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Stuttgarter Gespräche: Bankmarketing im Zeitalter der Digitalisierung

Wie Banken im digitalen Zeitalter innovativ bleiben

Der klassische Bankbesuch, ein persönlicher Berater und die Kontoeröffnung – während früher die Bankfiliale vor Ort im Mittelpunkt stand, erledigen viele ihre Bankgeschäfte heute über das Internet. Welche Erwartungen Kunden im Zeitalter der Digitalisierung an ihre Bank haben und wie Bankmarketing unter diesen veränderten Bedingungen aussehen kann, war Thema bei den Stuttgarter Gesprächen an der FOM Hochschule.

Stuttgarter Gespräche Juli 2017 Banking FOM
V.l.n.r.: Dr. Harald Mertz, Prof. Dr. Marcel Seidel, Gesamt-Geschäftsleiterin der FOM Stuttgart Melanie Tondera, Janne Lena Gruber und Dr. Georg Bouché (Foto: FOM / Wilhelm Mierendorf)

„Durch die Digitalisierung des Privatkundengeschäfts der Banken muss der Vertrieb neu ausgerichtet werden“, erklärt Janne Lena Gruber, Online-Individualkundenberaterin im Digitalen Vertrieb der Kreissparkasse Ludwigsburg, „denn Banken sind mit neuen Wettbewerbern konfrontiert, die keine stationären Filialen haben und bequeme Online-Zahlungssysteme anbieten.“ Doch welche Ansprüche haben Kunden an ihre Bank und wie können Banken und Sparkassen darauf reagieren? Die Ergebnisse einer Befragung zeigen: Nach wie vor legen Kunden Wert auf einen persönlichen Ansprechpartner, aber auch schnelle Reaktions- und Bearbeitungszeiten sind entscheidend. Insgesamt zeigt sich, dass bei einfachen Finanzdienstleistungen der Online-Abschluss bevorzugt wird. Dr. Georg Bouché, FOM Dozent für Internationales Management und Vertriebsleiter bei PROLINE Systems GmbH, rät Banken, den neuen Wettbewerbern nicht aktionistisch nachzueifern, jedoch offen für neue Wege zu sein: „Banken sollten rechtzeitig und intelligent in moderne Technologien – Fintechs - investieren und Kooperationen eingehen, attraktive Banking-Apps anbieten sowie einen Beraterchat und Videoberatung nutzen.“

Dass sich das Wettbewerbsumfeld der Banken und das Kundenverhalten verändert, stellt auch Prof. Dr. Marcel Seidel, FOM Dozent für Bankmarketing und langjähriger Strategieberater von Banken, fest: Die Kundenfrequenz in den Filialen sinkt, Online-Angebote werden unkritisch gesehen und moderne Technologien wie beispielsweise Fintechs stellen zukünftig bedeutende Kooperationspartner in der Bankenbranche dar. „Crowdfunding kann eine Lösung sein, um den Transformationsprozess in der Bankenbranche zu unterstützen und die Kunden künftig einzubinden“, sagt der Experte der FOM. Im Crowdfunding sieht er eine Chance für Banken, eine andere Art der Kreditvergabe anzubieten: „Es kann der Versuch für Banken sein, ein zusätzliches Geschäftsmodell anzubieten, das dem Schwung der Zeit entspricht.“

Abschließend beleuchtete Dr. Harald Mertz, Seniorberater Baden-Württembergischer Genossenschaftsverband, welche Rolle Kunst im Bankmarketing spielt und stellte die Kunstförderung am Beispiel verschiedener Genossenschaftsbanken vor. In seinem Vortrag präsentierte er die Ergebnisse einer qualitativen Studie: „Unternehmerisches Kunstengagement wirkt nach innen und außen und geht bei der Mehrzahl der befragten Unternehmen über rein kommerzielle Interessen hinaus. Vielmehr sehen sie in ihrem Engagement einen Beitrag zur Erhaltung von Kunst als Kulturgut in Deutschland“, erklärt der Experte. Zentrale Herausforderung sei es, Kunstförderung künftig noch stärker als Managementaufgabe und Führungsthema zu begreifen.

Stuttgarter Gespräche: Banking & Innovation 2017

Bankmarketing im Zeitalter der Digitalisierung

Onlinebanking, Crowdfunding und die Rolle der Kunst – um Herausforderungen und Innovationen im Bankenumfeld geht es bei den Stuttgarter Gesprächen am 20. Juli. Unter dem Titel „Banking & Innovation 2017: Ideen und Erfolgskonzepte von Experten für die Praxis“ informiert die FOM Hochschule Unternehmen und Interessierte in Fachvorträgen über neue Erkenntnisse zu Innovationen im Bankenumfeld und Bankmarketing.

