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Expertenjury bewertet Bankenqualität

ZertifikateAwards werden in Berlin vergeben

Prof. Dr. Dr. habil. Eric Frère
Prof. Dr. Dr. habil. Eric Frère (Foto: FOM)

Der Countdown läuft: Am 23. November werden in Berlin die 16. ZertifikateAwards für Banken verliehen. Prof. Dr. Dr. habil Eric Frère, Dekan der FOM Hochschule und Leiter des isf Institute for Strategic Finance, vergibt zusammen mit anderen Finanzexpertinnen und -experten die Auszeichnungen für die besten Produkte im deutschen Privatanleger-Markt.

In neun Kategorien entscheidet die 30-köpfige Jury über die Qualität der angebotenen Derivate. Dazu zählen beispielsweise Leistungen im Bereich der Anlegerservices, der Aktienanleihen oder der Hebelprodukte. Die nominierten Herausgeber der Wertpapiere sind im vergangenen Geschäftsjahr durch ihre Angebotspalette oder spezielle Neuerungen aufgefallen. Jede Jurorin und jeder Juror vergibt pro Wertungskategorie sechs Punkte an die Nominierten. Die erstplatzierten Institute dürfen am 23. November die begehrte Trophäe in Empfang nehmen.

„Diese Verleihung zählt nicht ohne Grund zu den interessantesten Auszeichnungen der Zertifikate-Branche“, so Frère. „Schließlich haben auch Privatanleger die Möglichkeit in einer Publikumsabstimmung ihre präferierten Bankenhäuser auszuzeichnen, eine direkte Spiegelung der Kundenzufriedenheit.“ In der Online-Abstimmung können Anleger und Finanzinteressierte die Publikum-Awards in vier Kategorien vergeben: Zertifikathaus des Jahres, Zertifikat des Jahres, bester Online-Broker und bestes Zertifikate-Portal.

Dr. Alexander Zureck im Interview

„Mit dem Bloomberg Terminal können wir einen Teil der Finanzwelt an die Hochschule bringen“

Seit 2010 können Studierende der FOM Hochschule ein Bloomberg Terminal nutzen, um Recherchen zu Daten des Finanzmarktes durchzuführen. Wie das funktioniert, wofür die Ergebnisse zum Einsatz kommen und wann das Terminal wo zur Verfügung steht, darüber spricht Dr. Alexander Zureck vom isf Institute for Strategic Finance im Interview.

Blick auf das Bloomberg Terminal
Blick auf das Bloomberg Terminal

Wie viele Schulungstermine bieten Sie im Semester an?

Dr. Alexander Zureck: Allein in Essen finden pro Semester 12 bis 15 Veranstaltungen mit ca. 20 Studierenden statt. Zusätzlich werden Schulungen an den Hochschulzentren außerhalb von Nordrhein-Westfalen angeboten – abhängig davon, wo gerade Bedarf und Interesse bestehen. In diesem Semester werde ich beispielsweise in Berlin, Frankfurt, Stuttgart und München sein.

Wie lange dauern die Schulungen?

Dr. Alexander Zureck: Nach 1,5 Stunden ist in der Regel alles Wichtige erklärt. Wenn sich bei der Nutzung dann noch Fragen ergeben, bin ich per E-Mail oder telefonisch erreichbar.

Welche Zeitspanne steht den Studierenden zur Verfügung, um das Terminal zu nutzen?

Dr. Alexander Zureck: Das Terminal ist immer wochenweise zu Gast an den jeweiligen FOM Hochschulzentren. Dann geht es per Expressbote zurück nach Essen… Für welche Zeitspanne die Studierenden das Terminal jeweils nutzen können, koordinieren die Studienberaterinnen und -berater vor Ort.

Die Vielzahl der Termine lässt darauf schließen, dass das Interesse groß ist: Wofür nutzen die Studierenden das Terminal?

Dr. Alexander Zureck: Das Terminal kommt ausschließlich zu wissenschaftlichen Zwecken zum Einsatz. Genutzt wird es vor allem von Studierenden der berufsbegleitenden Master-Programme Finance & Accounting, Business Administration (MBA) sowie Risk Management & Treasury. Sie belegen im dritten Semester ein empirisches Modul und müssen in diesem Zusammenhang eine Projektarbeit verfassen. Darüber hinaus basieren viele Abschlussarbeiten auf bei Bloomberg recherchierten Daten.

Und was für Daten sind das?

