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Datenschutz wird generationenübergreifend sehr ernst genommen – Jeder Zweite ab 63 Jahren hat Angst vor digitaler Überforderung

Digitalisierung eint und spaltet die Generationen in Stuttgart

fotocredits: istock / ipopba

Die zunehmende Digitalisierung spaltet die größte Stadt Baden-Württembergs. Vor allem ältere Bürger geben offen zu, unsicher und sogar ängstlich gegenüber der digitalen Entwicklung zu sein und sich nicht mitgenommen bzw. nicht ausreichend informiert zu fühlen. Die Jüngeren dagegen sehen in der Digitalisierung vor allem Chancen – und sich selbst als Teil dieser Zukunft. Das sind die Kernaussagen einer großen, bundesweiten wissenschaftlichen Studie mit über 22.000 Befragten, an der auch rund 400 Stuttgarter Bürgerinnen und Bürger teilnahmen. Die Studierenden der FOM, Deutschlands größter privater Hochschule, trugen die Ergebnisse im Frühjahr und Sommer 2018 unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Oliver Gansser zusammen.

Je älter, desto unsicherer

Grundsätzlich könnte die Selbsteinschätzung in Bezug auf die digitale Entwicklung und die Eingebundenheit jedes Einzelnen auch in Stuttgart deutlich besser sein. Klar wird allerdings: Je älter, desto unsicherer sind die Menschen. Während die Generationen Z (12 bis 21 Jahre) und Y (22 bis 36 Jahre) sich zu 56 bzw. 63 Prozent für digital kompetent halten, nimmt diese positive Selbsteinschätzung mit zunehmendem Alter deutlich ab. Von den befragten Babyboomern (52 bis 62 Jahre) halten sich nur noch 15 Prozent für digital kompetent.

Stuttgarter beklagen mangelnde Informationen

Nur 17 Prozent der über 63-Jährigen fühlen sich beim Thema Digitalisierung von den Anbietern (Industrie/Handel/Dienstleistung) mitgenommen, bei der jüngeren Generation (22-36 Jahre) sind es immerhin 32 Prozent. Generationsübergreifend besteht bei diesem Thema aber offensichtlich erheblicher Nachholbedarf, nur die wenigsten fühlen sich gut informiert.

Daraus resultierend erscheint auch die Angst vor Überforderung logisch: 50 Prozent der über 63-Jährigen haben Angst vor einer Überforderung durch digitalen Neuerungen, bei der Genration Y (22 – 26 Jahre) sind es 13 Prozent.

64 Prozent der Befragten ist Datenschutz wichtig

Die Älteren nehmen den Schutz ihrer Daten deutlich ernster, als die Jüngeren. Rund 68 Prozent der über 63-Jährigen ist das Thema sehr wichtig, bei den 12- bis 21-Jährigen sind es 51 Prozent, denen der Datenschutz sehr wichtig ist. Über alle Generationen hinweg gibt allerdings fast jeder Zweite der Befragten zu, dass er bzw. sie nicht weiß, was man gegen die Erfassung seiner bzw. ihrer Daten tun kann.

Stuttgarter Männer fühlen sich digital kompetenter als Stuttgarter Frauen

Männer fühlen sich in Bezug auf die zunehmende Digitalisierung übrigens gut gerüstet. Immerhin 42 Prozent gibt an, digital kompetent zu sein. Bei den Frauen behaupten dies nur 32 Prozent aller Befragten von sich.

Fakten zur Studie

Die umfassende Studie der FOM Hochschule für Oekonomie & Management, hier speziell des Instituts für Empirie und Statistik (ifes), wurde Mitte März bis Mitte Mai 2018 unter Leitung von Prof. Dr. Oliver Gansser bundesweit durchgeführt. Dazu befragten die Studierenden bundesweit über 22.000 Männer und Frauen und in Stuttgart 372 Personen in face-to-face-Interviews mit standardisiertem Fragebogen. Die Auskunftspersonen waren älter als 12 Jahre und wurden quotiert nach Alter und Geschlecht. Die Verteilung der Quotenmerkmale erfolgte gemäß der Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes für 2018.

Zu den Ergebnissen der Studie geht es hier.

„Stuttgarter Gespräche“ der FOM Hochschule zu Bitcoins, Blockchain und Kryptowährung

„Wir laufen seit 20 Jahren dem Wandel hinterher“

Blockchain-Technologie und Kryptowährungen: Ein vorrübergehender Hype oder doch mehr? Mit dieser Frage beschäftigen sich vier Digitalisierungs- und Finanzexperten beim „Stuttgarter Gespräch“ der FOM Hochschule.

