noch in den Kinderschuhen: Eine Analyse von mehr als 400 Studien zu globalen, verteilten, virtuellen Teams habe gezeigt, dass gerade die Auswirkungen neuer digitaler Technologien und ihre Wechselwirkung mit Teamprozessen und Führungsverhalten bislang kaum untersucht wurden.

Das Verbundprojekt Modelle ressourcenorientierter und effektiver Führung digitaler Projekt- und Teamarbeit (vLead) wird im Rahmen des Förderprogramms „Zukunft der Arbeit“ als Teil des Dachprogramms „Innovationen für die Produktion, Dienstleistung und Arbeit von morgen“ aus dem Bundeshaushalt, Einzelplan 30, Kapitel 3004, Titel 68324, Haushaltsjahr 2017, sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union (ESF), Förderperiode 2014-2020 finanziert (Förderkennzeichen: 02L15A082). Projektträger ist das Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

GfA trifft FOM

Call for Papers für den 64. GfA-Frühjahrskongress in Frankfurt gestartet

Der 64. Frühjahrskongress der Gesellschaft für Arbeitswissenschaft (GfA) findet an der FOM statt: Vom 21. bis 23. Februar 2018 kommen im Hochschulzentrum Frankfurt am Main sowohl Forschende als auch Praktikerinnen und Praktiker zusammen, um Themen wie neue Formen der Führung, Arbeit und Gesundheit, virtuelle Arbeitsstrukturen, Transferkompetenz oder Arbeit und Big Data zu diskutieren. Titel der Veranstaltung: „Arbeit(s).Wissen.Schaf(f)t Grundlagen für Management & Kompetenzentwicklung“. Wer sich mit einem eigenen Beitrag beteiligen möchte, hat ab sofort Gelegenheit, ein Abstract einzureichen: Der Call for Papers ist am 30. Juni gestartet und läuft bis zum 15. September 2017.

„Gemeinsam mit Vortragenden und Teilnehmenden möchten wir künftige Weichenstellungen von Arbeitswissenschaft, Management und Kompetenzentwicklung beleuchten“, erläutert Prof. Dr. habil. Yvonne Ferreira. „Deshalb wünschen wir uns Beiträge, die die interdisziplinäre Vielfalt des Themas widerspiegeln und gleichzeitig tiefgehende, durchaus kontroverse Diskussionen zulassen“, so die Leiterin des Programmkomitees und Wissenschaftlerin am iwp Institut für Wirtschaftspsychologie an der FOM Hochschule. Entsprechend breit aufgestellt sind die Leitthemen des Kongresses:

  • Teamstrukturen, Zusammenarbeit und neue Formen der Führung
  • Technology based Training, Blended Learning und selbstgesteuertes Lernen im Arbeitskontext
  • soziale und virtuelle Realität am Arbeitsplatz – neue Perspektiven durch virtuelle Arbeitsstrukturen und Entgrenzung der Arbeit
  • Arbeitswissenschaft – quo vadis (Selbstverständnis, politische und rechtliche Veränderungen im Kontext der Arbeitswissenschaft, Ethik und Wertevorstellung der Arbeit, Visionen, Perspektiven)
  • Arbeit und Gesundheit (Gesundheitsmanagement, Resilienz und Selbstkompetenz …)
  • Arbeit und Big Data – Auswertung, Erhebung, Chancen, Gefahren
  • Mensch-Maschine-Schnittstelle
  • individuelle und organisationale Zeitkompetenz
  • Transferkompetenz – von der Theorie zur Praxis
  • Spannungsfeld Arbeitswissenschaft und Management
  • interkulturelle Herausforderungen der Arbeit


Die einzureichenden deutsch- oder englischsprachigen Abstracts sollten diesen Leitthemen zuzuordnen sein und eine Länge von 2.200 Zeichen nicht überschreiten. Ein Programmkomitee entscheidet über die Annahme der Beiträge und informiert die Autorinnen und Autoren ab dem 31. Oktober 2017 über die Ergebnisse. Weitere Informationen zum Call for Papers und zum Kongress selbst sind unter www.gfa2018.de zu finden.