Dr. Alexander Zureck: Das Bloomberg Terminal ist eine Informationsplattform, mit der auch Entscheiderinnen und Entscheider aus Wirtschaft, Finanzbranche und Politik arbeiten. Neben Finanzinformationen zu Unternehmen finden sich hier Marktdaten, Charts, Statistiken sowie aktuelle Nachrichten und Reportagen. Die Studierenden können beispielsweise Wertpapiere analysieren, die Bilanzen verschiedener Unternehmen vergleichen oder herausfinden, was die CEOs einer bestimmten Branche verdienen. Neu ist die Verknüpfung mit Twitter: Via Bloomberg kann ausgewertet werden, wie sich Tweets auf Aktienkurse auswirken. Das ist gerade für Forschungsaktivitäten im Bereich Behavioral Finance spannend.

Alle Daten lassen sich innerhalb weniger Mausklicks zusammenstellen. Die Alternative wäre, sich einzelne Geschäftsberichte zu besorgen und per Hand auszuwerten. Das würde selbstverständlich deutlich länger dauern.

Nutzen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des isf Institute for Strategic Finance das Terminal ebenfalls für ihre Arbeit?

Dr. Alexander Zureck: Sehr intensiv sogar. Die alljährlich erscheinende Dividenden-Studie wäre ohne das Bloomberg Terminal beispielsweise gar nicht denkbar. Bei diesem Gemeinschaftsprojekt mit der DSW Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V. wird unter Federführung von Prof. Dr. Dr. habil. Eric Frère, Direktor des isf, und Christian W. Röhl, isf-Beiratsvorsitzender und Gründer des Research-Hauses DividendenAdel, der gesamte deutsche Aktienmarkt analysiert – bestehend aus Prime, General und Entry Standard.

Auch Prof. Dr. Roland Klose aus der isf-Forschungsgruppe Anlegerschutz und Anlegerverhalten nutzt das Terminal, um Hauptversammlungsreporte auszuwerten und daraus Erkenntnisse zum Verhalten von Anlegerinnen und Anlegern zu gewinnen. Ebenso isf Vize-Direktor Prof. Dr. Joachim Rojahn und Prof. Dr. Roland Wolf. Ich selbst habe auf Basis von Bloomberg-Daten meine Dissertation zum Thema Fußballclubs als Investitionsobjekte erstellt. Dabei habe ich Investments durch die behavioristische Brille betrachtet – mit einem Fokus auf Emotional Biases.

Ist es Usus, dass eine Hochschule ihren Forschenden und Studierenden ein Bloomberg Terminal zur Verfügung stellt?

Dr. Alexander Zureck: Das ist ganz unterschiedlich. Es gibt Hochschulen, für die ist das kein Thema. Dann gibt es Hochschulen wie die tschechische Masaryk Universität, die ihren Studierenden und Forschenden gleich zwölf Terminals bietet...

Für eine praxisorientierte akademische Ausbildung, wie sie an der FOM angeboten wird, ist das Terminal auf jeden Fall mehr als sinnvoll. Mit seiner Hilfe können wir die Finanzwelt an die Hochschule bringen. Gerade Studierende, die im Anlagenbereich arbeiten oder sich in diese Richtung entwickeln wollen, sollten schon mal damit gearbeitet haben. Vor diesem Hintergrund wird aktuell auch überlegt, weitere Terminals für die FOM anzuschaffen.

Research Fellows im Porträt

„Mit einem guten Zeitmanagement ist alles möglich“

Hauptberuflich ist er Unternehmenskundenberater bei einem überregional tätigen Kreditinstitut. Parallel dazu strebt er eine Promotion an der tschechischen Masaryk Universität an, unterstützt das isf Institute for Strategic Finance als Research Fellow und unterrichtet an der FOM Hochschule in Düsseldorf. Seit Juni 2017 frönt er zudem einem neuen Hobby: Töchterchen Melissa. Wie sich all das erfolgreich unter einen Hut bringen lässt, verrät Ilja Schaab, M.Sc., im Interview.

Ilja Schaab während einer Vorlesung.
Ilja Schaab während einer Vorlesung.


Wie sehen momentan Ihre Aufgaben am isf aus?

Ilja Schaab: Aktuell unterstütze ich vor allem bei der Erstellung von Skripten und Vorträgen. isf-Direktor Prof. Dr. Dr. habil. Eric Frère und Dr. Alexander Zureck schicken die Themen an uns Research Fellows – und wir schauen, ob es zeitlich und thematisch passt.

Inhaltlich liegt Ihr Fokus zurzeit auf dem Thema Niedrigzins…

Ilja Schaab: Ganz genau. Schließlich steht die Frage, wie sich Niedrigzinsphasen auf die Finanzierungsstrategien von Unternehmen auswirken, im Zentrum meiner berufsbegleitenden Promotion an der Masaryk Universität. Gestartet bin ich im März 2017 mit einer kleinen Studie: Via Bloomberg Terminal habe ich mir rund 2.000 Datensätze angesehen und ausgewertet.

