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Premiere in Aachen

Vier Führungsfrauen beim FOM Frauen-Forum

Premiere an der FOM in Aachen: Zum ersten Mal fand das FOM Frauen-Forum im Forum M statt.
Premiere an der FOM in Aachen: Zum ersten Mal fand das FOM Frauen-Forum im Forum M statt. (Foto: FOM)

Das FOM Hochschulzentrum in Aachen feierte Mitte Oktober eine Premiere. Unter dem Titel „Drei Länder – vier Karrieren: Führungsfrauen in der Euregio“ fand zum ersten Mal das FOM Frauen-Forum in Aachen statt. Dafür waren extra vier beruflich erfolgreiche Frauen aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden angereist.

Nach der Eröffnung durch Geschäftsleiterin Carola Schröder begrüßte die Europaabgeordnete Sabine Verheyen die über 40 Teilnehmerinnen im Forum M. In den anschließenden Impulsvorträgen gaben die Referentinnen Einblicke in den Verlauf ihrer beruflichen Karrieren. Ria Hendrikx, freiberufliche Beraterin und Coach, ging dabei unter anderem auf die Kulturunterschiede zwischen Deutschland und den Niederlanden ein. Vorteile sowie Schwierigkeiten von Frauen in der Arbeitswelt thematisierte die Geschäftsführerin des Maschinenbauunternehmens Mockel AG Annabelle Mockel. Darüber hinaus legte die Rechtsanwältin Dr. Stephanie Herzog den Fokus auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Abschließend beleuchtete FOM Dozentin Prof. Dr. Eva-Maria Skottke zusammenfassend das Thema „Frauen in Männerdomänen“. 

Die Teilnehmerinnen erhielten so Eindrücke in vier individuelle Biografien, aus denen in Bezug auf Karrierehindernisse deutlich wurde, dass Frauen in der Euregio grenzübergreifend vor denselben Problemen stehen. Über mögliche Lösungsansätze diskutierten die Referentinnen und Anwesenden zum Abschluss in angeregten Gesprächen. Viele verließen die Veranstaltung mit den Worten, neue Inspiration für ihre eigene Karriereplanung mitgenommen zu haben.

Dr. Alexander Zureck im Interview

„Mit dem Bloomberg Terminal können wir einen Teil der Finanzwelt an die Hochschule bringen“

Seit 2010 können Studierende der FOM Hochschule ein Bloomberg Terminal nutzen, um Recherchen zu Daten des Finanzmarktes durchzuführen. Wie das funktioniert, wofür die Ergebnisse zum Einsatz kommen und wann das Terminal wo zur Verfügung steht, darüber spricht Dr. Alexander Zureck vom isf Institute for Strategic Finance im Interview.

Blick auf das Bloomberg Terminal
Blick auf das Bloomberg Terminal

Wie viele Schulungstermine bieten Sie im Semester an?

Dr. Alexander Zureck: Allein in Essen finden pro Semester 12 bis 15 Veranstaltungen mit ca. 20 Studierenden statt. Zusätzlich werden Schulungen an den Hochschulzentren außerhalb von Nordrhein-Westfalen angeboten – abhängig davon, wo gerade Bedarf und Interesse bestehen. In diesem Semester werde ich beispielsweise in Berlin, Frankfurt, Stuttgart und München sein.

Wie lange dauern die Schulungen?

Dr. Alexander Zureck: Nach 1,5 Stunden ist in der Regel alles Wichtige erklärt. Wenn sich bei der Nutzung dann noch Fragen ergeben, bin ich per E-Mail oder telefonisch erreichbar.

Welche Zeitspanne steht den Studierenden zur Verfügung, um das Terminal zu nutzen?

Dr. Alexander Zureck: Das Terminal ist immer wochenweise zu Gast an den jeweiligen FOM Hochschulzentren. Dann geht es per Expressbote zurück nach Essen… Für welche Zeitspanne die Studierenden das Terminal jeweils nutzen können, koordinieren die Studienberaterinnen und -berater vor Ort.

Die Vielzahl der Termine lässt darauf schließen, dass das Interesse groß ist: Wofür nutzen die Studierenden das Terminal?