Melanie Tondera, Geschäftsleitung des FOM Hochschulzentrums Stuttgart, freute sich bei der Begrüßung der etwa 100 Gäste insbesondere über den regen Zuspruch zur Veranstaltung. Prof. Dr. Peter Preuss, FOM Dozent für Wirtschaftsinformatik, führte danach kurz in die Thematik ein, ehe die Experten in ihren Vorträgen zu unterschiedlichen Fragen bei der Bewertung von Blockchain-Technologie und Kryptowährungen Stellung bezogen.

Stuttgarter Gespräche FOM Digitalisierungexperten Blockchain
V.l.n.r.: Prof. Dr. Peter Preuss, Samater Liban, Dr. Robert Bosch, Edwin Rasiah, Waldemar Scherer, Melanie Tondera. (Foto: FOM)

Dr. Robert Bosch, Partner bei BearingPoint, beleuchtete, was die neuen Technologien können, wo ihre Grenzen und welche potenziellen Anwendungsbereiche vorhanden sind. Bosch: „2017 erlebten Bitcoins und Blockchain-Technologie einen echten Schub, nicht zuletzt durch die Aufmerksamkeit in den Medien“. Die Frage, ob es sich hierbei um einen kurzfristigen Hype oder doch eine echte Revolution handelt, die zukünftig für massgebliche Veränderungen sorgen wird, beantwortete er diplomatisch: „Es gibt klare Anzeichen für einen Hype. Aber auch sehr ernstzunehmende Anwendungsfälle. Somit ist es momentan letztlich beides.“

Samater Liban, seit 1999 digitaler Unternehmer mit ausgewiesener Startup-Erfahrung, stimmte dem zu - ging anschließend aber noch einen Schritt weiter. „Wir reden nicht von einem neuen Phänomen, denn wir laufen seit 20 Jahren einem epochalen Wandel hinterher.“ Liban erläuterte anhand des Beispiels der Unternehmensfinanzierung durch ICOs (Initial Coin Offerings), dass Blockchain-Technologie und Kryptowährungen für ihn nichts anderes als den realen Start in eine neue Zukunft der Finanzierung darstellen.

Edwin Rasiah, Senior Consultant der metafinanz Informationssysteme GmbH, erläuterte anschließend die Funktionsweise des Minings von Kryptowährungen und gab einen Überblick zu aktuellen Entwicklungen der Kryptobranche. Der 32-Jährige, der sein Master-Studium IT-Management an der FOM Hochschule absolviert hatte, machte deutlich, dass das Schürfen von Kryptowährungen noch immer kontrovers diskutiert wird, inzwischen allerdings einen Markt mit einer Kapitalisierung von 416 Milliarden US-Dollar aufweise.

Die Einsatzmöglichkeiten der Blockchain-Technologie in der Realwirtschaft veranschaulichte Waldemar Scherer, Co-Founder der Swisscom Blockchain AG und Leiter des Bereichs Enterprise Blockchain am Beispiel des Mediengeschäftes und der Fernsehbranche. Er sieht die optimale Lösung für den internationalen Content-Handel im TV im Projekt MILC (Micro Licensing Coin), da hier eine standardisierte, international zugängliche Plattform etabliert werde, die rechtssichere, schnelle und effiziente Geschäftsbeziehungen via Smart Contracts ermöglicht. Scherer: „Bei uns kann bereits jeder Kunde seine Rechnungen per Bitcoin bezahlen“.

FOM Hochschule in Stuttgart verabschiedet 150 Master- und Bachelor-Studierende

No risk, no fun: Wer springt zum Hai in die Fluten?

Fliegende Hüte, 150 festlich in Talare gekleidete junge Menschen, rund 300 zufriedene Angehörige und Freunde: die Verabschiedung im ehrwürdigen Haus der Wirtschaft war feierlicher Höhe- und Schlusspunkt für die Studierenden der berufsbegleitenden Bachelor- und Master-Studiengänge.

