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Blick auf den deutschen Aktienmarkt

FOM Absolvent untersuchte die Wahrscheinlichkeit von Dividendenausschüttungen

Welchen Einfluss hat die Anteilsbesitzkonzentration auf die Wahrscheinlichkeit von Dividendenausschüttungen? Dieser Frage ist Sebastian Kuhlmann im Rahmen seiner berufsbegleitenden Promotion an der UCAM FOM Doctoral School of Business nachgegangen. Seine Erkenntnisse veröffentlichte der Master-Absolvent und Lehrbeauftragte an der FOM Hochschule gemeinsam mit Prof. Dr. Joachim Rojahn, Co-Direktor des isf Institute for Strategic Finance: Der Artikel „The impact of ownership concentration and shareholder identity on dividend payout probabilities: new evidence from the German stock market“ ist im Journal Corporate Ownership and Control erschienen.

Sebastian Kuhlmann (l.) und Prof. Dr. Joachim Rojahn
Sebastian Kuhlmann (l.) und Prof. Dr. Joachim Rojahn

„Wir haben uns das Dividenden-ausschüttungsverhalten deutscher Emittenten in den Jahren 2007 bis 2014 angesehen und dabei sowohl auf traditionelle als auch maschinelle Auswertungsverfahren gesetzt“, erklärt Sebastian Kuhlmann, und Prof. Dr. Rojahn ergänzt: „Festgestellt haben wir, dass die Anteilsbesitzkonzentration vor allem dann Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit von Ausschüttungen hat, wenn ausländische, institutionelle Anleger substanzielle Anteile an deutschen Unternehmen halten. Größer ist allerdings der Einfluss anderer Faktoren.“ Zum Beispiel sei die Dividendenzahlung der Vorjahre eine der wichtigsten firmenspezifischen Determinanten der Dividendenausschüttungswahrscheinlichkeit – dicht gefolgt von Rentabilität und Größe eines Unternehmens.

Wer sich im Detail mit den Ergebnissen befassen möchte: Der Artikel steht unter https://www.virtusinterpress.org/THE-IMPACT-OF-OWNERSHIP.html zum kostenlosen Download zu Verfügung.

Zwischen Immobilienmarkt und finanziellem Wohlbefinden

ifes Wissenschaftler präsentieren Forschungsergebnisse auf Veranstaltungen in Breslau

Die Gesellschaft für Klassifikation trifft sich 2017 in Breslau: Am 26. September lädt sie gemeinsam mit der polnischen Gesellschaft zum German-Polish Seminar on Data Analysis and Applications, einen Tag später startet die European Conference on Data Analysis. Auf beiden Veranstaltungen ist die FOM Hochschule durch Prof. Dr. Matthias Gehrke und Prof. Dr. Karsten Lübke vertreten. Die Wissenschaftler, die sich sowohl am ifes Institut für Empirie & Statistik als auch am isf Institut für Strategic Finance engagieren, sprechen über die Preisentwicklung am deutschen Immobilienmarkt, Methoden zur Berechnung des Value at Risk sowie über das subjektive finanzielle Wohlbefinden. Die Vorträge basieren zum Teil auf Masterarbeiten, deren Ergebnisse im Anschluss auch publiziert werden sollen.

Die Gesellschaft für Klassifikation trifft sich in Breslau.
Die Gesellschaft für Klassifikation trifft sich in Breslau.

Die Grundlage für den eingeladenen Vortrag „Evaluation of selected models for Value-at-Risk calculation“ beim German-Polish-Seminar hat Prof. Dr. Gehrke gemeinsam mit Prof. Dr. Karsten Lübke und der FOM Absolventin Vanessa Bormann geschaffen. Zusammen haben sie neuere und traditionelle Modelle zur VaR-Kalkulation miteinander verglichen – darunter CAViaR und HAR-QREG sowie RiscMetrics und GARCH (1,1). Als Untersuchungsprobe nutzten sie MDAX und CDAX für den deutschen Kapitalmarkt, Gold, Öl, Weizen und Mais für alternative Investments sowie den Kurs von Euro und US-Dollar für den Devisenmarkt.

Auf der „European Conference on Data Analysis“ geht Prof. Dr. Gehrke der Frage nach, ob sich Blasen in der Preisentwicklung am deutschen Immobilienmarkt befinden. Dazu hat er zusammen mit FOM Absolvent Thomas Mayer geforscht. „Wir haben analysiert, wie sich die Preise von Eigentumswohnungen zu Mietpreisen vergleichbarer Immobilien verhalten“, erläutert der ifes-Wissenschaftler. „Zum Einsatz kam dabei eine erweiterte Version des Dickey-Fuller-Tests mit dem gezeigt werden kann, ob Signifikanz für Preisblasen vorliegt.“

Das subjektive finanzielle Wohlbefinden steht im Zentrum des Vortrags von Prof. Dr. Lübke. Zusammen mit Prof. Dr. Thomas Christiaans und Julia Richenhagen hat er sich mit der Frage beschäftigt, welche Faktoren dieses Wohlbefinden beeinflussen. Zur Beantwortung haben sie moderne datenanalytische Verfahren verwendet. Die Datengrundlage wurde durch FOM Studierende im Rahmen der Weihnachtsumfrage unter Leitung von Prof. Dr. Oliver Gansser, stellv. Direktor des ifes, geschaffen.