Dr. Alexander Zureck: Das Terminal kommt ausschließlich zu wissenschaftlichen Zwecken zum Einsatz. Genutzt wird es vor allem von Studierenden der berufsbegleitenden Master-Programme Finance & Accounting, Business Administration (MBA) sowie Risk Management & Treasury. Sie belegen im dritten Semester ein empirisches Modul und müssen in diesem Zusammenhang eine Projektarbeit verfassen. Darüber hinaus basieren viele Abschlussarbeiten auf bei Bloomberg recherchierten Daten.

Und was für Daten sind das?

Dr. Alexander Zureck: Das Bloomberg Terminal ist eine Informationsplattform, mit der auch Entscheiderinnen und Entscheider aus Wirtschaft, Finanzbranche und Politik arbeiten. Neben Finanzinformationen zu Unternehmen finden sich hier Marktdaten, Charts, Statistiken sowie aktuelle Nachrichten und Reportagen. Die Studierenden können beispielsweise Wertpapiere analysieren, die Bilanzen verschiedener Unternehmen vergleichen oder herausfinden, was die CEOs einer bestimmten Branche verdienen. Neu ist die Verknüpfung mit Twitter: Via Bloomberg kann ausgewertet werden, wie sich Tweets auf Aktienkurse auswirken. Das ist gerade für Forschungsaktivitäten im Bereich Behavioral Finance spannend.

Alle Daten lassen sich innerhalb weniger Mausklicks zusammenstellen. Die Alternative wäre, sich einzelne Geschäftsberichte zu besorgen und per Hand auszuwerten. Das würde selbstverständlich deutlich länger dauern.

Nutzen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des isf Institute for Strategic Finance das Terminal ebenfalls für ihre Arbeit?

Dr. Alexander Zureck: Sehr intensiv sogar. Die alljährlich erscheinende Dividenden-Studie wäre ohne das Bloomberg Terminal beispielsweise gar nicht denkbar. Bei diesem Gemeinschaftsprojekt mit der DSW Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V. wird unter Federführung von Prof. Dr. Dr. habil. Eric Frère, Direktor des isf, und Christian W. Röhl, isf-Beiratsvorsitzender und Gründer des Research-Hauses DividendenAdel, der gesamte deutsche Aktienmarkt analysiert – bestehend aus Prime, General und Entry Standard.

Auch Prof. Dr. Roland Klose aus der isf-Forschungsgruppe Anlegerschutz und Anlegerverhalten nutzt das Terminal, um Hauptversammlungsreporte auszuwerten und daraus Erkenntnisse zum Verhalten von Anlegerinnen und Anlegern zu gewinnen. Ebenso isf Vize-Direktor Prof. Dr. Joachim Rojahn und Prof. Dr. Roland Wolf. Ich selbst habe auf Basis von Bloomberg-Daten meine Dissertation zum Thema Fußballclubs als Investitionsobjekte erstellt. Dabei habe ich Investments durch die behavioristische Brille betrachtet – mit einem Fokus auf Emotional Biases.

Ist es Usus, dass eine Hochschule ihren Forschenden und Studierenden ein Bloomberg Terminal zur Verfügung stellt?

Dr. Alexander Zureck: Das ist ganz unterschiedlich. Es gibt Hochschulen, für die ist das kein Thema. Dann gibt es Hochschulen wie die tschechische Masaryk Universität, die ihren Studierenden und Forschenden gleich zwölf Terminals bietet...

Für eine praxisorientierte akademische Ausbildung, wie sie an der FOM angeboten wird, ist das Terminal auf jeden Fall mehr als sinnvoll. Mit seiner Hilfe können wir die Finanzwelt an die Hochschule bringen. Gerade Studierende, die im Anlagenbereich arbeiten oder sich in diese Richtung entwickeln wollen, sollten schon mal damit gearbeitet haben. Vor diesem Hintergrund wird aktuell auch überlegt, weitere Terminals für die FOM anzuschaffen.

Netzwerk „Essener Bündnis für Familie“ tagte an der FOM

Die Zukunft gehört den familienfreundlichen Unternehmen

Beim 5. Unternehmensfrühstück des Netzwerks „Essener Bündnis für Familie“ in der FOM Hochschule informierten sich rund 70 Vorstände, Inhaber, Personalverantwortliche und Geschäftsführer familienfreundlicher Bündnis-Unternehmen über die fortschreitende Digitalisierung der Arbeit und deren Auswirkungen auf die Work-Life-Balance. Außerdem diskutierten sie aktuelle Lösungsansätze für eine zeitgemäße Personalarbeit, die Beruf und Familie auch im digitalen Zeitalter miteinander zu vereinbaren weiß. 

