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  • 2022
  • Mai
  • Eren Yamen: Vom Altenpfleger zum Sozialarbeiter

Erster Absolventenjahrgang der „Sozialen Arbeit“ an der FOM in Aachen

Eren Yamen: Vom Altenpfleger zum Sozialarbeiter

Eren Yamen ist Sozialarbeiter durch und durch: Seinen Freiwilligendienst absolvierte der 23-Jährige in der Altenpflege – doch statt langfristig in der Pflege zu bleiben, wollte er sich weiterbilden. So entschied sich der einstige Lern- und Schulmuffel für den berufsbegleitenden Bachelor-Studiengang „Soziale Arbeit“ an der FOM in Aachen. Mittlerweile darf sich der ehemalige Semestersprecher mit sechs Weiteren zu den ersten Absolventen des Studiengangs in Aachen zählen.

Barrieren überwinden

Während des berufsbegleitenden Studiums arbeitete Eren in der Altenpflege, in der Behindertenhilfe und in einer Kita – denn das Studium erfordert einen Praxisanteil von 100 Tagen in Vollzeit, um sich nach erfolgreichem Abschluss „staatlich anerkannter Sozialarbeiter“ nennen zu dürfen. In der Kita betreute er beispielsweise Kinder, die Inklusionsbedarf haben – „hauptsächlich zugewanderte Kinder mit Sprachbarrieren und auffälligem Verhalten“, so der 23-Jährige. Viele von ihnen seien zwar in Deutschland geboren, bräuchten aber durch die verschiedenen Sprachen, die in der Familie gesprochen werden, Unterstützung. „Wir haben die Grundsteine dafür gelegt, dass die Kinder nicht auf die schiefe Bahn geraten und mit sechs Jahren geregelt zur Schule gehen können.“ Schon an dieser Stelle wird entschieden, ob sie eine Schulbegleitung bekommen – zum Schutz vor Diskriminierung und Mobbing im Grundschulalter. Eren ist selbst erst im Jahr 1999 nach Deutschland gekommen, was einen großen Einfluss auf seinen Job hat: „Ich habe dasselbe erlebt, habe ebenfalls im Kindergartenalter Deutsch gelernt und konnte mich so durch meinen kulturellen Background gut in die Situation der Kinder hineinfühlen.“

Von der Theorie in die berufliche Praxis

Doch nicht nur sein kultureller Background, vor allem auch die Inhalte aus dem Studium und den Modulen „Inklusion und Behinderung“ und „Ethik im Gesundheits- & Sozialwesen“ kommen ihm in seinem heutigen Alltag sehr zugute. Denn mittlerweile ist der 23-Jährige Sozialarbeiter in einer ambulanten Behindertenhilfe (betreutem Wohnen) tätig. „Als Betreuer im Behindertenwohnheim habe ich beispielsweise einen Klienten mit Alkoholproblem: Wir beschäftigen uns mit seinen Problemen: Wie kann man mit einer Sucht umgehen? Welche körperlichen Symptome können wir wie bekämpfen? Wir kochen zusammen, lenken durch dieses ‚neue Hobby‘ von der Sucht ab, ich zeige ihm neue Gerichte und bringe ihm die türkische Küche näher!“ Ein weiterer seiner Klienten ist beispielsweise blind: „Wir gehen gemeinsam einkaufen, ich unterstütze ihn im Alltag – letzte Woche haben wir gemeinsam ein Smartphone gekauft und eingerichtet.“ Seine Erfahrungen aus dem Job sowie die Module und Inhalte aus dem Studium beschäftigten Eren auch persönlich sehr: „Man reflektiert automatisch sein eigenes Wertesystem. In meiner Bachelorarbeit habe ich mich deswegen mit einer ethischen Fragestellung beschäftigt“, so der Aachener. Als Untersuchungsgegenstand wählte der FOM Absolvent ein neuseeländisches Projekt. Das Ziel: Ab dem Jahr 2025 Tabakwaren für die Generationen unter 18 zu verbieten – also ein Generationsverbot. Dazu interviewte er Laien, Fachexperten, Apotheker – die ethischen Module dienten dabei als Grundstein für die Bachelorarbeit.

Sich durch ein Studium verwirklichen

Noch in der Schule hätte Eren niemals damit gerechnet, dass er irgendwann studieren und sogar so viel Spaß daran haben würde. „Ich musste auch erstmal lernen, zu lernen. Gerade unterstützende Module wie ‚Kompetenz- und Selbstmanagement‘ haben hier enorm geholfen“, so der 23-Jährige. Der Frontalunterricht in der Schule sei damals nichts für ihn gewesen, lieber beteiligt er sich, stellt Rückfragen und steigt in Diskussionen ein – wie im Studium an der FOM. „Und das Erlernte ist eben wirklich relevant und findet direkt Anwendung in meinem Alltag.“ Außerdem lerne man auch mit und von den anderen Kommilitonen: „Wir waren eine bunt durchmischte Truppe: Von 18 bis 50 Jahre alt, einige Quereinsteiger – von Mediengestaltern bis hin zu Gastronomen, ehemaligen Lehramt- und Psychologiestudierenden und Kaufleuten, die doch eine andere Richtung einschlagen wollen, um sich zu verwirklichen.“ Für Eren folgt jetzt noch eine Weiterbildung zur Fachkraft für inklusive Bildung und Erziehung – denn langfristig möchte der Aachener in die Heilpädagogik, mit jungen Menschen arbeiten, weiter Erfahrungen sammeln und einfach voll in seiner Arbeit aufgehen.

Herzlichen Glückwunsch zum Bachelor-Abschluss! Im Sommer folgt noch die große Absolventenfeier für Eren und seine Kommilitonen (Foto: Privat)
Eren arbeitet als Sozialarbeiter im betreutem Wohnen, begleitet Menschen in ihrem Alltag - darunter beispielsweise sehbehinderte Personen oder Menschen mit Suchterkrankungen (Foto: AdobeStock/DanRace)

Die FOM in Aachen bietet im Bereich „Gesundheit & Soziales“ vier Bachelor- und zwei Master-Studiengänge an – darunter „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ (M.Sc.), „Pflegemanagement“ (B.A.), „Gesundheitspsychologie & Medizinpädagogik“ (B.A.) und „Soziale Arbeit“ (B.A.). Das Wintersemester der FOM startet im September – Anmeldungen sind noch möglich unter www.fom.de/aachen.

Mehr Informationen gibt die Aachener Studienberatung gerne per Mail an studienberatung.aachen@fom.de oder unter der kostenfreien Rufnummer 0800 1959595.

12.05.2022 | Aachen