Gibt es einen zeitlichen Rahmen für die Promotion?

Ilja Schaab: Das Promotionsprogramm der Masaryk ist sehr strukturiert und erstreckt sich über vier Jahre. Es gibt Pflichtmodule wie Ökonometrie oder Asset Pricing, die man besuchen, und Klausuren, die man bestehen muss. Darüber hinaus muss man am wissenschaftlichen Diskurs partizipieren und beispielsweise Publikationen sowie Konferenzteilnahmen nachweisen. Ab dem zweiten Jahr arbeitet man dann fast ausschließlich an seiner Dissertation und publiziert parallel.

Müssen Sie oft vor Ort in Brünn sein?

Ilja Schaab: Die Reisen nach Tschechien sind zum Glück überschaubar. Für die Klausuren muss ich selbstverständlich präsent sein, aber viele Dinge wie Präsentationen und Hausarbeiten kann ich als Fernleistung erbringen. Und auch mein Doktorvater sitzt in Deutschland: isf-Direktor Prof. Dr. Dr. habil. Eric Frère.

Spielt Ihr Promotionsthema auch in Ihrem Job eine Rolle?

Ilja Schaab: Auf einer Nebenspur läuft das sicherlich mit. Ich berate Firmenkunden zu allen finanziellen Belangen und habe mit sehr unterschiedlichen Branchen, Personen und Unternehmen zu tun. Da kommt natürlich auch immer mal wieder das Thema Niedrigzins zur Sprache, und in der Tat spiele ich mit dem Gedanken, parallel zu meinen Bloomberg-Recherchen auch qualitative Interviews mit Vertreterinnen und Vertretern von Unternehmen zu führen.

Warum haben Sie sich für die Promotion entschieden?

Ilja Schaab: Weil mir die Forschung im Rahmen meiner Master-Thesis sehr viel Spaß gemacht hat. Damals ging es – ebenfalls betreut durch Prof. Dr. Dr. habil. Frère – um die Bewertung nicht börsennotierter Banken… Ein Jahr nach meinem Abschluss wollte ich mich wieder wissenschaftlich mit einer spannenden Fragestellung auseinandersetzen und habe deshalb erneut beim isf angeklopft.

Können Sie sich vorstellen, komplett in die Forschung zu wechseln?

Ilja Schaab: Aktuell nicht. Dazu macht mir mein Job in der Kundenberatung einfach zu viel Spaß.

Parallel zur forschenden Tätigkeit sind Sie auch in der Lehre an der FOM Hochschule tätig…

Ilja Schaab: Richtig. Ich unterrichte das Modul Banken Auslandsgeschäft an der FOM in Düsseldorf und genieße den Austausch mit den berufstätigen Studierenden sehr.

…bleibt da noch Zeit für Hobbies?

Ilja Schaab: Seit Juni 2017 habe ich ein neues Hobby, für das ich mir diese Zeit definitiv nehme: meine Tochter Melissa. Nach Feierabend spiele ich ausgiebig mit ihr, bevor dann die Abendschicht am Schreibtisch beginnt. Ich versuche, jeden Tag mindestens ein bis zwei Stunden an meiner Dissertation zu arbeiten. Auf diese Weise bleibe ich am Ball und sehe gleichzeitig die Fortschritte, die ich mache.

Wie lässt sich das alles unter einen Hut bringen?

Ilja Schaab: Mit einem guten Zeitmanagement ist alles möglich. Das habe ich aus meiner Zeit als Student an der FOM Hochschule mitgenommen – schließlich habe ich sowohl mein Bachelor- als auch mein Master-Studium berufsbegleitend absolviert. Wenn man sich den Tag gut einteilt, bleibt Raum für ganz unterschiedliche Themen.

Blick auf den deutschen Aktienmarkt

FOM Absolvent untersuchte die Wahrscheinlichkeit von Dividendenausschüttungen

Welchen Einfluss hat die Anteilsbesitzkonzentration auf die Wahrscheinlichkeit von Dividendenausschüttungen? Dieser Frage ist Sebastian Kuhlmann im Rahmen seiner berufsbegleitenden Promotion an der UCAM FOM Doctoral School of Business nachgegangen. Seine Erkenntnisse veröffentlichte der Master-Absolvent und Lehrbeauftragte an der FOM Hochschule gemeinsam mit Prof. Dr. Joachim Rojahn, Co-Direktor des isf Institute for Strategic Finance: Der Artikel „The impact of ownership concentration and shareholder identity on dividend payout probabilities: new evidence from the German stock market“ ist im Journal Corporate Ownership and Control erschienen.