Aktuelles

Die Jahreskonferenz des WAI-Netzwerk dreht sich um Arbeitsfähigkeit 4.0

Welche Folgen haben Digitalisierung, demografischer Wandel und Globalisierung für die Arbeitswelt? Und wie kann der Work Ability Index (WAI) zur Balance zwischen Arbeitsanforderungen und individuellem Leistungspotenzial beitragen? Diese Fragen stehen im Zentrum der Jahreskonferenz des WAI-Netzwerks am 7. und 8. März an der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Berlin. Auch FOM-Professorin Dr. Anja Liebrich ist vor Ort und informiert in einem Vortrag über den Status quo und die Arbeit des WAI-Netzwerkes. Darüber hinaus gestaltet sie gemeinsamen mit dem Arbeitsmediziner Dr. Jürgen Tempel einen Workshop zu Erfahrungen der Implementierung des Arbeitsfähigkeitskonzeptes. Die Wissenschaftlerin ist kooptierte Professorin des iap Institut für Arbeit & Personal sowie geschäftsführende Gesellschafterin der IAF Institut für Arbeitsfähigkeit GmbH, die diese Tagung inhaltlich und organisatorisch ausrichtet.

Prof. Dr. Anja Liebrich
Prof. Dr. Anja Liebrich

In ihrem Vortrag wirft Prof. Dr. Liebrich zunächst einen Blick auf die Entstehung des Netzwerkes: „Das WAI-Netzwerk wurde 2003 im Auftrag der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin mit dem Ziel gegründet, den Einsatz des Work Ability Index in der betrieblichen Praxis zu fördern und zu unterstützen“, erklärt die Wirtschaftspsychologin. Aktuell umfasse das Netzwerk knapp 700 Personen, die sich auf Konferenzen zum Erfahrungsaustausch treffen. Auf der elektronischen Plattform dieser Community – erreichbar unter www.arbeitsfaehig.com – finden sich wissenschaftliche Artikel und Beiträge rund um die Instrumentenfamilie des WAI. „Zurzeit steckt das Netzwerk in einer Phase der Neujustierung und Profilschärfung“, so Prof. Dr. Liebrich. „Diskutiert werden u.a. die Ausgestaltung von Kooperationen sowie mögliche Unterstützungs- und Serviceleistungen.“

Der Workshop, den sie gemeinsam mit Dr. Jürgen Tempel gestaltet, steht – in Anlehnung an den diesjährigen Schwerpunkt der Konferenz – unter dem Titel „Arbeitsfähigkeit 4.0: Was läuft schief beim Hausbau?“. „Wir nehmen u.a. die Implementierung des Arbeitsfähigkeitskonzepts als Organisationsentwicklungsprozess ins Visier“, erläutert Prof. Dr. Liebrich, „und wollen darüber hinaus ein Forum zum Erfahrungsaustausch unter den Konferenzteilnehmenden bieten.“

Weitere Informationen zu der Veranstaltung sind dem Flyer zu entnehmen.

Aktuelles

63. GfA-Frühjahrkongress mit Beiträgen zu virtueller Führung, Ideenmanagement und Gefährdungsanalyse

Zwischen Digitalisierung, demografischem Wandel und Diversity bewegt sich das Programm des 63. Frühjahrskongress der Gesellschaft für Arbeitswissenschaften (GfA) vom 15. bis 17. Februar 2017. Neu ist, dass die Veranstaltung an zwei Orten stattfindet: der Fachhochschule Nordwestschweiz in Brugg-Windisch und der ETH Zürich. Fast schon Standard ist, dass eine Reihe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der FOM Hochschule mit Beiträgen oder als Session-Chair vertreten sind – darunter Expertinnen und Experten des iap Institut für Arbeit & Personal, des ifpm Institut für Public Management und des iwp Institut für Wirtschaftspsychologie.

