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Wie ist es, mit Ende 40 noch einmal zu studieren?

„Für mich war es Luxus, Wissen zu konsumieren“

Sabine Unger ist Leiterin der Munich Creative Business Week (MCBW). Mit Ende 40 schrieb sie sich im Master-Studiengang „Human Resource Management“ an der FOM Hochschule in München ein. Heute, als erfolgreiche Absolventin, sagt sie: „Das Studium hat sich in jeder Hinsicht gelohnt.“

Frau Unger, was hat Sie gereizt, mit Ende 40 noch einmal zu studieren?
Zu Beginn meiner Berufslaufbahn war ich im pädagogisch-therapeutischen Bereich tätig. Da diese Arbeit mich zunehmend belastet hat, wollte ich mich neu orientieren und wechselte zur Akademie Mode & Design (AMD). Als Münchner Standortleiterin fehlte mir jedoch ein Nachweis, eine offizielle Bestätigung, dass ich wirklich kann, was ich da tue. Mit dem Master-Studium wollte mir im Hinblick auf potenzielle Arbeitgeber – aber auch für mich selbst – größere Sicherheit verschaffen und mein eigenes Standing in der Arbeitswelt stärken.

Sabine Unger (Foto: privat)

Haben potenzielle Arbeitgeber Sie nach Ihrem Abschluss anders wahrgenommen?
Auf jeden Fall. Mein Alter war plötzlich kein Thema mehr in Bewerbungsgesprächen. Ich habe mich viel sicherer gefühlt und wusste: Ich kann auch mit jüngeren Bewerbern mithalten! Das war mir bereits während der Vorlesungen aufgefallen. Mit über 40 habe ich natürlich eine ganz andere Haltung – sowohl im Beruf als auch im Studium. Für mich war es purer Luxus, einfach noch mal Wissen zu „konsumieren“ und mir nicht alles selbst zu erarbeiten. Ich habe mich privilegiert gefühlt und wirklich jede Minute der Lehrveranstaltungen ausgekostet. Jüngere Studierende wissen das oft gar nicht so zu schätzen.

Gab es auch etwas, das Ihnen schwergefallen ist? Das Sie vorher gar nicht bedacht hatten?
Ganz klar das Thema „Prüfungen“ zu Beginn des Studiums. Nach so vielen Jahren im aktiven Berufsleben war ich es gewohnt, alles zu hinterfragen, zu analysieren und im Team abzusprechen, um dann differenzierte Antworten zu geben. In den meisten Prüfungssituationen muss man dagegen vor allem gelerntes Wissen wiedergeben. Das musste ich mir erst wieder bewusst machen. Jüngeren Studierenden fällt das bestimmt leichter, weil die Schulzeit bei ihnen noch nicht so lange vorbei ist.

Sie haben vor Ihrem Master-Studium selbst Vorträge gehalten und Moderationskurse gegeben. Wie war es für Sie, noch einmal in die Rolle der Lernenden zu schlüpfen?
Etwas kribbelig wurde ich, wenn sich bei einer Vorlesung oder auch sonst Unruhe breit machte, ohne dass der Dozent richtig durchgegriffen hätte. Da wäre ich oft am liebsten einfach aufgestanden und hätte die Kommilitonen selbst um Ruhe gebeten. Aber im Grunde war es enorm bereichernd, mal wieder auf der anderen Seite zu sitzen. Ich habe von den motivierenden, guten Lehrenden viel mitgenommen für mein Berufsleben.

Was war die größte Herausforderung, die Sie zu meistern hatten?
Der Generationenunterschied im Hörsaal war schon eine Herausforderung. Bei jüngeren Kommilitonen hatte ich manchmal das Gefühl, dass sie das Studium an sich vorbeirauschen lassen und sich kaum einbringen. Das war wirklich schade, denn die Präsenzvorlesungen haben mir selbst unglaublich viel gebracht. Alles in allem war mir aber von vornherein klar, dass ich nicht so ticke wie jüngere Menschen mit Anfang 20. Das Studium selbst war eine auf allen Ebenen bereichernde Erfahrung und ich würde es jederzeit wiederholen.

 

Regionale Dozententage in München

Lebenslanges Lernen gilt auch für Lehrende

Was kann ich tun, um die Motivation von Studierenden zu steigern? Wie lernt das menschliche Gehirn? Worauf muss ich bei der Formulierung von Prüfungsfragen achten, um anschließend die Transferleistung und das Stoffverständnis bewerten zu können? Mit diesen und weiteren Themen setzten sich rund 50 Lehrende des Münchner FOM Hochschulzentrums und anderer süddeutscher FOM Studienorte bei den regionalen Dozententagen auseinander.