FOM Hochschule Stuttgart Bachelor Master Absolventenfeier
"Bitte alle Absolventen auf die Bühne und - lassen Sie die Hüte fliegen." (Foto: FOM Hochschule)

„An keinem anderen Tag im Jahr schaut man in so viele glückliche Gesichter“. Melanie Tondera, Geschäftsleiterin des FOM Hochschulzentrums Stuttgart, brachte in ihrer Begrüßung die Stimmung auf den Punkt. Prof. Dr. Marcus Klosterberg, wissenschaftliche Studienleitung der Master-Studiengänge am FOM Hochschulzentrum Stuttgart, ergänzte: „Sie haben Mut bewiesen, sich auf das Abenteuer Präsenzstudium neben dem Beruf einzulassen. Dieser Mut wird heute Abend belohnt.“

Ohnehin drehte sich im Stuttgarter Haus der Wirtschaft (fast) alles um das Thema Mut. Andreas Scheurer, Director Risk Advisory – Financial Risk, bei der Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, stellte seinen Festvortrag unter das Motto „No risk – no fun? Was Risikomanagement bedeutet und warum wir Risiken eingehen“. Seine Visualisierung sorgte allenthalben für Schmunzeln: Ein Mann springt von einer hohen Klippe ins blaue Meer. „Was würden Sie tun“, fragte der Diplom-Wirtschaftsmathematiker in die Runde, „wäre das für Sie `risk or fun` – würden Sie springen oder nicht?“ Mit dem nächsten Bild, einem Hai im Wasser, beantwortete Scheurer die Frage für sich ganz eindeutig: „Ich würde nicht springen“.

„Die Wahrnehmung von Risiken ist immer subjektiv“, so der Festredner. Und schlug damit den Bogen zum Risikomanagement in Unternehmen. Speziell mit Blick auf die Banken stellte er fest, dass sich die Risiken in den vergangenen zehn Jahren deutlich verändert hätten. Von Cyberattacken und Datendiebstahl war 2008 kaum die Rede und selbst Naturkatastrophen gewannen erst in der zurückliegenden Dekade an Bedeutung. „Die Welt wird komplexer, aber Veränderungen bringen natürlich auch Chancen“, schloss Scheurer und resümierte: „Kein Risiko einzugehen, kann manchmal auch ein Risiko sein“.

Nach der feierlichen Verabschiedung der 150 Absolventinnen und Absolventen war es an den Jahrgangsbesten, die Veranstaltung mit ihren Reden abzuschließen. Maik Schober, der den Master-Studiengang Risk Management & Treasury mit der Traumnote 1,0 absolviert hatte, sorgte mit seiner launigen Rede für Lacher im Auditorium: „Ich habe erstmal das Studium psychisch aufgearbeitet. Dabei ist dann das ‚Rentnerphänomen‘ – dass man auch nach dem Abschluss nicht wirklich Zeit für andere Dinge hat – eingetreten“. Anita Pflugfelder, Jahrgangsbeste der Bachelor-Studiengänge (B.A. in Gesundheits- und Sozialmanagement mit der Gesamtnote 1,1) zitierte aus dem bekannten Buch ‚Momo‘ von Michael Ende und zog einen Vergleich zu ihrem Erleben in den zurückliegenden sieben Semestern: „Schritt für Schritt alles erledigen – und das große Ziel nie aus dem Auge verlieren“. Abgerundet wurde der festliche Abend von Mahela T. Reichstatt. Die Bundespreisträgerin bei „Jugend musiziert“ gestaltete das musikalische Rahmenprogramm am Klavier.

„Stuttgarter Gespräche“ der FOM Hochschule - Experten diskutieren am 20. Juni:

Bitcoins – Währung der Zukunft oder nur kurzer Boom?

https://www.fom.de/hochschulzentren/stuttgart.html
Blockchain, Bitcoin, Kryptowährung am 20. Juni an der FOM in Stuttgart (Foto: istock/ipopba)

Während die Prognosen für die digitale Währung sehr unterschiedlich sind, hat sich die dahinterliegende Blockchain-Technologie durchgesetzt und wird inzwischen in zahlreichen Anwendungsgebieten umgesetzt. Doch wie geht es mit der neuen Technologie weiter? Am 20. Juni diskutieren bei den ‚Stuttgarter Gesprächen‘ der FOM Hochschule erfahrene Finanz- und Digitalisierungsexperten das zukünftige Potential von Blockchain-Technologie und Kryptowährung.

Nach der Begrüßung durch Melanie Tondera, Geschäftsleitung des FOM Hochschulzentrums Stuttgart, und Prof. Dr. Peter Preuss, FOM Dozent für Wirtschaftsinformatik, beschäftigen sich vier Experten in jeweils halbstündigen Vorträgen mit der Frage, ob die Blockchain-Technologie dazu geeignet ist, eine Internetrevolution auszulösen – und ob digitale Währungen eine Zukunft haben.