OB Thomas Kufen beim Netzwerk "Essener Bündnis für Familie" (Foto: Tom Schulte/FOM)

Oberbürgermeister Thomas Kufen zeichnete gemeinsam mit IHK-Präsidentin Jutta Kruft-Lohrengel und Ulrich Kanders, Hauptgeschäftsführer des EUV e. V. zudem vier Essener Unternehmen aus, die den Zertifizierungsprozess des „Essener Audit –Familienfreundliches Unternehmen“ erfolgreich durchlaufen haben.

Kufen stellte in seinem Grußwort heraus, wie entscheidend familienfreundliche Unternehmen als Schlüssel für die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt sind. Mit der Digitalisierung gehen große Veränderungsprozesse einher, denen wir uns aber nicht ergeben dürfen, sondern die wir gestalten müssen. Dazu brauchen wir keine Maschinen, sondern Menschen mit all ihren Stärken, ihren Schwächen und ihrer Kreativität – und wir müssen lernen, Grenzen zu setzen.“ Damit spielte er auch auf das Thema „ständige Erreichbarkeit“ und den Umgang mit ihr an.

Prof. Dr. Christian Rüttgers, stellvertretender Direktor ipo – Institut für Personal- & Organisationsforschung der FOM, stellte die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitszufriedenheit und Work-Life-Balance von Beschäftigen heraus. Ergebnis einer Studie seines Instituts: „Wer mit mobilen Geräten Arbeitsmöglichkeiten zu Hause nutzt, ist zufriedener. Allerdings verbleiben auch Risiken mit Blick auf die Work-Life-Balance. Beispielsweise kann sich ein Gefühl der ständigen Erreichbarkeit einschleichen. Der Wunsch der Beschäftigten nach mehr Flexibilität kann gelingen, wenn Vertrauen und Verantwortung mit intelligenten und individuellen Lösungen verknüpft werden. Dabei sollte auch das Führungsverhalten messbar gemacht und gesteuert werden. Dafür sind Mitarbeiterbefragungen geeignet.“

Unterstützung erfuhr das Bündnis für Familie auch durch den Besuch von Dr. Wiebke Stranz, die als Vertreterin der Servicestelle Lokale Bündnisse für Familie des Bundes eigens aus Berlin angereist war. Sie betonte den großen Einfluss der Familienfreundlichkeit auf die Fachkräftesicherung. „Aus unserer Sicht ist das Essener Bündnis für Familie ein Vorzeigebündnis. Davon zeugen auch die gelungene Einbindung aller gesellschaftlich relevanten Gruppen und die Rolle, die es als Mentoring-Partner für andere Bündnisse übernimmt. Davor ziehen wir unseren Hut.“

Ulrich Engelen, Jugendamtsleiter der Stadt Essen, schilderte die Digitalisierung aus der Perspektive der Familien und des Jugendamtes und stellte heraus, dass wir „always on“, also an jedem Ort und zu jeder Zeit online sind, sodass die Grenzen zwischen On- und Offline-Räumen längst verwischt sind. Wissenschaftler sprechen inzwischen von virealen Welten, denn der Unterschied zwischen Virtuellem und Realem löst sich auf. „Durch die gleichzeitig weiter zunehmende Nutzung einer immer unübersichtlicher werdenden Vielfalt von Angeboten entstehen auch ganz neue Problematiken, wie zum Beispiel das Recht am eigenen Bild, Cybermobbing oder Suchtphänomene“, beschreibt Engelen den sich rasant vollziehenden Wandel. Dem steuert das Jugendamt Essen mit vielen eigenen Angeboten entgegen. 

Prof. Dr. Christian Rüttgers präsentierte Ergebnisse einer Studie (Foto: Tom Schulte/FOM)

Träume verwirklicht

Über 60 Neusser feierten Studienabschluss

Das Ambiente stimmte im Theater der Träume an der Neuss/Düsseldorfer Stadtgrenze: Zusammen mit Familien und Freunden feierten mehr als 60 Studierende der FOM Hochschule Neuss ihr bestandenes ausbildungs- bzw. berufsbegleitendes Bachelor-Studium. Aus beruflichen bzw. Zeitgründen konnten nicht alle der über 100 erfolgreichen Studierenden des Absolventenjahrgangs an der Abschlussfeier teilnehmen.

