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10.03.2015

Aktuelles

Die verhaltensbedingte Kündigung: Großes Interesse am Arbeitsrechtlichen Frühstück der FOM Hochschule in Nürnberg

Ist das Einlösen zweier gefundener Pfandbons im Wert von 1,30 Euro Grund genug für eine fristlose Kündigung der Kassiererin? Der Fall „Emmely“ ging bereits im Jahr 2010 bundesweit durch die Presse und gab Anlass für weitreichende Diskussionen. Beispiele wie das der Supermarktangestellten, deren Kündigung vom Bundesarbeitsgericht als unwirksam erklärt wurde, zeigen immer wieder, wie komplex und unvorhersehbar das Kündigungsrecht in Deutschland gestaltet ist. Beim Arbeitsrechtlichen Frühstück der FOM Hochschule in Nürnberg informierte Prof. Dr. Rolf Otto Seeling rund 160 Vertreter aus den Unternehmen der Metropolregion zum Thema verhaltensbedingte Kündigung. Unterstützt wurde die Veranstaltung von der Kanzlei THORWART Rechtsanwälte Steuerberater Wirtschaftsprüfer Partnerschaft mbB.

 

 

Die hohe Zahl der Anmeldungen zeige, wie Geschäftsleiter Reiner Hager betont, dass auf Arbeitgeberseite noch viele Unklarheiten hinsichtlich des richtigen Vorgehens bestünden. „Es gibt immer noch viele Unternehmen, die dem Thema zu wenig Aufmerksamkeit schenken“, ergänzt Seeling. „Dabei sollte man unbedingt vorbereitet sein, wenn ein Fehlverhalten bekannt wird.“ Schließlich müsse eine außerordentliche Kündigung innerhalb der vorgeschriebenen Zwei-Wochen-Frist erfolgen.

 

Mit zahlreichen Beispielen aus seiner Berufspraxis gab Prof. Seeling den Teilnehmern des Arbeitsrechtlichen Frühstücks einen Überblick von der richtigen Abmahnung bis hin zur außerordentlichen und fristlosen Kündigung. Die Verdachtskündigung bildete einen der Schwerpunkte des Vortrags. „Sie ist in vielen Fallkonstellationen unverzichtbar, da der Arbeitgeber bei der Verdachtskündigung nur den ernsthaften und dringenden Verdacht einer schwerwiegenden Verfehlung, nicht aber die Verfehlung als solche nachweisen muss und letzteres wegen der Anforderungen der Arbeitsgerichte an derartige Nachweise oft nicht gelingen kann“, so die eindringliche Mahnung des Referenten. Ziel des Vortrags war es, die Teilnehmer vor allem für ein überlegtes Vorgehen zu sensibilisieren. „Wer sorgfältig arbeitet, kann dem Unternehmen fünf-, teilweise sogar bis zu sechsstellige Beträge ersparen.“