Dr. Robert Bosch, Partner bei BearingPoint, wird zunächst beleuchten, was die neuen Technologien können, wo ihre Grenzen und welche potenziellen Anwendungsbereiche vorhanden sind. Anschließend erörtert Samater Liban, seit 1999 digitaler Unternehmer mit ausgewiesener Startup-Erfahrung, ob die Form der Unternehmensfinanzierung durch ICOs (Initial Coin Offerings) der Start in eine neue Zukunft der Finanzierung oder eher die Rückkehr zum Manchester-Kapitalismus darstellt. Edwin Rasiah, Senior Consultant der metafinanz Informationssysteme GmbH, erläutert anschließend die Funktionsweise des Minings von Kryptowährungen und gibt einen Überblick zu aktuellen Entwicklungen der Kryptobranche. Bevor die Experten in einer Abschlussdiskussion auch für Fragen zur Verfügung stehen, schließt Waldemar Scherer die Reihe der Referate ab. Scherer ist Co-Founder der Swisscom Blockchain AG und Leiter des Bereichs Consulting Enterprise Blockchain. Sein Thema werden die Einsatzmöglichkeiten der Blockchain-Technologie sein, die über den Finanzsektor hinausgehen.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Anmeldungen nimmt die Zentrale Studienberatung unter 0800 195 95 95 (gebührenfrei) oder studienberatung@fom.de entgegen.

Kompakt
„Stuttgarter Gespräche“: Blockchain-Technologie und Kryptowährungen
Mittwoch, 20. Juni, 18 Uhr
FOM Hochschulzentrum Stuttgart, Rotebühlstraße 121

Zwischen Qualifikation und Bauchgefühl

Von idealen Personalentscheidungen Wie

Wie wird über die Besetzung einer Position im Unternehmen entschieden? Nicht nur in Führungspositionen oder im Aufsichtsrat gilt, dass Qualifikationen für die einzelnen Stellen nachgewiesen werden müssen. In der Praxis entscheidet allerdings auch oft das Bauchgefühl mit. In einer gemeinsamen Veranstaltung der FOM Hochschule in Stuttgart, der Financial Experts Association e. V. und der FidAR-Regionalgruppe Südwest wurde genau das diskutiert.

In seinem Eingangsvortrag erläuterte Prof. Dr. Wolfgang Waldmann, Professor für Wirtschaftspsychologie der FOM Hochschule, das Thema Entscheidungen aus wissenschaftlicher Perspektive. Er zeigte, dass obwohl objektive Tests der psychologischen Diagnostik bei Einstellungsentscheidungen helfen können, rational den besten Kandidaten für eine Position auszuwählen, dies längst nicht von allen Unternehmen praktiziert werde. Zudem nehme der Einsatz der Intelligenz- und sonstigen Leistungstests ab, je mehr Verantwortung mit einer Stelle verbunden ist. „Gerade da Führungskräfte großen Einfluss haben – guten wie schlechten – müssten gerade sie ihre Eignung für die in Frage stehende Position unter Beweis stellen“, schlussfolgert Waldmann. Ohne solche Tests seien wir jedoch vor allem auf unser Bauchgefühl angewiesen – die Entscheidung über die Einstellung eines Vorstandes oder Besetzung eines Aufsichtsrates erfordere jedoch rationale Mechanismen.

Das bestätigte auch der Anschlussvortrag von Rechtsanwältin Dr. Regine Hagen-Eck, Partnerin bei CMS Hasche Sigle: Sie erklärte, welche Ausschüsse in einem Aufsichtsrat unbedingt nötig sind, welche empfohlen werden und wie diese aus juristischer Sicht besetzt werden müssen. Für Aufsichtsratsmitglieder gilt das Eignungsprinzip – sie haben fachliche Qualifikation, Vertrauenswürdigkeit und Unabhängigkeit objektiv nachzuweisen, um für die betreffenden Ausschüsse in Frage zu kommen.

Einen praktischen Einblick in die Gremienbesetzung im Aufsichtsrat gab Patricia Geibel-Conrad, Wirtschaftsprüferin und Steuerberaterin zum Abschluss der Vortragsreihe. Sie sprach in ihrer Position als Mitglied des Aufsichtsrats und des Prüfungsausschusses der HOCHTIEF AG über ihre eigenen Erfahrungen bei der Gremienbesetzung und gab hilfreiche Tipps und Anregungen zum Diskussionsthema.