Prof. Dr. Gerald Mann (Foto: Christian Vogel)

Das berufsbegleitende Studium ist nicht nur für die Studierenden selbst eine Herausforderung. Auch die Professorinnen und Professoren sowie die Lehrbeauftragten sind auf vielfältige Weise gefordert. Einerseits verfügen die berufstätigen Studierenden über teils umfangreiches Wissen aus ihrem Joballtag und können dadurch viel selbstbewusster in Diskussionen gehen. Andererseits haben sie aber auch einen langen Arbeitstag hinter sich, wenn sie abends in der Vorlesung sitzen. „Mit 90-minütigen Präsentationen kann man die Studierenden dann nicht mehr begeistern“, betont Münchens Gesamtstudienleiter Prof. Dr. Gerald Mann. „Da muss man sich als Dozent etwas einfallen lassen, wenn man nach 18 Uhr noch wissenschaftliche Theorie lehrt.“

Auf den regionalen Dozententagen haben die Lehrenden der FOM die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen und sich ganz gezielt individuell weiterzubilden. Selbst für erfahrene Dozenten ist immer wieder spannend zu erleben, welche neuen Methoden sich etwa aus der digitalen Entwicklung für die Lehre ergeben. Münchens Geschäftsleiter Oliver Dorn: „Die Vermittlung von Lehrinhalten mit „Gamification“-Elementen oder Virtual-Reality-Methoden kann die intrinsische Motivation der Studierenden durchaus anstacheln. Aber auch Videos, Podcasts und Verlinkungen sowie Fallstudien, Planspiele und Quizfragen unterstützen bei uns die Präsenzlehre.

BIPA-Programm fördert Wissensaustausch

Israelischer Gründergeist trifft auf deutsche Effizienz

„Hormonfreie Verhütung“ ist das Thema, mit dem sich die Münchner FOM Studentin Ursula Göpfert derzeit im Rahmen des „Bavaria Israel Partnership Accelerator“ Programms (BIPA) auseinandersetzt. Dabei entwickeln deutsche und israelische Studierende gemeinsam Innovationskonzepte für Unternehmen. Die Wirtschaftsinformatik-Studentin berichtet über das Projekt und den damit verbundenen Intensiv-Workshop in Israel.

Ursula Göpfert (Foto: privat)

Ursula Göpfert, wie kommt man als Münchner Studentin nach Beer Sheva?
Ich habe durch Zufall von dem BIPA-Programm erfahren. Die Vorstellung, gemeinsam mit Studierenden aus Israel an einem Innovations-Projekt im Bereich der Digitalisierung teilzunehmen, hat mich sofort gereizt. Also bewarb ich mich und im August geht es nach Beer Sheva.

Worum geht es beim BIPA-Programm?
Das Programm ist am "Strascheg Center for Entrepreneurship", dem Gründerzentrum der Hochschule München, verankert und nutzt die innovative Energie von Studierenden, um in Projekten neue Ideen und Konzepte für Unternehmen zu generieren. Gefördert wird es durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Energie und Technologie und durch das israelische Generalkonsulat für Süddeutschland.

Wie funktioniert das Programm konkret?
Studierende aus Bayern und von der israelischen Ben-Gurion Universität bearbeiten in Teams jeweils eine Challenge, die von teilnehmenden Unternehmen eingereicht wird. Im Verlauf des gesamten Programms werden wir Studierende von erfahrenen Mentoren begleitet und unterstützt. Mein Team hat sich für die Challenge eines bayerischen Mittelständlers entschieden, der einen Zykluscomputer entwickelt hat.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des BIPA-Programms (Foto: BIPA)

Wie lautet Ihre Aufgabe?
Wir untersuchen die Fragestellung, warum Frauen zur Verhütung eher auf eine Hormonbehandlung setzen und auf natürliche Alternativen wie den Zykluscomputer verzichten. Während des ersten Workshops in München besichtigten wir das Unternehmen und lernten dessen Prozesse kennen. Zudem haben wir Markt- und Wettbewerbsdaten recherchiert, um Chancen und Risiken der Branche zu identifizieren. Über die sozialen Netzwerke führen wir außerdem eine Umfrage zum Thema durch, um die wirklichen Gründe aus Sicht der Frauen zu erfahren.

Was erwartet Sie in Beer Sheva?

…40 Grad Hitze! *lacht* An der Ben-Gurion Universität findet das Finale aller Teams statt. Dort werden wir unser Konzept fertigstellen. Ich freue mich jetzt schon auf das Wiedersehen mit den israelischen Studierenden. Nach der Rückreise stellen wir unsere Ergebnisse dann dem Unternehmen vor und können hoffentlich überzeugen!

Was haben Sie bisher bei dem Programm und von den Israelis gelernt?
Teamarbeit hat für mich einen noch viel höheren Stellenwert bekommen. Besonders Teams mit hoher Diversität sind eine perfekte Mischung für erfolgreiche Projekte in der Arbeitswelt der Zukunft. Zudem lernt man Zurückhaltung, um nicht zu schnell über Lösungen nachzudenken, bevor man sich nicht bedingungslos mit den Gründen hinter dem Problem auseinandergesetzt hat. Während ich sehr analytisch und präzise an Fragestellungen herangehe, denken die Israelis viel offener und beobachten erstmal alles ganz genau – wir ergänzen uns also perfekt!