Die Digitalisierung des Privatkundengeschäfts und das damit verbundene Umdenken im Vertrieb veranschaulichen Dr. Georg Bouché, FOM Dozent für Internationales Management und Vertriebsleiter bei PROLINE Systems GmbH, und Janne Lena Gruber, Online-Individualkundenberaterin im Digitalen Vertrieb der Kreissparkasse Ludwigsburg. In ihrem Vortrag präsentieren sie die Ergebnisse einer Befragung zu dem Thema, wie viel Digitalisierung sich Privatkunden von ihrer Hausbank wünschen.

Prof. Dr. Marcel Seidel, FOM Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Partner der Banking Innovation Group, und Stefan Gruber, geprüfter Bankfachwirt bei einem internationalen Finanzinstitut, referieren über Herausforderungen, die sich für Finanzinstitute im Bereich des Crowdfunding ergeben. Obwohl Crowdfunding in den vergangenen Jahren auch bei Privatkunden immer mehr in den Fokus gerückt ist, betrachten Banken und Finanzdienstleister Crowdfunding oftmals zu eindimensional. Der Vortrag zeigt auf, wie Finanzinstitute mit Crowdfunding neue Geschäftsfelder generieren können.

Banken fördern seit Jahren die bildende Kunst: Vernissagen finden im eigenen Gebäude statt, Künstler werden unterstützt. Dr. Harald Mertz, Seniorberater Baden-Württembergischer Genossenschaftsverband, und Britta Schott, Einkäuferin bei einem internationalen Automobilhersteller, beleuchten die Kunstförderung am Beispiel verschiedener Genossenschaftsbanken und gehen der Frage nach, wie Kunst als Medium der Unternehmenskommunikation genutzt werden kann.

 

Kompakt:

Stuttgarter Gespräche: „Banking & Innovation 2017: Ideen und Erfolgskonzepte von Experten für die Praxis“

20. Juli 2017, 18 Uhr, FOM Hochschulzentrum Stuttgart, Rotebühlstraße 121

Die Teilnahme ist kostenfrei. Anmeldungen nimmt die zentrale Studienberatung unter 0800 195 95 95 (gebührenfrei) oder studienberatung@fom.de entgegen.

 

Stipendiatinnen und Stipendiaten mit innovativen Geschäftsideen erfolgreich

Bundesfinale von „Jugend gründet“ in Stuttgart

Großer Erfolg für Stipendiatinnen und Stipendiaten beim Finale des Bundeswettbewerbs „Jugend gründet“: Vier Oberstufenschülerinnen und -schüler, die über Stipendien der Claussen-Simon-Stiftung bereits an der FOM Hochschule studieren, stellten im Stuttgarter Porsche-Museum erfolgreich ihre Geschäftsideen vor. Das Unternehmen „fleX pro GMBH“ erreichte Platz 5, und „SweetPower®“ erhielt den Sonderpreis Chemie.

Jugend gründet Team flex pro 5. Platz Claussen-Simon-Stiftung FOM
Das Team "flex pro" holte den 5. Platz. (Foto: Claussen-Simon-Stiftung)

Das Team „fleX pro“, bestehend aus Samira Nickl vom Landesgymnasium für Hochbegabte in Schwäbisch Gmünd, Marc Petersmann, Gymnasiast am Stuttgarter Wirtschaftsgymnasium West, und Andreas Kloh, Schüler der Rudolf-Steiner-Schule im bayrischen Ismaning, überzeugten die Jury mit ihrem Spray, das vor elektromagnetischer Strahlung schützt. Mit dem unter dem Namen PXP (Progressive-X-Protective) angemeldeten Spray lässt sich Kleidung imprägnieren und schützt so weitgehend vor Elektrosmog zum Beispiel von Smartphones.

„Wir freuen uns über den Erfolg unserer Jungstudierenden, die mit Kreativität, Innovation und Engagement spielerisch alle Schritte einer Unternehmensgründung durchlaufen haben und gratulieren zum fünften Platz“, so FOM Professor Dr. Ralf Keim, der ebenfalls nach Stuttgart gereist war, um die Finalistinnen und Finalisten vor Ort zu unterstützen.