Nach der Eröffnung durch FOM Geschäftsleiterin Rebecca Wanzl begrüßte der wissenschaftliche Studienleiter Prof. Dr. Norbert Lamar die insgesamt rund 300 Gäste und stellte den Absolventinnen und Absolventen ein herausragendes Zeugnis aus. „Sie haben ein anspruchsvolles und intensives Studium mit großem Engagement und Bravour gemeistert“, betonte Prof. Lamar. 

Kreisdirektor Dirk Brügge ließ es sich ebenfalls nicht nehmen, den Jung-Akademikern im Namen des Rhein-Kreises Neuss zu gratulieren. „Mit dem Studienabschluss und Ihrem neu erworbenen Wissen haben Sie Ihrer beruflichen Karriere einen enormen Schub gegeben – und damit auch den Unternehmen im Rhein-Kreis Neuss.“  

Business Administration, International Management und Gesundheits- und Sozialmanagement haben die Auszubildenden und Berufstätigen studiert. Nach Ehrung der Jahrgangsbesten und dem gemeinsamen Foto mit dem traditionellen Hütewurf klang der Abend gemütlich aus – mit kleinen Häppchen und kalten Getränken.   

Zahlen, Daten & Fakten

Frauenförderung in der chemischen Industrie

„Frauen in der chemischen Industrie: Arbeit und Organisation“ lautete das Thema des zweitägigen Symposiums in Bochum am 10. und 11. Oktober. Die Evonik AG lud Vortragende, Forschende und Interessierte in das Haus der Geschichte des Ruhrgebiets ein. Im Mittelpunkt stand vor allem die historische Bedeutung der chemischen Industrie als Motor für die Integration von Frauen in industrielle Berufe. Auch die FOM Hochschule war dabei – mit einem gegenwartsorientierten Beitrag im Anschluss an das Forschungsprojekt FiF – Frauen in der industriellen Forschung, Entwicklung und Innovation in der chemischen Industrie in NRW.

Prof. Dr. Anja Seng während ihres Vortrages
Prof. Dr. Anja Seng während ihres Vortrages

Prof. Dr. Anja Seng, Rektoratsbeauftragte für Diversity Management, stellte in ihrem Vortrag „Stimmt die Chemie in der chemischen Industrie?“ Zahlen und Fakten zur Repräsentanz von Frauen in der chemischen Industrie dar – ergänzt um aktuelle Studien zur Chancengleichheit sowie mögliche Handlungsansätze für Unternehmen. Bei immerhin 40 Prozent der weiblichen Studierenden und Promovendinnen sei die Ausgangssituation in der Chemie eigentlich komfortabel, so die Wissenschaftlerin. Das Argument, dass nicht genügend weibliche Nachwuchskräfte in diesem MINT-Fach verfügbar seien, ziehe also nicht. Die Führungsetagen in dieser Branche seien allerdings nur zu ca. 20 Prozent weiblich besetzt, wobei hier eine deutliche Steigerung in den vergangenen Jahren zu beobachten sei. In den Aufsichtsgremien gehe die Entwicklung in Richtung der Erreichung der Geschlechterquote 30 Prozent.

Die aktuelle VAA Studie zur Chancengleichheit in der Chemie komme zu dem Fazit, dass eine systematische Benachteiligung von Frauen im Vergleich zu Männern hinsichtlich der erreichten Karrierestufe bestehe. „Die Tendenz, eine stärkere Präsenz von Frauen im Management zu erreichen, ist durchaus positiv, doch bleibt für die Unternehmen viel zu tun“, so Prof. Dr. Seng. Aufgabe der Unternehmen sei es – und da waren sich die Teilnehmenden des Symposiums einig – das klassische Rollenbild des promovierten Chemikers zu überdenken, der in der Regel beständig persönlich anwesend sein muss. Vor dem Hintergrund des Bologna-Prozesses und in Zeiten flexibler Arbeitszeit- und Arbeitsortmodelle gepaart mit mobilen Kommunikationsmöglichkeiten sei die Notwendigkeit der intensiven Forschungsausbildung sowie der starken Präsenzkultur kritisch zu hinterfragen.