Sebastian Kuhlmann (l.) und Prof. Dr. Joachim Rojahn
Sebastian Kuhlmann (l.) und Prof. Dr. Joachim Rojahn

„Wir haben uns das Dividenden-ausschüttungsverhalten deutscher Emittenten in den Jahren 2007 bis 2014 angesehen und dabei sowohl auf traditionelle als auch maschinelle Auswertungsverfahren gesetzt“, erklärt Sebastian Kuhlmann, und Prof. Dr. Rojahn ergänzt: „Festgestellt haben wir, dass die Anteilsbesitzkonzentration vor allem dann Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit von Ausschüttungen hat, wenn ausländische, institutionelle Anleger substanzielle Anteile an deutschen Unternehmen halten. Größer ist allerdings der Einfluss anderer Faktoren.“ Zum Beispiel sei die Dividendenzahlung der Vorjahre eine der wichtigsten firmenspezifischen Determinanten der Dividendenausschüttungswahrscheinlichkeit – dicht gefolgt von Rentabilität und Größe eines Unternehmens.

Wer sich im Detail mit den Ergebnissen befassen möchte: Der Artikel steht unter https://www.virtusinterpress.org/THE-IMPACT-OF-OWNERSHIP.html zum kostenlosen Download zu Verfügung.

Zwischen Immobilienmarkt und finanziellem Wohlbefinden

ifes Wissenschaftler präsentieren Forschungsergebnisse auf Veranstaltungen in Breslau

Die Gesellschaft für Klassifikation trifft sich 2017 in Breslau: Am 26. September lädt sie gemeinsam mit der polnischen Gesellschaft zum German-Polish Seminar on Data Analysis and Applications, einen Tag später startet die European Conference on Data Analysis. Auf beiden Veranstaltungen ist die FOM Hochschule durch Prof. Dr. Matthias Gehrke und Prof. Dr. Karsten Lübke vertreten. Die Wissenschaftler, die sich sowohl am ifes Institut für Empirie & Statistik als auch am isf Institut für Strategic Finance engagieren, sprechen über die Preisentwicklung am deutschen Immobilienmarkt, Methoden zur Berechnung des Value at Risk sowie über das subjektive finanzielle Wohlbefinden. Die Vorträge basieren zum Teil auf Masterarbeiten, deren Ergebnisse im Anschluss auch publiziert werden sollen.

Die Gesellschaft für Klassifikation trifft sich in Breslau.
Die Gesellschaft für Klassifikation trifft sich in Breslau.

Die Grundlage für den eingeladenen Vortrag „Evaluation of selected models for Value-at-Risk calculation“ beim German-Polish-Seminar hat Prof. Dr. Gehrke gemeinsam mit Prof. Dr. Karsten Lübke und der FOM Absolventin Vanessa Bormann geschaffen. Zusammen haben sie neuere und traditionelle Modelle zur VaR-Kalkulation miteinander verglichen – darunter CAViaR und HAR-QREG sowie RiscMetrics und GARCH (1,1). Als Untersuchungsprobe nutzten sie MDAX und CDAX für den deutschen Kapitalmarkt, Gold, Öl, Weizen und Mais für alternative Investments sowie den Kurs von Euro und US-Dollar für den Devisenmarkt.

Auf der „European Conference on Data Analysis“ geht Prof. Dr. Gehrke der Frage nach, ob sich Blasen in der Preisentwicklung am deutschen Immobilienmarkt befinden. Dazu hat er zusammen mit FOM Absolvent Thomas Mayer geforscht. „Wir haben analysiert, wie sich die Preise von Eigentumswohnungen zu Mietpreisen vergleichbarer Immobilien verhalten“, erläutert der ifes-Wissenschaftler. „Zum Einsatz kam dabei eine erweiterte Version des Dickey-Fuller-Tests mit dem gezeigt werden kann, ob Signifikanz für Preisblasen vorliegt.“

Das subjektive finanzielle Wohlbefinden steht im Zentrum des Vortrags von Prof. Dr. Lübke. Zusammen mit Prof. Dr. Thomas Christiaans und Julia Richenhagen hat er sich mit der Frage beschäftigt, welche Faktoren dieses Wohlbefinden beeinflussen. Zur Beantwortung haben sie moderne datenanalytische Verfahren verwendet. Die Datengrundlage wurde durch FOM Studierende im Rahmen der Weihnachtsumfrage unter Leitung von Prof. Dr. Oliver Gansser, stellv. Direktor des ifes, geschaffen.