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Barrierefreie Arbeitsstätten

Dr. jur. Kurt Kreizberg beleuchtet die Technischen Regeln

„Eine barrierefreie Gestaltung der Arbeitsstätte ist gegeben, wenn bauliche und sonstige Anlagen, Transport- und Arbeitsmittel, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische, visuelle und taktile Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen für Beschäftigte mit Behinderungen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernisse und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind“, heißt es in den Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR) zur „Barrierefreien Gestaltung von Arbeitsstätten“. Von leichter Sprache sind diese Formulierungen weit entfernt, bedauert Dr. jur. Kurt Kreizberg. „Ideal wäre, wenn auch die Vorschriften, die die Barrierefreiheit in Technik und Architektur regeln, barrierefrei wären – im Sinne von Schlüssigkeit, Verständlichkeit und innerer Logik“, so der Wissenschaftler des KCW KompetenzCentrum für Wirtschaftsrecht der FOM Hochschule. Wie das in der Praxis aussehen könnte, beleuchtet er in seinem neuen Buch Barrierefreie Arbeitsstätten.

Auf fast 300 Seiten bereitet er die Regeln barrierefrei auf, erläutert sie verständlich und zeichnet ihre Verbindungslinien nach. „Die Leserinnen und Leser sollen einen verlässlichen und praxisgerechten Überblick in einem in Zukunft noch stetig wachsenden Bereich des Arbeitsschutzrechtes erlangen“, erläutert Dr. jur. Kurz Kreizberg seine Zielsetzung. „Zusätzlich erhalten sie eine Übersicht über die Barrierefrei-Anhänge der entsprechenden ASR sowie Kommentare und Erläuterungen zu den ASRen mit Barrierefrei-Anhängen.“

Erschienen ist das Buch im Erich Schmidt Verlag. Kostenpunkt: 39,90 bzw. Euro. Weitere Informationen sind auf der ESV-Internetseite zu finden.

Aktuelles

Unternehmensführung zwischen Arbeitsschutz und Insolvenz: Das KCW zu Gast an der FOM Berlin

An den Hochschulzentren der FOM präsent sein und vor Ort forschen – so lautet eine Zielsetzung des KCW KompetenzCentrum für Wirtschaftsrecht, wie Prof. Dr. Tim Jesgarzewski am 15. März in Berlin hervorhob. Deshalb hatte der wissenschaftliche Leiter des KCW zu einer Sonderveranstaltung ins Hochschulzentrum in der Bismarckstraße geladen. Thema: „Unternehmensführung im Wandel – Vorkehrungen zur Forderungssicherung in der Insolvenz und Arbeitssicherheit im Unternehmen“. Die Referenten des Abends waren Dr. jur. Kurt Kreizberg, Rechtsanwalt aus Solingen und ebenfalls am KCW aktiv, sowie Prof. Dr. Jens Wuttke, Rechtsexperte am KCE KompetenzCentrum für Entrepreneurship & Mittelstand.

Dr. jur. Kurt Kreizberg am FOM Hochschulzentrum Berlin
Dr. jur. Kurt Kreizberg

Nach einer Einführung durch Prof. Dr. Tim Jesgarzewski beleuchtete Dr. Kurt Kreizberg den Paradigmenwechsel im Arbeitsschutz, dessen Reichweite er mit Blick auf die eigene Studienzeit erläuterte: Seine Examensarbeit sei auf der Schreibmaschine „Erika“ entstanden – ein Apparat, der in den Augen heutiger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sicherlich in ein Museum gehöre. Ähnlich extrem hätten sich die Vorstellungen vom Arbeitsschutz geändert. Wie diese Entwicklung konkret vonstatten ging, machte er anhand eines unterhaltsamen historischen Exkurses deutlich. Arbeitsschutzrecht – so seine These – sei inzwischen keine Black Box mehr, sondern zunehmend verknüpft mit gleichgerichteten Normensystemen wie Präventionsgesetz oder der Renten- und Krankenversicherung.

Prof. Dr. Jens Wuttke an der FOM Berlin
Prof. Dr. Jens Wuttke

Anfechtung in der Insolvenz stand im Zentrum des anschließenden Vortrags von Prof. Dr. Jens Wuttke. Das sei bei mehr als 20.000 Unternehmens- und mehr als 100.000 Privatinsolvenzen pro Jahr ein sehr praxisorientiertes Thema, wie er betonte. Seinen Schwerpunkt an diesem Abend legte der KCE-Wissenschaftler auf den Bereich Rückforderungen von Gläubigerinnen und Gläubigern, die von bereits insolventen Schuldnerinnen und Schuldnern Zahlungen erhalten hätten. Gehören diese Mittel bereits in die Insolvenzmasse, könne es passieren, dass Gläubigerinnen und Gläubiger den Betrag an die Insolvenzverwalterin oder den Insolvenzverwalter zurückerstatten müssten – und zwar inklusive Zinsen. Hierzu habe der Gesetzgeber im Februar 2017 Änderungen beschlossen, die in vielen Fällen Erleichterung bringen können – die praktische Umsetzung bleibe indes abzuwarten, so Prof. Dr. Wuttke.