FOM Forschender auf Tokio-Reise

Prof. Dr. Karsten Lübke war als Referent auf wissenschaftlichen Veranstaltungen in Japan vertreten

Prof. Dr. Karsten Lübke, Lehrender der FOM in Dortmund und Wissenschaftler am ifes Institut für Empirie & Statistik, war als Referent auf zwei internationalen Tagungen in Japan vertreten. Auf beiden Veranstaltungen stellte er Arbeiten vor, die er gemeinsam mit anderen Forschenden der Hochschule durchgeführt hat.

Lag auf Prof. Dr. Lübkes Weg zu den Veranstaltungen: der buddhistische Tempel Sengakuji.
Lag auf Prof. Dr. Lübkes Weg zu den Veranstaltungen: der buddhistische Tempel Sengakuji.


Erste Station war die Conference of the Internationel Federation of Classification Societies in Tokio. Hier sprach Prof. Dr. Lübke über „Benchmarking classification of stock performance by corporate performance measures – insights from different modelling techniques“. An diesem Thema arbeitet er gemeinsam mit Prof. Dr. Roland Wolf vom isf Institute for Strategic Finance & Prof. Dr. habil. Sebastian Sauer vom iwp Institut für Wirtschaftspsychologie. Im Zentrum des Vortrages stand die Generalisierbarkeit von (statistischen) Ergebnissen bzw. ihre Übertragbarkeit auf andere Märkte oder Zeiten. „Ein Punkt, der in der Praxis von großer Bedeutung ist“, wie Prof. Dr. Lübke betonte, „und den wir auf Basis von Performance-Kennzahlen börsennotierter Unternehmen aus Deutschland, Polen und Japan im Zeitraum 2010 bis 2015 beleuchtet haben.“

Die zweite Veranstaltung fand ebenfalls in Tokio statt. Der Name: “6th Japanese and German Symposium on Classification”. Als einer von insgesamt acht deutschen Teilnehmenden präsentierte der FOM Wissenschaftler dort ein Projekt, an dem er mit Prof. Dr. Oliver Gansser arbeitet, dem stellvertretenden Direktor des ifes. Unter dem Titel „Components, Cluster and Correspondence (?): A data driven approach to consumer behaviour segmentation“ ging Prof. Dr. Lübke ein auf die Ergebnisse und die statistische Methodik der Datenanalyse zur Sommerumfrage der FOM Hochschule.

Zurück in Deutschland fällt der ifes-Experte ein positives Urteil zu seiner Tokio-Reise. „Der Besuch der beiden Tagungen war ein voller Erfolg“, so Prof. Dr. Lübke. „Hochkarätige Forscher, internationale Sichtbarkeit, intensiver Austausch – und die FOM mittendrin.“

Schwerpunkt Accounting

2. FOM Finanz-Forum Berlin findet am 17. November statt

Nach der erfolgreichen Premiere im Mai findet das FOM Finanz-Forum Berlin am 17. November 2017 zum zweiten Mal statt. „Wir möchten am Finanzsektor Interessierten sowie Studierenden des berufsbegleitenden Master-Programms Finance & Accounting Einblicke in aktuelle Forschungsthemen und Entwicklungen vermitteln“, umreißt Prof. Dr. Manuela Zipperling die Zielsetzung. „Und wer weiß, vielleicht entsteht dabei die oder andere Idee für eine Abschlussarbeit…“, so die Geschäftsleiterin der FOM Hochschule in Berlin. Schwerpunkt der kostenfreien Veranstaltung: Accounting.

Das Hochschulzentrum Berlin lädt ein zum 2. FOM Finanz-Forum.
Das Hochschulzentrum Berlin lädt ein zum 2. FOM Finanz-Forum.

Der Startschuss zum Finanz-Forum fällt um 14:00 Uhr. Dann stellt Dr. Alexander Zureck den Teilnehmenden das Bloomberg Terminal vor – ein Computersystem, das Recherchen zu Daten des Finanzmarktes ermöglicht. Anschließend gibt der Experte des isf Institute for Strategic Finance einen Überblick über das berufsbegleitende Promotionsprogramm, das die spanische Universidad de Cátolica de Murcia (UCAM) gemeinsam mit der FOM Hochschule ins Leben gerufen hat.