Kennengelernt haben sich die Jungunternehmer auf einem Stipendiatentreffen in Hamburg, denn die Jugendlichen studieren bereits parallel zur Schule an der FOM Hochschule. Dies ermöglicht die Hamburger Claussen-Simon-Stiftung mit ihrem bundesweiten Förderprogramm „Begeistert für Wirtschaft & MINT“. Dr. Regina Back, Geschäftsführender Vorstand der Claussen-Simon-Stiftung: „Es ist großartig, so engagierte und motivierte junge Menschen auf ihrem Bildungs- und Berufsweg begleiten zu dürfen und zu sehen, wie sie auch gemeinsam etwas auf die Beine stellen.“

Jugend gründet Finale Stuttgart Sonderpreis Chemie Altana
Lilith Diringer vom Gymnasium Karlsbad wurde mit dem Sonderpreis Chemie ausgezeichnet. (Foto: Claussen-Simon-Stiftung)

Lilith Diringer vom Gymnasium Karlsbad wurde für ihr Projekt „SweetPower®“ mit dem Sonderpreis Chemie ausgezeichnet. Elektroautos versprechen zwar eine grüne Zukunft auf Deutschlands Straßen, doch die Produktion der Batterie ist umweltbelastend. Dieser Problematik widmete sich die Schülerin aus dem nördlichen Schwarzwald und entwickelte die Idee für eine Elektroauto-Batterie, bei der der Rohstoff Erdöl durch Zuckerrübenmaterial ersetzt wird. Aus Zuckerrübenabfällen werden hierfür Carbon Spheres – kleine sphärische Kohlenstoffpartikel – hergestellt, welche die momentan sehr umweltschädlich aus Erdöl hergestellten Graphitanoden des Akkumulators ersetzen. Damit kann die Umweltfreundlichkeit und Wirtschaftlichkeit der Akkumulatoren von Elektroautos erhöht werden.

FOM Experte gibt Bewerbungstipps für den Traumjob

Worauf achten Personaler bei der Bewerbung?

FOM Stuttgart Bewerbungstipps Traumjob
Foto: istock 79556857

Egal ob Berufsstart oder nächster Schritt auf der Karriereleiter – vor dem Traumjob steht in der Regel die Bewerbung. Worauf Personaler beim Bewerbungsanschreiben achten und wie man beim Vorstellungsgespräch punktet, weiß Prof. Dr. Wolfgang Waldmann, Professor für Wirtschaftspsychologie an der FOM in Stuttgart mit langjähriger Erfahrung als Personalleiter und als Outplacement- und Karriereberater.

Wer in der Flut von Bewerbern nicht schon in der Vorauswahl aussortiert werden möchte, sollte zunächst einige formale Aspekte berücksichtigen, so Prof. Dr. Wolfgang Waldmann. Dazu gehöre zum Beispiel, dass das Anschreiben nicht über eine Seite hinausgeht und keine Rechtschreib- und Grammatikfehler enthält. „Positiv fällt auf, wenn man merkt, dass sich der Bewerber mit dem Unternehmen und der Stellenausschreibung genau auseinandergesetzt hat“, so der Experte der FOM Hochschule. „Dafür ist es unerlässlich, sich zu überlegen, warum man sich genau für diese Stelle und genau in diesem Unternehmen bewirbt – und das dann auch schriftlich auf den Punkt bringt.“ Ein weiterer Tipp: Schlüsselbegriffe der Anzeige wörtlich aufgreifen.

Was laut Prof. Dr. Waldmanns Erfahrung bei Personalern ebenfalls gut ankommt, ist eine aktive Ausdrucksweise. Konjunktive gilt es hingegen zu vermeiden. So wirkt der Schlusssatz „Ich freue mich, Ihnen meine Motivation im Vorstellungsgespräch persönlich zu beweisen“ deutlich selbstbewusster als eine Formulierung mit „Ich würde mich freuen“. „Auch ein mutiger Einstiegssatz, der überrascht und neugierig macht, kann Aufmerksamkeit wecken, ebenso wie eine auffälligere optische Gestaltung von Anschreiben oder Lebenslauf“, berichtet der Experte. Wichtig sei dabei aber immer, dass die Bewerbung zur eigenen Persönlichkeit und zum Unternehmen passt. In kreativen Branchen ist oft mehr erlaubt, während man in klassischen Bereichen eher mit konservativen Formaten punktet.

Wer es geschafft hat und zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird, kann sich vorbereiten – mit Wissen über das Unternehmen, aber auch durch Trainieren der Gesprächssituation mit Freunden oder Familie. „Gerade wenn man sich nicht gerne selbst lobt, ist es schwierig, seine Stärken hervorzuheben. Leichter fällt es, diese anhand von Beispielen aufzuzeigen. Darauf kann man sich im Vorfeld vorbereiten“, erklärt Prof. Dr. Waldmann. Persönliche Fähigkeiten, die vom Stellenprofil gefordert werden, gilt es besonders zu betonen. Bei der Frage nach Schwächen können Bewerber beispielsweise auf frühere Schwächen und die persönliche Entwicklung in diesem Bereich eingehen. „Dem Personaler geht es auch darum zu verstehen, was für eine Persönlichkeit er vor sich hat, um beurteilen zu können, ob der Bewerber oder die Bewerberin ins Unternehmen und auf die ausgeschriebene Position passt“, weiß der Experte. Deshalb lautet sein grundsätzlicher Ratschlag: „In den Antworten authentisch bleiben und durch Nachfragen Interesse zeigen.“