Die Bewerbungsphase für das nächste BIPA-Programm läuft noch bis zum 13. August 2018. Weitere Informationen zum Programm finden Sie hier.

Big Data & Business Analytics

Neuer Master-Studiengang für Digitalexperten

Durch die digitale Vernetzung nahezu aller Lebens- und Arbeitsbereiche wächst die Menge an verfügbaren Daten täglich weiter. Um diese Daten auszuwerten und für Unternehmen nutzbar zu machen, sind IT-Fachkräfte gefragt. Mit ihrem neuen Master-Studiengang „Big Data & Business Analytics“ greift die FOM Hochschule diesen Bedarf auf: In fünf Semestern lernen Berufstätige am Hochschulzentrum München sowie an elf weiteren FOM Hochschulzentren in Deutschland, wie sich digitale Informationen verantwortungsvoll managen lassen.

Big Data Analysten werten Daten nicht nur aus, sondern identifizieren deren Quellen, bestimmen und verbessern ihre Qualität und ordnen diese in betriebswirtschaftliche Zusammenhänge ein. Die Studierenden werden u.a. darauf vorbereitet, digitale Informationen zu analysieren, zu interpretieren und daraus Handlungsempfehlungen für Unternehmen abzuleiten. Absolventen übernehmen als Digitalexperten beispielsweise Fach- und Führungsaufgaben an der Schnittstelle zwischen IT, Management und Controlling.

Der Master-Studiengang Big Data & Business Analytics richtet sich an Berufstätige, die sich in ihrem Erststudium mit den Bereichen (Wirtschafts-)Informatik, Mathematik oder Statistik beschäftigt haben oder mindestens über eine halbjährige Berufserfahrung auf diesem Gebiet verfügen (dann mit mündlicher Zulassungsprüfung). Absolventen beenden das berufsbegleitende Studium mit dem Master of Science (M.Sc.). Anmeldungen für das Wintersemester 2018 sind noch möglich.

Lernen, wie es in der Praxis funktioniert

Studierende informieren sich über die Arbeit der Suchtberatung

Tabuthema Sucht: Laut der deutschen Hauptstelle für Suchtfragen sind mehr als 3,5 Millionen Menschen in Deutschland arzneimittel- oder alkoholabhängig. Trotzdem spricht kaum jemand offen darüber. Studierende des Bachelor-Studiengangs „Gesundheitspsychologie und Pflege“ von der FOM in München gingen das Thema im Modul „Psychologie des Beratens und Begleitens“ an und besichtigten gemeinsam mit ihrer Dozentin Prof. Dr. Barbara Krautz die Suchtambulanz der Caritas in Grafing.

Von der Diagnose bis hin zur Rückfallprophylaxe – die Caritas-Suchtberatung betreut bis zu 800 Klienten im Jahr. Leiterin Gabriele Althammer-Radan führte die FOM Studierenden durch die Einrichtung. „Unser Angebot umfasst neben der Beratung und Behandlung von Suchterkrankungen oder -gefährdungen auch eine Onlineberatung sowie Hilfen beim betreuten Wohnen und verschiedene Projekte wie das Projekt Kinderleicht“, beschreibt sie ihre Arbeit. Nach dem Rundgang waren die Studierenden an der Reihe und stellten eigene Fragen:

Die Studierenden unterwegs in der Suchtambulanz (Foto: FOM)

Welche Arten von Sucht werden behandelt? „Wir beraten und behandeln alle derzeit bekannten Abhängigkeitsformen von Alkohol-, Drogen-, Nikotin- und Medikamentenabhängigkeit bis zu Essstörungen sowie pathologischer Glücksspiel- und Onlinesucht“, so Gabriele Althammer-Radan.

Wie läuft eine Behandlung ab? „Im Erstgespräch geht es um die Diagnose und Selbsteinschätzung des Klienten. Sofern Behandlungsbereitschaft besteht, folgt eine dreimonatige Beratungsphase. In der anschließenden Therapie geht es unter anderem um die Vermittlung von Basiswissen über die eigene Krankheit und um die Stärkung der Persönlichkeit.“

Gibt es einen typischen Klienten? „Nein. Wir behandeln Menschen über alle sozialen Schichten hinweg, vom jungen Erwachsenen bis hin zum Rentner.“

FOM Studentin Katharina Unsin zeigte sich nach der Exkursion besonders von den hohen Anforderungen an die Fachkräfte beeindruckt: „Die Behandlung von Süchten erfordert ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit, seinem Gegenüber zuzuhören und ihn zu verstehen.“ Eine andere Studentin resümierte: „Mich hat am meisten fasziniert, dass die Einrichtung Supervisionen für eigene Mitarbeitenden anbietet. Das gibt es in meinem Arbeitsumfeld bisher leider nicht.“