Es folgen mehrere Fachvorträge à 30 Minuten. Sven Meyer von PricewaterhouseCoopers geht beispielsweise der Frage nach, welche prozessualen und technischen Herausforderungen der neue Leasingstandard IFRS 16 mit sich bringt. Eine Schwierigkeit bestehe beispielsweise darin, dass bis auf wenige Ausnahmen sämtliche Leasingverhältnisse „on balance“ bilanziert werden müssen, so der PwC-Experte. Das wirke sich teilweise signifikant auf wichtige Key Performance Indicators sowie in den Kreditverträgen vereinbarten Covenants der Unternehmen aus.

Der neue Standard zur Bewertung von Finanzinstrumenten steht im Zentrum des Vortrages von Verena Guderjan, ebenfalls PricewaterhouseCoopers. Sie stellt Kernpunkte von IFRS 9 vor und wirft einen Blick auf die daraus resultierenden Herausforderungen in der praktischen Umsetzung. Einer ihrer Schwerpunkte liegt dabei auf den Auswirkungen auf die Höhe der Risikovorsorge ab 2018.

Auch Prof. Dr. Claudia Rademacher-Gottwald ist mit einem Vortrag vertreten. Die FOM Expertin vom KCE KompetenzCentrum für Entrepreneurship & Mittelstand der Hochschule befasst sich mit dem Einsatz hybrider Finanzinstrumente zur Optimierung der handelsrechtlichen Bilanzstruktur sowie der Steuerbelastung. Ihre These: Durch hybride Finanzinstrumente, die aus steuerlicher Sicht Fremdkapital darstellen, kann die Ertragssteuerbelastung reduziert und damit der Gewinn vor Steuern erhöht werden.

Das 2. FOM Finanz-Forum beginnt um 14:00 Uhr im FOM Hochschulzentrum Berlin (Bismarckstr. 107) und endet gegen 17:30 Uhr. Die Teilnahme ist kostenfrei. Anmeldungen nimmt Maria Behrendt gerne unter 030 31 86 23-66 oder maria.behrendt@fom.de entgegen.

Den Shareholder Value vergleichen

Neue Messgröße für die Unternehmensperformance mit FOM Studierenden entwickelt

Am Anfang steht ein Rückblick: Im Sommer 2010 diskutiert Prof. Dr. Roland Wolf mit chinesischen Master-Studierenden über Management Accounting. Der FOM Lehrende und Wissenschaftler vom isf Institute for Strategic Finance bittet die Studierenden, sich die Geschäftsberichte der HangSeng- und DAX-Unternehmen anzusehen und den jeweiligen Shareholder Value zu vergleichen. Ergebnis: Die chinesischen Firmen geben überhaupt keine Werte an, die deutschen nutzen mit ROCE, ROIC, CFROI oder RONA Größen, die nicht vergleichbar sind. „Das war die Geburtsstunde der Idee, eine Kennzahl zu entwickeln, mit deren Hilfe die Value-Performance aller Unternehmen einheitlich ermittelt werden kann“, erinnert sich Prof. Dr. Wolf. „Mit dem gemeinsam mit isf-Kollegen und FOM Studierenden über Jahre gefestigten standardisierten Value-Konzept und dem Kurs-Value-Verhältnis ist mir das gelungen.“

FOM Professor Dr. Roland Wolf
Prof. Dr. Roland Wolf

Dahinter verbirgt sich die Formel: KVV gleich EBIT (Earnings Before Interest and Taxes) minus Kosten des verzinslichen Eigen- und Fremdkapitals. Sie ist seit 2014 regelmäßig am isf im Einsatz. Prof. Dr. Wolf: „Die Berechnungen werden mit einer SQL-basierten Software für Planung und Controlling durchgeführt, mit der die Daten importiert, zugeordnet und berechnet werden. Für die speziellen Anforderungen bei der Berechnung der Value-Performance bei Banken und Versicherungen werden separate Abfragen und Importe genutzt.“

Wer mit der KVV-Brille beispielsweise einen Blick auf die DAX-Unternehmen wirft, erlebt gleich mehrere Überraschungen. „Im Ranking 2015/2016 ist die Lufthansa in Bezug auf das Kurs-Value-Verhältnis der Primus und E.ON das Schlusslicht“, so Prof. Dr. Wolf. „Siemens fällt aufgrund geringerer Ergebnisse, höherer Finanzschulden und eines gestiegenen Aktienkurses von Platz 5 auf Rang 18, während die Deutsche Börse dank eines besseren Ergebnisses, weniger Finanzschulden und eines gesunkenen Aktienkurses vom 24. auf den 7. Platz klettert.“ Angesichts solcher Erkenntnisse wünscht sich der FOM Wissenschaftler eine intensive Diskussion und auch Nutzung der neuen Kennzahl KVV bzw. des Value-Konzeptes. „Dadurch könnte die Qualität der Unternehmensperformance nicht nur bei der strategischen, sondern auch bei der operativen Unternehmenssteuerung erhöht werden“, zeigt sich Prof. Dr. Wolf überzeugt.