„Das habe ich alles berufsbegleitend erreicht“

Vom Produktionsmitarbeiter zum studierten Produktionsplaner bei Marc Cain

Berufsstart und Karriere mal anders: Erst einmal für ein halbes Jahr nach Italien und dann als Produktionsmitarbeiter zu Marc Cain in Bodelshausen – Francesco Incarbone startete sein Berufsleben ohne Ausbildung. Heute ist er im selben Unternehmen bis zum Produktionsplaner in der Fertigungssteuerung aufgestiegen und hat einen Bachelor-Abschluss in Business Administration von der FOM Hochschule in der Tasche. Das alles hat er berufsbegleitend erreicht.

Porträt Incarbone Marc Cain
Francesco Incarbone, erst Produktionsmitarbeiter, dann studierter Produktionsplaner bei Marc Cain (Foto: Marc Cain)

Italien war sein Traum – deshalb wollte der gebürtige Hechinger mit italienischen Wurzeln nach der Schulzeit dort leben. Mit gerade einmal 17 Jahren zog er nach Niscemi und arbeitete in der Gastronomie. Raus aus dem kühlen Deutschland und rein in die sizilianische Sonne. „Doch mir wurde schnell klar, dass das etwas ganz anderes ist, als dort Urlaub zu machen“, berichtet Francesco Incarbone über seine Zeit in Italien. „Aber ich habe dort viele wichtige Erfahrungen gemacht, die mich für meinen weiteren Weg bestärkt haben.“ Der führte ihn zurück nach Deutschland und zunächst als Produktionsmitarbeiter zu Marc Cain, um erst einmal Geld zu verdienen und die Zeit zum Start einer Ausbildung zu überbrücken.

Doch zur Ausbildung kam es nicht: Aufgrund eines Krankheitsfalls in der Familie entschied er sich dagegen, um stattdessen mit dem soliden Einkommen in der Produktion die Familie unterstützen zu können. „Ich bereue diese Entscheidung nicht, denn ich habe andere Wege gefunden, weiterzukommen. Inzwischen war ich vom Assistenten zum Disponenten in der Fertigung-Steuerung aufgestiegen und meine Kollegen bestärkten mich darin, mich berufsbegleitend weiterzubilden“, berichtet Incarbone. So machte er parallel zum Job die Fachhochschulreife und schrieb sich dann an der FOM Hochschule für den Studiengang Business Administration ein – ebenfalls berufsbegleitend. Seinen Bachelor hat er inzwischen in der Tasche. „Da ich keine Ausbildung gemacht hatte, war mir ein Abschluss wichtig, den man für den beruflichen Werdegang vorweisen kann“, sagt er. „Natürlich braucht man viel Disziplin und Organisation, wenn man das neben der regulären Arbeitstätigkeit erreichen will. Doch ich habe immer viel Unterstützung seitens des Arbeitgebers erfahren.“

Und so viel Engagement wird belohnt. Im Laufe seines Studiums erhielt Incarbone immer mehr Verantwortung in seinem Arbeitsumfeld. Inzwischen betreut er als Produktionsplaner in der Fertigungssteuerung Lieferanten auf Deutsch, Italienisch und Englisch, verhandelt Preise und disponiert und plant Fertigungsaufträge. Incarbone: „Die Kenntnisse, die ich in meinem Studium an der FOM erworben habe, konnte ich somit direkt einsetzen – eine optimale Kombination aus Theorie und Praxis.“ Das wussten auch seine Vorgesetzten zu schätzen, als sie ihm immer neue Aufgaben übertrugen. Für die Zeit seiner Bachelor-Thesis, die sich mit dem Bereich Marketing befasste, konnte Incarbone sogar vorübergehend den Arbeitsbereich und damit die Perspektive wechseln, um auch praktisch ganz nah dran zu sein. In diesem Rahmen war er als Junior Brand Manager in der Abteilung „Bags & Shoes“ tätig und erhielt Einblicke in die Erstellung einer Kollektion sowie in die Entwicklung, Koordinierung und Platzierung von Produkten. Abschließend resümiert er: „Für mich war es genau der richtige Weg, berufsbegleitend zu studieren, und ich bin froh, dass ich diese Möglichkeiten für mich entdeckt habe. Denn die praxisorientierte Art zu lernen, passt zu mir. Sie motiviert mich und hat mir Türen für meine berufliche Zukunft geöffnet.“