Ein Workshop am 15. Februar führt alle drei Institute zusammen: Prof. Dr. habil. Yvonne Ferreira (iwp), Prof. Dr. Hans-Dieter Schat (Vize-Direktor des ifpm), Prof. Dr. Gottfried Richenhagen (Direktor des ifpm) und Dr. Frank Müller (Research Fellow des iap) beleuchten die Grenzwerte psychischer Belastungen. Hintergrund ist das Arbeitsschutzgesetz. „Es stellt die physische und die psychische Gesundheit auf eine Ebene und erlegt Arbeitgebern auf, eine Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen vorzunehmen und notwendige Maßnahmen des Arbeitsschutzes einzuleiten“, erläutert Prof. Dr. Ferreira. Das Problem: „Der Gesetzgeber liefert keine Durchführungsvorschriften zur Umsetzung dieser Forderungen, und bereits existierende Erhebungsverfahren und Vorgehensweisen erhöhen die Unsicherheit vieler Betriebe“, so die Arbeitspsychologin weiter. Ein Ziel des Workshops sei es daher, die Machbarkeit von Grenzwertbestimmungen psychischer Belastungen zu diskutieren.

Das Thema Gefährdungsanalyse steht auch im Zentrum des Vortrags, den Prof. Dr. Ferreira gemeinsam mit der Wirtschaftspsychologin Eugenie Schatz-Rörig am 17. Februar hält. Im Rahmen einer Studie sind die beiden Wissenschaftlerinnen der Frage nachgegangen, ob Beschäftigte in Einfacharbeit – verbunden mit geringen funktionalen Arbeitsanforderungen, wenig Komplexität und eingeschränkter Handlungsautonomie – ein erhöhtes Risiko tragen, psychischen Fehlbeanspruchungen am Arbeitsplatz ausgesetzt zu sein. Eines ihrer Ergebnisse: „Menschen in Einfacharbeit beurteilen ihre Tätigkeit signifikant negativer als Beschäftigte mit Aufgaben, die umfangreichere Kompetenzen erfordern“, sagt Prof. Dr. Ferreira. „Das zeigt unserer Meinung nach, dass Mitarbeitende in Einfacharbeit Bedingungen ausgesetzt sind, die eine erhöhte psychische Beanspruchung mit sich bringen. Es besteht also ein deutlicher Handlungsbedarf.“

Einen ganz anderen Schwerpunkt setzt Prof. Dr. Schat in seinem Vortrag am 16. Februar. Titel: „Erfolgsfaktoren im Ideenmanagement – Eine Zusammenfassung binärer Bäume verschiedener empirischer Erhebungen“. „Binäre Bäume sind graphische Darstellungen“, erläutert der Vize-Direktor des ifpm. „Sie werden anhand folgender Fragen entwickelt: Was sind Zielgröße und beeinflussbare Größen? Welche der beineinflussbaren Größen haben den größten Einfluss auf die Zielgröße? Mit ihrer Hilfe lassen sich empirische Erhebungen zum Ideenmanagement realisieren und immer wieder als erfolgsversprechend erscheinende Faktoren als Kandidaten für tatsächlich Erfolg bringende Faktoren identifizieren.“

In der Postersession am 16. Februar stellt Dr. Frank Müller – stellvertretend für iap-Direktorin Prof. Dr. Ulrike Hellert – den Ansatz des in Vorbereitung befindlichen und zur BMBF-Förderung ausgewählten Verbundprojektes „Modelle ressourcenorientierter und effektiver Führung digitaler Projekte und Teamarbeit (vLead)“ vor. „Der Fokus liegt auf der Frage, welche Rolle Vertrauen und Zeitkompetenz für die virtuelle Führungs- und Teamarbeit spielen“, erklärt Frank Müller. „Konkret untersucht das iap, wie unter den Bedingungen zeitlicher und räumlicher Trennung Führung und Führungsstrukturen so gestaltet werden können, dass diese zur vertrauens- und motivationssteigernden Gestaltung von Teamarbeit in digitalen Strukturen beitragen.“

Weitere Details zum Programm des Frühjahrkongresses sind unter www.gfa2017.de zu finden.